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Reimchronik des Pfaffen Maurizius

Moritz Hartmann: Reimchronik des Pfaffen Maurizius - Kapitel 18
Quellenangabe
typesatire
booktitleReimchronik des Pfaffen Maurizius
authorMoritz Hartmann
year1874
firstpub1849
publisherVerlag der J. G. Cotta'schen Buchhandlung
addressStuttgart
titleReimchronik des Pfaffen Maurizius
pages220
created20101025
sendergerd.bouillon@t-online.de
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III. Traumgesicht:
Vom Kirchhof.

            Ein Sturmwind blies – und weggeweht
Mit Einem waren die Gäßchen und Gassen,
Der Römer, die Börs' und die Häusermassen,
In deren Mitte die Paulskirch steht.

Und weit im Kreise rings herum
Zog sich eine weiße Kirchhofmauer,
Und auf dem Plane, tödtlich stumm,
Lag ausgebreitet Schauer und Trauer. 101

Es war der deutsche Père la Chaise,
Die Mumie vom Parlamente,
Und auf den Gräbern standesgemäß
Befanden sich mancherlei Monumente.

Und über dem Eingang im Mondenschimmer
Las man die Worte gespenstisch erhellt:
Hier liegen die Deputirtentrümmer,
Dereinst die Götzen einer Welt.

An meiner Seite als Ciceron
Ging traurig ein Männlein mit greisem Haare –
Es war mir, als müßt' ich kennen schon
Das Männlein im langen Mönchstalare.

Er sah so trüb und traurig drein,
Als drückte sein Herz ein schwerer Kummer;
Er schien der Todtengräber zu sein,
Auch war sein Mund ein grabesstummer.

Er trug einen langen weißen Bart
Und ging daher mit schwebendem Schritte
Nach hergebrachter Geisterart,
Man hörte nicht den Ton seiner Tritte. 102

Wer bist du, rief ich, traurig Gespenst,
Was willst du von mir an diesem Orte?
Und sage mir an, wie du dich nennst,
Wenn du noch mächtig menschlicher Worte.

Er sprach – und ich glaubte mit Schrecken, den Laut
Meiner eignen Stimme zu vernehmen –
Er sprach: Wovor dir jetzt so graut,
Das ist dein eigner, leibhafter Schemen.

Denn ich bin Du, und du bist Ich,
Ich bin das Stück von dir, das, gealtert,
Vor Gram in die Kutte versteckte sich –
Nicht jener Knab, der von Liebe gepsaltert.

Ich bin das Stück von dir, das den Haß
Gepredigt aus allzugroßer Liebe,
Das Stück von dir, das mit schmerzlichem Spaß
Die häßlichen Reime der Chronik geschrieben.

Und fragst du, warum ich jetzt mit dir
Die schaurigen Gräber noch besuche?
Darum, weil den Leichensteinen hier
Es mangelt an dem gehörigen Spruche. 103

Man hat uns Zweie, die wir doch
So gut die Gesellschaft der Paulskirch kannten,
Ernannt, uns zu ehren im Tode noch,
Zu Reichsepitaphen-Fabrikanten.

Gib Acht, es werden die Todten sogleich
Hier eine offene Sitzung halten:
Erschrick nicht, wenn sie angegriffen und bleich
Aussehen wie Bassermanns Gestalten.

Ein Jeder wird dir selber den Stoff
Zu seiner künftigen Grabschrift liefern –
Du wirst vor Beseler nicht, ich hoff',
Erschrecken und nicht vor Soirons Kiefern.

Er sprach's, und wie einstens der Präsident,
Ließ er die Glocke erschallen und schaute,
Ob schon vollzählig das Parlament:
»Die Sitzung ist eröffnet!« – Mir graute.

Der Jucho krähte das Protokoll,
Dann sprach der Simson: Ihr Seelen,
Die Tagesordnung lautet: es soll
Heut Jeder was von sich erzählen. 104

Da gab's ein arges Knochengeklapper,
Ein Jeder lief an seinen Ort,
Nur langsam legte sich das Geplapper;
Heinrich von Gagern hat das Wort.

Heinrich von Gagern
(auf dem Ministergrab):

        Ich mit der Persönlichkeitsgewichtsbewußtseinsaufgeblasenheit,
Ich bin ich, in ganzer Größe, wie Sie sehen jeder Zeit,
Ich bin ich, Das ist gewiß, doch bin ich selber noch mit mir im Streit
Ueber Das, was ich denn bin, denn ich selbst – (Ungeheure Heiterkeit)
Sagt' ich etwas gegen alle Schicklichkeit, ihr lieben Herren, o so verzeiht,
Denn mit umgedrehter Seele stehe ich vor Ihnen auch noch heut,
Wenn man ein so ungeheurer Mensch ist und so fürchterlich gescheut,
Ist man manchmal schrecklich dumm aus Uebermaße an Persönlichkeit. 105
Finden Sie vielleicht die Rede viel zu hohl, zu leer, zu aufgeblasen und zu breit –
So versichere ich Ihnen, Das ist Geist, ist Scharfsinn, ist Beredsamkeit.
        Da gab's ein großes Knochengeklapper,
Sie applaudirten fort und fort;
Mit einmal legt sich das Geplapper,
Herr Mathy hat das Wort.

Mathy:

        Entschuldigen Sie, ich bin der Mathy,
Der allergrößte Apostat hie,
Drum komm ich auch auf dem Register
Gleich hinter unserem Minister,
Der eben hat die Welt befreit
Mit herrlicher Persönlichkeit.

Ich war einmal ein Advokat
Und Journalist und Literat,
Weinhändler dann durch Ficklers Gnaden,
Der mir gekauft ein Wein-Patent,
Damit zur Kammer ich geladen
Und großer Redner werden könnt' – 106
Ich machte prächtige Paraden,
Dem Herzog bracht' ich Serenaden,
Die man republikanisch nennt,
Und freut' mich still, wie man in Baden
Die Leute gar so schön verkennt. –
So kam ich denn auf klugen Pfaden
An das ersehnte Ziel und End,
Daß mich jetzt das erstaunte Baden
Den neuen Staatsrath Mathy nennt.
Der Fickler hat zu seinem Schaden
Zu spät mein dankbar Herz entdeckt:
Trotz einem spanischen Alkaden
Hab' ich den Armen eingesteckt,
Der einst mir Gelder vorgestreckt
Und meine Blöße hat gedeckt.
So kam ich denn ins Parlament,
Durch – was man heißt – Verrath,
So bin ich denn auch, was man nennt,
Ein Apostat.

      Da gab's ein großes Knochengeklapper,
Sie applaudirten fort und fort;
Mit einem Mal legt sich das Geplapper –
Herr Bassermann hat das Wort. 107

Bassermann:

            Ich und der Mathy,
Der Mathy und ich –
Man nennt uns stets zusammen,
Das ehrt und zieret mich.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Pontius und Pilat
Und wie Gedank' und That,
Wie Lüge und Verrath.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Hutten und Luther,
Wie Messer und Gabel,
Wie Käse und Butter.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Julie und Romeo,
Wie weh und ach, und ach und o,
Wie Supp' und Fleisch, wie Heu und Stroh.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Eros und Anteros,
Wie Gott und Heros,
Wie Antrag und Schneeros. 108

Man nennt uns stets zusammen
Wie Tasso und Ariost,
Wie Logis und Kost,
Wie Schimmel und Rost.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Petrark und Dante,
Wie Nichte und Tante,
Wie Lude und Nante,

Man nennt uns stets zusammen
Wie Pollux und Kastor,
Wie Kirche und Schule,
Wie Küster und Pastor.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Wartburg und Hambach,
Wie Hausvogtei und Polizei,
Wie Tschoppe und Dambach.

Man nennt uns stets zusammen
Wie Veilchen und Rosen,
Wie Küsse und Kosen,
Wie Weste und Hosen. 109

Man nennt uns stets zusammen
Wie 1 und 2,
Wie Lug und Heuchelei,
Wie Paß und Polizei.

Das Monument, das uns wird ragen,
Soll nichts in geschriebener Schrift besagen;
Ein Bildniß soll von uns die Kunde
Bis in die späte Nachwelt tragen:
Malt nur das Bild hin, wie zwei Hunde
Vereint an Einem Knochen nagen.

        Da gab's ein großes Knochengeklapper,
Sie applaudirten fort und fort;
Mit einmal legte sich das Geplapper –
Herr Beckerath hat das Wort.

Beckerath:

        Ich bin so schüchtern auf offener Szene,
Ach, ich bin nichts als eine Thräne,
Ich bin ein nasses Taschentuch,
Ich bin ein frommes Liederbuch,
Ich bin ein sittsam duftend Veilchen,
Vom großen Gagern ein kleines Hintertheilchen, 110
Und wenn ich mich manchmal erbose brav,
Bin ich doch nur ein wüthendes Schaf,
Auch bin ich Minister, doch im Ganzen
Versteh' ich wenig von Finanzen.
Am Webstuhl meines Vaters stand
Die Wiege mein – Das ist bekannt.
        Da gab's ein großes Knochengeklapper,
Sie applaudirten fort und fort;
Mit einmal legte sich das Geplapper –
Herr v. Peucker hat das Wort.

Peucker:

        Ich bin gewiß ein Mann von Gewichte,
Doch schweigt von mir die Geschichte.
        Da lachten die Geister sehr vergnüglich,
Doch applaudirten sie fort und fort –
Der Deetz fand die Worte etwas bezüglich.
Fallati, Wiedemann, Biedermann, Duckwitz &c. hatten das Wort.

Die Genannten im Chorus:

        Wir sind so wenig, daß nicht ein Keimchen
In uns zu finden zu einem Reimchen. 111
        Es fühlte sich der Schneer getroffen,
Er rief entrüstet: ich will nicht hoffen –
Die Geister aber mit lautem Gelächter,
Sie applaudirten fort und fort;
Der Soiron, der dicke Pächter,
Trat auf sein Grab – er hatte das Wort.

Herr v. Soiron:

        Einst schwärmt' ich für die Republik
Und hab' in diesem Sinn toastet,
Jetzt aber bin ich viel zu dick
Dafür, ich bin zu sehr gemastet.
Ich hab', was einst mein Herz entflammt,
Erstickt für meinen edlen Gagern –
Ich hoff' auf ein Reichsrichteramt,
Um wieder etwas abzumagern.
Ich hab' mein Apostatenthum
Gebracht in Formen und Methode –
Nicht schäm' und gräm' ich mich darum:
So geht die Politik nach Brode.
        Sehr gut, sehr gut – so riefen die Seelen
Und applaudirten fort und fort – 112
Jetzt soll der Raumer historisch erzählen:
Er nahm die Brille und das Wort.

Friedrich v. Raumer:

              Ich bin Friedrich der Hohenstaufe,
Und schickt man mich wohin – ich laufe.
Ich lief nach Italien und Engelland
Und schiffte nach Amerika's Strand
Auf Buchhändlerkosten, und überall fand
Ich, selbst in der großen Republik,
Daß nur im holden märkischen Sand
Gedeihen Teltower Rüben und Völkerglück.
Bei meiner Rückkehr hielt ich die
Berühmte Rede in der Akademie –
Mein König fand sie viel zu spitzig,
Obwohl das Thema altenfritzig,
Und Encke that mich in den Bann.
Zwei Tage war ich ein großer Mann,
Bis ich zur Entschuldigung ward bewogen
Und mich von meiner Größe hab' zurückgezogen.
Vor Kurzem lief ich als Schmerlings Bot'
Nach Frankreich, um unterthänig zu bitten,
Daß uns nicht werde die als todt 113
Geborne Zentralgewalt bestritten.
Ich habe verbraucht sehr viele Chemisetten,
Ich trug sogar einmal Manschetten,
Um Deutschlands Ansehen und Ehre zu retten.
Den Heine vermied ich aus alter Bekanntschaft,
Er hätte gewiß mich ausgelacht
Und einen unpatriotischen Witz gemacht
Auf Kaiser und Reich und meine Gesandtschaft.
        Pfui, pfui! so riefen die Geister
Und wurden stiller, als mit dreister
Bewegung trat der Schmerling vor,
Als hätt' er zu sagen große Dinge.
Er streckte Hals und Kopf hervor,
Als steckten beide in einer Schlinge.

Herr v. Schmerling:

            Die Ehre und Unabhängigkeit
Von Deutschland hab' ich stets versprochen,
Ich habe sie auch zu jeder Zeit
Geschändet, beschmutzt, gebrochen.
Einst Bundesnachtumnächtigter,
Jetzt Oesterreichs Bevollmächtigter, 114
War ich Minister auch inzwischen.
Da ließ ich in Frankfurt die Kugeln zischen,
Ließ schöne Barrikaden bauen
Und erfand den Belagerungszustand –
Und nach also befestigtem Vertrauen
Konnten mit Sicherheit auf mich die Fürsten bauen,
Und ich lebte in meinem Ministerruhstand;
Sie wußten: ich werde sie nicht verrathen.
Da nannten mich die Diplomaten
Einen Staatsmann mit scharfem Blick –
Das ist Dasselbe und synonym,
Wenn ein Demokratenungethüm
Mich nennet einen Galgenstrick.
Man nennet mich auch den Mörder Blums,
Allein man kann mir nichts beweisen,
Den Schleier des Diplomatenthums
Wird Niemand von der Geschichte reißen.
Ich ruf' es entgegen der ganzen Welt:
Ich heiße Freiherr Anton Schmerling,
Und ohne des Herren Wille fällt,
So heißt's, vom Dach kein Sperling!
        Der Mühlfeld jubelte: Bravo, brav!
Dr. Egger lächelte Schlangen – 115
Da kam aus seinem Grabe als Schaf
Verkleidet der Heckscher gegangen.

Dr. und Advokat Heckscher:

        Nie trug ich weiße Wäsche –
Mein staatspapiernes Gesicht
Gleicht einer Handelsdepesche,
Die Fallimente bespricht.

Ich kam auf meinen Reisen
Durch Rom, Turin, Florenz;
Es kochet edle Speisen
Italiens ewiger Lenz.

Ich kam just an in Frankfurt,
Als das Ministerium
Von Heinrich Gagern krank wurd' –
Ich schlich um den Brei herum.

Ein Portefeuille erhaschen,
Des Glückes höchste Höh –
Da gibt es was zu naschen,
Wie damals bei Malmö. 116

Zwar wurd' ich höchst geprügelt
Bei der Gelegenheit:^
Wie's Volk ist ungezügelt,
Weiß ich seit jener Zeit;

Doch kann die Katze lassen
Das Mausen nicht sogleich:
Ein Portefeuille zu fassen,
Ging ich nach Oesterreich.

Ich hab' ihn, ach, verloren,
Den heiß ersehnten Preis –
Drum werde auserkoren
Mit Nächstem schwarz und weiß.

Welcker (vom Platz):

        So ist es recht, du edler Geist,
So ist's, wie ich es mache –
Sie macht nicht dick, sie macht nicht feist,
Die liebe gute Sache.

Was Schönes ist die Theorie,
Doch sei sie nicht zu herrisch – 117
Man dreht und schraubt und wendet sie,
Ist man recht doktrinärrisch.

Ich bin eine Wetterfahne – Jeder sehe,
Wie schnell und wie geschickt ich mich drehe.
Thut's Jemand leid um mein graues Haar
Und daß ich der Freund von Rotteck war:

So dank' er mir, daß zum Teufel geht
In Deutschland endlich die Autorität.
Doch merkt euch das Sprüchlein: es hat die Morgenstunde, (v. 12. März)
Wie Berger sagte, Gold im Munde. –

        Da machten die Geister gewaltigen Tusch,
Im Hintergrunde lächelte Dusch,
Der designirte Gesandte von Baden. –
Auftrat der Ritter von Gottes Gnaden

v. Vincke (von Hagen):

        Ich bin der grimme Ritter von Hagen,
Von Hagen aus der Mark –
Mein Stammbaum hat schon Wurzel geschlagen
Im urweltlichen Chaosquark. 118

Die Mark ist durch mich ein bekanntes
Gefild wie Spaniens Mancha nun,
Mich selbst wird ein künftiger Cervantes
Zu taufen wohl geruhn.

Man nannte mich einst den Mirabeau,
Als man mich nicht sprechen hörte
Im weißen Saale, wo nicht roh
Die Oeffentlichkeit uns störte.

Ach, damals hätt' ich gern zu Lorden
Die märkischen Junker gemacht –
Wie herrlich wäre solch ein Orden,
Den Thadden's Galgen bewacht!

Es ging nicht. Drum hab' ich Treue geschwor'n
Der rothen Monarchie –
Da steh' ich gewappnet mit Zopf und Sporn:
Hie Recht und Rechtsboden hie!

So lieg' ich, so führ' ich meine Waffe
Im Demokratengefecht;
Mir nach, manteuflische Fallstaffe,
Für Freiheit und historisches Recht! – 119

        Gewaltiger Lärm der Geister all –
Der Präsident rief durch den Schwall:
»Das Wort hat Herr von Radowitz!«
Der aber rief von seinem Sitz
Mit pergamentenem Gesichte:
        Ich verzichte.
Ich bin verschlossen wie ein Kloster,
Drin sich die Mönche eingemauert,
Und schweigsam stumm wie ein bemooster
Gefängnißthurm, den Nacht umschauert:
Ich spreche nur, wenn es erlaubt
Rothan in Rom, mein Oberhaupt.
        Da ging ein Murmeln durch die Versammelten,
Sie wollten applaudiren und stammelten:
»Sollte noch Jemand nach ihm zu sprechen gelüsten?«
Wir! – riefen Phillips, Lasaulx und Buß,
Er ist unser Pater Seraphikus;
Wir nähren uns an seinen Brüsten.
Doch ist wenig, was wir zu sagen wüßten:
»Wir sind die barmherzigen Brüder,
»Das Opfer liegt, die Raben steigen nieder.« 120

Hoffmann von Ludwigsburg
(vom Platze):

        Ich bin ein armer Schlucker,
Doch glaub ich, ich gehöre
Mit in die heiligen Chöre,
Denn ich bin groß als Mucker!
        Der Döllinger schickte ihm freundliche Winke
Und Blicke voll heiliger Huldigung.
Der Simson fragte: Wo ist die Linke?
Sie fehlt mir ohne Entschuldigung.
Der Parlamentskonstabler rief,
Der Breuning, vom Platze: Gewiß hat tief
Sie sich durchgewühlt bis an den Xanthus,
Um mit dem Bösen sich zu verschwören
Und Minos, Aeakus und Rhadamantus
Zu Demokraten zu bekehren,
Und halten Volksversammlungen in den elisäischen Feldern –
Gewiß mit französischen und polnischen Geldern, –
Ich hoffe, daß der Reichspolizist,
Der Rauscheplatt, nicht von ihnen ferne ist! 121
        Da krähte plötzlich ein gallischer Hahn,
Um Traum und Spuk war es gethan,
Zerstoben waren die Gespenster –
Ich wachte auf, und durch mein Fenster
Mit Lächeln und mit mildem Schein
Herein hat geblickt des Märzen Sonne –
O März, wo bist du mit deiner Wonne!
O März, du neuer Reim auf Schmerz,
O März mit deinen Iden,
Wie schnell bist du geschieden,
Wann wirst du wieder wohl erscheinen? –
Ich rieb mir die Augen und mußte weinen.
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