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Rainer Maria Rilke: Gedichte

Rainer Maria Rilke: Rainer Maria Rilke: Gedichte - Jugend-Bildnis meines Vaters
Quellenangabe
titleJugend-Bildnis meines Vaters
typepoem
booktitleLyrik und Prosa
authorRainer Maria Rilke
publisherInsel Verlag
senderguenter.ullwer@cmcc.com
created20030407
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Rainer Maria Rilke

Jugend-Bildnis meines Vaters

Im Auge Traum. Die Stirn wie in Berührung
mit etwas Fernem. Um den Mund enorm
viel Jugend, ungelächelte Verführung,
und vor der vollen schmückenden Verschnürung
der schlanken adeligen Uniform
der Säbelkorb und beide Hände –, die
abwarten, ruhig, zu nichts hingedrängt.
Und fast nicht mehr sichtbar: als ob sie
zuerst, die Fernes greifenden, verschwänden.

und alles andere mit sich selbst verhängt
und ausgelöscht als ob wirs nicht verständen
und tief aus eigener Tiefe trüb –.
Du schnell vergehendes Daguerreotyp
in meinen langsamer vergehenden Händen.

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