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Reimchronik des Pfaffen Maurizius

Moritz Hartmann: Reimchronik des Pfaffen Maurizius - Kapitel 26
Quellenangabe
typesatire
booktitleReimchronik des Pfaffen Maurizius
authorMoritz Hartmann
year1874
firstpub1849
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleReimchronik des Pfaffen Maurizius
pages220
created20101025
sendergerd.bouillon@t-online.de
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Kommorn = komm-mor'n = komm morgen.

        Wißt ihr, woher den Namen hat
Kommorn, die gute, treue Stadt? –
Sie ruft entgegen jedem Feind,
Der sie schon heut zu haben meint:
      Komm morgen, komm morgen!

Und als der große Welden kam
Und er das Maul so sehr voll nahm,
Da zitterte ihr Quadernbauch
Vor Lachen, und da rief sie auch:
      Komm morgen, komm morgen! 156

Da hat er sich gar sehr verwundert
Und warf Granaten viele hundert
Und Bomben ihr ans Eisenthor –
Sie aber lachte nach wie vor:
      Komm morgen, komm morgen!

Da kam er morgen wieder 'ran
Und that als wie ein Freiersmann
Und war voll Feuer und voll Gluth –
Sie aber rief mit heitrem Muth:
      Komm morgen, komm morgen!

Da spie der Welden Feu'r und Flamm':
»Daß alle Jungfern Gott verdamm,
Sie führt mich an der Nase 'rum!«
Sie rief: Ach, du bist blöd und dumm!
      Komm morgen, komm morgen!

Da lief er schnell zurück nach Wien
Und macht' ein schönes Bulletin
Und macht' dem Kaiser etwas vor –
Doch klang ihm lange noch im Ohr:
      Komm morgen, komm morgen! 157

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