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Pucki - Unser Mütterchen

Magda Trott: Pucki - Unser Mütterchen - Kapitel 2
Quellenangabe
typefiction
authorMagda Trott
titlePucki - Unser Mütterchen
publisherVerlag von A. Anton & Co.
printrun11.-20. Tausend
yearo.J.
firstpub1939
illustratorG. Kirchbach
senderreuters@abc.de
second correctorRegine Kreutz
created20160718
modified20180123
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Die Schwärzel

Unter der großen Linde war der Kaffeetisch gedeckt. Das dichte Laub des alten Baumes ließ keinen Sonnenstrahl durch; so verspürte man wenig von der drückenden Junihitze. Frau Gregor schaute nach allen Seiten aus. Weder ihre drei Buben noch ihr Mann ließen sich sehen. Freilich, bei Doktor Claus Gregor war es nichts Seltenes, daß er den Nachmittagskaffee versäumte; zuviel Arbeit lastete auf ihm. Aber ihre Kinder waren zur Pünktlichkeit erzogen, und längst hatte die Uhr die vierte Stunde geschlagen.

Frau Gregor, von ihrem Mann und allen Bekannten trotz ihrer fast dreißig Jahre immer noch wie in ihrer Kinderzeit »Pucki« genannt, ließ sich auf einem bequemen Gartenstuhl nieder. Es war sonst nicht ihr Platz, hier saß sonst ihr Mann, ihr Claus. Aber von diesem Stuhl aus konnte sie jene Fenster der Klinik sehen, hinter denen der beliebte Arzt seine Sprechstunde abhielt. Wenn sich eins der Fenster öffnete, wußte sie, daß der letzte Patient gegangen war und sie Claus erwarten konnte.

Pucki gab sich, während sie sinnend dasaß, der Träumerei hin. Sie konnte mit ihrem Los zufrieden sein. Aus der kleinen wilden Pucki, die in ihrer Jugend manchen dummen Streich begangen hatte, war die beliebte Frau eines angesehenen Arztes geworden. Er hatte sich aus eigener Kraft, durch unermüdlichen Fleiß, durch Tüchtigkeit, Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit emporgearbeitet und leitete nun eine eigene chirurgische Klinik. Jahrelang war es der Wunsch des jungen Arztes gewesen, hier in Rahnsburg eine eigene Klinik zu eröffnen. Durch eine Erbschaft war ihm endlich die Ausführung seines Planes möglich geworden. Anfangs war es nicht immer leicht gewesen, allen Anforderungen gerecht zu werden, aber heute besaß die Gregorsche Klinik bereits einen guten Ruf. Aus der ganzen Umgegend kamen die Patienten vertrauensvoll mit ihren Leiden und ihren Nöten zu ihm. Und nicht nur Doktor Claus Gregor suchte zu helfen, auch seine liebe Frau half nach Möglichkeit ihren Mitmenschen und stand ihnen bei, soweit es in ihren Kräften lag.

Drei Knaben waren aus der Ehe hervorgegangen. Karl, der bereits acht Jahre zählte, war ein aufgeweckter und fleißiger Junge. Peter, der Ostern zur Schule gekommen war, ließ sich schwieriger erziehen; oft machte sich Pucki Gedanken darüber, ob sie die bei Peter sichtbar werdenden Fehler auch richtig bekämpfe. Der fünfjährige Rudolf sorgte schließlich dafür, daß es in Haus und Garten immer etwas zu lachen gab. Seine drolligen Einfälle, sein übergroßer Wissensdurst und seine Verschmitztheit machten den Eltern mancherlei zu schaffen. Wenn alle drei wie die Orgelpfeifen nebeneinander standen, überkam Pucki ein Gefühl namenlosen Glückes. Wie dankbar durfte sie dem Schicksal sein, daß es ihr keine zu großen Sorgen auf den Lebensweg warf. Freilich, Ärger und Aufregungen blieben nicht aus. Als die Blicke der jungen Frau weiter wanderten, hin zu der großen Wiese, die sie im vorigen Herbst dem Nachbar Dreffensteg abgekauft hatten, erinnerte sie sich noch schaudernd jenes Augenblicks, da man ihr den Jüngsten halb vom Schlamm erstickt ins Haus gebracht hatte. Sie war damals schwer krank geworden und mußte in ein Bad zur Kur fahren. Inzwischen vertrat die frühere Leiterin eines Kinderheims bei ihren Kindern Mutterstelle. Aber die Frau Oberin war streng, wenn auch gerecht, doch ihre Erziehungsmethode schien für Puckis Kinder ungeeignet, und noch heute erinnerten sich die Kinder mit höchstem Unbehagen an jene Zeit.

Wie schön war es hier unter der großen, alten Linde im eigenen Garten! Vorn lag das stattliche Haus der Klinik, neuzeitlich eingerichtet. Drüben, den Hof abschließend, war eine Mauer, von Jasminsträuchern verdeckt. Vor der Liegehalle standen blühende Rosen, ein Anblick, der die Patienten erfreuen und ihre Lebenslust erhöhen sollte. Mit größter Sorgfalt achtete Pucki darauf, daß das Blühen im Garten nicht endete, denn wo Blumen sind, ist Freude, sagte sie sich, und Freude brauchten die Kranken, die hierher kamen.

Pucki schaute auf die Armbanduhr. Eine Viertelstunde war bereits über die festgesetzte Kaffeezeit verstrichen. Unwillig erhob sie sich, ging zur Jasminhecke und rief laut nach ihren drei Knaben. Sie ahnte, daß sie wieder im Hof bei Frau Mahler waren, um den Küken, die gestern ausgeschlüpft waren, zuzuschauen.

Herr und Frau Mahler waren seit fast zwei Jahren bei Gregors angestellt. Der Arzt brauchte einen Chauffeur, der gleichzeitig auch alle Gärtnerarbeiten besorgte. In Mahlers hatten sie ein tüchtiges Ehepaar gefunden, das das vollste Vertrauen des Arztes genoß.

Die drei Knaben, die im Hof neben der Glucke und ihren zehn Küken kauerten, hörten den Ruf ihrer Mutter, erhoben sich sofort und liefen zu ihr in den Garten hinüber. Ehe Pucki ihnen ein Wort des Vorwurfs sagen konnte, war sie von der lärmenden Schar umringt.

»Mutti, die Schwärzel hat gelbe und schwarze Kinderchen!«

»Mutti, ich lach mich tot! – Aus den Federn gucken die kleinen Köpfchen 'raus! Es sieht aus, als ob die Schwärzel viele Köpfe auf den Flügeln sitzen hat! – Mutti, komm mit, das mußt du sehen!«

»Nein, jetzt hingesetzt, der Kaffee wartet!«

Die beiden Ältesten folgten der Aufforderung, der kleine Rudi dagegen war unter den Rock der Mutter gekrochen und rief vergnügt: »Piep – piep!«

»Was soll das, Rudi! – Komm hervor!«

»Die Kinderchen der Schwärzel kriechen auch unter die Mutti. Frau Mahler hat gesagt, Kinderchen können zu ihrer Mutti gehen und unterkriechen. – Mutti, wir spielen jetzt Schwärzel!«

Pucki zog den kleinen Burschen unter ihrem Rock hervor und gebot ihm: »Setz dich hin!«

»Mutti, ich muß dir ganz schnell noch was zeigen!« Rudi warf sich auf den Kiesweg, griff mit den Händchen den Kies, warf ihn über sich und strampelte mit den Beinen.

»Rudi!« rief Pucki entsetzt.

»Guck, Mutti, so macht die Schwärzel!« schrie Peter und lag im nächsten Augenblick neben dem Bruder auf dem Kiesweg. »Paß auf, Mutti, so macht sie! Sie nimmt ein Staubbad, sagt Frau Mahler.« – Peter legte sich ein wenig auf die Seite, streckte das eine Bein steif von sich und stieß dabei schnurrende Töne aus. Dann schlug er mit einem Arm wie die Henne mit dem Flügel und wühlte mit den Füßen den Kies derart auf, daß sich ein feiner Steinregen über den Kaffeetisch ergoß.

»Peter! Sofort aufstehen!«

»Mutti, genau so macht's die Schwärzel«, sagte Karl voller Bewunderung. »Es war sehr ulkig. Dann ruft sie: ›Putt, putt, putt‹, und alle kleinen Küken sind wieder unter ihren Federn.«

»Ich werde euch was mit ›putt, putt‹!« Peter und Rudi erhoben sich und lachten hell auf.

»Au fein, jetzt spielen wir Schwärzel!« Dabei wollten sie unter den Rock der Mutter flüchten.

»Nun ist's aber genug«, klang es streng. »Wie seht ihr aus!«

»Das macht nichts, sagt Frau Mahler.«

»Sofort ins Haus, die Hände sauber waschen, aber schnell! Dann kommt ihr gleich wieder hierher!«

»Und dann spielen wir Schwärzel! – Die Schwärzel ist ein gutes Mütterchen, sagt Frau Mahler.«

Gebieterisch wies die Mutter mit ausgestrecktem Arm nach dem Haus. Die beiden Jüngsten eilten davon.

K.

»Mutti, sie hat wirklich genau so im Staub gebadet, wie es der Peter machte«, sagte Karl wichtig. »Sie muß das machen und freut sich darüber«, sagte Karl wichtig. »Mutti, kann sie denn alle ihre kleinen Kinderchen behüten? Da muß sie aber furchtbar aufpassen.«

»Das tut sie auch, Karl.«

»Zehn Kinderchen ist aber furchtbar viel, Mutti. Wenn eins fortläuft, muß sie hinterher, und dann hat sie schon wieder Angst, daß ein anderes weg ist. – Mutti, ich weiß, daß man auf Kinderchen gut aufpassen muß. Sie muß ein kluges Hühnermütterchen sein.«

»Kleine Küken folgen dem Ruf ihrer Mutter sofort.«

»Frau Mahler hat uns gesagt, eine Henne ist eine besonders gute Mutter, genau so gut wie du, Mutti. Du bist auch ein Mütterchen. Oh, es ist schön, daß alle Küken so ein liebes Mütterchen haben. – Mutti, du mußt nachher mal mitkommen.«

»Sobald wir Kaffee getrunken haben, komme ich.«

Kurz darauf kamen die beiden anderen Knaben zurück und streckten der Mutter die gewaschenen Händchen entgegen.

»Krrrr, hat sie plötzlich geschrien«, meinte Peter und wiederholte aus Leibeskräften: »Krrr, krrr! – Das bedeutet eine Gefahr.«

»Ja, Peter, es ist der Warnungsruf«, erklärte die Mutter.

»Mutti, bitte, spiele mit uns nachher Schwärzel!«

»Wie soll ich das denn machen?«

»Du rufst, dann kommen wir zu dir. Dann schmeißt du uns Bonbons auf die Erde, und wir picken sie auf. – Dann kriechen wir unter deinen Rock, stecken die Köpfe heraus, und dann gehen wir zusammen durch den Garten. – Mutti, bitte, spiele doch mit uns Schwärzel!«

»Unter meinem Rock werdet ihr drei keinen Platz haben. Außerdem hat die Mutti nachher anderes zu tun. Ihr könnt allein Schwärzel spielen. Dort drüben der Busch ist die Gluckhenne, unter den ihr kriechen könnt.«

Schallend lachten die drei auf. »Mutti, die Schwärzel ist doch schwarz, und der Busch ist grün! – Der Busch kann uns auch nicht rufen und nicht mit uns herumlaufen.«

»Von dem kriegen wir auch keine Bonbons«, sagte Peter. »Ach nein, ich will lieber mit dir Schwärzel spielen!«

Plötzlich stieß Karl ein lautes »Krrrr« aus. Er hatte gesehen, wie Peter schon zum vierten Male in die Zuckerdose langte, und auch den Blick der Mutter aufgefangen; und ließ nun den Warnungsruf hören. Peter zog rasch die Hände zurück.

»Ich wollte ja nur einmal nachsehen, ob noch Zucker drin ist«, entschuldigte sich Peter. »Und weil noch tausend Stück da sind, wollte ich eines der Schwärzel mitnehmen für ihre tausend Kinderchen!«

»Zehn Kinderchen hat sie nur«, verbesserte Karl den Bruder.

»Nein, tausend!«

»Peter«, mahnte die Mutter, »du weißt genau, daß es nur zehn sind. Du sollst nicht immer so sehr aufschneiden. Das hat dir die Mutti schon oft verboten.«

»Ich habe doch tausend gezählt!«

»Krrr!« rief Karl.

»Na, meinetwegen, hundertsieben«, gab Peter klein bei. »Mutti, aber nachher spielst du mit uns Schwärzel, ja?«

»Ihr dürft nachher wieder zu den Hühnern gehen; erst heute abend spielt die Mutti mit euch.« – – –

Nach dem Kaffeetrinken liefen die drei Knaben wieder in den Hof. Die Schwärzel saß im Stall, und keines der Kinderchen war zu sehen. Sie hielt die Flügel weit gespreizt; die Küken schliefen unter ihrer Mutter.

»Kann ich sie mal mit 'nem Stock ein bißchen kitzeln?« fragte Peter. Da schlug Karl den Bruder kräftig auf die ausgestreckte Hand. »Du – uns kitzelt auch keiner im Schlafe. Das Mütterchen Schwärzel würde Angst bekommen. Wir wollen die Kinderchen schlafen lassen.«

»Rudi möchte gern Schwärzel spielen!«

»Wir kriechen unter Muttis Rock, der oben im Schrank hängt! – Die Mutti hat auch einen Rock, der so weit ist wie die Federn der Schwärzel! – Au fein, wir spielen oben Schwärzel!«

Dieser Plan fand allgemeine Zustimmung. – Der weite, schwarze Rock, den die Mutti neulich getragen hatte, war von den Kindern mit der größten Aufmerksamkeit betrachtet worden. Pucki hatte den Rock mit den vielen kleinen Falten vor den Knaben weit auseinandergezogen. Unter diesen Rock konnte man fein kriechen und Schwärzel spielen. Eigentlich durften sie nicht an Muttis Kleiderschrank gehen, aber das Verlangen nach dem Schwärzel-Spielen war so groß, daß das Verbot wieder einmal übertreten wurde.

Im Schrank hing der Rock mit den vielen kleinen Kniffen. Rudi kroch sofort hinein und setzte sich darunter. Peter stieg ihm nach, aber für Karl war kein Platz mehr. Die beiden Jüngsten piepsten laut.

»Du bist das ungezogene Puttchen, das nicht zur Mutti kommt«, jauchzte Rudi. »Putt, putt, putt, Hühnchen, komm zur Mutti.«

Die beiden Knaben wickelten sich in den plissierten Rock und piepsten so kräftig, daß Frau Gregor, die im Wohnzimmer saß, aufmerksam wurde. Sie öffnete die Tür und sah Karl, der im Zimmer umherhüpfte; dann erkannte sie in dem weit geöffneten Kleiderschrank die beiden anderen Knaben, die ihr zujubelten:

»Mutti, wir spielen Schwärzel! Guck doch – ist das nicht schön?«

»Mein schönes Kleid! – Kinder, sofort aus dem Schrank!«

Peter schüttelte energisch den Kopf, der unter dem Rock hervorschaute. »Nein, Mutti, deine kleinen Kinderchen sind jetzt müde und müssen schlafen. – Ein gutes Mütterchen läßt seine Kinderchen schlafen.«

Pucki hob Peter, dann Rudi heraus und schloß den Kleiderschrank ab.

»Krrr – krrr!« machte Peter und zog sich in die entfernteste Zimmerecke zurück.

»Jetzt werden wir einmal Schwärzel spielen«, sagte Pucki böse. »Ein gutes Hühnermütterchen bestraft die unartigen Küken. Das kann euch nichts schaden.« Und schon bekam jeder einen leichten Klaps.

Peter fand, daß es dieses Mal noch recht glimpflich abgegangen war.

»Muttilein, wenn es doch ein so schönes Spiel ist! Du bist doch unser liebes Schwärzel-Mütterchen.«

»Du bist unsere Mutti«, schrie Rudi.

»Du bist unser Mütterchen«, sagte Karl, »auch wenn du uns einen Klaps gegeben hast. – Frau Mahler sagte, Mütterchen ist ein ebenso schönes Wort wie Mutti, und Mütterchen gefällt mir furchtbar gut. – Weißt du, Mutti, wenn ich dich mal sehr, sehr liebhabe, sage ich Mütterchen zu dir.«

»Wenn der Vati dich sehr liebhat, sagt er Pucki zu dir oder Puckilein. – Mutti, wir haben dich so sehr lieb, denn du bist unsere Schwärzel und mußt uns jetzt was zum Picken bringen.«

»Mütterlein – –«

»Schwärzel-Mütterlein – – pick – pick! Die kleinen Hühnerchen finden gar nichts zum Fressen und haben doch einen so großen Hunger.«

»Sieh mal, Mütterchen, das eine kleine Kindchen der Schwärzel fällt schon vor Hunger um.« Dabei warf sich Peter auf die Erde. »Piep, piep, Schwärzel – so einen Hunger!«

Rudi suchte schon wieder Zuflucht unter Puckis schwarzem Rock. »Piepchen hat auch so großen Hunger!«

»Mutti«, sagte Karl, »hast du vergessen, daß im Eßzimmer in der Schale noch Schokolade liegt? Laß uns mal nachsehen, ob sie noch da ist!«

»Piepchen verhungert«, rief Peter. Und als die Mutter noch immer keine Anstalten machte, den am Boden Liegenden zu Hilfe zu kommen, sagte Peter mit tiefer Stimme wie der Vater: »Pucki, meine liebe Frau, könnten wir unseren armen Kindern nicht Schokolade geben?«

Da mußte die Mutter lachen. »Putt-putt-putt«, rief sie und ging zur Tür. Sofort war sie von ihren drei Jungen umringt.

»Alle Putthühnchen kommen zum Mütterchen, wenn sie ruft!« sagte Karl.

»Eigentlich habt ihr nichts verdient!«

Pucki betrat das Eßzimmer.

»Piep – piep – piep«, riefen alle drei im Chor. Die Knaben schlugen mit den Armen und drängten sich dicht an die Mutter heran.

»Ein Mütterlein läßt ihre Kinder nie hungern«, sagte Karl ernst.

Da bekamen alle drei Schokolade.

»Oh, Mütterlein«, sagte Peter, »jetzt bist du wirklich eine gute Schwärzel!«

»Nein, ein Mütterlein!«

Beim Abendessen wußte Claus bereits von dem heutigen Kinderspiel. Erst hatte er unwillig aufgeblickt, als Karl zärtlich zur Mutter »Schwärzel-Mütterlein« sagte. Die Gattin warf ihm einen raschen Blick zu, denn sie wußte ja, daß nur kindliche Zärtlichkeit und Liebe diese Anrede prägte und daß es über kurz oder lang wieder Mutti heißen würde. Darum wurde auch den Knaben kein Verbot wegen dieser neuen Anrede erteilt.

Später, als Pucki ihre drei zu Bett brachte, wurde sie von jedem stürmisch umhalst. In heißer Zärtlichkeit klang es an ihr Ohr:

»Gute Nacht, Mütterchen!«

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