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Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte

Niccolò Machiavelli: Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte - Kapitel 143
Quellenangabe
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authorNiccolò Machiavelli
titlePolitische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte
publisherWestdeutscher Verlag
editorErwin Faul
year1965
translatorFriedrich von Oppeln-Bronikowski
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Fünfundvierzigstes Kapitel

Was in der Schlacht besser ist, den Angriff des Feindes auszuhalten und dann zum Gegenstoß zu schreiten oder gleich ungestüm auf ihn loszugehen.

Die römischen Konsuln Decius und Fabius standen dem Heer der Samniter und Etrusker gegenüber, und es kam zum Kampfe. 295 v. Chr. in der Schlacht bei Sentinum. Die Konsuln waren Quintus Fabius Rullianus und Publius Decius Mus, dessen Vater sich 340 v. Chr. in der Schlacht am Vesuv geopfert hatte. In dieser Schlacht war das Verfahren der beiden Konsuln ganz verschieden, und es fragt sich, welches das bessere war. Decius ging mit größtem Ungestüm und mit seiner ganzen Macht auf den Feind los; Fabius hielt den feindlichen Angriff nur aus, da er einen langsamen Angriff für nützlicher hielt, und sparte seine Kraft bis zuletzt auf, wo der Feind seine Kampflust verloren hatte und seine Hitze verraucht war. Der Erfolg zeigt, daß der Plan des Fabius weit besser gelang als der des Decius. Denn dieser mattete sich beim ersten Angriff so ab, daß er seine Truppen der Flucht nahe sah. Um nun durch den Tod den Ruhm zu erwerben, den er durch den Sieg nicht erringen konnte, opferte er sich selbst nach dem Beispiel des Vaters für die römischen Legionen auf. Als Fabius dies erfuhr, rückte er, um lebend nicht weniger Ehre einzulegen als sein Amtsgenosse sterbend, mit allen seinen Reserven vor und erfocht einen glänzenden Sieg. Man ersieht daraus, daß das Verfahren des Fabius sicherer und nachahmenswerter ist.

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