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Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte

Niccolò Machiavelli: Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte - Kapitel 55
Quellenangabe
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typetractate
authorNiccolò Machiavelli
titlePolitische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte
publisherWestdeutscher Verlag
editorErwin Faul
year1965
translatorFriedrich von Oppeln-Bronikowski
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20121212
projectid6cca8d22
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Einundfünfzigstes Kapitel

Eine Republik oder ein Fürst muß sich den Anschein geben, das, wozu ihn die Notwendigkeit zwingt, aus Großmut zu tun.

Kluge Menschen machen sich stets ein Verdienst aus ihren Handlungen, auch wenn sie die Notwendigkeit dazu zwingt. Diese Klugheit bewies der römische Senat, als er im Kriege aus öffentlichen Mitteln Sold zu zahlen beschloß, während bisher jeder auf eigne Kosten Kriegsdienst geleistet hatte. Der Senat hatte eingesehen, daß man auf diese Weise nicht lange Krieg führen und daher weder Städte belagern noch weite Feldzüge unternehmen konnte. Da er beides für notwendig hielt, beschloß er, Sold zu zahlen, 406 im Krieg mit Veji. Vgl. Livius IV, 59 f. tat es aber so, daß man ihm für das dankte, wozu die Notwendigkeit zwang. Ja, das Volk nahm diese Freigebigkeit so hoch auf, daß Rom vor Freude außer sich war; denn es glaubte, eine so große Wohltat erhalten zu haben, wie es sie nie erhofft noch verlangt hätte. Die Tribunen gaben sich zwar alle Mühe, das Verdienst des Senats herabzusetzen, und bewiesen dem Volke, daß es dadurch belastet, nicht aber erleichtert würde, weil zur Auszahlung des Soldes Steuern aufgelegt werden müßten. Trotzdem konnten sie dem Volk diese Wohltat nicht verleiden, und der Senat vermehrte seine Freude noch durch die Art, wie er die Steuern verteilte, indem er nämlich die schwersten und größten dem Adel auferlegte und diese zuerst einzog.

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