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Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte

Niccolò Machiavelli: Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte - Kapitel 139
Quellenangabe
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typetractate
authorNiccolò Machiavelli
titlePolitische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte
publisherWestdeutscher Verlag
editorErwin Faul
year1965
translatorFriedrich von Oppeln-Bronikowski
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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Einundvierzigstes Kapitel

Man soll das Vaterland verteidigen, einerlei, ob mit Ruhm oder Schande; es wird immer gut verteidigt.

Der Konsul war also mit dem Heer von den Samnitern eingeschlossen, und diese stellten den Römern die schimpflichsten Bedingungen. Sie sollten durchs Joch ziehen und entwaffnet nach Rom zurückgeschickt werden. Die Konsuln waren wie vom Donner gerührt und das ganze Heer in Verzweiflung. Da sagte der Legat Lucius Lentulus, Livius IX, 4. ihm schiene jede Maßregel zur Rettung des Vaterlandes recht. Roms Leben hinge vom Leben dieses Heeres ab, man müsse es also auf jede Weise retten. Man verteidige das Vaterland immer gut, einerlei ob mit Schande oder Ruhm. Denn werde das Heer gerettet, so habe Rom Zeit, die Schmach auszulöschen. Geschähe es nicht und stürbe man auch auf das ruhmvollste, so sei es um Rom und seine Freiheit geschehen. Sein Rat wurde befolgt.

Dies Beispiel verdient die Beachtung und Nachahmung jedes Bürgers, der seinem Vaterlande zu raten hat. Wo es um das Sein oder Nichtsein des Vaterlandes geht, gibt es kein Bedenken, ob gerecht oder ungerecht, mild oder grausam, löblich oder schimpflich. Man muß vielmehr alles beiseite setzen und die Maßregel ergreifen, die ihm das Leben rettet und die Freiheit erhält. Das befolgen die Franzosen in Wort und Tat, um die Majestät ihres Königs und die Macht ihres Reiches zu schützen. Kein Wort hören sie ungeduldiger an, als wenn man sagt: »Diese Maßregel ist schimpflich für den König.« Kein Beschluß, sagen sie, könne ihrem König Schande bereiten, weder im Glück noch im Unglück, denn mag er siegen oder unterliegen, es heißt doch immer: er handelt als König.

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