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Quickborn

Klaus Groth: Quickborn - Kapitel 121
Quellenangabe
typepoem
booktitleQuickborn
authorKlaus Groth
year1930
publisherF. W. Hendel Verlag
addressMeersburg und Leipzig
titleQuickborn
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1853
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Minnesänger

Geschrieben nach Abschluß der ersten Auflage
des Quickborn im Herbst 1852

Das Laub beginnet fallen,
Und Winter naht mit Macht.
Ergeht an dich die Frage:
Was hast du für dich bracht?

Hast du der rothen Äpfel?
Hast du der süßen Birn?
Hast du voll goldner Halme
Die Scheuern bis zur Firn?

Hast Hölzer auf dem Boden?
Im Keller süßen Trunk?
Dann fürcht dich nicht zu sehre,
Fürrath hast du genung.


Ich sah die Liljen blühen,
Dazu die Heideblum,
Die Nachtigall im Walde
Die sang des Maien Ruhm.

Da blühte mein Gemüthe
Allauf aus schwerem Leid,
Gemahnte mitzusingen
Des Maien Herrlichkeit.

Und sangen wir selbander
Frau Nachtigall und ich,
Da nahm sie aber Flügel
Und flog zum Himmelrich.

Und flog zum blauen Himmel,
Sah fröhlich allumher,
Und flog zu neuen Blumen
Gen Süden über Meer.

Nun stand ich fast betroffen
Und rief: Frau Muhme, halt!
Da stand ich ganz alleine
Zu singen in dem Wald.

Es fehlt mir sehr an Schwingen,
Sonst flög ich gerne mit,
Sonst flög ich mit gen Süden,
Wenn ich zwei Flügel hätt.

Ich habe schier versäumet
Der Früchte einzufahn.
Doch der die Liljen kleidet,
Wird mich nicht durfen lan.

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