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Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich

Moritz August von Thümmel: Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich - Kapitel 26
Quellenangabe
typefiction
booktitleReise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich
authorMoritz August von Thümmel
year1918
publisherGeorg Müller Verlag
addressLeipzig
titleReise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich
pages6-569, 2-476, 2-369
created20040529
sendergerd.bouillon
firstpub1791
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Siebenter Teil

Marseille

Den 12. Februar.

Ich komme heute weder von der Maria zu Cotignac, wie du nach der letzten Zeile glauben mußtest, die ich schrieb, noch von sonst einem andern christlichen oder heidnischen Götzenbilde, sondern viel weiter her, und zu dir zurück, mein unschätzbarer Freund. Ein neues, reines Blatt liegt vor mir, mit dem ich heute ein frisches Tagebuch anfange. – Fortsetzen kann ich das ältere nicht, denn es ist auf meiner beschwerlichen Reise verräumt worden. Seit wir uns kennen, mein Eduard, sind die letztvergangenen vier Wochen die ersten, in denen ich keine Stunde an dich gedacht habe. Dafür bist du mir auch jetzt lieber als jemals. – Ich komme aus den dunkelhellen Gefilden zurück, die an die Finsternisse des Todes grenzen, hörte schon in der Nähe den Strom rauschen, der alle Geschlechter der Erde fortschwemmt, und sah die Dämme von Schlamm weit unter mir, die wir in der Selbstgenügsamkeit unseres Stolzes gegen den Zufluß reiner Quellen um unsre Froschgräben ziehen, und die uns jede Aussicht in das Freie versperren. Die Zeit schien schrecklich vor mir vorüber zu fliegen. Jede laufende Minute hing ihr ein Sterbeglöckchen mehr an. Von unzählig eilenden Pulsschlägen erschüttert, tönten sie in ein fürchterliches Geläute zusammen, gegen welches das Geklimper auf unsern Kirchhöfen Harmonie ist. Ich floh dem Tode mit heißer Begierde entgegen, um aus diesem Gesause der einstürzenden Welt und aus ihrem Staube zu kommen; und doch trieb mich – der Schauer der Ewigkeit immer wieder aus seinen ausgestreckten Armen zurück. So flatterte mein Geist in jener unbekannten Wildnis, die an den Zaun unsres Lebens anstößt, ungewiß umher, ohne daß ihm ein Mondschimmer vorleuchtete, oder ein freundlicher Stern begegnete. So hob sich meine Seele, leicht wie ein Dunst, aus ihrem zerbrochenen Gefäße. – Hinüber – hinüber war der einzige seufzende Laut, den ihr die Angst der Verzweiflung abdrang. Sie hatte nur noch einen Schwung zu tun, um da zu sein, wo sie hinstrebte, als eine unsichtbare Gewalt sie aufhielt, und eine freundschaftliche Stimme ihr zurief. »Kehre um, meine Schwester! Es gibt viel schönere Eingänge in dieses Tal – kehre in das Leben zurück, um sie zu suchen.« Und was fand sie, als sie, aus ihrer Höhe herabgewirbelt, wieder auf den Standpunkt kam, von welchem sie aufstieg – als statt der Phantome, die sie umgaukelten, sie wieder Menschengestalten erblickte, und fragen konnte: »Wo ist die schwesterliche Seele, die mich in das Leben zurückzog? – Ach! sie fragte umsonst; aber sie fand ein Herz, das in der Hitze eines schrecklichen Fiebers, unter Prasseln, Toben und Angst zergangen, gleich einem edeln Erz von seinen Schlacken gereinigt, nun abgekühlt auf den Boden gesunken, wie ein funkelndes Goldkörnchen da lag. Die rauhe Schale, die es sonst umgab, ist verschwunden; was es aber an unnützem Gewichte verlor, hat es an Wert gewonnen – denn die Mühe der Bearbeitung, die Schmelzkosten sind überwunden, und sein wahrer Gehalt ist durch das Feuer bestätigt . . .

Ich habe meine Uhr, die mir die Fehltritte meines Lebens zu bezeichnen aufhörte, als mein überirdischer Traum anhob, und die während meines Kampfs mit der Ewigkeit stillschweigend über meinem Kopfküssen hing – heute zum erstenmal wieder in Gang gesetzt, und – Gott, mit welcher Empfindung! Jede Sekunde, die den Zeiger jetzt weiter rückt, jeder Laut, den sie an die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anschlägt, jede halbe Note auf der Tonleiter der Zeit, und jeder Schwung derselben, der den Totentanz unserer Stunden entwickelt – durchzittert die feinsten Fasern meines Herzens, und verstärkt den Nachhall meines bittern Bewußtseins. Doch ich höre meinen Arzt, der unter mir wohnt, die Treppe heraufsteigen. – Sein sterblicher Name ist Sabathier. – Er fließe nie als mit dankbarer Ehrfurcht über meine Lippen! –

*

Eben ist der menschenfreundliche Mann von mir gegangen. – Aber, welch ein schweres Verbot ließ er mir nicht zurück! – »Was schreiben Sie?« fragte er, nahm mir das Blatt unter den Händen weg und las. Es ist das erstemal, daß ein strenges Auge in mein Tagebuch blickt. – »Nein,« rief er, »in diesem Tone dürfen Sie nicht fortfahren. Sie müssen sich durchaus des Gebrauchs Ihrer Feder noch einige Tage enthalten. Wenn es mir auch nicht Ihr Puls verriete, diese Zeilen würden es tun, daß Sie noch krank sind. Im ganzen Ernste, lieber Freund, muß ich Ihnen unter der gewissen Bedrohung einer noch längern Einkerkerung auflegen, Ihren überspannten Vorstellungen, Ihren kostbaren Ausdrücken im Reden und Schreiben nach Möglichkeit entgegenzuarbeiten.« – »Und durch was, lieber Doktor?« fragte ich. – »Durch ein Lot Fieberrinde, ehe Sie Ihren Spargel essen,« antwortete er mir, »und durch ein Glas Limonade nach Tische.« – Und so ging er. – Was will der Mann mit diesem Rezepte? Ich dächte, ich hätte nie hellere Vorstellungen gehabt, und sie, seitdem ich schreiben kann, nie so deutlich und natürlich entwickelt, als diesen Morgen. Doch, ich will nicht mit ihm streiten. Meine erste Tugend soll sein, wie bei einem Kinde – Gehorsam – der pünktlichste Gehorsam. Denn ehe ich den Blick ins Freie und den Balsam der Luft noch länger entbehren möchte, wollte ich lieber durch einen Eid ewig auf meine Feder Verzicht tun.

*

Den 15. Februar

Zwei Tage und eilf Stunden bin ich armer Entkräfteter mehr unter fremder als eigener Sorge für die Erhaltung meines schwankenden Daseins nun weiter gerückt, und ein stärkender Schlaf der vergangenen Nacht hat mir viel Gutes getan. Er hat meinen Kopf so befestigt, daß ich ihn nicht mehr zu stützen brauche, und hat mir, Gott sei Dank, die Erlaubnis meines Arztes verschafft, dir wieder schreiben zu dürfen. Aber sieh nur, wie genau er es mit mir nimmt. Hat er mich nicht, wie einen Anfänger, in die Grenzen einer einzigen Blattseite eingezäunt, die ich, bei Verlust meiner Freilassung, nicht überschreiten darf? Dafür ist er aber auch so gütig gewesen, den Raum der Zeit, den er mir zu diesem süßen Geschäfte frei läßt, desto weiter auszudehnen, und mir den ganzen vorliegenden langen Tag dazu auszusetzen. Sollte man aus dieser Einrichtung nicht schließen, der gute Mann habe es nur darauf angelegt, dir zu etwas recht scharf Gedachtem und Geistreichem zu verhelfen? Nichts weniger! Gerade dagegen hat er die ernstlichsten Vorstellungen gemacht. Er will durchaus, daß ich mein Papier mehr mit Worten als mit Gedanken füllen, und wenn wider Verhoffen mir etwas in die Quere käme, das diesen Namen verdiente, ich geschwind aufspringen und einen Kamm durch mein Haar ziehen möchte. – Hast du je gehört, Eduard, daß man bei uns so eine Diät vorschreibt, oder haben unsere Ärzte bei ihren Patienten von dieser Seite nichts zu besorgen? Zu einem Zwischenzeitvertreib hat der Doktor Bastianen aufgegeben, mich mit meiner Krankengeschichte zu unterhalten. Da sich meine Erinnerungskraft ganz verkrochen hat, so ist es mir in der Tat lieb, von einem so nahen Zuschauer den Gang eines Dramas zu erfahren, in welchem ich die erste Rolle spielte, ohne es selbst zu wissen. Er hätte, sagte er, gleich beim ersten Aufzuge sich nichts Kluges von derselben versprochen; denn er habe, als er in meine Kammer getreten sei, um mich zu meiner malerischen Reise zu wecken, mich im Hemde an dem offenen Fenster gefunden. – »Ich verbarg mein Erstaunen«, fuhr Bastian fort, »und fragte, ob Sie sich nicht ankleiden wollten? – In der heftigsten Bewegung antworteten Sie: »Geh! kaufe mir einen Rock von Schnee gewebt und eine Mütze von Eis!« – Es war die erste unpassende Rede, die ich noch von Ihnen gehört hatte – denken Sie, wie sie mich erschreckte! – Herr Passerino, fing ich mit zitternder Stimme an, wartet schon seit einer Stunde in dem Vorsaal, und die Postpferde – – – »Was?« fielen Sie mir in das Wort, und Ihre Augen flammten, »der Kerl ist aus Spandau entsprungen? Leg ihm gleich die Fesseln an und übergib ihn der Wache.« – Jetzt säumte ich nicht länger. – Ich rief nach Hülfe durch das ganze Haus, stellte den Maler an die Treppe, um allen Lärm abzuhalten, schickte den Hausknecht nach dem ersten Arzte, den er auftreiben könnte, ließ Ihren Reisewagen abspannen und lauerte endlich in der größten Angst an der Haustüre auf die Ankunft des Marktschreiers – dies ist kein Schimpfwort – es war sein eigentlicher Charakter, wie es sich erst auswies, als es beinahe zu spät war. Er bezeigte eine herzliche Freude, Sie wieder zu sehen. – »Den Herrn«, sagte er mir gleich bei seinem Eintritte, »habe ich schon vor einigen Monaten zu Bruchsal in der Kur gehabt. – Mit seiner jetzigen Krankheit hoffe ich ebensobald fertig zu werden als damals.« – Wie froh war ich über den glücklichen Zufall, der diesen Mann hierher brachte! Auch Sie schienen sich seiner zu erinnern, und ich mußte glauben, daß er in keinem geringen Ansehn bei Ihnen stände; denn Sie folgten ihm auf den Wink. – Er befahl Ihnen, das Fenster zuzumachen und sich zu Bette zu legen. Sie gehorchten ohne Widerrede. – Jetzt flog er zur Tür hinaus, um selbst die Arznei zu holen, brachte sie, gab mir eine gedruckte Anweisung zu ihrem Gebrauche, und flog wieder davon. Er entschuldigte seine Eile mit öffentlichen Geschäften, die ihm oblägen, rieb sich die Stirn, sprach von Aufopferung und Versäumnis, und als ich darauf erwiderte, daß er sicher auf ein schönes Gratial rechnen könnte. – »Ach, ich weiß es, ich weiß es,« antwortete er, ließ sich aber dennoch vor Abends nicht wieder sehen. Auf diese Art setzte er seine Kur in Gang, und brachte Sie, trotz seiner seltenen Besuche, mit jeder Stunde einen Schritt näher zum Grabe. Ich fürchtete alles, und doch beruhigte mich sein Geschwätz und das Glück, auf das er sich immer bezog, Sie schon einmal vom Tode gerettet zu haben. Es ist alles in seiner Ordnung, antwortete er auf meine bedenklichsten Mienen. – Er war über nichts verlegen, hatte zu jedem neuen Symptom auch schon ein Fläschchen in der Tasche, und so schien es am siebenten Morgen ganz auch in seiner Ordnung zu sein, daß er den Kopf schüttelte, die Achseln zuckte, und zu stottern anfing, wenn ich ihn fragte. Jetzt erwachte mein Mißtrauen in seiner ganzen Größe, und eben wollte ich in der Verzweiflung meines Herzens den elenden Kerl zur Türe hinausstoßen, als sie sich öffnete und ein Mann von dem edelsten Ansehen herein – vor Schrecken aber wieder zurücktrat, sobald er Ihrer ansichtig ward. Zugleich faßte er auch den Arzt in das Auge, und trat auf ihn zu. – »Ist das nicht«, fragte er, »der Schreier von dem Pferdemarkte? – Freund, wie kommt Er hierher?« – »Man hat mich rufen lassen,« antwortete der Unverschämte, »aber zu spät. Ich bin übrigens ein guter Bekannter von diesem Herrn – habe ihm schon in Deutschland von einer schweren Krankheit geholfen – leider sind aber diesmal seine Umstände zu gefährlich und ganz hoffnungslos, das muß ich sagen.« – »Das soll ein Arzt beurteilen, der es versteht,« versetzte der Fremde, »und im äußersten Falle auch die Polizei. – Dem Kranken keine Arzneien weiter bis ich zurückkomme,« wendete er sich gegen mich und eilte davon. – »Oh, meine Mittel«, setzte nun der trotzige Kerl seine Rechtfertigung gegen mich fort, »werden jetzt weder schaden noch helfen. – Den Wundermann möchte ich sehen, der seinen Herrn zu retten vermöchte. Die Krankheit selbst hätte eigentlich nichts zu bedeuten. Ich habe den Prinzen von Rohan von einer dergleichen befreit, die noch heftiger war: aber bei einem Protestanten ist ihr nicht beizukommen: denn sein hitziges Fieber ist nur die Folge seines bösen Gewissens. Wäre sein Herr von unserer Religion, so hätte dieser Umstand gerade am wenigsten zu sagen. Der erste beste Mönch würde die Sache in einer Viertelstunde geschlichtet haben; aber eine Seele mit Verbrechen beladen, auf die kein Weihwasser, keine Monstranz, keine Madonna wirkt, entschlüpft oft dem geschicktesten Arzte unter den Händen und fährt zum Teufel, wenn auch der Körper längst wieder in Ordnung gebracht ist – und das ist hier der Fall!« – »Unmöglich,« antwortete ich: »Torheiten kann der arme Herr begangen haben, das will ich zugeben; aber Verbrechen gewiß nicht. Ich bin seit dem Neujahrstage in seinen Diensten und tagtäglich um ihn, und weiß doch auch was Sünden sind; aber ich müßte es lügen, wenn ich ihm die geringste nachsagen wollte.« – »Mir darf sein Herr so etwas nicht weiß machen,« versetzte der Zahnarzt; »ein hitziges Fieber ist gar ein plauderhaftes Ding, und zum Glücke verstehe ich die beiden Sprachen, in denen Sein Herr wechselsweise irre redet. Ach, ich könnte Ihm das Mißverständnis wohl öffnen, lieber Mann; aber was geht es mich an? Ich bin heilfroh, daß ich hier aus dem Spiel komme. – Die Polizei? das ist zum Lachen! Habe ich mich denn aufgedrungen? Hat mich denn mein alter Freund nicht rufen lassen? Ohnehin breche ich morgen mein Theater ab, und ziehe weiter. – Sorge Er ja auch beizeiten für sich, Herr Kammerdiener, und leb' Er wohl! – Meine Rechnung will ich jetzt gleich mit dem Wirte abmachen.« – »Für die sollte der Esel von Hausknecht haften, der ihn geholt hat!« rief ich ihm nach und schlug die Türe hinter ihm zu.

Nicht lange nachher führte der Fremde den Arzt herein, der Sie mit Gottes Hülfe bis hierher gebracht hat. Er fing seine Kur freilich auch damit an, womit der erste die seinige endigte – mit Kopfschütteln; aber es dauerte nicht lange, so setzte er Ihren ganzen Haushalt in Bewegung, und schickte zu gleicher Zeit in vier Apotheken, damit kein Rettungsmittel über die Zubereitung des andern zu spät käme. Ich mußte einen Chinatrank, der Prologus spanische Fliegen, der Epilogus ein Klistir und Passerino Blutigel holen. Unterdessen schrieb der Fremde – – –« »Aber wer ist denn der Mann,« unterbrach ich hier meinen Bastian, »der sich meiner so freundschaftlich annahm?« – »Das,« antwortete er, »habe ich nicht herausbringen können, weder von ihm selbst, noch von dem Herrn Sabathier.« – »Er schrieb also«, fuhr der Erzähler fort, »ein Briefchen an den Kommandanten, das er durch den Wirt selbst abschickte, und welches sogleich die gute Folge hatte, daß die Gasse mit Sand bestreut, für die Wagen gesperrt, und der erschütternde Lärm von außen gedämpft wurde. Nun setzte er sich mit trauriger Miene an Ihr Bette, und befahl, die Ermüdetsten von uns sollten sich schlafen legen, damit wir Tag und Nacht im Dienste abwechseln könnten.« –

Weißt du wohl, Eduard, wen sich meine Einbildungskraft bis hierher unter diesem für mich so besorgten Manne vorstellte? Dich, Teuerster, oder meinen Jerom. Konnte mir der Teufel, dachte ich, einen so abscheulichen Bekannten als den Zahnbrecher nachschicken, um mich in die Hölle zu treiben – warum sollte es nicht meinem guten Genius ebenso möglich gewesen sein, einen Freund zu meiner Rettung herbeizuführen? Freilich wär' er beinahe zu spät gekommen; aber reist das Verderben nicht immer geschwinder als die Hülfe? Die Folge der Erzählung meines Bastians benahm mir diese schöne Hoffnung auf einmal; denn, wie er mir sagte, tat der Fremde Fragen an ihn, die allein schon zeigen, wie unbekannt ich ihm sein müsse. Ich fuhr, zum Beispiel, bald nach seiner Erscheinung mit der Hand nach der Stirne, vermutlich weil die Blasenpflaster zu ziehen anfingen, und rief ängstlich dabei: »O Margot, meine liebe Margot, binde mir geschwind dein warmes Halstuch um« – und da glaubte der gute Mann, ich wäre verheiratet und fragte, ob meine Frau in der Nähe sei? – »Ach nein,« antwortete Bastian weinend, »es ist meine Schwester, die ihm im Sinne liegt; wollte doch Gott, sie wäre hier!« – Eine Weile nachher schrie ich: »Heilige Klara von Falkenstein!« – »Ich höre,« sagte darauf der Unbekannte, »daß der Kranke unsers Glaubens ist. – Wie kommt es, daß ihm noch kein Mensch das Viatikum anbeut?« – Ich rief heftig dazwischen, als ob ich ihm das Gegenteil beweisen wollte: – »Weg – weg von mir, abscheuliches Geschöpf mit deinen höllischen Geistern und deinen Kreuzen!« – Hier sah sich der Herr noch einmal nach uns um, sagte Bastian. – Ich traute mir nicht zu antworten, aber der Epilogus nahm das Wort. »Ach Gott,« sagte dieser, »das ist eine gar lange Geschichte. – Die Klara, von der unser Kranker spricht, ist ein wunderschönes Mädchen zu Avignon. – Kennen Sie etwa den Herrn Ducliquet?« – »Ich habe nicht die Ehre,« antwortete der Fremde. – »Nun, so wird es schwer werden,« fuhr der Epilogus fort, »Ihnen die Sache verständlich zu machen. So viel kann ich Ihnen sagen, daß dieses Mädchen die Steine der heiligen Dreifaltigkeit in sich tragen soll, die der katholischen Kirche seit langer Zeit abhanden gekommen sind. – Ob sie mein Herr bei ihr gesucht hat, weiß ich nicht gewiß, aber ich glaube – – –« – »Wie lange«, unterbrach ihn der Unbekannte, »ist Er bei dem Herrn in Diensten?« – »Seit dem achten vorigen Monats,« antwortete der unleidliche Schwätzer. »Vorher war ich ein Puppenspieler, nachher Grenadier unter der päpstlichen Garde, werde aber jetzt im Hause der Epilogus genannt, und der Prologus ist mein Bruder.« – »Ich dächte, mein Freund,« versetzte der Fremde ernsthaft, »Er ginge schlafen. Er scheint es mir nötiger zu haben als ein anderer.« Der Kerl ließ es sich nicht zweimal sagen, und ich, Eduard, bin recht froh, daß er fort ist. Um Gottes willen, was muß sich mein unbekannter Wohltäter für einen Begriff von meiner Wirtschaft gemacht haben! Es ist ihm wahrlich nicht zu verdenken, daß er sich jetzt nicht weiter um mich bekümmert. – Aber mein Blatt ist leider zu Ende. Pünktlicher kann man wohl seinem Arzte nicht gehorchen; denn, wenn du dir nicht selbst Gedanken bei meiner Geschichte machst, von mir liegen gewiß keine darin.

*

Den 16. Februar

»Da haben Sie recht!« lächelte mich der herzensgute Sabathier diesen Morgen an, nachdem er mein gestriges Blatt bis auf die letzte Zeile durchgelesen hatte, »das hat Ihnen den Kopf schwerlich angegriffen. Wenn Sie mir versprechen, so fortzufahren und daran Spaß finden, so erlaube ich Ihnen heute ohne Bedenken einige Seiten mehr. –«

So will ich mich denn an meinen eigenen Anekdoten auch recht satt schreiben. Wenn diese nicht echt ausfielen, so müßte keinen in der Welt mehr zu trauen sein, da hier die gewiß seltenen Umstände zusammentreffen, daß der Held der Geschichte sie aus dem Munde eines Augenzeugen nachschreibt. – »Der Prologus«, nahm Bastian den Faden seines gestrigen Berichts auf, »trat jetzt an die Stelle seines zu Bette geschickten Bruders, und der fremde Herr hielt seine erste Nachtwache an dem Ihrigen – ganz besonders glücklich für Sie: denn gegen drei Uhr stiegen Ihre Phantasien, die ohnehin rätselhaft genug waren, so hoch, daß Sie aus Ihrem französischen Jargon in den deutschen fielen, den, außer Ihrem vornehmen Wächter, niemand von uns verstand. Wie hätten wir mit Ihrer Ungeduld zurechtkommen wollen? So forderten Sie einmal etwas mit der ängstlichsten Heftigkeit. Während wir nun aus gleichem Mißverständnisse, ich nach Limonade und der Prologus nach dem Fliegenwedel liefen, hatte Ihnen der Fremde schon gebracht, was Sie verlangten.« – Und was war es denn, Bastian?« fragte ich. – »Also erinnern Sie sich wohl gar nicht einmal, was Sie zerrissen haben?« – »Ich weiß kein Wort davon.« – »Nun, so will ich nur wünschen, daß es Sie hinterher nicht noch gereue. Es waren die vielen Hefte, die Sie gewöhnlich alle Abende um einen oder zwei Bogen verstärkten, und die aus Ihrem Schreibetische noch aufgehäuft beisammenlagen.« – »Mein Tagebuch, Bastian? das hätte ich zerrissen?« – »Jawohl, mein lieber Herr, in tausend kleine Stückchen. Die Arbeit schien Ihnen eine rechte Freude zu machen. Der Fremde mußte Ihnen ein Heft nach dem andern zureichen. Sonderbar war es, daß Sie die Anzahl davon auf das genaueste im Kopfe hatten, ungeachtet seiner großen Schwäche. Sie forderten den ersten, den zweiten und so fort, und wurden nicht eher ganz ruhig, bis auch der letzte vernichtet war, das arabische Manuskript ausgenommen, das Herr Passerino nebst seiner Abschrift bei mir niedergelegt hat. Ich saß mittlerweile ganz still neben der Nachtlampe und dachte wehmütig den vielen schönen Stunden nach, die ich Sie an diesen unglücklichem Papieren mit einem Ernst hatte verschreiben sehen, als wenn Sie für die Ewigkeit schrieben. Sie aber wendeten sich, wie die Sache geschehen war, mit dem heitersten Gesichte und in französischer Sprache zu dem Fremden: »Jetzt, Herr Prokurator, tun Sie mir den Gefallen und befreien mich von diesem Plunder. – Tragen Sie ihn dort ins Kamin – der Prologus soll ihn anstecken.« Als die Flamme aufloderte und die dunkle Stube bis an die Decke erleuchtete, riefen Sie ein Bravo über das andere, und: »Sehen Sie nicht, Herr Prokurator«, sagten Sie halb leise zu dem Herrn, »wie lustig die heiligen Engel den brennenden Scheiterhaufen umflattern? – Wohl gut, daß der Quacksalber der Exekution Ihres Tagebuchs nicht mit beiwohnte: er hätte sicher Ihr strenges Urteil für eine Selbsthülfe Ihres bösen Gewissens erklärt. Für eine wohltätige Krise hielten wir es indes alle; denn Sie fielen gleich darauf, zum ersten Male seit acht Tagen, in Schlaf und atmeten so frei, als ob Ihnen eine drückende Last von dem Herzen genommen sei. Auch ich begab mich nun zur Ruhe – Passerino löste mich ab. – Als aber der Tag anbrach, kam ich so neugestärkt wieder auf meinen Posten, daß der fremde Herr kein Bedenken fand, mir seinen Stuhl an Ihrem Bette einzuräumen, und sich auf einige Stunden zu entfernen. Sie schliefen noch eine gute Weile ununterbrochen fort. Aber ach! wie rührten Sie mich durch Ihre freundlichen Phantasien, als Sie aufwachten! Sie hielten mich für meine Schwester. »Meine gute Margot,« wendeten Sie sich in sanfter abgebrochener Stimme nach mir, »wie freut mich dein lieber Besuch! Oh, wie übel ist es mir die vielen Jahre her ergangen, seit ich von deinem Bette weg bin! – Lebt denn mein treuer Johann noch? – Nun, das höre ich gern. Wie viel habt Ihr Kinder? – Deine Mädchen sind wohl sehr schön? Nimm sie um Gottes willen vor den Domherren, vor den Pröbsten und vor den – Mönchen in acht – das – bitte ich dich. – Laß ihnen weder schreiben lernen, noch lesen; denn sonst stänkern sie in allen Legenden. Sprich nie mit ihnen von Tugend, damit sie gar nicht erfahren, daß es Laster gibt; sondern erziehe sie häuslich, reinlich, fröhlich und ganz so wie du warest, als ich dir deinen Strohhut aufsetzte. – Das versprich mir. Was aus deinem Bruder geworden ist, mag Gott wissen. Hieß er nicht Bastian? Ich höre und sehe nichts von ihm. Er hat mir etwas mitgenommen, das mir sehr wert war – dein liebes Gesichtchen. – Gott verzeihe es ihm! – Aber was ist dir denn begegnet, Margot? warum weinst du? Hier nimm mein Schnupftuch – trockne deine Tränen damit ab. Ich habe es nicht nötig, denn in meine brennenden Augen ist seit Jahr und Tag keine gekommen.« – – Zu meinem Glücke verfielen Sie hier in Ihren vorigen Schlummer, und ich bekam Zeit, mich zu erholen; denn jedes Wort Ihres Selbstgesprächs zerriß mir das Herz. – Ob wohl meine gute Schwester es empfunden haben mag, wie gegenwärtig sie Ihnen war? Das möchte ich wissen. Nun verging wieder eine volle Stunde, ehe Sie aufwachten, und es war eben Zeit, daß Sie einnehmen. Ich reichte Ihnen die Tasse. Sie sahen mich bedächtig an. »Ach, bist du es, Bastian?« sagten Sie endlich. »Gut! Ziehe geschwind deine Livree an, ich muß dich nach Hofe schicken. Du weißt doch, wo die Frau Oberhofmeisterin wohnt? Mache ihr meine Empfehlung, und sage ihr in meinem Namen – doch ließ ich um Verschwiegenheit bitten – daß ihre so wohlerzogene, schöne, junge Prinzessin – – –« Aber auf einmal sprachen Sie wieder deutsch und Ihr Auftrag ging für mich verloren. – »Das tut mir leid, Bastian. Verstandest du denn gar nichts davon?« – »Nichts als zwei Worte, die Sie einigemal wiederholten: Kabinett und Kapelle.« Mehr brauchte ich nicht zu wissen, um auch dieser Phantasie meines kranken Gehirns auf die Spur zu kommen. Es war der Dunst einer Anekdote, die mir aus der Asche meines verbrannten Tagebuchs zu Kopfe stieg. Ich hatte sie dir, kurz vor meiner Flucht aus Avignon, in einem nicht minder fieberhaften Zustande, einem pensionierten Kammerherrn nacherzählt. Sie ist drollig genug, und kann uns einst zu Berlin eine müßige Abendstunde vertreiben helfen. Um mich darauf zu bringen, darfst du nur eines gewissen roten Turms und einer kleinen Prinzessin erwähnen, die Jettchen hieß. – »Doch erzähle Er nur weiter, Herr Kammerdiener. Was ging denn sonst noch mit mir vor? – »Etwas sehr Erwünschtes. Die letzten Tropfen mußten mit Mohnsaft versetzt sein, denn Sie schliefen unter dem Reden ein und in einem fort bis den Abend. Herr Sabathier besuchte Sie inzwischen dreimal, ohne daß Sie ihn hörten; aber Ihr Puls und Ihr hochrotes Gesicht wollten ihm keinmal gefallen. – »Es ist noch nicht der Schlaf, den ich wünsche,« sagte er zu mir im Weggehen, »und ich fürchte sehr für den neunten Tag.« – Ach, er hatte nur zu wahr gesprochen; denn mit dem Eintritte desselben ward ihr Zustand immer furchtbarer, bis zum zwölften. Ihr unbekannter Wohltäter verließ Sie, so wenig als Herr Passerino, diese Zeit über keinen Augenblick, und hatte sich ein Feldbette neben dem Ihrigen aufschlagen lassen. Sie fielen aus einer Phantasie in die andere. – Wenn Sie sprachen, war Ihre Stimme laut, feierlich und erhaben. Ihre Reden an Gott, an die Natur und an sich selbst hätten verdient, aufgeschrieben zu werden, und kein Regent würde die Strafpredigten, die Sie als Hofkapellan an einen der deutschen Fürsten zu richten schienen, ohne Erschütterung angehört haben. – Dies waren – nicht Bemerkungen von mir, wie Sie wohl denken können, sondern die Urteile Ihres Arztes und des fremden Herrn, die sich oft beide über die hohen Wahrheiten wunderten, die in Ihren Schwärmereien lagen. Sobald Sie sich aber zu den armen Mönchen und in unsere Kirchen verirrten, da ward einem nicht wohl zumute in Ihrer Nähe. Ich habe oft Gott gebeten, Ihnen die Schmähungen nicht zuzurechnen, die Sie in der Heftigkeit Ihres Wahnsinns gegen unsere geheiligte Religion ausstießen. – Einmal schrien Sie: »Oh, des gottlosen Papsts! seine glühenden Schlüssel leuchten mir vor auf dem Wege zur Hölle.« – Dann und wann hatten Sie es mit den Buhlerinnen zu tun. Dann hielten Sie gemeiniglich die Hände vor das Gesicht, schluchzten und schlugen sich vor die Stirn. Sie erschreckten uns oft außerordentlich, besonders einmal den armen Passerino, der sich einfallen ließ, Ihre feurigen Augen zu kopieren – zu seinen Studien, wie er sagte. Sie fuhren ihm so geschwind nach der Gurgel, daß er kaum Zeit hatte, sich zu retten. – »Elendes Schlachtvieh!« riefen Sie mit durchdringender Stimme, »bücke dich nieder, damit ich dich an dem Altare des Neptuns erwürge. Stümper aller Stümper, wie konntest du die Größe der Natur so verkleinern? – Das tobende Meer liegt vor deinen Augen, und du malst einen Sumpf. Dein Mond ist ein Irrwisch, und dein Äther grobfädig und verschossen, wie dein Staatsrock. Gedenkst du mich auch, wie unsere arme Angola, in dem Gestanke deiner Farben zu ersticken? Du willst mich malen? Du?« – »Ach, der arme Herr!« seufzte Passerino, »welcher bejammernswürdige Zustand! Das war unstreitig der stärkste Paroxismus seiner ganzen Krankheit. Am besten, ich schleiche mich weg, damit er meiner nicht gewahr wird. Lassen Sie mir es sagen, wenn er wieder bei Verstande ist.« – Er ging und kam auch wirklich nicht eher wieder. – Ein andermal – – – Doch, wie mag ich mich dabei aufhalten? Sie waren ja nicht bei sich. – Ist das nicht mit einem Worte alles gesagt?« – »Nein, nein, Bastian, damit kommst du nicht los. Was meintest du?« – »Ein andermal also bekamen Sie einen heftigen Anfall über eine Kleinigkeit, die wir vergessen hatten beiseite zu schaffen – über die Klingel neben Ihrem Bette. – »Gott Lob,« sagten Sie, »daß ich die Quaste habe! Jetzt will ich schellen, daß man es in Domingo hören soll.« – Der Wirt kam gelaufen und machte Vorstellungen dagegen. Es blieb uns nichts übrig, um Ihnen den Einfall aus dem Kopfe zu bringen, als daß ich außen am Bette in die Höhe stieg und die Schnur vom Drahtzuge abschnitt. So phantasierten Sie auch viel von Sparta, Athen und von dem Pontus Euxinus.« . . .

*

Den 7. Februar

Oh, daß sich mir in diesem Augenblicke, da ich mich hinsetze, um dir den ersten Festtag meiner Freilassung zu schildern, der fromme Unbekannte darstellte, dem ich die Rückkehr in das Leben verdanke! Ach, warum zögert er? – Ich bin ja wieder stark genug zu erhabenen Empfindungen, und habe heute davon die vollständige Probe gegeben. Wenn es, wie mich mein Arzt vermuten läßt, ein edler Mann von hohem menschlichen Gefühl ist, den ein Gelübde bindet, Kranken beizustehn, Notleidenden zu helfen, so sollte er ja wissen, wie lästig einem guten Herzen Wohltaten werden, die sich unserm Händedrucke, unsern Umarmungen entziehen. – Er komme, er komme! Und wenn es ein Mönch wäre, ich wollte ihm für das verdienstliche Werk, das er an mir Armen verrichtet hat, zu Füßen fallen und seine Kutte mit Ehrfurcht berühren. –

*

Mein trefflicher Arzt besuchte mich diesen Morgen eine Stunde früher als gewöhnlich, war, wie es schien, mit meinem Pulse und meinen Augen zufrieden, und nachdem er auch in meiner gestrigen Schreiberei nichts zu tadeln fand, sprach er mir mit der Stimme eines Engels zu: »Ihr Erntentag ist gekommen, lieber Freund. Genießen Sie von nun an der Früchte, die in den schwülen Stunden Ihrer Krankheit gereift sind – aber genießen Sie solche mit der Behutsamkeit eines vernünftigen Wesens. Dieser Rat gehört so gut zu meiner Gerichtsbarkeit, als Körper und Seele zu dem Gebäude gehören, das unsere beschränkte Kunst in Bau und Besserung erhalten, vor feindseligen Erschütterungen schützen, und vor seinem zu frühen Einsturze bewahren soll. – Folgen Sie, um der mißlichen Hülfe der Kunst zu entbehren – nur den mütterlichen Anweisungen der Natur.« – »Das«, fiel ich ihm in die Rede, »hat mir schon ein anderer großer Arzt geraten, der Jerom heißt.« – »Aber wohl zu merken,« fuhr er fort, »der schönen Natur.« – »Diesen Beisatz«, erwiderte ich, »hat Jerom vergessen.« – »Desto schlimmer,« antwortete der brave Mann; »ohne diesen ist der ganze Rat nicht viel wert, und gibt in unbewachten Stunden zu großen Mißdeutungen Anlaß. – Doch, ich bin ja nicht hergekommen, um Ihre vorigen Ärzte zu mustern, sondern Ihnen noch eine Arznei zu verschreiben, deren erste Wirkung ich noch abwarten will, ehe ich Sie ganz entlasse.« – »Was für eine?« fragte ich erschrocken. Aber kaum antwortete er: »Die frische stärkende Luft« – so lag ich mit Freudentränen an seinem Halse – so flog ich von ihm nach dem Fenster, nach meinem Hute, nach meinem Mantel, so winkte ich Bastianen, mir meine Latwergenbüchsen und Pulverschachteln aus den Augen zu schaffen – so war ich in einer Minute gekleidet und fertig, um meinem Befreier zu folgen. Er schien selbst von dem Strudel meinem Entzückens ergriffen zu werden. – »Kommen Sie,« rief er mir zu, »wir wollen den reinen Äther zu Wasser, zu Lande – und überall aufsuchen, wo er sein Spiel hat.«

Heute also, den 17. Februar, morgens drei Viertel auf neun Uhr, war es, wo ich an dem Arme des besten und edelsten aller Ärzte, neugeboren an Leib und Seele, meine Marterkammer verließ. Alle meine Nerven bebten wie die Saiten einer Äolsharfe, als ich in den Wagen meines Apollo stieg. – Aber in welcher Harmonie stimmten sie nicht erst zusammen, als wir in dem Hafen ausstiegen! So unglaublich groß hatte ich mir den Gewinn meiner Krankheit nicht vorgestellt, als jetzt meinen offenen, neu geschärften Sinnen zuströmte. – Mein erster Hinblick in das Freie setzte mich in das wollüstige Erstaunen eines Blindgebornen, der unter der Beleuchtung der Morgensonne, umgeben von dem Kreise blühender Mädchen, in dem ersten Erwachen des Jünglingsalters, den Gebrauch seines Gesichts erlangt. Alle diese glücklichen Umstände müssen bei ihm zusammentreffen; wenn ich mich herablassen soll, den Umfang meiner Empfindungen mit den seinigen zu vergleichen. Begreife es, Eduard, wenn du kannst. Der Winter war während meiner Gefangenschaft, ohne daß ich seinen Abzug nur von weitem geahndet hatte, in den schönsten Frühling übergegangen, der mich jetzt in seinem ganzen Schmuck empfing – die damals kahlen Gesträuche der stürmischen Küste zogen sich jetzt, wie ein Kranz von Sprößlingen geflochten, um das sanft glänzende Meer herum – mancher Baum, den ich bei meinem letzten Frühstücke, das Passerino mir vorsetzte, als das Geripp eines erfrorenen Unbekannten, meiner Blicke nicht wert hielt, begrüßte mich jetzt wie einen alten Freund, als Palme – Lorbeer – Cytisus oder Sumack – die vergilbten runzligen Hügel hatten sich die Zeit über, wo ich dem Verdorren so nahe war, mit frischem Rasen bekleidet, und selbst der Felsen der Madonna spielte ins Grünliche. – Nur an den widrigen Bastiden bemerkte ich nicht die kleinste Veränderung, sie blickten aus ihrer hohen Ferne noch immer so albern, so vornehm, so versteinert herunter, wie vormals. In jedem kleinen Matrosengärtchen hingegen, über dessen Schilfzaun ich wegsehen konnte, jagten schon halb nackende Kinder unter blühenden Mandelbäumen nach Schmetterlingen und Käfern – und das Gedränge der Blumen aus der lockern Erde, und das Zwitschern der Vögel um und neben mir, und der Widerschein des azurnen Gezeltes, das so viele Freuden bedeckte – wie fühlbar machte mir nicht dieses herrliche Ganze das schwer errungene Bewußtsein eines neu angehenden Lebens. Ich glaubte nicht eher, daß noch etwas die süße Behaglichkeit meines Gefühls vermehren könnte, als da mich die freundliche Gondel aufnahm, in welcher Sabathier ein paar Plätze für uns besprochen hatte. Eine Luft, kaum stark genug, um einen Schmerlenbach zu kreiseln, spielte über die schillernde Fläche des Meers; die Inseln Pomegue auf der einen Seite, Ratonneau auf der andern, in der Mitte das Schloß If, auf welches wir zusteuerten, lagen duftend vor uns, wie auf einem Gemälde von Zeeman . . . .

Aus dem Trupp einiger Offiziere, die sich von der Festung her der Barke näherten, drängte sich einer unter wiederholtem Ausruf meines Namens auf mich zu, und ich lag in seinen Armen, ehe ich noch begreifen konnte, wer es wohl sein möchte. – Aber wie beschreib' ich dir mein Glück, als ich ihn erkannte! Es war einer der schätzbarsten Menschen, die ich je geliebt habe – der Marquis von Saint-Sauveur, der vor neun Jahren zu Berlin alle Zirkel belebte, in die er eintrat. Damals war er auf Reisen. Jetzt steht er als Brigadier unter dem Regimente, das zu Marseille liegt, und würde mir keinen Augenblick fremd vorgekommen sein, wenn ich mir ihn unter einer Uniform gedacht hätte. Wie schnell verlosch das Trauerbild des Gefangenen vor seiner himmlischen Erscheinung! Die Gewalt des reinsten Vergnügens bemächtigte sich meiner Seele, und der auffallende Beweis, den mir hier ein Jugendfreund gab, daß weder Zeit noch Krankheit die Physiognomie zerstört hatte, die nur zuerst sein Zutrauen erwarb, setzte mich in eine Selbstzufriedenheit, die ich diesen Morgen vor meinem Spiegel nimmermehr erwarten konnte. Es ist mir noch ein Rätsel, und wäre mir viel begreiflicher gewesen, wenn er mich für einen andern genommen, wenn ihn meine skelettierte Figur, mein Anlanden an diese Insel der Buße, und die verdächtige Bangigkeit irre geführt hätten, der ich mich niemals in der Nähe eines Zuchthauses erwehren kann. Am wenigsten konnte ich es in diesem Augenblicke, wo ich ein Chor Offiziere auf mich zukommen und einen aus ihrem Kreide herausstürzen sah, der mich umarmte. Dieser jählinge Übergang von Erschrecken zum Entzücken konnte nicht wohl ohne Erschütterung des Herzens abgehen. Ich fühlte, daß ich der glücklichste Mensch sei, den dieser Felsen wohl seit seiner Erschaffung getragen; aber ich war nicht vermögend, es auszudrücken – ich konnte aus beiden Sprachen nur Ausrufungen der Freude zusammenbringen, meine Zunge sträubte sich gegen jedes andere Wort. So wankte ich an dem Arme meines Freundes auf und ab an dem Gestade, bis uns der Bootsmann zurief, daß alles zur Abfahrt bereit sei. Der muntere schwatzhafte freundliche Mann gehörte mir bis zum Austritte aus der Gondel allein zu. Ich war neidisch auf jeden Laut von ihm, den ein anderer vernahm, sah niemanden als ihn, und würde ihm auf dem Fuße gefolgt sein, hätte auch seine gastfreie Einladung mich und meinen Aufseher nicht schon dazu berechtigt. Das prächtigste Haus auf dem schönsten Platze der Stadt empfing uns in dem reizendsten Zimmer. Hier legten sich endlich meine innern Wellen – hier in diesem kleinen Zirkel ward ich mir erst selbst und meinem Freunde verständlich, und hier nahm ich an seiner Seite und unter den Augen meines trefflichen Arztes ein Mittagsmahl ein, das auch den Unzufriedensten mit dem Gange der Welt versöhnt haben würde. Doch, ehe ich weiter erzähle, muß ich dich wohl den Mann näher kennen lehren, den ich mit allem meinem Verstande in der weiten Welt nicht besser hätte auftreiben können, um das Fest meiner Wiedergenesung zu feiern. Ich würde meine unvollkommene Schilderung freilich ersparen können, wenn du nur vier Wochen seines Umganges froh geworden wärest; aber Gier nach Kenntnissen des Auslandes, die ihn nach Deutschland verschlug, hatte dich um dieselbe Zeit nach Frankreich getrieben, und du kamst mit dem erbeuteten Honig aus seiner Heimat zurück, als er mit dem Salze aus der unsern wieder abzog. So trifft es sich oft in dem geistigen Tauschhandel, wie in dem bürgerlichen, daß zufällig die vornehmsten Händler en gros einander aus dem Wege fahren und darüber den kleinen Krämern gut Spiel geben. Ich gewann offenbar durch deine Abwesenheit. Da du fehltest, mußte er sich wohl mit meines Gleichen begnügen. Er kam von ungefähr mit mir unter einem Dache zu wohnen. Unsre nahe Nachbarschaft ging geschwind in eine Gemeinschaft unsrer Vergnügungen, unserer Studien, und zuletzt in eine gegenseitige Anhänglichkeit über, die zehn Monate nachher, als wir uns trennten, eine Traurigkeit bei mir zurückließ, die mich selbst in der ersten Zeit zu deinem Umgange verstimmte. Erinnere dich dieses Umstandes, lieber Eduard! Ich kann dir keinen stärkern Beweis von dem Werte dieses damals so liebenswürdigen Jünglings geben, der jetzt als der gebildetste Mann über viele meiner Freunde, und als der glücklichste über sie alle hervorragt. Reisen, Menschen und Weltkenntnis, und die Leichtigkeit, bei seinem großen Vermögen jeden Wunsch der Sinnlichkeit zu befriedigen, und durch täglich wiederholte Versuche die Hungerquelle des Vergnügens zu erschöpfen, würden ihn, so gut als die meisten in seiner fürstlichen Lage, zu dem späteren Genusse des Lebens abgestumpft und verdorben haben, wäre sein origineller Verstand und sein richtiges Gefühl nicht in Zeiten diesen gemeinen Folgen eines zu frühen Wohlstandes zuvorgekommen. Doch, du sollst ihn selbst hierüber mit mir sprechen hören.

»Wie viel«, sagte er, »hat man nicht Lehrgebäude zur Beförderung menschlicher Glückseligkeit aufgeführt, besonders in deinem sinnreichen Vaterlande, lieber Wilhelm! Sie können im allgemeinen recht gut sein; aber es gehören manchmal verdammt subtile Wendungen dazu, um sie uns anzupassen. Jedermann sollte nach seiner individuellen Lage und Empfindung sein eigenes für sich haben. Ich habe mir eins erdacht, das mir recht wohl bekommt, wovon ich aber sehr wenig brauchen könnte, wenn ich zum Beispiele in einem Bergwerke arbeiten und die Ausbeute erst zutage fördern müßte, die ich ungesucht und schon von meiner Geburt an besitze. Mein Reichtum, zu groß für das gewöhnliche Leben, wäre mir, wie andern, zur Last geworden, hätte ich ihm nicht einen Ausweg verschafft, den ich einzig meiner Eigenheit angemessen fand, die, lieber Wilhelm, besonders darin besteht, daß mir nichts in der Welt behagen will, was den Reiz der Neuheit bei mir verloren hat . . .

Dieser Teller mit Pfirsichen, den man eben aufsetzt, diese unerwartete Erscheinung in der jetzigen Jahreszeit, die unsern Augen auf das freundlichste zuwinkt, und, so satt wir sind, dennoch den Mund voll Wasser drängt, soll hoffentlich meiner Demonstration leichten Eingang bei dir verschaffen. Wie mein Koch angewiesen ist, lieber Wilhelm, nicht nur die gewöhnlichen Gerichte für den Hunger durch neue Brühen zu erhöhen, sondern jeden Mittag unter meinen Schüsseln wenigstens eine einzureichen, die für die Sinne von gleichem Wert ist als diese, ohne sie mir erst durch einen Küchenzettel anzukündigen – so ist jedes, dem ein Geschäft in meiner Haushaltung obliegt, dahin verpflichtet, seinen Herrn vor dem Anblicke des ewigen Einerleis zu schützen, und gegen die Ermüdung zu arbeiten, die in der Einförmigkeit liegt. Es ist oft zum Verwundern, wie gut es meinen Provençalen in ihrem Wettstreite gelingt, mir durch immer veränderte Dekorationen das Spiel des Lebens nicht nur erträglich, sondern auch angenehm zu machen. Die Abwechselung, die sie mir verschaffen, wirkt auf ihren Dienst selbst zurück, dem seine Zwanglosigkeit alles Mechanische und Unterwürfige benimmt. Sie dienen mir mit einem stolzen, glücklichen Bewußtsein; denn sie halten sich nicht für Maschinen, sondern für Erfinder, und sie haben recht . . . Ich habe es den Romanschreibern abgelernt, welcher Zauber in dem Unerwarteten liegt, und welche widrige Wirkung die Episoden tun, die man viele Blätter voraussieht. Wird nicht oft der kleine Garten durch eine verständige Benutzung seiner geringen Fläche unendlich erweitert, und durch schlängelnde Nebenwege nach verschiedenen Aussichten so in die Länge gezogen, daß sich eine so süße Ermüdung darin holen läßt, als in den größten Anlagen? Warum sollten wir denn nicht auf gleiche Art Mannigfaltigkeit in unser beschränktes Leben zu bringen, und die kurze Dauer desselben, ohne Zutun der Langenweile, durch einen desto reichhaltigern Genuß zu verlängern vermögend sein? Du findest mein Zimmer hoffentlich schön, behaglich und freundlich? Ich auch. Und warum? Weil es uns beiden gleich neu ist. Ich befinde mich wohl darin, weil ich es gestern nicht sah und morgen nicht sehen werde. Es stoßen ihrer funfzehn aneinander, davon ich jedes nur einen Tag hinwärts, einen Tag herwärts, auf einem monatlichen Durchzug bewohne. Keines wird eher geöffnet, als bis die Reihe darankommt, und jedes, das ich auf diese Weise zweimal gesehen habe, erwartet mich in dem folgenden Monat unter einer andern Bekleidung. So wird dem Überdrusse keine Zeit gelassen, sich bei mir einzunisten. Nichts ist, Gott sei Dank, mein eigen, als mein Reichtum, dem ich, durch die Ausdehnung, die ich ihm mit meinen Gehülfen zu geben weiß, alles das Lästige und Klebende benehme, das sonst mit ihm verbunden ist. So habe ich keine Bibliothek; aber einen gelehrten und geschmackvollen Bibliothekar, der das Gold, das er in dem Kote der Schriftsteller findet, für mich beiseite legt, und, wo nicht ein Buch ganz gelesen zu werden verdient – und wie wenig sind deren – mir bloß die Stellen anstreicht, die sich auszeichnen. Hierdurch sind meine Studien mir erst lieb und nützlich geworden; und da ich sonach das Schlechte und Mittelmäßige in der Literatur gar nicht kennen lerne, bleibt mir die Wahl nur unter dem Neuen, Guten und Vortrefflichen, und ich bin sicher, mein Gedächtnis nicht zu überladen. Ebensowenig kommt meine Einbildungskraft, die nur über frisch duftende Blumen gleitet, in Gefahr, durch abgestorbene, welke oder faule Blätter in ihrem Schwunge gehemmt zu werden. Was noch das beste dabei ist, so trage ich weder Brustschmerzen, Kopf- und Augenweh, oder üble Launen aus der moralischen Welt in meine physische über, und da ich in dieser wie ein Seefisch in immer frischem Wasser auf dem Ozean der Zeit schwimme, und mich, kraft meiner Richtung, keine Welle berührt, die der vorhergehenden gleicht, so siehst du wohl ein, lieber Wilhelm, daß vielleicht kein philosophisches Lehrgebäude dem Gefühl, das die Natur in mich legte, den Verhältnissen, in die mich der Zufall versetzte, und der geistigen und körperlichen Gesundheit angemessener sein kann, als das meinige . . . Wie geschmückt und bevölkert schien mir in dem Augenblicke unserer Umarmung der nackende Felsen, der uns nach einer langen Trennung wieder vereinigte! – Wie erweiterte sich selbst vor meinen umfassenden Augen das Meer, das uns umgab, und welch ein Freudenfest ist aus meinem Mittage geworden, durch die Sonderbarkeit, daß du – mein Gast bist! Oh, bleibe nur so lange, als du mir neu und lieb sein wirst – fechte in meinem ewigen Krieg gegen die Langeweile an meiner Seite, und lerne von mir die mancherlei Schwenkungen und Wendungen, – um als Militär zu sprechen – durch die ich meinen Feind irre mache und in die Flucht jage. Welchen Abbruch tust du ihm schon durch deine Gegenwart! – Jedes Vergnügen, das sich in diesem Lande aufstören läßt, hätte ich es auch noch so oft genossen, wird mir durch deine Teilnahme neu werden: denn die Überraschung, die es bei mir verlor, werde ich in der wiederfinden, die es dir verursacht.« – Hier unterbrach ihn ein Glas Maderawein, der dreimal die Linie passiert und nur seit gestern in seinem Keller gelandet war, nach der Versicherung des Mundschenken, der es ihm brachte.

Ich benutzte geschwind den Augenblick, den seine schwatzhafte Zunge der meinigen frei ließ. – »O Freund,« rief ich, »bei allen den feingesponnenen Netzen, die du überall ausgestellt hast, um die flüchtigen Lebensfreuden einzufangen, bei aller der Kunst, mit der du ihre Schmetterlingsflügel zu fassen verstehst, ohne daß sich ein buntes Stäubchen davon verliere, glaube ich doch für ihren höchsten Genuß ein Mittel entdeckt zu haben, das weit über die deinigen geht – das dem erschlafftesten Gefühl seine Schnellkraft, den abgenutztesten Befriedigungen ihren ersten Firniß wiedergibt, alles verjüngt, erneuert und verschönert, was unsere Sinne umfassen, und gleich einem Talisman über die gleichgültigen Dinge ein magisches Licht verbreitet. – Sie lachen, lieber Sabathier, als hörten Sie ein paar Charlatans, deren jeder den Vorzug seines Arkanums gegen den andern herausstreicht; aber ich hoffe, Sie sollen als unparteiischer Richter dem meinigen den Preis zuerkennen. – Erschrick nur nicht, lieber Saint-Sauveur, wenn ich es nenne. – Es heißt mit einem Worte: das hitzige Fieber. Wie hat es meine geistigen Federn gespannt und die fünf Schwungräder meiner Sinne geschärft! Von dem Bissen trockenen Brotes an bis zu deinen herrlichen Pfirsichen, ist mir alles, was über meine Zunge geht, willkommen und schmackhaft. Die Welt scheint mir so frischfarbig und kräftig, als feierte sie heute ihren ersten Schöpfungstag. Was meine Blicke berühren, schwimmt in einem ätherischen Schimmer, und jedes Wort, das mein Ohr erreicht, jedes, das über meine Lippen rieselt, – wäre es auch noch so albern – kommt mir, als ein Beweis, daß ich lebe, überaus wohlklingend und witzig vor. Du weißt es, teuerster Saint-Sauveur, wie lange ich dich liebe; aber selbst meine Freundschaft, seit ihrer Entstehung, reicht nicht an das dem warmen Herzen entströmende Gefühl, das mich jetzt an dich fesselt. Wie segne ich meine Krankheit! Sie hat das staubige Triebwerk meiner Seele gereinigt, meine Adern mit Rosenöl ausgespritzt und meine Nerven« – –

»Lassen Sie uns aufstehen, Herr von Saint-Sauveur,« fiel mir hier der Arzt in meine wohlklingende Rede, indem er mir das Glas, das ich zu leeren im Begriff war, unter dem Vorwande, über den ich mir noch eine Erklärung von ihm ausbitten möchte, aus der Hand nahm: »Der Wein würde Gift werden, wenn er zum viertenmal die Linie passierte. – Ich dächte,« fuhr er fort und sah nach der Uhr, »wir besuchten den Hafen. In einer halben Stunde wird ein Schiff vom Stapel gelassen; ein Schauspiel, das Ihrem Berliner Freunde seltener wohl ist als jedes andere, und ihn zu einem gesündern Schlafe vorbereiten wird, als der Tri-Madera.« – Sein medizinischer Vorschlag wurde so geschwind angenommen als ausgeführt: denn in diesem Hause braucht man nicht auf das Anspannen des Wagens zu warten.

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