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Ritter, Tod und Teufel

Hans Frhr. von Hammerstein: Ritter, Tod und Teufel - Kapitel 29
Quellenangabe
typefiction
booktitleRitter, Tod und Teufel
authorHans Freiherrn von Hammerstein
year1921
firstpub1921
publisherC. F. Amelangs Verlag
addressLeipzig
titleRitter, Tod und Teufel
pages434
created20181004
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Nürnberg

Sieh!« rief Ulrich von Hutten im Sattel aufgerichtet, »und da ist sie, Norimberga, die Stadt, die Perle des Frankenlandes, Deutschlands Blüte! Sieh! Hesper umhaucht mit liebevollem Rosenschein, das kalte Blau des frostharten Tages besiegend, ihre rötlichen Türme und Wälle, der rauhe Winter hat sie mit feinen, funkelnden Reifdemanten überstreut, ist sie nicht wie eine wundersame Braut, von der Natur in kostbare Stoffe gekleidet, vom Himmel mit zartem Schleier umwoben, von deutschem Fleiß und Geist mit den herrlichsten Kleinoden geziert? Sieh, die schlanken Türme von Sankt Lorenz, Sankt Sebald, die Giebel des Rathauses und oben die liebe, alte Burg! Oheim! Und ein solches Wesen willst du zerstört wissen, dem Boden gleichgemacht diese Schatzschreine unserer großen Meister, in traurige Barbarei, in finstere Urwälder zurückversenkt dieses Land, das in harten Kämpfen gegen feindliche Natur und feindselige Menschen ringend diese steinerne Krone dem deutschen Reich erbaut hat?«

Mangold mit ärgerlichem Lächeln, seinen Schecken anhaltend: »Ulrich, du bist ein Poet, so darfst du schwärmen, und man sieht dir gern manches durch die Finger, will hoffen, der Herrgott tut's auch. Und recht hast du ja! Schön liegt die Stadt da, wie sie an ihrem Hügel aus der Niederung aufsteigt, und selbst der Rauch, den ihre schuppigen Dächer aus 372 hunderten Schornsteinen zum klaren Himmel senden, ist von der guten Sonne ganz in Gold verwandelt. Ich versteh's beinah, so einer dort daheim wär und von langer Wanderung aus der Fremde kehrend hier auf einmal diesen Blick hat, daß er jubelt und jauchzet, wie du es nun tust.«

Er verstummte, und unter einem tiefen Schatten blickten seine Augen verloren zur Stadt hin. Das Bild der Odheimerin war ihm vor den Geist getreten, als er sie weinen sah beim Reden von Nürnberg.

Er gab dem Pferd die Schenkel, und sie setzten sich wieder in Bewegung.

Sie waren, von Farrnbach herausreitend, an die Bodenwelle über der weiten Mulde gekommen, wo Rednitz und Pegnitz unten bei Fürth zusammenströmen, und Nürnberg mit Burg und Türmen inmitten eines riesigen Tellers sich erhebt, im östlichen Hintergrund von den unendlichen Kieferforsten des Sankt Lorenzwaldes und des Reichswaldes umblaut, der gegen Norden in die bucklige Welt des fränkischen Berglandes übergeht, den eigentlichen Heimgarten der Strauchritter und Staudenhechte, wo jedes Hüglein und Felslein sein Schlößlein trägt und heimliche Mühlen und Spelunken in tiefgerissenen Tälchen und Schluchten prächtigen Unterschlupf für allerhand Raubzeug gewähren.

»Ja,« fuhr Mangold fort, »da liegt sie, die Stadt. Du schaust sie als eine Braut mit Deutschlands Krone auf der keuschen Stirn, und ich als ein schlechtes Weib, das freilich schön und lockend genug, aber falsch und raffgierig auch, alles Gute aus dem Land in seinen Schoß zusammenkehrt. Du schaust sie als einen Rosenstrauch, der Knospen und Blüten die Fülle treibt, ich sehe der Dornen mehr, und all die stolzen Türme und Türmlein wollen mich nur Wahrzeichen eines gewaltigen Kerkers bedünken, darin die Seele der Nation in güldenen Ketten gefangen liegt.«

Ulrich darauf: »In güldenen Ketten die einen, in ehernen die anderen. Frei müssen alle werden, die Bürger, die Ritter, die Bauern. Aber nicht mit dem Schwert allein zerschlägst du die Bande. Der Geist muß aufstehen wie ein Sturm und das Eis brechen, das den deutschen Frühling bannt.« 373

Mangold erwiderte nichts mehr. Sie ritten, von zwei Knechten gefolgt, deren einer der Pfeifer war, gegen Fürth hinab, außerhalb der Stadtmauern vorüber und querten die Rednitz auf hölzerner Brücke. Der späte Dezembertag versprühte seinen letzten Purpur. Hoch über die ganze Breite durchs kühle, grünliche Blau wölbten sich feingeflaumte, lange Dunststreifen gleich rosigen Reiherfedern. Die dünne Schneeschicht, die teilweise weggetaut, wieder überfroren und von Rauhfrösten verstärkt, das welke Land überkrustete, lag in zartfarbigen Licht- und Schattenspielen unter den kahlen Sträuchern und Wipfeln, die wie mit Flittersilber umreift waren. Die schlechte Straße war hart und rissig. Die Pferde gingen mühsam und unsicher. Von den Flußufern hauchten schon frostige Nebel her. Die Stadt lag jetzt im verglimmenden Abendschein massig vor ihnen wie ein lauerndes Steintier, die Burg, der Kopf auf den Fels geschmiegt, der Mauerkranz ein rundum geschlagener, zackiger Schweif.

»Nun muß ich mich bald zu den Knechten halten,« meinte Mangold, nachdem sie eine Weile geritten waren und Burg und Tortürme mit Fensterlein, die wie Rubine glühten, immer näher rückten. »Im Weichbild von Nürnberg bin ich dein Reitbursch und nimmer dein Oheim.«

Ulrich lachte: »So grob du dich gewandet hast und wie du das Gesicht auch in die Kappe zeuchst, das müßt doch ein schlechter Kenner sein, der in dir was anderes als einen Edelmann sieht. Da hättst du dir auch schon eine andere Nas aufstecken müssen, Oheim, und, so du die Handschuh abziehst, andere Finger. Aber hab keine Sorgen. Mein kaiserliches Geleit schützt uns besser, dann jede Vermummung. Und daß du just der Mangold bist, hast du auch nit angeschrieben.«

Es dämmerte schon, als sie auf dem Plärrer vor dem Spittlertor anlangten. Auf dem Platz herrschte noch einiges Treiben um Schaubuden und Gerüste, die man da für Volksbelustigungen in den Weihnachtstagen gezimmert hatte. Aber der finstere Torbogen, der sich bald schließen sollte, zog die Leute allgemach ein. Der Abendschimmer war verblichen. Düster und schwer starrte hinter dem tiefgemauerten Graben die Stadtmauer mit dem langhinlaufenden, überdachten 374 Wehrgang und den in den Graben eckig vorspringenden Halbtürmen. Nur auf dem roten Schuppendache des hohen Torturmes, das stellenweise dünnen Schnee trug, lag es noch wie ein hinschwindendes Tagerinnern, und ein angeklebtes Wohnerkerchen aus Fachwerk, mit hölzernen Streben an der Mauer gestützt, ließ ein steiles Rauchsäulchen in die kalte, verblassende Luft kräuseln.

Der Führer der Torwache war den Reitern mit vier Spießknechten entgegengetreten und nahm ernsten Blickes das große Pergament in Empfang, das Ulrich ihm hinreichte. Schon das mächtige Kaisersiegel, als er die Urkunde entfaltete, schien ihm Eindruck zu machen. Der Geleitbrief war lateinisch abgefaßt, aber soviel verstand der wackere Mann alsbald, daß er Ulricum Huttenium equitem, poetam laureatum, vor sich habe, und den Brief zurückreichend, den Hut ziehend und scheu zu dem berühmten Manne aufsehend, gab er das Zeichen, daß die Reiter passieren dürften.

Dumpf hallten die Hufschläge auf der Zugbrücke, von der Mangold den Blick nach Osten und Nordwesten hin durch die gähnenden Gräben und die gewaltige Mauerbiegung entlang gehen ließ. Wahrlich, zu stürmen wäre da nicht leicht. Die Reichsstadt schien besser verwahrt als der Brandenstein auf seinem bröckelnden Tonfelsen. Nun scholl und knirschte es im finsteren Torgewölb hin, und da war es plötzlich ganz Abend, als sie jenseits in die erste Straße kamen. Mangold wandte sich zurück nach den hohen Bogen in der Mauer, die den balkenverstrebten Wehrgang trugen, dessen Öffnungen streckenweise mit Drahtmaschen verstrickt, dann wieder mit Brettern verschalt oder frei waren. Auf die Enge eines schmalen Gäßchens rückten die Häuser und Häuschen mit den stockweis vorgebauten Fronten und Steilgiebeln zur Stadtmauer heran, und Düsternis wob unten vor den Haustüren, den Eingängen zu den schräg an den Zwischentürmen hinanführenden, überdachten Treppen und um all das Winkelwerk am holprigen Pflaster.

Ulrich ritt die erste, beste Straße stadtwärts hinein, als wär er da zu Hause. Mangold vertraute sich um so lieber der Führung des weltgefahrenen Neffen, als ihm jedesmal in der 375 Stadt ganz unbehaglich zu Mute und wirr im Kopfe ward. Er ließ die Zügel straffer anstehn, rückte sich im Sattel zurecht und ermunterte mit leichtem Schenkeldruck seinen Hengst, denn auch die Pferde rutschten und strauchelten auf den glatten Katzenköpfen, und manchmal zog es von einem Huf einen langen Funken weg. Wie da Menschen wohnen mochten! Er sah an den Häusern empor, die sich hoch und dunkel vornüber neigten, als wollten sie gegen einander fallen und das letzte Streiflein des verdämmernden Himmels verschließen, das noch zwischen den Reihen der Spitzgiebel hereinblickte. Die Bauten hielten sich nicht an die Zeile. Bald stand eine vor, bald eine zurück. Fußhoch gegen die Straße und in Stüflein auf- und abführend, zog der Gehsteig vor den Türen hin. Dunkle Gestalten mit zwielichtblassen Gesichtern kamen entgegen. Jetzt fiel ein Schein aus einem Laden, in dem man Handwerker noch hastig arbeiten sah, jetzt hellte der Schimmer eines trüben Lämpchens vor einem Marienbild von oben her und langte unsicher in die Finsternis eines klafterschmalen Seitengäßchens, das oben von den Giebeln ganz zugedrückt schien. Ein quaderschwerer Turm trat ihnen in den Weg, den sie umritten, dann breitete sich die Straße, links hohe Dächer von Speichern mit drei, vier Reihen abschrägender Lucken, rechts eine Kirchenfront mit spitzer Bogentür und einem zackichten Türmlein. Bald danach führte Ulrich zur Linken ab. Eine Brückenwölbung, ein Wasserstreif, schmalgezogene Hausgesichter dunkel spiegelnd, die Pegnitz, die Fleischbrücke. Mangold erkannte die Stelle, und jetzt mußte ein Platz kommen.

Und da war auch schon der Hauptmarkt. Die Weite des Himmels über ihm schien den versunkenen Tag noch einmal herauf zu bringen und ließ in sanfter Dämmerhelle erkennen, was ihn umgab: oben der Burg zu die luftigen Treppengiebel des Rathauses, das steile Dach der Sebalduskirche schräg dahinter, das gotische Goldtürmchen des schönen Brunnens davor. Ostwärts, Spiegelungen des Abendlichts in den hohen Fenstern, die Stirnseite der zierlichen Frauenkirche mit dem vorgebauten Michaelschörlein, um das zu Mittag die Männlein laufen, und den vielen, beiderseits des 376 Giebelsaumes kerzenschlank aufsteigenden Wimpergen. Wohlhäbige patrizische Bauten um und um. Darüber hingespannt das meerfarbene Luftgewölb, in welchem, vom letztmalig aufglimmenden Westschein entzündet, noch ein paar braunbrandige Flämmchen hingen und just über dem Türmchen der Frauenkirche ein großer Stern grünlich erstrahlte.

Ulrich hatte im Austritt der Brückengasse sein Pferd angehalten.

»Sieh hin!« sprach er, »der schönste deutsche Platz! Gleicht er nicht mehr dem Festsaal eines traulich-vornehmen Hauses, denn einem offenen Markte? Die schönen Bauwerke umgeben ihn wie wunderbare Bilder und kostbarer Hausrat, Meisterstücke altväterischen Handwerks.«

»Ei!« fiel hier der Pfeifer ein, indem er sein Pferd heranschob. »Mit Verlaub, Herr Ulrich, ich verglich ihn eher der Lichtung in einem steingewordenen Wald aus alten Geschichten. Seht nur: Die Wipfel und Wipflein umstarren ihn und sind unten und oben voll wunderlicher Dinge und Wesen. Der Brunnen dort rauscht unter einem jungen Tännlein, das goldene Blätter hat gewollt, und überall zwischen den Steinen findet man Gesichter und Gestalten, von denen Lieder und Mären erzählen.«

»Du hast recht, Pfeiferlein,« erwiderte Ulrich, »und ich gäb dir für den Einfall ein paar Blätter meines Lorbeerkranzes, wenn ich ihn gerade aufhätte. Denn, was du sagst trifft wundersam das unnennbare Gefühl, das mich jedesmal ergreift, wenn ich den lieben Platz wiedersehe. Ein inniger Hauch von Heimat umwebt ihn, eine tiefe Versonnenheit inmitten des städtischen Getriebes. Und die kindliche Frommheit, die klare Sonntagsfröhlichkeit, die über ihn hingebreitet ist! Wahrlich, ein Raum, würdig kaiserlicher Aufzüge und geschichtlicher Handlungen, die in Chroniken verzeichnet, in Bildern festgehalten, späten Jahrhunderten überliefert werden.«

Mangold, der träumerisch hingeblickt hatte: »Und hier wurdest du zum Dichter gekrönt?«

Ulrich: »Nein, zu Augsburg. Mir tut's leid, daß es damals nicht hier hat sein können.« 377

Der Pfeifer: »Und mir tut's herzlich leid, daß Ihr das güldene Lorbeerkränzlein nit aufhabt, Herr Ulrich. Die Blättlein drauß kämen mir wohl zu statten. Denn mich dünkt, hier hat sich heut das Schlaraffenland aufgetan.«

So schien es wirklich. Den Markt erfüllte Weihnachtstreiben. Bude an Bude gereiht, Lichter und Gedränge. Der Hampelmann, der Knecht Ruprecht und hunderterlei kindliche Nürnberger Spielgestalten in geheimnisvoll erleuchteten, von Märchenschätzen erfüllten Marktständen freundlich feilgeboten. Nicht fehlten der Nußknacker in allen Größen und der schlimme Eppelein von Geilingen zu Roß mit breitem, zerhauenem Federhut und grausam dreinschauenden Glasaugen, Puppen, Schaukelpferde, Krippelhirten, Lebkuchenherzen, Spekulazifiguren und Pfeffernüsse. Daneben wieder köstliche Fleischerware, Stopfgänse in appetitlich nackter Fülle, rosige Spanferkel, Mistelzweiglein in unschuldsvollen Rüsselchen, Kapaune, bereit, ihr gelbliches Fett in der Pfanne prasseln zu lassen, Krammetsvögel zu sechst in Bündel geknüpft, Käse aus aller Herren Länder. Die Verkäufer, in Pelze gehüllt, mit Läppchen über den Ohren, anpreisend, auslegend, hin und herreichend, einwickelnd, einkassierend hinter den dichtgefüllten, bunten Tischen. Ein anderer wieder, in weitem Mantel, die Hände in die Ärmel verschränkt und eine Hornbrille auf der Nase, saß ruhevoll im dämmernden Hintergrund seines Hüttchens, denn es enthielt die gesamte alte und neue Weisheit der Welt in ehrsamen Schweinslederbänden, Pergamenten, holzschnittgezierten Kalendern mit astrologisch begründeten Ratschlägen für jeden Tag, wahrhaftigen Berichten blutiger Taten und wunderlicher Begebnisse in Bilderbogen mit erläuternden Versen dazu, Schmähschriften auf den Doktor Luther sowohl wie den Ablaßkrämer Tetzel, für diese oder jene Anschauung der aufregenden Sache mit derben Zerrbildern im Titel schon werbend, fliegenden Blättern mit neuen Liedern, Volksbüchern vom Eulenspiegel und Parzival, von der Schön Magelona und den sieben Schwaben, und in einem besonderen Eck für die Frommen aufgestapelt und ausgebreitet Gebetbüchlein, jedem Stande angepaßt, Heiligenbilder, Wettersegen und altbewährte 378 Gebete, die hieb- und kugelfest machen und das Viehsterben hintan halten.

Die Reiter zogen langsam durch die Menge. Herren aus den vornehmen Geschlechtern in kostbaren Pelzschauben und Federbaretten schritten auf und nieder, Frauen in hohen Hauben und weiten Mänteln gingen von Bude zu Bude, Kinder, junge Stutzer, Geistliche, Soldknechte in bunter Tracht mit schlanken Jungfräulein, behäbige Meister und windige Gesellen, ein Schieben und Fluten von Gesichtern, Gestalten und Trachten. Ein Kästenbrater rief in wälschem Deutsch seine Ware aus, als hätte er die Früchte des Paradieses zu vergeben, ein bildhübsches Mädchen mit hochgetürmten, braunen Zöpfen lachte hellauf, erschrak vor der dampfenden Schnauze von Mangolds Schecken, hüpfte mit einem Schrei zur Seite und sah lustig an dem gewaltigen Reiter empor. Der Pfeifer rief ihr was zu und sie lachte noch mehr. Ein paar Bürger flüsterten miteinander und blickten ihnen nach.

Sie ließen das Gewimmel des Marktes hinter sich und ritten zwischen dem Rathaus und dem Ostchor der Sebalduskirche durch und den bergansteigenden Milchmarkt hinauf. Beim Tiergärtentor oben am Fuß der Kaiserburg in der kleinen, sauberen Wirtschaft »Zum Schwänlein«, dem Stammquartier der fränkischen Ritterschaft, insonderheit der Kantone Rhön und auf dem Gebirg, kehrten sie ein. Der Hausknecht nahm die Pferde in Empfang, und diensteifrig nahte alsbald der Wirt, den Junker vom Steckelberg ehrerbietig begrüßend.

»Ein Herrenstüblein und drei Reiterbetten,« rief er im Gang vorauseilend. Aber Ulrich erwischte ihn beim Rockschoß.

»Halt!« sprach er lächelnd. »Der große Reiter da, will auch ein Stüblein haben. Er tut's nit anders, ist ein gar feiner Knecht.«

Verwundert sah der Wirt Mangold an.

Ulrich leise: »Ich weiß, du hältst das Maul. Der ist ein Ritter und Nürnbergs abgesagter Feind, drum hat er sich so verkappt.«

Der Wirt mit klugem Lächeln: »Da wär ich schon hundertmal gehenkt und gerädert, wann ich's für jeden Herrn sein müßt, den ich beherberg und der den Nürnbergern Feind ist. Erst 379 gestern war der Junker von Eggloffstein da und vorige Woch einer von Seckendorff, für den der hohe Rat gar viel gäb, wenn er ihn hätte.«

Er führte die Junker eine schmale Treppe hinauf. Im Gang oben hing über jeder Tür ein besonderes Wappen. Das der Thüngen, der Rosenberg, der Hutten, der Voite von Rieneck und der von Salzburg, und noch manches andere war zu sehn, auch die Ebersteinsche Lilie fehlte nicht.

 

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