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Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte

Niccolò Machiavelli: Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte - Kapitel 130
Quellenangabe
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authorNiccolò Machiavelli
titlePolitische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte
publisherWestdeutscher Verlag
editorErwin Faul
year1965
translatorFriedrich von Oppeln-Bronikowski
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
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projectid6cca8d22
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Zweiunddreißigstes Kapitel

Welche Mittel einige benutzt haben, um den Frieden zu hintertreiben.

Die Kolonien Circeji und Velitrae hatten sich in der Hoffnung auf den Schutz der Latiner gegen Rom empört. 385 v. Chr. Vgl. Livius VI, 11 f. Als dann die Latiner besiegt waren und diese Hoffnung schwand, rieten viele Bürger, Gesandte nach Rom zu schicken, um sich mit dem Senat auszusöhnen. Das aber hintertrieben die Anstifter der Empörung, aus Furcht, die ganze Strafe werde über ihr Haupt kommen. Um alle Friedensverhandlungen abzuschneiden, hetzten sie das Volk auf, zu den Waffen zu greifen und in das römische Gebiet einzufallen Ebd. 21.

In der Tat, wenn ein Fürst oder ein Volk jeden Gedanken an Frieden fallenlassen soll, gibt es kein richtigeres und zuverlässigeres Mittel, als es zu einem schweren Verbrechen gegen den zu bringen, mit dem man jeden Vergleich hintertreiben will. Die Furcht vor der Strafe, die es durch sein Unrecht verwirkt zu haben glaubt, wird es immer davon abbringen. Nach dem ersten punischen Kriege gingen die Soldaten, die in diesem Krieg für Karthago auf Sizilien und Sardinien gefochten hatten, nach Afrika, und da man ihre Soldansprüche nicht befriedigte, erhoben sie die Waffen gegen Karthago, 241-239 v. Chr. erwählten zwei Führer, Mathos und Spendios, nahmen den Karthagern viele Städte weg und plünderten viele andre. Um vor dem Kampfe kein Mittel unversucht zu lassen, schickten die Karthager ihren Bürger Hasdrubal als Gesandten an sie ab, von dem sie annahmen, daß er einiges Ansehen über sie hätte, da er früher ihr Feldherr gewesen war. Um nun den Soldaten jede Hoffnung auf Frieden mit Karthago zu benehmen und sie dadurch zum Kriege zu zwingen, beredeten Mathos und Spendios sie, den Hasdrubal samt allen karthagischen Bürgern, die sie gefangen hatten, zu töten. Sie töteten sie aber nicht nur, sondern peinigten sie vorher mit tausend Martern und fügten zu dieser Schandtat noch ein Edikt, nach dem alle Karthager, die in Zukunft gefangen würden, in derselben Weise sterben sollten. Dieser Beschluß und die Hinrichtung machten das Heer grausam und hartnäckig gegen die Karthager.

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