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Benno Rüttenauer: Pompadour - Kapitel 27
Quellenangabe
typenovelette
authorBenno Rüttenauer
titlePompadour
publisherGeorg Müller
year1921
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created201309
projectid93f754c4
wgs9110
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Der Ritter, das Weib und die Schlange

Der Ritter Florian von Sponeck war, noch halb ein Jüngling, der Dienstmann geworden des Pfalzgrafen Otto von Hochburgund und in diesen Diensten hatte er sich neben anderer reicher Beute auch ein außerordentlich schönes Weib aus jenen Gegenden erworben, mit dem er bald darauf heimkehrte und mit ihr wohnte auf seiner Burg nördlich von Breisach am Abhang eines Berges, den man den Kaiserstuhl nennt, hoch über den grünen Fluten des Rheins. Aber wie er nun so auf Burg Sponeck saß an dem spitzbogigen Fenster seiner Kemenate und seine Blicke hinausschweifen ließ, den Strom hinauf mit seinen hohen Pappeln, wo am südlichen Horizont sehr hoch die schwarze Masse des Münsters von Breisach im hellen Himmel stand, war er wie blind für die strahlende Herrlichkeit des schönen Landes, in seinen blauen Augen lag es wie ein trüber Schatten, und nichts malte sich darin ab von dem silberlichten Glanz, der über Strom und Land gebreitet lag. Jetzt merkte er erst, wie seine Seele einzig am Waffenhandwerk hing, und er bereute es, den abwechslungsreichen Kriegsdienst mit seinen bunten Abenteuern und Beutezügen so früh aufgegeben zu haben. Er langweilte sich. Er langweilte sich trotz der schönen Frau Irmegard, seiner Gemahlin, die ihm zärtlich anhing, die er aber seinerseits nur laulich liebte, trotz ihrer glänzenden Schönheit. Fast gleichgültig war sie ihm geworden in seiner etwas nüchternen und kühlen Seele, ja, er haßte sie sogar ein wenig, weil er ihr zu Gefallen den Dienst aufgegeben hatte und auf die einsame Burg seiner Väter heimgekehrt war.

Nun aber ereignete es sich in dieser Zeit, daß der Papst zu Rom, genannt Gregor IX., in ganz Deutschland einen Kreuzzug predigen ließ gegen die rachsüchtigen heidnischen Preußen, deren Länder er dem Orden der Deutschherren zu Lehen gegeben im Einverständnis mit dem Kaiser, um das milde Licht des Christentums unter ihnen auszubreiten. Aber immer wieder von neuem erhoben sich die Preußen mit barbarischem Ungestüm, und Herr Hermann von Salza, der Großmeister des Deutschordens, geriet mit seinen Rittern in gar arge Bedrängnis. Ja, das ganze deutsche Volk zitterte. Und wie einst gegen die Hunnen und dann gegen die Türken und andere Feinde Gottes und der Menschheit, und wie gegen Hagelwetter und Hungersnot und Pestilenz, so erschollen jetzt allenthalben in deutschen Gauen heilige Litaneien und Bittgesänge gegen die Preußen mit Strophen und Anthistrophen wie diese:

De Prussianis et eorum iniquitate:
Libera nos, Domine.

Darum ließ, wie gesagt, der Papst an die gesamte deutsche Ritterschaft die Aufforderung ergehen, den Deutschherren unter dem Zeichen des Kreuzes zu Hilfe zu eilen gegen die preußischen Barbaren und versprach der Heilige Vater den neuen Kreuzfahrern dieselben reichen Gnadenschätze wie den andern, die im fernen Morgenland Gut und Blut opferten für die Eroberung Jerusalems und der andern heiligen Orte. Und zahlreiche deutsche Ritter vom Rhein und Main und von der Donau und also besonders aus den schwäbischen fränkischen Gauen folgten dem Geheiß des Statthalters Christi auf Erden, und wappneten sich, und hefteten sich das weiße Kreuz auf ihre Mäntel, um in todesmutigen Kämpfen den versprochenen Himmelslohn zu verdienen.

Hinter diesen wollte auch der Ritter Florian nicht zurückbleiben; vielmehr ergriff er diesen Kreuzzug als eine willkommene Gelegenheit, seines allzu geruhigen Daseins wieder ledig zu werden. Doch als er eines Morgens seiner Gemahlin, der schönen Irmegard, sein Vorhaben mitteilte, da überfiel diese ein tödlicher Schrecken und im Schmerz ihrer Liebe warf sie sich dem Ritter weinend zu Füßen und bat ihn unter heißen Tränen, von seinem unheilvollen Entschluß abzustehen.

»Wollt Ihr mich ganz verstoßen,« rief sie, »noch habe ich kein Kind von Euch empfangen, dessen ich warten und pflegen und womit ich mich getrösten könnte in meiner Verlassenheit. Ihr müßt mich gar nicht ein wenig mehr lieben, wie ich es immer geahnt habe, daß Ihr mir das antun wollt, um mich als trostlose Witwe in der Einsamkeit dieser Mauern, wie in einen Kerker eingesperrt, zurückzulassen.«

Sie sah aber bald, daß ihre noch so flehentlichen Bitten nicht imstande waren, den harten Gemahl in seinen Absichten wankend zu machen. So faßte sie sich, so gut sie konnte, und am andern Morgen trat sie in großer Ruhe vor ihn hin. Sie habe eingesehen, sagte sie, daß er recht tue, seinem heiligen Vorsatz treuzubleiben; da es ihr aber unmöglich sei, in völliger Abgetrenntheit von ihm zu leben, so sei sie entschlossen, ihn zu begleiten und an seiner Seite alle Gefahren des Kampfes mit ihm zu teilen, sie hoffe, er werde ihr seine Einwilligung dazu nicht versagen.

Im Grunde seines Herzens wäre der Ritter lieber allein ausgezogen, weil er Besorgnis trug, es möchte einmal geschehen, daß sie entdeckt werden könnte in ihrer Verkleidung und er der Lächerlichkeit verfiele vor den andern Rittern, und auch noch aus andern Gründen. Aber weil er im Fall seiner Weigerung Schlimmeres befürchtete, und also keineswegs aus Liebe zu ihr, suchte er wohl mit tausend Vernunftgründen die Frau von ihrem Vorhaben abzubringen, gab aber, als sie standhaft blieb, zuletzt seine Einwilligung.

Und er ritt mit seiner Frau hinein nach der Stadt Breisach, damals eine reiche kaiserliche Stadt, wie es ihr hoher Münster noch heute laut ausspricht, und suchte einen geschickten Waffenmeister auf und ließ ihr nach ihren leiblichen Verhältnissen, sie war hochgewachsen und von schlanker Kraft, eine feine Rüstung anfertigen von blankem Stahl mit kunstreich aufgesetzten Verzierungen. Diese legte sie dann an, verbarg ihr üppiges blauschwarzes Haar unter dem vergoldeten Helm und ihre volle Frauenbrust im hochgewölbten stählernen Harnisch, legte sich die geringelten Schienen an die Beine, steckte ihre kinderhaft kleinen Füße in die spitzzulaufenden Eisenschuhe, und wie zweihundert Jahre später jene Jungfrau aus Lothringen, schwang sie sich aufs Pferd, an der Seite ihres Gemahls, und alle Leute, die sie auf der Reise erblickten, sahen staunend zu ihr auf, einen so schönen jugendlichen Ritter hatten sie noch nicht gesehen.

Da beide das weiße Kreuz auf ihren schwarzen Mänteln trugen, wurden sie überall, in Klöstern und Burgen und auch in den Städten, wo sie hindurchkamen, liebreich aufgenommen und auf das sorgsamste verpflegt und beherbergt. So gelangten sie ungefährdet nach der Burg Kulm am Weichselstrom, wo der Großmeister Hermann von Salza den Befehl führte über seine Ordensherren und alle andern Ritter, die in großer Zahl aus allen Gauen Deutschlands zu seiner Hilfe herbeigeeilt kamen.

Unter seiner Führung zogen nun auch der Ritter Florian und sein junger Bruder Irmin, wofür er seine Gemahlin ausgab, zu Feld und waren immer die vordersten in vielen siegreichen Gefechten. Aber nach kurzer Zeit wendete sich das Glück. Da rückte der heidnische Preußenkönig Swantopolk mit einem übermächtigen Heer gegen die deutschen Ritter, die zu wenige waren gegen diese Uebermacht. Es floß da viel des edelsten deutschen Blutes; zu Hunderten bedeckten die deutschen Helden das morastige Schlachtfeld, andere gerieten, ihrem Löwenmut zu Trotz, in Gefangenschaft und zu diesen gehörten auch die beiden Ritter Florian und Irmin. Diese ließ der Heide Swantopolk in den dicksten Turm seiner Burg in einen dunklen Kerker legen, wo sie zu ihrem Bett nichts weiter fanden als ein Häuflein Stroh, und als einzige Nahrung wurde ihnen alle drei Tage ein Krug Wasser und ein Laib schwarzen Brotes an einem Seil aus der Höhe heruntergelassen.

Darüber verfiel der Ritter Florian von Sponeck in eine dumpfe Betrübnis und schwarze Melancholie. Seine Gemahlin aber zeigte sich von stärkerem Gemüt und höherer Kraft der Seele. »Mein lieber Freund,« redete sie ihm zu, »du solltest nicht verzweifeln und deinen Mut, den du in hundert Schlachten gezeigt hast, nun nicht gänzlich verleugnen. Denn siehe, es hätte uns Schlimmeres geschehen können. Wenn es dem Feind eingefallen wäre, uns zu trennen, dann erst hätten wir Grund, uns dem mutlosen Jammer zu überlassen. Solche Trennung allein dünkte mich ein unerträgliches Los. Ich weiß noch sehr gut, wie du mir eines Tages, wenn auch auf andere Weise, damit drohtest. Da wurde es mir schwarz vor den Augen und ich sah nichts vor mir als den Tod, den Tod bei lebendigem Leibe. Dieser harte grausame Heide aber hat uns, allerdings weil er unwissend war, nicht auseinandergerissen; er ließ uns vereint, welch ein Glück – welch ein Trost! So dürfen wir uns gehören bei Tag und bei Nacht, wie sollten wir da verzagen und uns in schwachem Kleinmut um die höchste Tröstung bringen, die uns verblieben ist.«

Also sprach die schöne Frau Irmegard und faßte ihren Gemahl liebreich bei der Hand. Herr Florian aber entzog ihr die seinige, wandte sich ab von seiner Frau und verharrte in seinem verzweiflungsvollen dumpfen Brüten. Und ließ sich nicht aufrichten in seiner Mutlosigkeit und hörte nicht auf ihre liebevollen Worte, und stieß ihre Hand zurück, die sich in liebender Sehnsucht nach ihm ausstreckte. Darüber wurde auch die Frau traurig bis zum Tode.

Es geschah aber bald darauf, daß der König Swantopolk sich anschickte, den Tag seiner Geburt in freudiger Festlichkeit zu begehen, und alles sollte sich freuen an diesem Tage innerhalb der Grenzen seines Reiches, selbst die gehaßten gefangenen Christen. Er befahl darum, daß sie freigegeben und daß ihnen ein Bad und ein Mahl bereitet werde. Auch die beiden Ritter Florian und Irmin wurden aus ihrem Kerker hervorgezogen und in die Badehalle geführt. Als Florian von Sponeck diese Veranstaltungen sah, erschrak er sehr, denn er fürchtete mit Recht, daß nun sein vorgeblicher jüngerer Bruder als Weib erkannt werde und daraus konnten nicht nur der Frau, sondern auch ihm schlimme Dinge erwachsen. Er bat deshalb demütigst die Leute des Königs, daß sie ihn und seinen Bruder von dem Bad ausnehmen möchten, welche ihm aber erklärten, daß sie in nichts von dem Befehl des Königs abgehen dürften.

Und so wurde denn im Bad der vermeintliche Ritter Irmin als Weib erkannt und die Leute des Königs meldeten dies unverzüglich ihrem Herrn, der augenblicklich befahl, ihm das Weib in seiner vollen Nacktheit vorzuführen.

Dieser heidnische Preuße kannte bis jetzt nur die Frauen seines düstern Landes, Weiber mit großen, plumpen Füßen und ebensolchen Händen, mit roten Gesichtern und strohfarben-strähnigem Haar; eine Frauenschönheit, wie sie unter dem lichten Himmel und der goldenen Sonne mittägiger Gegenden wachsen und blühen, hatte er nie mit Augen geschaut. Sein Erstaunen war grenzenlos und bald entbrannte er in heftiger Liebe zu dem Leib des fremden Weibes.

Zugleich sann er in seiner Tücke, wie er den Ritter strafen wolle wegen dieses Betrugs, denn nicht anders faßte er die Sache auf in seinem heidnischen Sinn. Und sein umnebeltes Gehirn durchzuckte ein wahrhaft teuflischer Gedanke. Er führte das Weib mit sich in seine Kammer und bettete sie auf seinem Lager; dann befahl er seiner bewaffneten Leibwache, auch den Ritter herbeizubringen und ihn in der Kammer mit ledernen Riemen an eine Säule zu binden, also daß er zusehen müßte, wie der König bei seinem Weibe lag in mutwilligem Zeitvertreib und frechem Minnespiel.

König Swantopolk hatte sein Schwert an das Kopfende seines Bettes gelehnt mitsamt der Scheide und dem Gehänge, die beide von roten Steinen funkelten. Daneben aber auf dem Boden stand ein Krug von bleichem Zinn, bis an den Rand gefüllt mit gelbem Cyperwein. Daraus tat der König von Zeit zu Zeit einen Schluck und wandte sich dann wieder zu der Genossin seines Lagers. Und der unglückselige Ritter mußte es mit anhören, nicht nur wie der Heide sein Weib küßte und liebkoste, sondern auch wie sie es ihm erwiderte in kaum verhaltenem Lustgestöhn, und alles ganz nahe dem gefesselten Gemahl, dessen Seele sich krümmte in ohnmächtiger Wut und zu vergehen meinte in Schmerz und schandbarer Schmach. Ja, immer und immer wieder erneute sich das entsetzliche Spiel.

Doch nach einiger Zeit endlich entschlief das heidnische Ungeheuer, und also vermochte es der Ritter über sich und richtete mit sanfter Stimme das Wort an seine Frau und bat sie flehentlich, ihn freizumachen und mit ihm zu entfliehen.

Da aber offenbarte es sich ihm, zu seinem großen Entsetzen, daß der gottlose Heide seine Frau verzaubert hatte, denn wie sie ihm nun Antwort gab, erkannte er sie nicht wieder.

»Herr Ritter,« so sprach das Weib mit kaltem Hohn, »als ich in der Trauer war und in der Betrübnis, da habt Ihr mich zurückgestoßen und wolltet nichts hören von meiner Zuneigung, und habt meine innige Liebe und Freundschaft kaltblütig getötet in Eurem feigen Kleinmut; und nun, da ich in der Freude bin und meine Seele trunken ist und berauscht vom vollen Becher der Lust, stoße ich Euch zurück, genau so wie Ihr mir getan habt, und will von dieser Stunde an von Euch nichts hören und nichts wissen.«

Mit diesen Worten drehte sie sich um und entschlief an der haarigen Brust des furchtbaren Heiden. Der Ritter aber beobachtete, wie eine grüne Schlange aus einem Mauerspalt hervorkroch, sich in leisen Windungen dem zinnernen Krug näherte und dann sich züngelnd aufrichtete und ihren Kopf tief in den Wein des Königs tauchte. Und so wie sie gekommen war, verschwand sie wieder.

Das alles sah er deutlich beim roten Schein der Ampel, die an einer bronzenen Kette von der Decke herunterhing.

Des verwunderte sich der Ritter sehr. Zugleich gewahrte er, daß der König aufwachte und dann den Krug zu einem tiefen Schluck an seinen Mund führte. Darauf legte er sich von neuem zum Schlaf zurück, aber schon nach kurzem wurde er sehr unruhig, bäumte sich in die Höhe in der Mitte seines Leibes, stöhnte darauf fürchterlich, wollte sich aus dem Bett erheben, sank aber zurück wie ein Sack und war ein toter Mann.

Darüber erwachte auch die Frau, und da sie nicht anders meinte, als daß der Ritter durch ein geheimes Mittel den König getötet habe, griff sie in wildem Zorn nach dem Schwert des Königs und stürzte sich wie sinnlos auf den gefesselten Ritter. Sie verwundete ihn aber nur leicht an der Schulter, und als sie zum zweitenmal mit dem Schwert ausholte, fehlte sie und zerschnitt die Riemen, womit der Ritter gefesselt war, der, wie er sich also ledig fühlte, die Flucht ergriff vor der Wütenden und eiligst entsprang durch die Türe, die er von außen verriegelte.

Als die Leute des Königs am andern Morgen erschienen, um nach ihrem Herrn zu schauen und ihn tot fanden und das Weib verkrochen hinter einem Vorhang, zogen sie die Nackte hervor und töteten sie mit ihren Spießen; denn sie wußten in ihrer heidnischen Blindheit keine andere Erklärung, als daß die Frau ihren König vergiftet hatte, um damit die Befreiung des Ritters herbeizuführen.

Von dem Ritter Florian von Sponeck aber weiß die Chronik nichts weiter zu melden, er blieb für immer verschollen. So kam es, daß seine Burg verödete und allmählich zerfiel bis auf wenige Mauerreste, wie sie sich noch heute dem Wanderer darbieten, wenn er von dem Dorfe Sasbach her, den grünen Rheinstrom zu seiner Rechten und die Basaltkuppen des Kaiserstuhls zu seiner Linken, der alten Stadt Breisach entgegenwandert. Er kommt dann hart an jenen Trümmern vorüber, aber nichts an ihnen könnte ihn an die Geschichte des Ritters Florian erinnern, als etwa die schlangengroßen smaragdgrünen Eidechsen mit blutroter Brust, die sonst in deutschen Landen nicht gesehen werden, während hier immer wenigstens ein Pärchen haust, das sich an heißen Tagen gern sonnt auf den weißen Mauersteinen, zur Verwunderung des fremden Wanderers, der sie zum erstenmal erblickt, während sie doch den Bauern der Umgegend und ihren Kindern eine gewohnte Erscheinung sind.

* * *

Der Rhapsode spricht.

»Wie, ihr seid nicht zufrieden. Die schöne Sache genügt euch nicht. Ihr wollt noch eine Moral und Nutzanwendung obendrein! Ihr seid mir schöne Banausen. Richtige Barbaren seid ihr. Ich schenke euch eine Geschichte, ganz und rund, und mit dem Glanz der Wahrheit auf der Stirne – womit ich nicht die Wahrheit meine, wovon das Federvieh der Alltäglichkeit schnattert, sondern die Wahrheit ewiger Symbole, und ihr schreit nach einer Moral, ihr Pfannenflickerseelen!

»Nun, so sage ich denn: Wehe dem Volk, oder dem Volksstamm, wehe dem Erstgeborenen seiner heimatlichen Erde, der seine Seele mißkennt und sie nicht hochhält und hegt und pflegt als sein Eigenstes, sondern sie vernachlässigt in seiner Kälte und Lauheit, daß dann ein Nachgeborener, ein Sohn der Fremden oder der Magd, daß ein roher Bastardbruder der armen vernachlässigten Seele sich bemächtigt und sie unter die Füße tritt, sie vergewaltigend und schändend; wehe ihm, diesem Erstgeborenen, er verdient, daß sein Name ausgelöscht werde aus dem großen Buch der lebendigen Nationen.«

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