Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Eugenie Marlitt >

Reichsgräfin Gisela

Eugenie Marlitt: Reichsgräfin Gisela - Kapitel 5
Quellenangabe
typefiction
booktitleReichsgräfin Gisela
authorEugenie Marlitt
year1996
publisherUllstein Verlag
addressBerlin
isbn3-548-23760-6
titleReichsgräfin Gisela
pages3-462
created20000608
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1869
Schließen

Navigation:

5

Noch waren die letzten stürmischen Akkorde unter Juttas Händen nicht verhallt, als die Pfarrerin zur Tür hereinsah. Dieses leuchtende, lebensfrohe Gesicht zeigte nicht die mindeste Spur des Gekränktseins – das war ein Gemüt, das rasch mit sich fertig wurde; »die können ja nicht wissen, wie einem Mutterherzen zumute ist –« hatte sie versöhnend gedacht, und damit war der Groll verflogen.

Sie rief herein, daß die Bescherung nun vor sich gehen könne. Die kleine Gräfin erfaßte ihre Hand, Jutta schlug den Klavierdeckel zu, und Frau von Herbeck erhob sich langsam, mit einem so verbindlichen Lächeln aus der weichen Sofaecke, als sei nie ein arger Gedanke gegen jene Frau an der Tür in ihre Seele gekommen.

Unten in seinem engen Studierstübchen saß der Pfarrer bereits am kleinen, altersschwachen Spinett. – Das war freilich kein Kopf, wie ihn so mancher Eiferer auf der Kanzel sehen will. Diese Züge waren nicht abgeblaßt in der düsteren Glut des Fanatismus; keine Spur jener eisernen Unbeugsamkeit und Intoleranz des finsteren Glaubenseiferers lag auf der Stirne, und das Haupt beugte sich nicht gegen die Brust in dem Bestreben, der Welt ein lebendiges Beispiel christlicher Demut zu sein – er war ein echter Sohn des Thüringer Waldes, eine kraftvolle, markige Gestalt mit breiter Brust, hellen Gesichtszügen und einer so leuchtend offenen Stirne unter dem vollen, dunkeln Kraushaar, als könne kein Gedanke verborgen dahinter weggleiten... Um ihn her standen seine Kinder, pausbäckige Köpfchen, wie sie drüben in der Kirche über und neben der alten Orgel als Seraphim und Cherubim schwebten. Alle die strahlenden Blauaugen hingen erwartungsvoll an dem Gesicht des Vaters. Er begrüßte die eintretenden Damen mit einer stummen Verbeugung, dann griff er voll in die Tasten, und feierlich, glockenhell setzten die Kinder ein: »Ehre sei Gott in der Höhe, der Herr ist geboren.«

Beim Schlusse des Verses öffnete die Pfarrerin langsam die Tür der Nebenstube, und der Glanz des Weihnachtsbaumes floß heraus. Die Kinder stürzten nicht jubelnd hinüber – scheu traten sie über die Schwelle; das war ja gar nicht die liebe, alte Wohnstube, deren Wände allabendlich in dem Halbdunkel der schwach leuchtenden Talgkerze verschwanden! Der kleine Spiegel, die Glasscheiben über den wenigen Bildern strömten eine wahre Lichtflut wider, und selbst auf den alten, mattglänzenden Ofenkacheln hüpfte ja ein Lichtlein...

Die kleine Gräfin aber stand da mit dem Ausdruck der Enttäuschung im Gesicht – das sollte ein Christbaum sein? Diese arme kleine Fichte mit den wenigen fadendünnen Wachsstengeln auf den Zweigen? Unscheinbar kleine, rote Äpfel, Nüsse, die das vornehme, kränkelnde Kind nicht einmal essen durfte, und einige zweifelhafte Figuren aus braunem Pfefferkuchen – das waren die ganzen Wunderdinge, die sich da droben schaukelten! Und drunten auf dem groben, weißen Tischtuch lagen Schiefertafeln, Schreibhefte, Bleistifte – lauter Dinge, die sich ganz von selbst verstehen; deshalb hätte doch das Christkindchen nicht vom Himmel herabzusteigen gebraucht!... Und doch, wie jubelten die Kinder jetzt, nachdem die Scheu überwunden war! Das stumme Befremden der kleinen Gräfin bemerkten sie nicht – sie hätten es ja nicht einmal begriffen; sie sahen auch nicht das impertinente Lächeln, das bereits beim Anstimmen des Chorals auf Frau von Herbecks Gesicht erschienen war und sich auch jetzt noch behauptete; erkannten doch selbst die Eltern die Natur dieses Lächelns nicht – die Mutter lächelte ja auch, als ihre kleinen Mädchen schleunigst in die neuen, buntwollenen Unterröckchen krochen und ihr sogenannter »Dicker« schmunzelnd das »nagelneue« Höschen an seine strammen Beinchen hielt, das sie selbst in stiller Nacht und bei verschlossenen Türen aus dem allerersten schäbigen Kandidatenfrack des Herrn Pfarrers zurechtgeschneidert hatte. Und der Vater trug das jauchzende, lallende Fritzchen auf dem Arm – er hatte vollauf zu tun, alle die Merkwürdigkeiten pflichtschuldigst zu bewundern, die Hans Ruprecht in sein Haus gebracht –, ihm blieb keine Zeit, die Gesichter seiner Gäste zu prüfen.

Er zog sich übrigens, nachdem der Weihnachtsbaum ausgelöscht war, in seine Studierstube zurück; einer seiner Kollegen war plötzlich erkrankt, er hatte deshalb eine Predigt mehr für die Feiertage übernommen und mußte sich noch vorbereiten.

Frau von Herbeck und Jutta hatten sich gleich zu Anfang der Bescherung auf das Sofa geflüchtet – dort waren wenigstens die Kleidersäume in Sicherheit vor den rücksichtslosen »Pandurenfüßchen«. Nun wurde der vor ihnen stehende Tisch gedeckt; die alte Rosamunde brachte eine riesige Porzellankanne voll Tee aus der Küche, um die sie eine Schar blinkend sauberer Steinguttassen gruppierte, während die Pfarrerin einen Teller voll frischgebackenen Kuchens, eine Scheibe köstlicher Butter, Honig und ein derbes Schwarzbrot hinstellte.

Die kleine Gräfin wandte sich sogleich weg von diesem Weihnachtsschmaus – frischer Kuchen und Schwarzbrot waren ihr streng verboten. Sie kreuzte die Hände wie ein Professor auf dem Rücken und sah dem Treiben der anderen Kinder ernsthaft zu. Der »Dicke« saß auf einem grellrot angestrichenen Gaul und rollte unter »Hü!« und »Hott!« durch die Stube.

»Das ist ein sehr häßliches Pferd!« sagte Gisela, als er an ihr vorbeisauste.

Der begeisterte Reiter hielt erbost inne.

»Es ist nichts häßlich, was einem das Christkindchen bringt«, entgegnete er tief empört – sein kleines Herz war ja voll unsäglicher Dankbarkeit gegen das Christkindchen.

»Wirkliche Pferde sind gar nicht so rot und haben auch niemals solche steifen Schwänze«, kritisierte das kleine Mädchen unbeirrt weiter. »Ich will dir lieber meinen Elefanten schenken – der läuft von selber durchs Zimmer, wenn man ihn mit dem Schlüssel aufzieht; eine Prinzessin sitzt drauf, die nickt mit dem Kopfe –«

»So, eine Prinzessin sitzt drauf?« unterbrach sie der »Dicke« überlegen. »Wo sitze ich denn nachher?... Da ist mir mein Gaul doch viel lieber – ich will deinen alten Elefanten gar nicht!«

Damit rollte er peitschenknallend weiter. Gisela sah ihm betreten nach. Sie war gewohnt, daß die Dienerschaft nach ihren Händen haschte und sie zu küssen versuchte, wenn sie Geschenke austeilte, und hier wurde sie so schnöde zurückgewiesen. Noch mehr aber empörte es sie, daß der Junge den »schauderhaften« Gaul so beharrlich schön fand. Sie warf einen Blick auf ihre Gouvernante, allein die war in ein Gespräch mit Jutta vertieft und führte eben mißtrauisch langsam die Teetasse an die Lippen, um sie sofort mit einem leisen Schauder wieder hinzustellen.

Das seltsame Kind, das so wenig die Gabe besaß, sich anzuschließen, stand einsam inmitten des Weihnachtsjubels; seine Abneigung gegen die Puppenwelt ließ es jene Ecke fliehen, wo zwei kleine Mädchen ein dickköpfiges Wickelkind fütterten, und vom »Dicken« war ja der einzige Annäherungsversuch so gründlich abgefertigt worden... Aber dort an einem Seitentisch, auf dem heute ausnahmsweise auch ein Licht brannte, stand der Erstgeborene des Hauses, ein ungefähr neunjähriger Knabe, und neben ihm die Schwester, die ihm im Alter folgte. Beide lasen eifrig, alles um sich vergessend, in einem Buche. Auf den fleckenlosen sauberen Tisch hatte das kleine Mädchen sein schneeweißes Taschentuch gebreitet, und erst auf diesem lag das Buch wie ein Allerheiligstes; die Kinder wagten kaum mit den äußersten Fingerspitzen die neuen Blätter umzuwenden – es waren die Grimmschen Märchen, die der Vater unter den Christbaum gelegt hatte.

»Die Sterntaler«, las der Knabe mit halblauter Stimme. »Es war einmal ein kleines Mädchen –« Mit zwei Schritten stand Gisela neben ihm, der Anfang klang verlockend. Sie verstand schon fließend zu lesen, und eine so eigentümliche grübelnde Richtung auch die Geisteskräfte dieses noch so jungen Wesens bereits annahmen – die Märchenwelt mit ihren nicht zu ergründenden Wundern übte deswegen doch ihren ganzen bestrickenden Zauber auch auf diese Kinderseele.

»Gib mir das Buch lieber in die Hand, ich will vorlesen«, sagte Gisela zu dem Knaben, nachdem sie, auf den Zehen stehend, vergebens versucht hatte, einen Einblick in das Buch zu gewinnen.

»Das tu' ich nicht gern«, antwortete er und fuhr sich verlegen mit der Hand in die blonden Kraushaare. »Der Papa will mir morgen erst den schönen Einband in einen Papierbogen schlagen.«

»Ich werde ihn nicht verderben«, unterbrach ihn die Kleine ungeduldig. »Gib das Buch her!« Sie streckte die Hand aus. In dieser sehr herrischen Gebärde lag die ganze Zuversicht des verwöhnten vornehmen Kindes, das einen direkten Widerspruch gar nicht kennt.

Der Knabe maß die kleine Gestalt mit sehr erstaunten Blicken.

»Oho, so geschwind geht das nicht!« rief er abwehrend. Als Ältester der Kinderschar war er den Eltern bereits eine Stütze bei Erziehung seiner Geschwister. Er hatte die Aufgabe, leuchtendes Vorbild zu sein, und dieses Ehrenamt voll mancher Selbstverleugnung gab ihm sehr viel äußere Würde... Er schlug das Taschentuch schützend um den Einband des Buches und nahm es auf.

»Nun, meinetwegen, du sollst es haben«, sagte er ernsthaft, »aber du mußt auch hübsch artig sein und bitten – alle Kinder müssen bitten.«

War die Kleine bereits gereizt durch die Szene mit dem »Dicken«, oder bekam das Bewußtsein ihrer hohen Lebensstellung in diesem Augenblicke wirklich die Oberhand in ihr – genug, aus den schönen, rehbraunen Augen funkelte ein maßloser Hochmut, und dem Knaben den Rücken wendend, sagte sie verächtlich: »Das brauche ich nicht!«

Die Wirkung dieser Worte war eine große. Der eben vorüberrollende Reiter hielt seinen Gaul an – wenn auch selbst mit einer bedeutenden Dosis Trotz begabt, ging ihm diese unerhörte Antwort denn doch über den Spaß – und die zwei kleinen Ziehmütterchen ließen ihr hilfloses Wickelkind in der Ecke liegen und kamen schleunigst herbei, um mit großen, weitgeöffneten Augen »das ungezogene Mädchen« anzustarren – alle aber wiederholten wie aus einem Munde: »Alle Kinder müssen bitten!«

Dieser einstimmige Ruf schreckte auch Frau von Herbeck plötzlich aus ihrem Zwiegespräch mit Jutta auf. Das, was die Kinder riefen, und die feindselige Haltung ihrer Schutzbefohlenen ließen sie sogleich begreifen, was vorgegangen war; mit einer so erschrockenen Hast, als sähe sie das gräfliche Kind bereits über einem Abgrund schweben, erhob sie sich und rief hinüber: »Gisela, mein Kind, ich bitte dich, komme sofort zu mir!«

In diesem Augenblick trat die Pfarrerin, die Fritzchen zu Bett gebracht hatte, ins Zimmer.

»Sie will nicht bitten, Mama!« riefen ihr die Kinder entgegen und zeigten auf Gisela, die noch unbeweglich mitten im Zimmer stand.

»Nein, ich will auch nicht!« wiederholte sie, aber diesmal klang ihre Stimme bei weitem nicht mehr so hart und sicher den scharfen, klugen Augen der Pfarrerin gegenüber. »Die Großmama hat gesagt, das schicke sich nicht für mich – nur den Papa darf ich bitten, alle anderen nicht, auch Frau von Herbeck nicht!«

»Sollte die Großmama das wirklich gesagt haben?« fragte die Pfarrerin ernst, liebevoll, indem sie das Köpfchen der kleinen Widerspenstigen zurückbog und ihr voll in das trotzige Antlitz sah.

»Ich kann Ihnen versichern, meine beste Frau Pfarrerin, daß dies die unumstößliche Willensmeinung der hochseligen Frau Gräfin allerdings gewesen ist«, antwortete Frau von Herbeck an Stelle des Kindes mit unbeschreiblicher Impertinenz, »und ich sollte meinen, niemand habe wohl mehr Recht zu derartigen Erziehungsmaßregeln gehabt, als gerade sie in ihrer erlauchten Stellung!... Übrigens möchte ich Ihnen – lediglich im Interesse Ihrer Kleinen selbst – den wohlgemeinten Rat geben, ihnen ein wenig klar zu machen, daß sie in der kleinen Reichsgräfin Sturm denn doch etwas ganz anderes zu sehen haben, als in Hinz und Kunz, mit denen sie für gewöhnlich verkehren mögen.«

Ohne eine Silbe auf diesen »wohlgemeinten Rat« zu erwidern, forderte die Pfarrerin ihren Ältesten auf, den Hergang zu erzählen.

»Du mußtest zuvorkommender sein«, sagte sie verweisend, als er geendet hatte, »und der kleinen Gisela das Buch geben, sobald du auch nur merktest, daß sie es wünschte – denn sie ist unser Gast, das durftest du nicht vergessen, mein Sohn!« Dann öffnete sie die Tür des Studierzimmers und hieß die Kinder eintreten, um dem Papa gute Nacht zu sagen. Der »Dicke« schob sofort mit einem wehmütigen Abschiedsblick, aber ohne Widerrede, seinen Gaul in die Ecke, die kleinen Mädchen hüllten ihr Wickelkind bis über die Nase in die warme Wiegendecke, und nach einem freundlichen »Gute Nacht!« gegen die Damen schritten sie, nach Alter und Größe wie die Orgelpfeifen, über die Schwelle, um wenige Minuten darauf, unter Anführung der alten Rosamunde, nach der Schlafstube zu marschieren. Der kleinen Gräfin aber gab die Pfarrerin das Märchenbuch in die Hand, führte sie in die anstoßende, wohlgeheizte Kinderstube, deren Tür halb geöffnet blieb, und kehrte dann zu ihren Gästen zurück.

»Ich bin Ihnen noch eine Antwort schuldig, gnädige Frau!« sagt sie mit ihrer tiefen, kräftigen Stimme, während die klaren, blauen Augen tapfer den stechenden Blick der ihr gegenübersitzenden Dame aushielten. »Die kleinen, neugierigen Ohren sollten Ihre weiteren Erklärungen nicht hören, weil sie meinen Erziehungsmaßregeln zuwiderlaufen – nicht wahr, dies Recht hat die bürgerliche Mutter doch auch?... Also, ich soll meinen Kindern Respekt gegen die kleine Gräfin einflößen – wie soll ich das machen, da ich selbst – verzeihen Sie meine Aufrichtigkeit – bis jetzt nichts dergleichen in mir verspüre?«

»Ei, ei, meine Liebe, so wenig Demut in einem geistlichen Hause?« unterbrach sie die Gouvernante mit ihrem stereotypen Lächeln; aus der höhnisch gefärbten Stimme aber klang die tiefste Erbitterung.

Auch die Pfarrerin lächelte, allein mit jenem unvergleichlichen Humor, den die geistige Kraft und Klarheit über das ganze Wesen dieser Frau hauchten.

»Daran fehlt's bei uns wirklich nicht«, sagte sie mit einer Art schalkhafter Einfalt; »es kommt nur darauf an, wie Sie sich die Demut denken, gnädige Frau... Ich weiß recht gut, daß die echte, rechte Pfarrersfrau zu allererst auf dem Boden von Gottes Wort stehen soll, und bemühe mich auch redlich um diese Ehrenstelle; aber eben weil ich mich an die Bibel halte, so weiß ich auch, daß sie Gottesfurcht und Gottesverehrung von mir verlangt, aber beileibe nicht Furcht und Götzendienst vor den Menschen.«

Frau von Herbeck hatte sich während dieser tapferen Rede nachlässig in die Sofaecke zurückgelehnt und klirrte mechanisch mit dem Teelöffelchen an die noch immer gefüllte Tasse. Diese scheinbar gleichmütige Haltung, verbunden mit einem kalt gleichgültigen Blick, der aus den halbzugekniffenen Augenlidern unveränderlich auf die Tischplatte fiel, sagte unverkennbar: »Ich bin hier in sehr unanständiger Gesellschaft – am besten wickle ich mich aus der fatalen Lage, indem ich auf gar nichts eingehe.« – Sie sah nicht einmal zu Jutta auf, die in peinlicher Verlegenheit neben ihr saß.

Die Pfarrerin hatte einen Moment innegehalten; ihr heller Verstand begriff sofort die Taktik der aristokratischen Gouvernante; aber sie ließ sich nicht einschüchtern – was sie einmal ausgesprochen, mußte auch motiviert werden.

»Das Kindchen da drüben«, fuhr sie fest und unbeirrt fort, indem sie mit dem Daumen über die Schulter nach der Kinderstube zeigte, »hab' ich herzlich gern, und wenn ich ihm was Liebes erweisen könnte, so geschähe es zu jeder Stunde mit Freuden – aber Respekt, gnädige Frau, Respekt! – dazu will ich mehr!... Ich kann's eben nicht fassen, daß erwachsene Leute um ein Kind herumscharwenzeln, seine Launen ertragen und sein kindisches, unreifes Tun und Wesen am liebsten für pure Weisheit ausgeben möchten, bloß weil es hochgeboren ist – da hat mein lieber Mann doch ganz recht, wenn er sagt, in solchen Fällen würde allemal die menschliche Würde mit Füßen getreten... Und da soll ich nun meinen Kinderchen, die so frisch und fröhlich in die Welt gucken und noch keine Ahnung davon haben, was die Menschen sich alles antun, um das ›Mein und Dein‹ und das ›Hoch und Niedrig‹ – ja, ich soll den unschuldigen Dingern auf einmal einbleuen, das kleine, hilflose Geschöpf, das noch Wartung und Aufsicht braucht, wie sie, das noch so wenig weiß und erfahren hat, das auch ganz gehörig unartig sein kann und Strafe verdient – das sollten sie mit so respektvollen Augen ansehen, womöglich gar wie – Vater und Mutter? Das geht nicht – sie würden es gar nicht einmal verstehen, so wenig wie – ich selber.«

Frau von Herbeck erhob sich.

»Nun, meine liebe Frau Pfarrerin, das ist Ihre Sache!« sagte sie schneidend. »Die Früchte dieser allerliebsten Erziehungsweise werden Sie einmal recht erkennen lernen, wenn – Ihre Söhne Karriere machen wollen!«

»Sein tägliches Brot wird ja wohl ein jeder finden«, entgegnete die Pfarrerin vollkommen ruhig. »Meine Kleinen werden in Gottesfurcht streng zu Fleiß und Tätigkeit angehalten – und dann mag's kommen, wie's will! Lieber ist mir's doch, wenn sie schlecht und recht von ihrer Hände Arbeit leben, als daß ich dereinst denken müßte, sie hätten sich durch Kriecherei und Heuchelei fette Stellen erschlichen.«

Draußen fuhr unter hellem Schellengeläute der Schlitten vor, der die kleine Gräfin und ihre Gouvernante nach Hause bringen sollte. Gisela trat in die Tür und reichte der Pfarrerin das Märchenbuch hin... Wie eigenartig war doch der Charakter dieses Kindes! Weder die zärtlich einschmeichelnde Frau von Herbeck noch irgend jemand der Umgebung konnte sich je eines Liebesbeweises von seiten der Kleinen rühmen; scheu und finster wich sie jeder Berührung aus und wies selbst die Liebkosungen des Stiefvaters hartnäckig zurück – und jetzt stellte sie sich plötzlich auf die Zehen, streckte die mageren Arme empor und legte sie um den Nacken der Frau, deren Wesen ein so unbestechlich gerades war, die dem hochgeborenen Kinde nie eine Spur der gewohnten Huldigung und Vergötterung entgegenbrachte.

Die Pfarrerin küßte überrascht den dargebotenen kleinen Mund. »Behüt' dich Gott, mein liebes Kind, werde recht brav und wacker!« sagte sie – ihre volltönende Stimme schmolz in Weichheit – sie wußte ja, daß die Kleine das Pfarrhaus nicht wieder betreten würde.

Frau von Herbecks Gesicht wurde ganz blaß bei diesem unvorhergesehenen Auftritt, aber sie war gewohnt, die seltenen Momente einer selbständigen Gefühlsäußerung des Kindes gegen andere lediglich für kleine, ihr selbst geltende Bosheiten zu halten, und deshalb bemühte sie sich, »diese kindische Demonstration« durch ein kalt-gleichgültiges Lächeln zu entwaffnen. Die »widerwärtige Szene« wurde ja in diesem Augenblick ohnehin abgekürzt durch einen Lakaien, der, den Arm voll Schals und Mänteln, mit abgezogenem Hut in die Stube trat.

»Tragen Sie die Sachen in Fräulein von Zweiflingens Zimmer!« herrschte ihn Frau von Herbeck an; dann nahm sie Giselas Hand, neigte den Kopf freundlich herablassend und sagte in ihrem verbindlichsten Ton zu der Hausfrau: »Meinen besten Dank für den reizenden Weihnachtsabend, meine liebe Frau Pfarrerin!«

Sie verließ das Zimmer und eilte in einer fast fieberhaften Ungeduld den anderen voraus über Treppe und Vorsaal, für einen Moment der Grazie, Würde und selbst der peinlichen Rücksicht verlustig, die sie sonst unter allen Umständen für ihre Toilette hatte – der starre, elegant bordierte Kleidersaum schleifte Rosamundes wahrhaft künstlerisch verteilte Sandbrocken kollernd weiter auf den noch nassen Dielen. Droben aber in Juttas Stübchen blieb sie einen Augenblick bildsäulenartig stehen, dann ließ sie sich wie zerbrochen auf einen Stuhl fallen. Sie war außer sich.

»Nur noch einige Minuten muß ich hier bleiben, liebstes Fräulein Jutta!« rief sie, tief Atem schöpfend. »Ich darf unmöglich in diesem aufgeregten Zustand nach Hause kommen und mich vor unseren Leuten sehen lassen – diese müßigen Augen und Mäuler belauern und bemängeln einen ohnehin auf Tritt und Schritt... Fühlen Sie meine Wangen an, wie sie glühen!«

Sie preßte ihre weißen Hände abwechselnd an Stirne und Schläfe, als wolle sie das aufgestürmte Blut beschwichtigen.

»Gott im Himmel, war das ein entsetzlicher Abend!« rief sie aus – sie warf das Haupt schüttelnd zurück und starrte an die Zimmerdecke. »Nie, solange ich atme, bin ich gezwungen gewesen, in einer so – verzeihen Sie – erniedrigenden Umgebung auszuhalten!... Was alles habe ich geduldig anhören müssen!... Diese gemeine Person, mit welcher Ungeniertheit sie ihre Ansichten auskramte, Ansichten, die ihrem ›lieben Mann‹ Amt und Brot kosten können! Sie mag sich nur vorsehen, die überkluge Frau!... Und diese unendliche Salbung, diese mit Gottesfurcht und Frömmigkeit gespickten Reden! Schon um deswillen ist mir das sogenannte ›Wort Gottes vom Lande‹ stets ein Greuel gewesen, weil es sein – rund herausgesagt – ›Handwerk‹ ewig auf dem Präsentierteller herumträgt!«

Sie erhob sich und ging einigemal auf und ab.

»Sagen Sie selbst, Kindchen«, hob sie nach einem momentanen Schweigen wieder an und legte, stehen bleibend, die Hände auf Juttas Arm, »war das nicht eine starke Zumutung für den gebildeten Geschmack, für musikalisch verwöhnte Ohren, daß wir aus Ihrem himmlischen Klavierspiel unerbittlich herausgerissen wurden, um drunten einen Choral von dünnen, quiekenden Kinderstimmen zu hören?... Warum soll ich's leugnen, ich mag überhaupt den Choral nicht – ich gehöre nun einmal nicht zu den überschwenglichen Seelen; und so lächerlich und abgeschmackt mir auch einerseits die Komödie da drunten vorkam, ich mußte mich doch ärgern, eben weil ich gezwungen wurde, sie mitzumachen... Und nun noch eins, liebstes Fräulein von Zweiflingen; ich bin selbstverständlich zum letztenmal mit Gisela in diesem gottgesegneten Pfarrhause gewesen!«

Jutta wandte erbleichend das Gesicht weg, aber die kleine Gräfin, die während der leidenschaftlichen Ergießungen ihrer Gouvernante ruhig Mantel und Kapuze angelegt hatte, trat mit großer Lebhaftigkeit vor sie hin und sagte genau in dem trotzig entschiedenen Tone des Pfarrersohnes, der ihr trotz alledem jedenfalls imponiert hatte: »Oh, so geschwind geht das nicht – ich werde jedenfalls wiederkommen!«

»Das wollen wir sehen, mein Kind!« entgegnete Frau von Herbeck plötzlich sehr beherrscht – sie hatte offenbar in ihrer Aufregung die Anwesenheit des Kindes für einen Moment völlig außer acht gelassen. »Papa soll einzig und allein entscheiden – du kannst ja noch nicht beurteilen, Engelchen, was für bittere Feinde du in diesem Hause hast.«

Die Dame schlug ihre Arme um Juttas Schultern und zog die geschmeidige Gestalt fest an sich.

»Und nun hören Sie mich!« flüsterte sie. »Der unerträgliche Kinderlärm, das entsetzliche Gebräu – Tee genannt – und die groben Speisen, die uns aufgenötigt werden sollten, die Knasterwolken, die aus jeder Türritze der pfarrherrlichen Studierstube quollen und die Luft verpesteten – kurz, das ganze Heer von Widerwärtigkeiten, das wir heute in trauriger Gemeinschaft über uns ergehen lassen mußten, hat mir die Überzeugung aufgedrängt, daß Ihres Bleibens nicht länger in diesem Hause sein kann. So lange wenigstens, bis Sie Ihren alten, herrlichen Namen mit dem bürgerlichen vertauschen, sollen Sie noch die Vorrechte und die Annehmlichkeiten Ihres Standes genießen... Ich nehme Sie mit, und zwar auf der Stelle. Denen drunten machen wir vorläufig weis, daß Sie mich nur für die Feiertage besuchen – sonst kommen Sie nicht los... Sie wohnen weder beim Minister noch bei der kleinen Gräfin Sturm, sondern einzig bei mir, ich trete Ihnen zwei hübsche Zimmer meiner weitläufigen Räumlichkeiten ab, und sollten Sie oder Ihr Herr Bräutigam Bedenken tragen, alles Übrige ohne weiteres in Schloß Arnsberg anzunehmen, nun, so geben Sie doch Gisela Klavierunterricht – dann ist alles ausgeglichen!... Wollen Sie?«

Statt aller Antwort wand sich das junge Mädchen hastig aus Frau von Herbecks Armen, eilte in die anstoßende Kammer und kehrte nach wenigen Minuten, in einen engen, verwachsenen Mantel gehüllt, in die Stube zurück.

»Hier haben Sie mich!« sagte sie mit strahlenden Augen.

Frau von Herbeck unterdrückte mit Mühe ein Lächeln über die wunderliche Figur, die die junge Dame in dem engen, pressenden, unmodernen Kleidungsstück spielte. Sie befühlte die dünne Wattierung.

»Das Mäntelchen ist viel zu leicht. Bedenken Sie, daß wir in die eisige Nachtluft hinaus müssen!« sagte sie, während sie den Mantel abstreifte und zu Boden fallen ließ. »Lena hat uns ja ein ganzes Kleidermagazin geschickt!« fuhr sie fort und zog aus dem Wust von Schals und Mänteln, den der Bediente auf das Sofa gelegt hatte, einen mit Pelz besetzten, königsblauen Samtüberwurf und eine Kapuze aus weißem Kaschmir. Diese weichen, kostbaren Umhüllungen legte sie eigenhändig um Kopf und Schultern des jungen Mädchens.

Nach wenigen Minuten stand das traute Eckstübchen verlassen, und die drei stiegen die Treppe hinab, an deren Fuß Rosamunde mit der flackernden Küchenlampe stand. Das alte Mädchen ließ vor Erstaunen fast die Lampe fallen, als Jutta ihr näher kam – es war aber auch in der Tat ein wahrhaft blendender Anblick. Freilich fehlte diesem stolz zurückgeworfenen Haupt mit dem weißflockigen Diadem über der Stirn, dieser gebieterisch herabschreitenden Gestalt im übergeworfenen Samtmantel augenblicklich all und jeder mädchenhafte Liebreiz – es schien, als sei er, mit dem alten Mäntelchen abgestreift, droben im Eckstübchen zurückgeblieben –, dafür war die junge Dame aber auch vollkommen das, was sie sein wollte. der stolze Abkömmling eines uralten, hochmütigen Geschlechts!

Sie war eben im Begriff, sich an Rosamunde zu wenden, als aus dem tiefen Dunkel des zweiten Hausflurs plötzlich Sieverts grauer Kopf auftauchte. Der Anblick dieses finster verbissenen Gesichts war wohl gerade in diesem Augenblick der am wenigsten wünschenswerte für die Flüchtende. In ihre Wangen trat die lebendige Röte einer sehr unliebsamen Überraschung, aber die Züge versteinerten sich auch förmlich in dem Ausdruck unsäglichen Hochmuts – vergebens, der alte Soldat ließ sich dadurch weder verscheuchen noch außer Fassung bringen; er trat vielmehr näher, während seine Augen feindselig höhnisch über die elegante Umhüllung der jungen Dame glitten.

»Der Hüttenmeister schickt mich –« hob Sievert an.

»Mann, Sie kommen aus dem Hause, wo ein Tyhpuskranker liegt?« schrie Frau von Herbeck entrüstet auf, indem sie sich schützend vor die kleine Gräfin stellte und ihr Batisttaschentuch an den Mund hielt.

»Ach, machen Sie doch keine Geschichten!« entgegnete Sievert fast knurrend und streckte mit einer sehr wenig respektvollen Bewegung seine knochige Hand nach der bebenden Gouvernante aus. »Es geht noch lange nicht an Ihr Leben!... Der Hüttenmeister leidet schon gar nicht, daß einer so mir nichts dir nichts ins Pfarrhaus geht. Hab' mich in der Gießerei erst stundenlang ausräuchern und auslüften müssen – obwohl das, sozusagen, eine Dummheit ist – denn der Doktor hat zehnmal gesagt, daß die Krankheit jetzt noch gar nicht ansteckt!«

Er wendete sich wieder zu Jutta. »Also ich soll Ihnen ausrichten, es wär' heute nichts mit dem Hierherkommen und der Bescherung, weil's unser Student eben – just in dem Moment – mit dem Sterben zu tun hat.« Bei den letzten Worten klang die rauhe Stimme fast grell, unter dem sichtlichen Bemühen, das Brechen derselben zu verhindern.

»O Gott, der Ärmste!« rief Jutta; es blieb zweifelhaft, wen sie meinte, den Sterbenden oder ihren Bräutigam; aber fast schien es, als begreife sie, daß dies doch nicht der schickliche Moment sei, den eigenmächtigen Schritt auszuführen, den sie vorhatte – unwillkürlich wandte sich ihr Fuß, wieder treppauf zu steigen, Frau von Herbeck ergriff plötzlich ihre Hand und hielt sie fest wie in einem Schraubstock.

»Das ist ein sehr beklagenswertes Ereignis!« sagte sie, und der Ton inniger Teilnahme gelang ihr vortrefflich. »Ich fühle die doppelte Verpflichtung, Sie in diesen traurigen Augenblicken nicht allein zu lassen. Kommen Sie, liebes Kind – wir dürfen auch Gisela nicht so unverantwortlich lange dem abscheulichen Zugwind hier aussetzen.«

Jutta verließ die letzten Treppenstufe.

»Sagen Sie dem Hüttenmeister, daß ich sehr unglücklich sei«, wendete sie sich an Sievert. »Ich gehe für einige Tage nach Arnsberg und –«

»Sie gehen nach Arnsberg?« rief er und griff an seinen Kopf, als sei ihm das Gehörte unfaßlich.

»Und warum nicht, Mann?« fragte Frau von Herbeck eisig kalt, mit jenem Ausdruck feudalen Übergewichts, der sofort jedwede ungelegene Antwort verstummen machen will. Das imponierte indes dem alten, verbitterten Soldaten sehr wenig. Er stieß ein rauhes Hohngelächter aus.

»Nach Schloß Arnsberg, das dem Baron Fleury gehört?« wiederholte er.

Frau von Herbeck warf einen Blick nach der Haustür. Dort stand der Lakai unbeweglich mit abgezogenem Hut, und draußen kauerte der pelzumhüllte Kutscher auf dem Bock – sie mußten jedes Wort hören.

»Ich muß Sie dringend bitten, liebstes Fräulein von Zweiflingen, dies eigentümliche Zwiegespräch abzukürzen«, sagte sie malitiös, wenn auch mit sehr unruhig flackernden Augen. »Ich verstehe nicht, was der Mann will!«

»Ich weiß es!« unterbrach Jutta die Dame tief erbittert, indem sie sich hoch und stolz aufrichtete. »Hofmeistern will er mich!... Er vergißt nur zu gern seine Stellung und macht sich stets der empörendsten Übergriffe schuldig... Aber ich sage Ihnen, Sievert«, wandte sie sich in unsäglich verächtlichem Ton und bebend vor Entrüstung an den alten Mann, »die Zeiten sind vorüber, wo Sie sich unterstehen durften, mir und meiner armen Mama Ihre sogenannten Wahrheiten ins Gesicht zu sagen und uns das Leben so unbeschreiblich schwer zu machen... Wenn auch Mama in ihrem leidenden Zustand diese ewigen Widersprüche und Ungeschliffenheiten geduldig hingenommen hat, so war das ihre Sache – ich aber verbitte mir Ihre Bevormundung hiermit für alle Zeiten!«

Damit rauschte sie weiter, aber noch einmal, und zwar mit einem unnachahmlichen Gemisch von Grazie und hocharistokratischer Würde, wandte sie den Kopf zurück – sie war offenbar zum Befehlen geboren.

»Sagen Sie Ihrer Herrschaft, daß ich für die Feiertage Frau von Herbecks Gast sein würde!« rief sie der wortlos dastehenden Rosamunde zu, dann schritt sie mit einem leichten Kopfneigen an dem sich verbeugenden Lakaien vorüber und bestieg den Schlitten, in dem Frau von Herbeck und die kleine Gräfin bereits Platz genommen hatten. Er flog pfeilgeschwind in die Nacht hinein – es war nur eine kurze ebene Strecke, die er zu durchmessen hatte, und doch fuhr er über eine unausfüllbare Kluft; die Furchen, die er im Schnee zurückließ, waren die einzige und letzte Verbindung zwischen Schloß und Pfarrhaus.

Sievert war sprachlos am Fuß der Treppe stehen geblieben; erst das Schellengeklingel des davonsausenden Schlittens weckte ihn aus der Erstarrung, mit der er der dahinschwebenden jungen Dame nachgesehen hatte. Nun aber rannte er hinaus in das Dunkel. »Undank, Undank!« murmelte er und streckte die geballten Hände in unbeschreiblicher Aufregung gegen den flimmernden Himmel – dort, über dem Hüttenwerk funkelte der Sirius in seinem weißen Licht, der bleiche Liebling des alten Sternkundigen. Sein finsterer Blick haftete an dem Stern. »Ja, ja, da steht der alte Knabe und denkt wunder wie fest!« lachte er ingrimmig. »Und ist doch auch nicht mehr rot, wie ihn die Alten gesehen haben! ›Rr, ein ander Bild!‹ heißt's da droben, ebensogut wie in der elenden, erbärmlichen Menschenseele!... Hei, fahre du nur hin ins Schloß! ›Wohl bekomm's!‹ sagt der alte Sievert – aber es müßte nicht mit rechten Dingen zugehen, wenn's der da droben – gesegnen sollte!«...

 << Kapitel 4  Kapitel 6 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.