Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Niccolò Machiavelli >

Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte

Niccolò Machiavelli: Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte - Kapitel 148
Quellenangabe
pfad/machiave/itagesch/itagesch.xml
typetractate
authorNiccolò Machiavelli
titlePolitische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte
publisherWestdeutscher Verlag
editorErwin Faul
year1965
translatorFriedrich von Oppeln-Bronikowski
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20121212
projectid6cca8d22
Schließen

Navigation:

Anhang

Lebenslauf Machiavellis und wichtigste Zeitereignisse.

Zugrunde liegt der ausgezeichnete »Historical Abstract« von Burd, l. c., Seite 79-165. Vgl. auch den Lebensabriß in der Ausgabe von Passerini, Florenz 1873, Bd. 1, Seite XXXXIX ff. – Im Text ist M. = Machiavelli.

1467 Am 3. Mai wird M. geboren. Sein Vater, Bernardo di Niccold, ein geachteter Jurist aus alter, aber verarmter Patrizierfamilie, seine Mutter Bartolomea dei Nelli. Florenz, dem Namen nach Republik, steht unter der Herrschaft des Piero de' Medici, der im selben Jahr stirbt. Tommaso Soderini bestimmt die Florentiner, seinen jungen Söhnen Lorenzo (geb. 1448) und Giuliano (geb. 1453) die gleiche Stellung im Staat einzuräumen.

1471 Sixtus IV. (Rovere) Papst.

1472 Federigo von Montefeltro, Feldhauptmann von Florenz, erobert das aufständische Volterra zurück.

1474 Er wird Herzog von Urbino. Michelangelo Buonarotti geboren.

1476 Galeazzo Maria Sforza, Herzog von Mailand, ermordet. Für seinen unmündigen Sohn Gian Galeazzo übernimmt die Mutter, Bona von Savoyen, die Regentschaft.

1478 Verschwörung der Pazzi in Florenz, durch Girolamo Riario, den Sohn des Papstes, veranlaßt. Giuliano de' Medici wird am Ostersonntag im Dom ermordet, Lorenzo entkommt verwundet. Das Volk ergreift seine Partei, die Verschwörer werden an den Fenstern des Palazzo Vecchio aufgeknüpft. Lorenzos Stellung stark befestigt; er wird Alleinherrscher in Florenz. Durch seine Kunst- und Prachtliebe erwirbt er den Beinamen il Magnifico, Papst Sixtus IV. tut Florenz in den Kirchenbann und bekriegt es im Bunde mit Ferdinand I. von Neapel. Florenz verbündet sich mit Venedig und Mailand.

1479 Die Florentiner bei Poggibonsi geschlagen. Lorenzo Medici sucht persönliche Verständigung mit Ferdinand von Neapel. Ludwig der Mohr, der Bruder des ermordeten Galeazzo Maria Sforza, erlangt die Vormundschaft über seinen Neffen Gian Galeazzo.

1480 Lorenzo schließt Frieden mit Neapel, dem auch der Papst beitritt, da die Türken Otranto besetzen.

1482 Krieg zwischen Venedig und Ferrara. »Heilige Liga« zwischen Papst. Mailand, Neapel und Florenz gegen Venedig. Lionardo da Vinci am Hof Ludwigs des Mohren.

1483 Raffael Santi und Martin Luther geboren. Karl VIII. König v. Frankreich.

1484 Friede zu Bagnolo zwischen Venedig und der Liga. Papst Sixtus IV. stirbt. Innozenz VIII. (Cibò) folgt ihm.

1487 Dessen Neffe Franceschetto heiratet Lorenzos Tochter Maddalena.

1488 Girolamo Riario, Graf von Forli und Immola, wird ermordet. Seine Witwe, Caterina Sforza, rettet sich in das Kastell von Forli, wird von Ludwig dem Mohren und Lorenzo Medici befreit und zur Regentin für ihren kleinen Sohn Ottavio Riario bestimmt.

1491 Girolamo Savonarola (geb. 1452) wird Prior von San Marco in Florenz.

1492 Lorenzo Medici stirbt. Sein Tod verändert nach M.'s Wort die ganze politische Lage Italiens. Papst Innozenz VIII. stirbt. Sein Nachfolger Alexander VI. (Borgia), Neffe des Papstes Calixtus III. Sein Sohn Caesar Bischof von Valencia. Ferdinand der Katholische von Spanien erobert Granada. Columbus entdeckt Amerika. M. als Schüler des (um fünf Jahre älteren) Staatsmannes und Altertumsfreundes Marcello di Virginio Adriani, tritt jetzt vermutlich in die zweite Staatskanzlei in Florenz ein.

1493 Maximilian I. deutscher Kaiser, heiratet Bianca Maria Sforza, die Nichte Ludwigs des Mohren. Dieser bestimmt Karl VIII. von Frankreich, in Italien einzufallen, um seine Erbansprüche auf Neapel geltend zu machen.

1494 Gian Galeazzo Sforza stirbt. Ludwig der Mohr Herzog von Mailand. Ferdinand I. von Neapel stirbt. Sein Sohn Alfons II. folgt ihm. Erster Zug Karls VIII. nach Italien. Piero de' Medici schließt einen Subsidienvertrag mit ihm ab. Empörung in Florenz. Sturz der Medici. Pisa befreit sich von der Florentiner Herrschaft durch Übertritt zu Karl VIII., der ihm die Freiheit schenkt. Auch Livorno und andre Städte fallen ab. Florenz muß einen hohen Kriegsbeitrag zahlen und konstituiert sich unter dem Einfluß des Girolamo Savonarola als Freistaat. Karl VIII. zieht in Rom ein.

1495 Alfons von Neapel dankt zugunsten seines Sohnes Ferdinand II. ab, Neapel ergibt sich den Franzosen. Ludwig der Mohr bringt aus Furcht vor den Franzosen die Liga von Venedig (Papst, Kaiser, Spanien, Neapel, Venedig und Mailand) zusammen. Karl VIII. in Neapel zum König gekrönt, läßt ein Heer dort und kehrt nach Frankreich zurück, schließt Frieden mit Venedig und Ludwig; die Liga zerfällt. Die Spanier unter Gonsalvo de Cordova greifen Neapel an. Ferdinand II. kehrt nach Neapel zurück. Savonarolas Fastenpredigten und Konflikt mit dem Papst.

1496 Krieg zwischen Florenz und Pisa. Unglücklicher Zug Kaiser Maximilians nach Italien. Die Franzosen von den Spaniern aus Neapel verdrängt. Ferdinand II. stirbt; sein Oheim Friedrich folgt ihm nach. M.s Mutter stirbt.

1497 Savonarola als Ketzer exkommuniziert.

1498 Er wird als Ketzer verbrannt. Karl VIII. stirbt. Sein Nachfolger Ludwig XII. Vertrag zwischen ihm und dem Papst. Cäsar Borgia, Herzog von Valentinois. Vasco de Gama findet den Seeweg nach Ostindien. M. unter vier Bewerbern zum Sekretär der zweiten Staatskanzlei und kurz danach zum Sekretär der Dieci di pace e di libertà ernannt, einer Behörde, der die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten und des Krieges obliegt. Sein Gehalt 200 Dukaten jährlich.

1499 Fortsetzung des Krieges mit Pisa. Florenz und Mailand gegen Pisa und Venedig. Paolo Vitelli, Feldhauptmann von Florenz, belagert Pisa, wagt es aber nicht zu stürmen, wird verhaftet und hingerichtet. M. verfaßt für die Dieci eine Denkschrift über die Pisanischen Angelegenheiten und geht als Gesandter zu Jacopo IV. von Appiano in Piombino und zu Caterina Sforza in Forli, um Verträge abzuschließen. Erster Zug Ludwigs XII. nach Italien. Die Franzosen erobern Mailand, Ludwig der Mohr flieht nach Deutschland. Cäsar Borgia beginnt die Eroberung der Romagna und nimmt Forli.

1500 Mailand empört sich gegen die Franzosen. Ludwig der Mohr kehrt zurück, wird bei Novara geschlagen und gefangengenommen, († 1510 im Kerker von Loches.) Ludwig XII. unterstützt das Unternehmen der Florentiner gegen Pisa. M. als Sekretär der Florentiner Kommissare vor Pisa. Unglücklicher Sturmversuch, Meuterei der französischen Truppen. M. als Gesandter in Frankreich, zur Aufklärung dieses Ereignisses. Teilungsvertrag in Granada zwischen Ludwig XII. und Ferdinand dem Katholischen über Neapel. Cäsar Borgia erobert Pesaro, Rimini und belagert Faenza. M.s Vater stirbt.

1501 Aufruhr gegen Florenz in Pistoja. M. dreimal in Pistoja, um die Ruhe herzustellen. Borgia erobert Faenza, nennt sich »Herzog der Romagna« und bedroht Florenz. Sein Heer das beste in Italien. M. als Gesandter bei Pandolfo Petrucci von Siena, der mit Borgia im Bunde steht. Teilung Neapels zwischen Frankreich und Spanien. König Friedrich ergibt sich den Franzosen.

1502 M. heiratet Marietta di Lodovico Corsini († 1553). Ein neuer Aufruhr in Pistoja wird niedergeworfen. M. schreibt einen Bericht über Pistoja. Arezzo fällt von Florenz ab und kommt mit dem ganzen Chianatal in die Gewalt des Vitellozzo Vitelli, Feldhauptmanns von Cäsar Borgia. M. verhandelt in Urbino mit Borgia. Die Franzosen unter Imbault nehmen Arezzo ein. M. als Gesandter bei ihm, erreicht die Rückgabe der abgefallenen Städte an Florenz. Die Feldhauptleute Borgias verschwören sich aus Furcht vor ihm mit einigen kleinen Dynastien der Romagna und gehen Florenz um Hilfe an. M. als Gesandter bei Borgia, der die Verschwörer in eine Falle lockt, sie in Sinigaglia gefangennimmt und vier ermorden läßt. Borgia befestigt seine Stellung durch Aushebung eigner Truppen. Lionardo da Vinci als Kriegsingenieur in seinen Diensten. Piero Soderini zum lebenslänglichen Gonfalonier (Staatsoberhaupt) in Florenz gewählt.

1503 Borgia erobert Perugia. M. als Gesandter bei Pandolfo Petrucci in Siena, um über ein Bündnis mit Florenz und dem Papst zu verhandeln. Borgia trachtet nach der Herrschaft über Toskana. Greuel am päpstlichen Hofe. Alexander VI. stirbt vergiftet (?). M. geht als Gesandter zum Konklave in Rom. Julius II. Papst; M. verhandelt mit ihm und besucht den gestürzten Borgia im Gefängnis. Schreibt einen Bericht, wie die Rebellen im Chianatal zu behandeln seien. Krieg zwischen Spaniern und Franzosen um Neapel. Sieg der Spanier bei Cerignola und am Garigliano. Gonsalvo de Cordova in Neapel.

1504 Die Venezianer in der Romagna. M. als Gesandter in Lyon, um Hilfe gegen Spanien und Venedig zu erbitten. Der Friede zu Lyon zwischen Spanien und Frankreich befreit Florenz von der Gefahr. Energische Fortführung des Krieges gegen Pisa. M. als Gesandter bei Jacopo von Appiano, damit er Pisa nicht beisteht. M. schreibt eine Reimchronik der italienischen Geschichte seit 1494 (»Decennale primo«), worin er den Gedanken der Einigung Italiens und der Bildung eines Volksheeres verficht (gedruckt 1505 in Florenz). Schreibt das Lustspiel »Die Masken« nach dem Vorbild der »Wolken« des Aristophanes.

1505 Venedig tritt die Romagna an den Papst ab. M. als Gesandter bei Giovanni Pagolo Baglioni in Perugia und bei Pandolfo Petrucci in Siena, um beider Gesinnung zu erforschen. Vertrag zu Blois zwischen Spanien und Frankreich, das auf Neapel verzichtet. Fortsetzung des Krieges gegen Pisa, der von Spanien unterstützt wird. Sieg der Florentiner bei San Vincenti über den spanischen Condottiere Bartolomeo Orsini, Graf von Alviano. M. im Lager vor Pisa. Vergeblicher Sturmversuch. Abbruch der Belagerung und Auflösung des Heeres.

1506 M., der alles Vertrauen auf Soldtruppen verloren hat, betreibt im Einvernehmen mit dem Gonfalonier Soderini eifrig die Bildung eines Volksheeres nach Schweizer und altrömischem Muster. Nach seinen Denkschriften soll die Ordinanza e milizia fiorentina aus dem Landvolk nach dem Kantonsystem ausgehoben werden, in Kompagnien ( bandiere) zu hundert bis dreihundert Mann unter einem Capitano, mehrere Bandieri unter einem Conestabile (General), im ganzen 5000 Mann in 30 Bandieri unter 11 Conestabili. M. beginnt mit der Aushebung. Julius II. nimmt Perugia ein; M. wohnt als Gesandter der Überrumpelung und Gefangennahme des Giovanni Paolo Baglioni bei und begleitet den Papst auf seinem Zug gegen Bologna bis Imola. Der Papst erobert Bologna mit französischer Hilfe. Aufruhr in Genua.

1507 Ludwig XII. erobert Genua. Wahl der neuen Militärbehörde Nove della Milizia in Florenz; M. zu ihrem Kanzler ernannt. Bald darauf erhält er ein Adelspatent. Kriegspläne des Kaisers Maximilian. Auf Betreiben Soderinis wird M. mit Francesco Vettori zum Kaiser nach Konstanz (Reichstag) geschickt, um von ihm die Garantie für die Besitzungen von Florenz bei dem geplanten Zuge des Kaisers nach Italien zu erkaufen. M.s Entsendung an Stelle eines Mannes aus großem Hause macht in Florenz böses Blut. Venedig verbündet sich mit Frankreich gegen den Kaiser.

1508 Erfolgloser Zug des Kaisers nach Oberitalien. M. beim Kaiser in Tirol. Schreibt einen (1513 erweiterten) Bericht über die deutschen Verhältnisse. Der Kaiser schließt mit Venedig Frieden. Nach der Rückkehr geht M. als Kommissar zu den neuen Miliztruppen im Lager vor Pisa, die den Argwohn Ludwigs XII. erregen. Liga zu Cambrai zwischen Frankreich, Kaiser, Papst, Spanien, Savoyen, Ferrara und Mantua gegen Venedig. Francesco Maria della Rovere, Neffe des Papstes, Herzog von Urbino.

1509 M. als Oberleiter der Belagerung Pisas. (3 Heere aufgestellt, Zuschüttung der Mündung des toten Arno, Abdämmung des Arno, um Hilfe von See her abzuschneiden). Florenz erkauft von Spanien und Frankreich für 125 000 Dukaten das Recht, die Belagerung fortzusetzen. Pisa ergibt sich auf Gnade und Ungnade. M. in hoher Achtung in Florenz. – Venedig verliert die Schlacht bei Agnadello (Vailà) und seinen ganzen Festlandbesitz. – M. reist über Mantua nach Verona, um dem Kaiser eine Subsidienzahlung zu überbringen, trifft ihn aber nicht mehr an, da er nach Deutschland zurückgekehrt ist. Schreibt eine Reimchronik der italienischen Geschichte von 1504-1509 (»Decennale secondo«).

1510 Friede zwischen Venedig und dem Papste. Erfolglose Unternehmung des Papstes gegen Ferrara. Der Konflikt zwischen Julius II. und Frankreich bringt Florenz in eine schwierige Lage. M. als Gesandter in Frankreich. Der König über die Einmischung von Florenz empört, droht mit einem Kirchenkonzil in Pisa, um den Papst zu stürzen. In Florenz erstarkt die Partei der Medici; Soderini legt vor dem Großen Rat Rechenschaft über seine Amtsführung ab. Eine mediceische Verschwörung in Florenz führt ein Gesetz zur Erhaltung der Freiheit herbei.

1511 Krieg zwischen Papst Julius II. und den Franzosen unter Gaston de Foix (Neffe Ludwigs XII.). Ludwig beruft das Konzil nach Pisa. – M. organisiert die Aushebung der Kavallerie, rekrutiert eifrig und besichtigt die Festungen. Er erhält mehrere Sendungen, um das Konzil zu verhindern, zu verlegen oder unwirksam zu machen, und geht zu diesem Zweck auch als Gesandter nach Frankreich. Der Papst schließt mit Spanien, Venedig und England die »Heilige Liga« und verhängt den Kirchenbann über Florenz. Bologna empört sich gegen den Papst.

1512 Sieg der Franzosen über die Liga bei Ravenna. Gaston de Foix fällt. Ein Schweizer Heer kommt der Liga zu Hilfe. Die Franzosen werden nach Frankreich zurückgeworfen und verlieren alle Eroberungen. Die Liga beschließt, die Medici in Florenz wieder einzusetzen und es zum Aufgeben des französischen Bündnisses zu zwingen. Im Vertrauen auf die Miliz leisten Soderini und M. Widerstand. Die Spanier umgehen ein starkes Florentiner Korps bei Fierenzuola, nähern sich Florenz und erstürmen Prato. Soderini dankt ab, die Medici kehren zurück. Florenz tritt in die Liga ein und bezahlt hohe Kriegskosten. Die Miliz wird abgeschafft. M. sucht die Gunst der Medici zu erringen, wird aber abgesetzt, darf das Florentiner Gebiet nicht verlassen und das Rathaus nicht betreten. Maximilian Sforza, der Sohn Ludwigs des Mohren, Herzog von Mailand.

1513 Julius II. stirbt. Der Kardinal von Medici besteigt als Leo X. den Papstthron. Giulio de' Medici Kardinal, Lorenzo und Giuliano die leitenden Männer in Florenz. Verschwörung gegen die Medici. M. fälschlich als verdächtig verhaftet, gefoltert, aber auf Verwendung des Kardinals von Medici freigelassen. Zieht sich in seine Villa Sant' Andrea in Percussina bei San Cascanio in der Nähe von Florenz zurück, wo er sich in großer Armut der Literatur widmet. Schreibt den »Principe« (»Der Fürst«) und die »Diskurse über Titus Livius« (1522 beendet). Tritt in Briefwechsel mit dem Florentiner Gesandten am päpstlichen Hofe, Francesco Vettori, und dem päpstlichen Staatsmann und Florentiner Geschichtsschreiber Francesco Guicciardini (1483-1540). Beabsichtigt, Giuliano von Medici den »Fürsten« zu widmen. Friede zu Blois zwischen Frankreich und Venedig, zu Orthez zwischen Frankreich und Spanien. Gemeinsamer Angriff Frankreichs und Venedigs auf Mailand. Niederlage der Franzosen bei Novara, der Venezianer bei Vicenza. England und der Kaiser greifen Frankreich an. Niederlage der Franzosen in der Sporenschlacht bei Guinegate.

1514 Friede zwischen England und Frankreich. Versöhnung zwischen Ludwig XII. und Papst Leo X. Dieser beabsichtigt, seinem Bruder Giuliano das Königreich Neapel und seinem Vetter Lorenzo einen Staat in Norditalien zu verschaffen, bringt Parma, Piacenza und Modena an sich. Wiederherstellung des Florentiner Volksheeres (10 000 Mann). M. schreibt vermutlich sein Lehrgedicht vom Undank.

1515 Ludwig XII. stirbt. Sein Nachfolger Franz I. erneuert das Bündnis mit Venedig und greift Mailand an. Liga zwischen Papst, Kaiser, Spanien, Mailand und der Schweiz gegen Frankreich. Sieg der Franzosen bei Marignano. Die Franzosen in Mailand und Genua. Maximilian Sforza dankt ab. Leo X. schließt gegen Rückgabe von Parma und Piacenza Frieden mit Frankreich.

1516 König Ferdinand der Katholische von Spanien stirbt. Sein Nachfolger Karl I.; Friede zu Noyon zwischen ihm und Franz I.; Giuliano von Medici stirbt. Eroberung von Urbino durch den Papst mit Hilfe von Florentiner Truppen. Lorenzo von Medici Herzog von Urbino und Pesaro. Wahrscheinliche Widmung des »Fürsten« an Lorenzo. M. schreibt vermutlich sein Lehrgedicht vom Ehrgeiz.

1517 Francesco Maria della Rovere, der vertriebene Herzog von Urbino, gelangt wieder in dessen Besitz, wird aber von Lorenzo wieder vertrieben. M. schreibt eine komische Erzählung in Versen: »L'Asino d'Oro« (Der goldene Esel). Beginn der Reformation in Deutschland.

1518 Lorenzo heiratet eine französische Prinzessin und strebt nach der Alleinherrschaft in Florenz. M. besucht die politischen Zusammenkünfte in den Gärten des Cosimo Rucellai (Orti Oricellarii), zu dessen Gästen Zanobi Buondelmonte, Luigi di Piero Alamanni, Luigi di Tommaso Alamanni, die Florentiner Geschichtsschreiber Filippo dei Nerli (1486-1556, auch Staatsmann) und Jacopo Nardi (1476-1563) usw. gehören. Er trägt dort seine »Diskurse über Livius« und seine »Gedanken über die Kriegskunst« vor.

1519 Kaiser Maximilian stirbt. Sein Nachfolger Karl I. von Spanien, als Kaiser Karl V.; Ulrich Zwingli predigt in der Schweiz. Lorenzo de' Medici stirbt. Urbino fällt an den Kirchenstaat. Der Kardinal von Medici stellt die freiheitliche Regierungsform teils wieder her und befragt M. und andre über die Verfassung von Florenz. M. arbeitet Vorschläge im Sinne einer konstitutionellen Monarchie aus. Schreibt das Lustspiel »La Mandragola« (Die Alraunwurzel), gedruckt 1524 in Rom. Lionardo da Vinci stirbt in Frankreich.

1520 Raffael stirbt in Rom, Luther verbrennt die päpstliche Bannbulle. Magalhäes macht die erste Reise um die Welt. M. schreibt die »Arte della Guerra«, (Die Kriegskunst), einen fingierten Dialog aus den Orti Oricellarii (s. 1518), worin er die Einführung eines Volksheeres nach Schweizer und altrömischem Muster verficht (1521 gedruckt). Er wird wegen Florentiner Handelsangelegenheiten nach Lucca gesandt und schreibt dort das »Leben des Castruccio Castracani«, des großen Luccheser Feldhauptmanns und Fürsten (1322-1328), das biographische Gegenstück zum »Fürsten«, sowie kurz darauf einen Bericht über die Verfassung von Lucca. Auf Anregung des Kardinals von Medici wird er mit der Abfassung einer »Geschichte von Florenz« betraut (1525 vollendet) und erhält 100 Dukaten Jahresgehalt.

1521 Ferdinand Cortez erobert Mexiko. Reichsacht gegen Luther. Krieg zwischen Karl V. und Franz I.; Leo X. verbündet sich mit dem Kaiser und Florenz gegen Frankreich. Die Kaiserlichen in Mailand. Leo X. stirbt. Der Herzog Francesco Maria Rovere vom Volke nach Urbino zurückgerufen. Piero Soderini (in Rom) bietet M. die Stelle als Sekretär beim Fürsten Prospero Colonna an, die M. ablehnt. Er erhält eine bescheidene Kommission zu den Franziskanern in Carpi und muß auch einen Prediger für die Wollweberzunft besorgen.

1522 Hadrian VI. (Adrian Boyers aus Utrecht) Papst. Die Franzosen bei Bicocca geschlagen. Die Kaiserlichen in Genua. Zur Wiederherstellung einer freieren Verfassung fordert der Kardinal von Medici von M. und andern nochmals Gutachten ein. Verschwörung gegen die Medici, in die die beiden Alamanni, Zanobi Buondelmonti und andre Gäste der Orti Oricellarii verwickelt sind. Luigi di Tommaso Alamanni wird hingerichtet, die andern entfliehen. M. nicht mitverschworen, aber durch seine »Diskurse« Anreger der Verschwörung. Schreibt eine »Instruktion für Raffael Girolami«, der als Gesandter nach Spanien geht.

1523 Hadrian VI. stirbt. Der Kardinal de' Medici als Papst Clemens VII. Francesco Sforza, jüngster Sohn Ludwigs des Mohren, Herzog von Mailand. Krieg zwischen Karl V. und Franz I. in der Lombardei.

1524 Rückzug der Franzosen. Die Kaiserlichen in der Provence. Belagerung von Marseille. Franz I. wieder in der Lombardei. M. schreibt vermutlich das Lustspiel »Clizia« nach dem Vorbild von Plautus' »Casina« (1525 in Rom aufgeführt).

1525 Niederlage der Franzosen bei Pavia. Gefangennahme Franz I. Bündnis des Papstes mit Karl V. M. geht nach Rom, um dem Papst seine »Geschichte von Florenz« zu überbringen und ihm den Gedanken eines Volksheeres nahezulegen. Der Papst nimmt die Widmung an und schickt M. nach Faenza, um mit Guicciardini wegen des Volksheeres Rücksprache zu nehmen. M. wieder für Staatsämter in Florenz wählbar. Wird in Handelssachen (Beraubung von Florentiner Kaufleuten) nach Venedig gesandt.

1526 Friede zu Madrid zwischen Karl V. und Franz I. Dieser erlangt seine Freiheit zurück, muß allen Erbansprüchen auf Italien entsagen. Durch die Übermacht des Kaisers bestürzt, schließt Clemens VII. das Bündnis zu Cognac mit Franz I., Venedig und Mailand (Francesco Sforza). Die Kaiserlichen in Mailand. Ihre Anhänger (Colonna) rücken in Rom ein und plündern den Vatikan. Vertrag des Papstes mit dem Kaiserlichen Gesandten Ugo de Moncada. M. entwirft Pläne zur Verteidigung von Florenz und wird Kanzler einer städtischen Verteidigungsbehörde. Er geht zu Guicciardini ins Lager der Liga in der Lombardei, dann nach Modena. Die Kaiserlichen rücken von Rom auf Neapel.

1527 Krieg zwischen dem Papst und dem kaiserlichen Vizekönig von Neapel. M. folgt dem Heer der Liga und geht nach Civitavecchia, um den päpstlichen Admiral Andrea Doria zum Eingreifen zu bewegen. Die Kaiserlichen rücken von Mailand auf Rom, erobern und plündern es. (Sacco di Roma.) Der Papst schließt Frieden mit dem Kaiserlichen Feldherrn und verläßt Rom. Die Medici in Florenz gestürzt. Niccolò Capponi Gonfalonier. Ein französisches Heer kommt nach Italien. M. als Anhänger der Medici von Ämtern ausgeschlossen, stirbt am 22. Juni nach kurzer Krankheit im 58. Lebensjahre und hinterläßt seine Familie (vier Söhne und eine Tochter) in größter Armut. Wird im Pantheon von Florenz, der Kirche Santa Croce, begraben, erhält aber erst 1727 ein Grabmal mit der Inschrift Tanto nomini nullum par elogium.

1528 Belagerung Neapels durch die Franzosen und ihre Niederlage.

1529 Friede zu Cambrai zwischen Franz I. und Karl V., zu Barcelona zwischen Papst und Kaiser. Belagerung von Florenz durch das kaiserlich-päpstliche Heer. Michelangelo Buonarotti leitet die Befestigungsarbeiten der Stadt.

1530 Karls V. Kaiserkrönung in Bologna. Übergabe von Florenz. Augsburger Reichstag und Konfession.

1531 Alexander de' Medici, Herzog von Florenz, verheiratet mit Margarethe von Österreich, der natürlichen Tochter Karls V.

1531/32 M.s Werke in Rom mit päpstlicher Erlaubnis gedruckt. Reformation in England.

1533 Katharina von Medici, Tochter Lorenzos, vermählt mit dem Herzog von Orleans (später König Heinrich II. von Frankreich).

1534 Papst Clemens VII. stirbt.

Ausgewählte Bibliographie

Machiavellis Werke

Übersicht über die Entstehungszeit und die wichtigsten Ausgaben

1. Politische und historische Abhandlungen

A. Hauptwerke:

II Principe (1513)

Discorsi sopra la prima Deca di Tito Livio (1513-1519)

L'arte della guerra (1518-1521)

Istorie fiorentine (1520-1525)

B. Kleinere Schriften:

Discorso fatto al magistrato dei dieci sopra le cose de Pisa (1500)

Ragguaglio delle cose fatte dalla republica fiorentina per quietare le parti di Pistoia (1500)

Del modo di trattare i popoli della Val di Chiana ribellati (1502/3)

Parole da dirle sopra la provisione del danaio (1503)

Descrizione del modo tenuto dal Duca Valentino nello ammazzare Vitellozzo Vitelli,

Oliverotto da Fermo, il signor Pagolo e il Duca di Gravina Orsini (1504)

Discorso dell'ordinare lo stato di Firenze alle armi (1506)

Discorso sopra l'ordinanza e milizia fiorentina (1506)

Provisioni della republica di Firenze (1506)

Ritratto delle cose della Magna (1507/08)

Ritratto delle cose di Francia (1500-1510)

Consulto per l'elezione del capitano delle fanterie e ordinanza fiorentina (1511) Ai Palleschi (1512)

Discorsi sopra il riformare lo stato di Firenze (um 1520)

Memoriaie a Raffaello Girolami (1522)

Relazione di una visita falta per fortificare Firenze (1526)

Nature di uomini fiorentini

Discorso o diologo intorno alla nostra lingua

Capitoli per una compagnia di piacere

Esortazione alla penitenza

Abbozzi autografi delle istorie

2. Dichtungen

I Decennali (1504-1509)

Belfagor arcidiavolo (um 1512)

I Capitoli (1514-1517)

Dell'asino d'oro (1517)

La Mandragola (1520)

Andria

Clizia

La vita di Castruccio Castracane (1520)

Canti carnascialeschi (1514-1524)

Rime varie

3. Briefe

Lettere familiari

Lettere ufficiali (Relazioni)

 << Kapitel 147 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.