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Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte

Niccolò Machiavelli: Politische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte - Kapitel 104
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authorNiccolò Machiavelli
titlePolitische Betrachtungen über die alte und die italienische Geschichte
publisherWestdeutscher Verlag
editorErwin Faul
year1965
translatorFriedrich von Oppeln-Bronikowski
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Sechstes Kapitel

Von den Verschwörungen.

Ich wollte nicht unterlassen, von den Verschwörungen zu reden, da sie für Fürsten wie Privatleute gleich gefährlich sind. Durch sie haben mehr Fürsten Leben und Herrschaft verloren als durch offenen Krieg; Vgl. Aristoteles, Politik, VIII, 8, 22; Polybios, XI, 25, 2 ff. denn offenen Krieg können nur wenige mit einem Fürsten führen, sich gegen ihn verschwören jedoch jeder. Andrerseits ist eine Verschwörung das mißlichste und verwegenste Unternehmen, auf das sich Privatleute einlassen können, denn es ist in jeder Beziehung gefahrvoll und schwierig. Daher kommt es, daß viele Verschwörungen unternommen werden, aber nur sehr wenige gelingen. Damit nun die Fürsten sich vor dieser Gefahr hüten lernen und die Privatleute sich nicht so dreist darauf einlassen, sondern unter der ihnen vom Schicksal gegebenen Regierung zufrieden leben lernen, will ich ausführlich davon handeln und keinen denkwürdigen Fall übergehen, der beiden Teilen zur Lehre dienen kann. Wahrhaft golden ist der Spruch des Cornelius Tacitus: »Die Menschen müssen die Vergangenheit ehren und sich der Gegenwart unterwerfen, sich gute Herrscher wünschen und sie so, wie sie sind, ertragen«. Historien IV, 8. Fürwahr, wer anders handelt, richtet meistenteils sich und sein Vaterland zugrunde! Kommen wir jedoch zur Sache.

Zuerst müssen wir betrachten, gegen wen Verschwörungen gemacht werden, und da werden wir finden, daß man sich entweder gegen das Vaterland oder gegen einen Fürsten verschwört. Von diesen beiden Arten wollen wir jetzt reden, denn von den Verschwörungen, die angezettelt werden, um dem Feind eine von ihm belagerte Stadt auszuliefern, oder den aus ähnlichen Gründen unternommenen ist oben hinreichend gesprochen worden. S. Buch II, Kap. 32. Beginnen wir also mit den Verschwörungen gegen die Fürsten und untersuchen wir zunächst deren Ursachen. Es gibt ihrer viele, eine aber ist die wichtigste von allen, das ist der Haß des ganzen Volkes. Denn ein Fürst, der sich den allgemeinen Haß zugezogen hat, besitzt natürlich auch einzelne Feinde, die von ihm besonders verletzt sind und nach Rache dürsten. Dieser Rachedurst wird vermehrt durch die allgemeine Mißstimmung, die sie gegen ihn sehen. Ein Fürst muß sich daher hüten, die öffentliche Meinung gegen sich zu haben. Daß der Fürst Haß und Verachtung meiden müsse, lehrt Aristoteles, Politik, VIII, 8, 20, und Plutarch, Praecepta gerendi rei publicae, 10. Wie dies zu vermeiden ist, habe ich andernorts gezeigt und will hier nicht darauf zurückkommen. Im »Fürsten«, Kap. 19. Hütet er sich davor, so werden ihm bloße Privatbeleidigungen weniger schaden, einmal, weil die Menschen selten eine Beleidigung so hoch anschlagen, daß sie sich der Rache wegen so großer Gefahr aussetzen, und zweitens, weil sie, auch wenn sie Lust und Macht dazu hätten, durch die allgemeine Zuneigung zurückgehalten werden, die dem Fürsten zuteil wird.

Die Beleidigungen betreffen entweder das Vermögen, das Leben oder die Ehre. Bei denen, die das Leben betreffen, sind die Drohungen gefährlicher als die Tat, ja sie sind äußerst gefährlich Nach Aristoteles, Politik, VIII, 8, 14. und bei der Tat gar keine Gefahr, weil der Tote nicht auf Rache sinnen kann und die Überlebenden diesen Gedanken meist den Toten überlassen. Wer aber bedroht ist und sich in die Notwendigkeit versetzt sieht, entweder zu handeln oder zu leiden, wird für den Fürsten der gefährlichste Mensch, wie wir am gehörigen Ort noch besonders zeigen werden. S. Seite 26 ff. Hiervon abgesehen, sind Vermögen und Ehre die beiden Dinge, deren Verletzung die Menschen am meisten kränkt. Nach Aristoteles, Politik, VIII, 9, 18,17. Davor muß sich der Fürst hüten, denn er kann einen Menschen nie so ganz ausplündern, daß ihm kein Dolch zur Rache bleibt, und er kann keinen so entehren, daß ihm nicht der zähe Vorsatz bleibt, sich zu rächen. Was die Ehre betrifft, so verletzt die Männer am tiefsten die Entehrung ihrer Frauen, sodann die Beschimpfung der eignen Person. Ebd., VIII, 8, 11. Die Kränkung der Ehre brachte den Pausanias gegen Philipp von Mazedonien auf; S. Buch II, Kap. 28. sie brachte viele andre in Harnisch gegen viele Fürsten. In unsrer Zeit wurde Giulio Belanti nur dadurch zur Verschwörung gegen Pandolfo Petrucci, den Tyrannen von Siena bewogen, daß dieser ihm seine Tochter zur Frau gegeben und sie ihm dann wieder genommen hatte, wie wir an andrer Stelle erzählen werden. S. Seite 255 f. Der Hauptgegenstand für die Verschwörung der Pazzi gegen die Medici war die Erbschaft des Giovanni Bonromei, die ihnen auf Geheiß der Medici entzogen wurde. S. Lebenslauf, 1478, und Seite 251.

Ein andrer, sehr mächtiger Anlaß zur Verschwörung gegen einen Fürsten ist der Wunsch, das von ihm geknechtete Vaterland zu befreien. Dieser Anlaß stachelte Brutus und Cassius gegen Cäsar auf, er trieb viele andre zur Verschwörung gegen Phalaris, Dionys S. Buch I, Kap. 10, Anm. 29. und andre Unterdrücker ihres Vaterlandes. Vor solchen Anschlägen kann sich kein Tyrann schützen, außer durch Verzicht auf die unumschränkte Gewalt. Da aber keiner dies tut, so nehmen auch die meisten ein schlimmes Ende, weshalb auch Juvenal sagt:

Ad generum Cereris sine caede et vulnere pauci
Descendunt reges, et sicca morte tyranni.
Satiren X, 112 f.

(Wenige Könige gibt's, die zum Orkus hinab ohne Wunden steigen,
und wen'ge Tyrannen verscheiden unblutigen Todes.)

Die Gefahren bei Verschwörungen sind, wie gesagt, groß und erstrecken sich auf jeden Zeitpunkt; denn man läuft Gefahr bei der Anstiftung, während der Ausführung und nach ihr. Es verschwören sich entweder einer oder mehrere. Bei einem kann man eigentlich nicht von einer Verschwörung reden, sondern es ist der feste Vorsatz eines Mannes, den Fürsten zu ermorden. Für diesen allein besteht die erste der drei Gefahren nicht, die man bei Verschwörungen läuft; denn er schwebt vor der Ausführung in keiner Gefahr, da er sich ja keinem andern anvertraut hat; sein Anschlag kann daher dem Fürsten nicht zu Ohren kommen. Einen solchen Vorsatz kann ein jeder aus allen Ständen fassen, Kleine und Große, Adlige und Bürgerliche, aus der Umgebung des Fürsten oder nicht; denn jedem steht es frei, hin und wieder mit ihm zu reden, und wer mit ihm reden darf, der kann auch seinen Mut an ihm kühlen. Pausanias, von dem schon die Rede war, ermordete den Philipp von Mazedonien, als er, von tausend Bewaffneten umgeben, zwischen seinem Sohn und Schwiegersohn zum Tempel ging; aber er war ein Edler und ein Bekannter des Fürsten. Doch ein armer Spanier aus dem Pöbel versetzte König Ferdinand von Spanien Ferdinand der Katholische (1452-1516). einen Messerstich in den Hals, der zwar nicht tödlich war, aber doch zeigt, daß er die Absicht und Gelegenheit hatte, ihn zu töten. Ein Derwisch, ein türkischer Priester, schlug nach Bajesid, S. Buch 1, Kap. 19, Anm. 70. dem Vater des jetzigen Großherrn, mit dem Säbel; er traf ihn zwar nicht, hatte aber doch die Absicht und Gelegenheit dazu. Leute mit der gleichen Absicht gibt es, glaube ich, viele, denn die Absicht wird nicht bestraft und bringt keine Gefahr, aber Männer der Tat gibt es wenige, und von diesen werden die meisten auf der Stelle niedergemacht; darum findet sich keiner, der in einen sichren Tod gehen will. Lassen wir jedoch diese Anschläge einzelner beiseite und kommen wir zu den Verschwörungen mehrerer.

Man findet in der Geschichte, daß alle Verschwörungen von Großen oder von Männern aus der nächsten Umgebung des Fürsten angesponnen werden; denn andere, die nicht völlig unsinnig sind, können sich nicht verschwören, weil geringen und dem Fürsten fernstehenden Leuten alle Hoffnungen und Gelegenheiten fehlen, die zur Ausführung einer Verschwörung erforderlich sind. Erstens können geringe Leute niemand finden, der ihnen die Treue hielte, denn sie können keinen durch Hoffnungen, wie sie die Menschen in große Gefahren treiben, für ihre Sache gewinnen. Haben sie daher zwei bis drei Mitwisser, so finden sie ihren Angeber und gehen zugrunde. Wären sie aber auch so glücklich, keinen Angeber zu finden, so werden sie doch dadurch, daß sie keinen leichten Zugang zum Fürsten haben, so in der Ausführung behindert, daß sie bei ihr notwendig zugrunde gehen müssen. Denn erliegen schon Große und Männer, die bequemen Zutritt haben, den Hindernissen, die wir unten anführen werden, so müssen sich bei jenen die Schwierigkeiten ins unendliche steigern. Da nun die Menschen, wo es um Leben und Vermögen geht, nicht ganz unsinnig sind, so hüten sie sich, wenn sie sich machtlos sehen, vor Verschwörungen, und wenn sie einen Fürsten hassen, begnügen sie sich damit, ihn zu verfluchen und abzuwarten, bis Mächtigere sie rächen. Gesetzt aber auch, daß einer von ihnen dergleichen versuchte, so muß man zwar seine Kühnheit loben, nicht aber seine Klugheit.

Man ersieht daraus, daß alle Verschwörer Große oder Männer aus der Umgebung des Fürsten waren. Viele von ihnen wurden ebensosehr durch zu viele Wohltaten dazu bewogen, wie durch zu große Beleidigungen, so Perennis gegen Commodus, Plautian gegen Severus, Sejan gegen Tiberius. Alle diese waren von ihren Kaisern derart mit Reichtümern, Ehren und Würden überhäuft, daß ihnen zur höchsten Macht nur noch die Kaiserwürde zu fehlen schien. Da sie auch die nicht missen wollten, verschworen sie sich gegen ihre Fürsten und nahmen sämtlich das Ende, das ihre Undankbarkeit verdiente. Bessern Erfolg hatte neuerdings die Verschwörung des Jacopo d'Appiano gegen Piero Gambacorti, den Fürsten von Pisa, der von ihm erzogen, ernährt und groß gemacht worden war, und dem er die Herrschaft (1392) entriß. Hierher gehört auch die Verschwörung des Coppola gegen König Ferdinand von Aragonien. Francesco Coppola, Graf von Sarno, war das Haupt einer Verschwörung gegen König Ferdinand I. von Neapel (1458-94), die 1485 ausbrach und in die sich der Papst, Mailand und Florenz einmischten. Coppola wurde 1485 hingerichtet. 1486 wurde der Friede hergestellt. Coppola war zu solcher Größe emporgestiegen, daß ihm nur noch die Krone zu fehlen schien, und weil er auch diese noch haben wollte, verlor er das Leben. Und doch, wenn eine Verschwörung von Großen gegen einen Fürsten gelingen konnte, so war es diese, die sozusagen von einem andern König unternommen wurde, der so gute Gelegenheit zur Ausführung seines Vorhabens hatte. Aber die Herrschaft, die den Coppola verblendete, verblendet auch die andern bei der Ausführung ihres Unternehmens. Verstünden sie, ihre Freveltat mit Klugheit auszuführen, so wären sie des Erfolgs sicher.

Ein Fürst, der sich vor Verschwörungen schützen will, muß also die mehr fürchten, denen er zuviel Wohltaten erzeigt hat, als die, welche er zu sehr gekränkt hat, denn diesen fehlt es an Gelegenheit, jene haben sie übergenug. Die Begierde aber ist bei beiden die gleiche, da die Herrschsucht ebenso groß oder noch größer ist als die Rachbegier. Die Fürsten dürfen daher ihren Günstlingen nur so viel Ansehen geben; daß zwischen ihnen und dem Thron ein Zwischenraum bleibt und in der Mitte noch etwas Begehrenswertes liegt, sonst wird es ihnen selten anders ergehen als den oben Genannten. Kehren wir jedoch zu unsrer Erörterung zurück.

Ich sage also, die, welche sich verschwören, müssen Große sein, die bequemen Zutritt zum Fürsten haben. Es ist jetzt der Erfolg ihrer Unternehmungen und die Ursache ihres Gelingens oder Mißlingens zu erörtern. Wie oben gesagt, gibt es dabei drei gefährliche Zeitpunkte: vor der Tat, während der Tat und nachher. Darum nehmen auch wenige ein gutes Ende, denn es ist fast unmöglich, alle glücklich zu überstehen.

Die Gefahren vor der Tat sind die größten. Es bedarf großer Klugheit und besondern Glücks, wenn eine Verschwörung nicht herauskommen soll. Entdeckt wird sie durch Angeben oder durch Mutmaßung. Das Angeben rührt von der Treulosigkeit oder Unvorsichtigkeit derer her, denen man sich mitteilt. Treulosigkeit findet sich leicht, denn du kannst dich nur deinen Vertrauten mitteilen, die aus Liebe zu dir ihr Leben wagen, oder Männern, die mit dem Fürsten unzufrieden sind. Unter deinen Freunden kannst du wohl einen oder zwei finden, wenn du dich aber vielen mitteilst, ist es unmöglich, Vertraute zu finden. Überdies muß ihre Zuneigung zu dir groß sein, damit die Gefahr und die Furcht vor Strafe ihnen nicht noch größer erscheint. Zudem täuscht man sich meist über die Liebe, die man bei andern voraussetzt. Man ist ihrer nicht eher gewiß, als bis man sie auf die Probe stellt, und das ist hier höchst gefährlich. Hätte man sie aber auch bei einer andern gefahrvollen Sache auf die Probe gestellt und treu befunden, so kann man nach dieser Treue doch nicht die jetzt nötige bemessen; denn die jetzige Gefahr übertrifft alle andern bei weitem. Bemißt man jemandes Treue nach der Unzufriedenheit mit dem Fürsten, so kann man sich leicht irren. Denn sobald man einem Unzufriedenen seine Gesinnung offenbart hat, gibt man ihm Gelegenheit, sich Genugtuung zu verschaffen, und sein Haß muß entweder sehr heftig oder deine Macht sehr groß sein, wenn er treu bleiben soll. So Herodot, III, 71, bei dem Beispiel des Magiers (s. u.). Daher werden so viele Verschwörungen verraten und gleich zu Anfang unterdrückt; ja es gilt für ein Wunder, wenn eine Verschwörung bei vielen Teilnehmern lange geheim bleibt. So die des Piso gegen Nero, oder zu unserer Zeit die der Pazzi S. Seite 251. gegen Giuliano und Lorenzo von Medici, um die mehr als fünfzig Personen wußten, und die doch bis zur Ausführung unentdeckt blieb.

Aus Unvorsichtigkeit werden Verschwörungen entdeckt, wenn ein Mitverschworener achtlos davon spricht, so daß ein Diener oder eine dritte Person es hört. So war es bei den Söhnen des Brutus der Fall, die bei ihrer Unterhandlung mit den Abgesandten des Tarquinius von einem Sklaven belauscht wurden, der sie angab. Livius II, 4. Oder wenn du aus Leichtsinn dein Geheimnis einem Weibe oder einem Knaben, die du liebst, oder einer andern leichtfertigen Person anvertraust. So erzählte Dymnus, einer der Mitverschworenen des Philotas gegen Alexander, seinen Plan dem Nicomachus, einem von ihm geliebten Knaben, der ihn sofort seinem Bruder Cebalinus mitteilte, und dieser dem König. 330 v. Chr. Vgl. Curtius Rufus, Geschichte Alexanders des Großen, VI, 7.

Für die Entdeckung durch Mutmaßung liefert die Verschwörung des Piso gegen Nero ein Beispiel. 65 n. Chr. Vgl. Tacitus, Annalen, XV, 54 f. Scaevinus, einer der Mitverschworenen, machte am Tage vor der beabsichtigten Ermordung Neros sein Testament, befahl seinem Freigelassenen Melichius, einen alten rostigen Dolch schleifen zu lassen, schenkte allen seinen Sklaven die Freiheit, gab ihnen Geld und ließ Verbandzeug zurecht machen. Diese Anstalten bestärkten Melichius in seinem Verdacht, und er gab ihn dem Nero an. Scaevinus und Natalis, ein andrer Mitverschworner, mit dem man ihn tags zuvor lange heimlich hatte reden sehen, wurden ergriffen, und da sie sich in ihren Aussagen über die Unterredung widersprachen, mit Gewalt zum Geständnis der Wahrheit gebracht. So ward die Verschwörung zum Verderben aller Teilnehmer aufgedeckt.

Vor dieser Entdeckung der Verschwörungen durch Bosheit, Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn kann man sich nicht hüten, sobald die Zahl der Mitwisser drei oder vier übersteigt. Werden auch nur zwei ertappt, so läßt sie sich nicht mehr verbergen, denn zwei können nie in all ihren Aussagen übereinstimmen. Wird aber nur einer ergriffen und ist er ein beherzter Mann, so kann er seine Mitverschworenen standhaft verschweigen. Diese müssen aber ebenso beherzt sein wie er, um unerschrocken zu bleiben und sich nicht durch die Flucht zu verraten. Denn verliert von den Gefangenen oder noch Freien nur einer den Mut, so kommt die Verschwörung heraus. Ein seltenes Beispiel ist die von Livius XXIV, 5 (215 v. Chr.) berichtete Verschwörung gegen König Hieronymos von Syrakus. Theodotos, einer der Verschworenen, war verhaftet worden, verschwieg aber alle Mitschuldigen mit großer Standhaftigkeit und beschuldigte die Freunde des Königs. Andrerseits verließen sich alle Verschworenen so fest auf seine Standhaftigkeit, daß keiner Syrakus verließ oder irgendwelche Furcht zeigte.

Allen diesen Gefahren ist man also schon bei der Anstiftung einer Verschwörung ausgesetzt, noch bevor sie zur Ausführung kommt. Ihnen zu entgehen gibt es folgende Mittel. Das erste und beste, oder besser gesagt, das einzige ist, den Mitverschworenen keine Zeit zu lassen, dich zu verraten, und ihnen deshalb deinen Plan erst kurz vor der Ausführung mitzuteilen, nicht eher. Wer es so macht, entgeht mit Sicherheit den Gefahren der Anstiftung und meist auch den übrigen, und so war denn auch stets der Erfolg gut. Jeder kluge Mann vermag füglich ebenso zu verfahren. Zwei Beispiele mögen genügen.

Als Nelematos die Tyrannei des Aristotimos, des Tyrannen von Epirus, nicht länger ertragen konnte, versammelte er in seinem Hause viele Verwandte und Freunde und ermahnte sie, das Vaterland zu befreien. Darius I., der Sohn des Hystaspes, bestieg 521 nach Beseitigung des falschen Smerdis den persischen Thron. Vgl. Herodot, III, 68 ff. Als nun einige Bedenkzeit verlangten, ließ er von seinen Dienern die Haustüren schließen und sagte zu den Versammelten: »Entweder ihr schwört mir, die Sache sofort auszuführen, oder ich überliefere euch alle gefangen dem Aristotimos.« Diese Worte wirkten; sie leisteten den Schwur, gingen ohne Zeitverlust ans Werk und führten den Befehl des Nelematos mit Erfolg aus. – Ein Magier hatte sich durch List des persischen Thrones bemächtigt. Als nun Otanes, ein Großer des Reichs, den Betrug entdeckt hatte, beriet er darüber mit sechs andern Vornehmen und sagte, er wolle das Reich von der Tyrannei des Magiers befreien. Als einer von ihnen nach dem Zeitpunkt fragte, erhob sich Darius, Wohl Aristotimos, Tyrann von Elis und dem Peloponnes, der in den Wirren nach dem Tode des Pyrrhus hochkam und nach furchtbaren Freveln gegen die Vornehmen getötet wurde. Vgl. Pausanias, V, 5, 1; VI, 14, 4. einer der sechs von Otanes Berufenen und sagte: »Entweder sofort, oder ich gebe euch alle an.« Sie standen miteinander auf, ohne einem Zeit zur Reue zu lassen, und führten ihren Plan ohne Mühe aus. Ähnlich ist das Verfahren der Ätolier bei der Ermordung des Tyrannen Nabis von Sparta. 192 v. Chr. Vgl. Buch I, Kap. 10, Anm. 29, und Livius XXXV, 35. Sie sandten ihren Bürger Alexamenos mit 30 Pferden und 1000 Mann Fußtruppen zu Nabis unter dem Vorwand, ihm Hilfe zu schicken, und weihten nur den Alexamenos in das Geheimnis ein, befahlen aber den andern bei Strafe der Verbannung, ihm blindlings zu gehorchen. Er zog nach Sparta, teilte seinen Auftrag keinem mit, bis er ihn ausführen wollte, und so gelang es ihm, den Nabis zu töten.

Alle, die sich derart benahmen, entgingen also den Gefahren, die man bei der Anstiftung einer Verschwörung läuft, und wer es ebenso macht, wird ihnen stets entgehen. Daß aber jeder so handeln könnte, will ich an dem Beispiel des obengenannten Piso beweisen. Piso war ein sehr hochstehender und angesehener Mann aus der Umgebung Neros, der großes Vertrauen in ihn setzte. Nero kam oft in seine Gärten, um bei ihm zu speisen. Piso konnte sich also mit Männern von Mut, Neigung und Geschick zu einem solchen Anschlag befreunden, was für einen Großen ein leichtes ist. War nun Nero in seinen Gärten, so konnte er ihnen die Sache mitteilen und sie mit geeigneten Worten zur Tat anfeuern, die sie abzuschlagen keine Zeit hatten und die notwendig gelingen mußte. Ja, wenn man alle andern Verschwörungen untersucht, so findet man wenige, die sich nicht auf dieselbe Weise hätten ausführen lassen. Aber die Menschen verstehen gewöhnlich wenig von den Weltgeschäften und begehen daher oft die größten Fehler, um so größere in Fällen wie dieser, die etwas Außerordentliches haben. Man darf also die Sache nur im Notfall und kurz vor der Ausführung mitteilen. Will man sich aber doch jemanden anvertrauen, dann nur einem einzigen, den man lange geprüft hat, oder den die gleichen Beweggründe treiben. Einen zu finden ist viel leichter als mehrere und darum weniger gefährlich. Gesetzt auch, er übte Verrat, so hat man immer noch ein Mittel, sich zu verteidigen, das es bei einer Mehrzahl von Verschworenen nicht gibt. Ich habe kluge Leute sagen hören, mit einem könne man alles reden. Denn wenn man sich nur nicht verleiten läßt, etwas Schriftliches von sich zu geben, gilt das Ja des einen soviel wie das Nein des andern. Vor dem Schreiben aber muß sich jeder hüten wie vor einer Klippe, denn nichts überführt einen leichter als die Handschrift.

Als Plautian den Kaiser Severus Septimius Severus (193-211). Plautian war der Präfekt der Prätorianer. (Nach Herodian, III.) und dessen Sohn Antoninus ermorden lassen wollte, beauftragte er damit den Tribunen Saturnius. Der wollte es nicht tun, sondern ihn angeben, fürchtete aber, wenn es zur Klage käme, man würde dem Plautian mehr glauben als ihm, und verlangte daher zur Beglaubigung seines Auftrages einen Zettel von seiner Hand. Durch seinen Ehrgeiz verblendet, stellte Plautian ihn aus, und die Folge war, daß der Tribun ihn anzeigte und überführte. Ohne diesen Zettel und andre Unterschriften hätte Plautian, der dreist leugnete, die Oberhand behalten. Gegen die Anzeige eines einzigen gibt es also immer noch ein Mittel, wenn man nur nicht durch ein Schriftstück oder andre Unterschriften überführt werden kann, wovor man sich also hüte. Zur Verschwörung Pisos gehörte auch ein Weib, Epicaris, eine frühere Freundin Neros. Die hielt es für gut, den Befehlshaber einiger Dreiruderer, die Nero zu seiner Bedeckung hielt, unter die Verschworenen aufzunehmen und ihm den Anschlag, aber nicht die Namen der Verschwörer mitzuteilen. Als dieser Befehlshaber sie nun verriet und bei Nero anzeigte, leugnete Epicaris mit solcher Dreistigkeit, daß Nero nicht wußte, woran er war, und sie nicht verurteilte. Tacitus, Annalen, XV, 51. Bei der Mitteilung des Anschlages an einem einzigen sind also zwei Gefahren, erstens, daß er dich absichtlich angibt, zweitens, daß er dich angibt, wenn er auf einen Verdacht oder ein Anzeichen hin festgenommen und überführt oder durch die Folter gezwungen wird. Allein in beiden Fällen gibt es noch ein Rettungsmittel, nämlich zu leugnen; im ersten Falle, indem du den Haß des Angebers gegen dich geltend machst, und im zweiten Falle, indem du sagst, seine Lügen seien ihm durch die Folter erpreßt. Am klügsten ist es also, niemand etwas zu sagen und sich nach den obengenannten Beispielen zu richten; muß man sich aber anvertrauen, dann nur einem. Dabei ist zwar etwas Gefahr, aber doch lange nicht so viel, als wenn man sich vielen anvertraut.

Verwandt ist der Fall, wo die Not dich zwingt, dem Fürsten das anzutun, was er, wie du siehst, dir selbst antun möchte, und wo diese Not so groß ist, daß sie dir nur die Zeit läßt, an deine Sicherheit zu denken. Dieser Zwang führt fast stets zum gewünschten Erfolg; zum Beweis will ich nur zwei Beispiele anführen.

Laetus und Eclectus, zwei Hauptleute der Prätorianer, zählten zu den vertrautesten Freunden des Kaisers Commodus, und Marcia war seine liebste Beischläferin und Freundin. Da sie ihm manchmal die Schändlichkeiten vorwarfen, mit denen er seine Person und die Kaiserwürde befleckte, beschloß er, sie töten zu lassen, und schrieb die Namen der Marcia, des Laetus und Eclectus und einiger andrer, die er in der nächsten Nacht umbringen lassen wollte, auf einen Zettel, den er unter sein Kopfkissen legte. Während er im Bade war, fand ein Knabe, den er sehr liebte und der im Zimmer auf dem Bett spielte, den Zettel und begegnete damit beim Herausgehen der Marcia. Sie nahm ihn ihm weg, las ihn und nachdem sie den Inhalt gesehen, ließ sie sofort den Laetus und Eclectus holen. Alle drei erkannten die Gefahr, in der sie schwebten, beschlossen ihr zuvorzukommen und ermordeten, ohne Zeit zu verlieren, den Commodus in der folgenden Nacht. Im Jahre 192.

Der Kaiser Antoninus Caracalla stand mit dem Heer in Mesopotamien. Sein Präfekt, Macrinus, war ein mehr friedlicher als kriegerischer Mann. Da nun schlimme Herrscher stets fürchten, andre möchten so an ihnen handeln, wie sie selbst es zu verdienen glauben, so schrieb Antoninus an seinen Freund Maternianus in Rom, er solle die Sterndeuter befragen, ob einer nach der Kaiserwürde trachte, und ihm dies melden. Materianus antwortete, dieser Mann sei Macrinus. Der Brief kam jedoch eher in die Hände des Macrinus als in die des Kaisers. Macrinus erkannte, daß er nur die Wahl hatte, den Kaiser vor der Ankunft eines neuen Briefes aus Rom zu ermorden, oder selbst zu sterben. So trug er dem ihm treu ergebenen Centurio Martialis, dessen Bruder der Kaiser vor wenigen Tagen hatte hinrichten lassen, die Ermordung auf, und dieser führte sie auch glücklich aus. 217 bei Carrhae.

Man sieht also, daß die Not, die keine Zeit läßt, fast die gleiche Wirkung hat wie das oben beschriebene Verfahren des Nelematos von Epirus. Man sieht auch, was ich zu Anfang dieses Kapitels sagte, daß Drohungen dem Fürsten mehr schaden und wirksamere Verschwörungen hervorrufen als Kränkungen. Davor muß sich ein Fürst hüten, denn man muß die Menschen entweder liebkosen oder sich vor ihnen sichern, nie aber sie so weit bringen, daß ihnen die Notwendigkeit einleuchtet, entweder selbst zu sterben, oder einen andern ums Leben zu bringen.

Die Gefahren bei der Ausführung entstehen entweder aus Änderungen in den Anordnungen oder aus der Verzagtheit des Vollstreckers der Tat, oder aus einem Fehler, den er aus Unvorsichtigkeit macht, oder aus unvollständiger Ausführung, wenn nämlich einige der zu Ermordenden am Leben bleiben.

Nichts stört und hindert alle menschlichen Unternehmungen mehr, als wenn man plötzlich und ohne Frist eine Anordnung ändert und das zuerst Angeordnete umwirft. Nirgends aber stiftet eine solche Abänderung mehr Unordnung, als im Kriege und in Fällen, wie den hier besprochenen. Denn die Hauptsache bei allen solchen Unternehmungen ist, daß jeder sich die Ausführung dessen, was er zu tun hat, fest vornimmt. Hat jeder nun seine Einbildungskraft tagelang auf einen Plan und eine Anordnung eingestellt, und diese werden plötzlich geändert, so muß notwendig alles in Verwirrung geraten, und der ganze Anschlag mißlingt. Es ist daher viel besser, ihn nach der einmal gegebenen Anordnung auszuführen, selbst wenn man einigen Nachteil dabei sieht, als durch seine Abänderung in tausend andere zu geraten. Das aber geschieht, wenn man keine Zeit hat, einen neuen Plan aufzustellen; denn hat man Zeit, so kann man alles nach Gutdünken wieder einrichten.

Die Verschwörung der Pazzi gegen Giuliano und Lorenzo von Medici ist bekannt. Vgl. Seite 242 oben. Der Plan war, daß sie bei einem Gastmahl beim Kardinal von San Giorgio ermordet werden sollten. Und zwar war bestimmt, wer sie töten, wer das Rathaus besetzen, wer durch die Stadt laufen und das Volk zur Freiheit aufrufen sollte. Als nun die Pazzi, die Medici und der Kardinal beim Hochamt im Dome zu Florenz waren, erfuhr man, daß Giuliano nicht beim Kardinal speisen würde. Darauf traten die Verschworenen zusammen und beschlossen, den Anschlag in der Kirche auszuführen. Das brachte den ganzen Plan in Verwirrung. Denn Giovanbattista da Montesecco wollte sich an dem Mord in der Kirche nicht beteiligen. Infolgedessen mußten alle Rollen neu verteilt werden; die damit Betrauten hatten keine Zeit, sich die Sache fest vorzunehmen, und machten solche Fehler, daß der Anschlag mißglückte.

Der Vollstrecker der Tat verliert den Mut entweder aus Ehrfurcht oder aus Feigheit. Die Majestät eines Fürsten und die Scheu, die seine Erscheinung einflößt, ist so groß, daß sie den Vollstrecker leicht weichherzig macht oder einschüchtert. Als Marius von den Einwohnern von Minturnae gefangengenommen war, schickten sie einen Sklaven, um ihn zu töten. Der aber, durch den Anblick dieses Mannes und das Andenken seines Namens erschreckt, verlor allen Mut und alle Kraft, ihn zu töten. Wenn aber schon ein gefangener, gefesselter und vom Unglück gebeugter Mann diese Wirkung ausübt, wieviel mehr ist sie bei einem Fürsten zu fürchten, der ungebunden, in seiner Herrscherpracht und im Glanz seines Gefolges auftritt. Dieser Glanz kann dich also einschüchtern oder ein freundlicher Empfang dein Herz erweichen.

Es verschworen sich einige gegen Sitalkes, König von Thrazien. Gemeint ist wohl der Odryse Sitalkes, Bundesgenosse der Athener im Peloponnesischen Krieg, der 424 im Krieg gegen die Triballer fiel. Vgl. Thukydides, II, 95–101, IV, 101. Sie setzten den Tag der Ausführung fest und versammelten sich an dem bestimmten Orte, wo sich der König befand, aber keiner erhob die Hand gegen ihn. So gingen sie unverrichteter Dinge wieder fort, ohne zu wissen, was sie gehindert hatte, und schoben die Schuld aufeinander. Diesen Fehler machten sie mehrere Male, bis die Verschwörung entdeckt wurde und sie die Strafe für ein Unrecht erlitten, das sie tun konnten und nicht wollen. Gegen den Herzog Alfonso von Ferrara Alfons I., 1505–1534 Herzog von Ferrara. Im Jahre 1506 verschworen sich seine Brüder Don Ferrante und Don Giulio gegen ihn. Als die Verschwörung entdeckt wurde, gelang es dem Hofsänger Guasconi zu entfliehen; die beiden Prinzen wurden zu lebenslänglichem Kerker »begnadigt«. verschworen sich zwei seiner Brüder und bedienten sich dazu des Priesters Giannes, des Sängers des Herzogs. Der brachte den Herzog auf ihr Verlangen mehrmals zu ihnen, so daß es in ihrer Macht stand, ihn zu ermorden. Trotzdem wagte nie einer von ihnen die Tat, bis sie schließlich entdeckt wurden und die Strafe für ihre Bosheit und Unklugheit erhielten. Diese Lässigkeit konnte aber keinen andern Grund haben, als daß die Erscheinung des Herzogs sie einschüchterte oder seine Leutseligkeit sie umstimmte.

Ein Übelstand oder Fehler bei der Ausführung entsteht also durch Unklugheit oder Verzagtheit. Beides bringt dich außer Fassung und läßt dich in der Verwirrung deiner Gedanken etwas reden und tun, was du nicht solltest. Daß aber die Menschen verzagt und verwirrt werden, könnte Livius nicht besser zeigen als in seiner Erzählung von dem Ätolier Alexamenos, der, wie erwähnt, den Nabis von Sparta töten wollte. Als die Zeit der Ausführung da war und er den Seinigen alle nötigen Anweisungen gegeben hatte, da: collegit et ipse animum, confusum tantae cogitatione rei. Livius XXXV, 35. (Sammelte auch er seinen Geist, der durch den Gedanken an eine so große Sache verwirrt war.) Mag ein Mensch noch so festen Muts und gewohnt sein, Menschen zu töten und das Schwert zu führen, er wird doch etwas verwirrt werden. Daher wähle man nur Leute, die in diesem Handwerk erfahren sind, und verlasse sich auf niemand anders, mag er für noch so mutvoll gelten. Denn in großen Dingen verlasse sich keiner, der nicht die Probe gemacht hat, auf seinen Mut. Bei solcher Verwirrung können dir also die Waffen aus der Hand fallen, oder du kannst etwas sagen, was die gleichen Folgen hat. Lucilla, des Commodus Schwester, befahl dem Quintian, ihn zu ermorden. Im Jahre 183. Der erwartete den Commodus am Eingang des Zirkus, stürzte mit gezücktem Dolch auf ihn los und rief: »Das schickt dir der Senat!« Infolge dieser Worte wurde er ergriffen, noch ehe er zum Streich ausholen konnte. Antonio da Volterra war beauftragt, den Lorenzo Medici zu ermorden. In der Verschwörung der Pazzi, S. Seite 251. Als er auf ihn zutrat, rief er: »Ha, Verräter!« Dies Wort war Lorenzos Glück und brachte die Verschwörung zum Scheitern.

Aus diesen Gründen kann eine Verschwörung gegen einen einzigen scheitern. Noch leichter aber mißglückt sie gegen zwei, ja sie ist dann so schwierig, daß ihr Gelingen fast unmöglich ist. Denn die gleiche Tat zur selben Zeit an verschiedenen Orten auszuführen, ist fast unmöglich; zu verschiedenen Zeiten aber darf sie nicht geschehen, wenn nicht eins das andre verderben soll. Ist daher schon die Verschwörung gegen einen Fürsten mißlich, gefährlich und unklug, so ist sie gegen zwei völlig eitel und leichtfertig. Nur die Achtung vor dem Geschichtsschreiber läßt mich an die Möglichkeit dessen glauben, was Herodian von Plautian erzählt, daß er nämlich dem Centurio Saturninus aufgetragen habe, ganz allein den Severus und Antoninus, die sich an zwei verschiedenen Orten aufhielten, zu töten. Denn das ist so vernunftswidrig, daß es mir kein andrer je glaubhaft machte. Einige athenische Jünglinge verschworen sich gegen Diokles und Hippias, die Tyrannen Athens. Sie ermordeten den Diokles, aber Hippias blieb am Leben und rächte ihn. Gemeint sind die Söhne des Pisistratos, Hipparch, deren letzterer 514 v. Chr. ermordet wurde. Hippias wurde 510 vertrieben. Chion und Leonides von Herakleia, Schüler des Plato, verschworen sich gegen die Tyrannen Klearchos und Satyros; Klearchos fiel, aber Satyros blieb am Leben und rächte ihn. Den Pazzi, die wir mehrfach anführten, gelang nur die Ermordung Giulianos. Vor solchen Verschwörungen gegen mehrere muß sich daher jedermann hüten; denn er nützt damit weder sich noch dem Vaterland noch irgendwem. Vielmehr werden die Überlebenden nur noch unerträglicher und härter, wie Florenz, Athen und Herakleia wissen. Allerdings war auch die Verschwörung des Pelopidas zur Befreiung seiner Vaterstadt Theben mit all diesen Schwierigkeiten verknüpft und nahm dennoch den glücklichsten Ausgang. Denn Pelopidas verschwor sich nicht gegen zwei Tyrannen, sondern gegen zehn; er war nicht nur nicht ihr Vertrauter und hatte keinen bequemen Zutritt zu ihnen, sondern er war ein Empörer. Trotzdem gelang es ihm, nach Theben zu kommen, die Tyrannen zu töten und das Vaterland zu befreien. Er hatte nur den Beistand eines Ratgebers der Tyrannen, namens Charon, der ihm den Zutritt zu ihnen erleichterte. Möge jedoch niemand seinem Beispiel folgen, denn das Unternehmen war an sich unmöglich und sein Gelingen ein Wunder. Auch die Schriftsteller, die es verewigt haben, halten und hielten es für etwas Seltenes und fast Beispielloses.

Die Ausführung kann auch durch eine falsche Einbildung gestört werden oder durch einen unvorhergesehenen Zufall, der sich während der Tat ereignet. An dem Morgen, wo Brutus und seine Mitverschworenen den Cäsar ermorden wollten, geschah es, daß dieser lange mit Gnejus Popilius Laenas, einem der Verschworenen sprach. Angesichts dieser langen Unterredung befürchteten die übrigen, Popilius werde Cäsar die Verschwörung entdecken. Sie waren schon willens, Cäsar auf der Stelle zu ermorden und nicht abzuwarten, bis er im Senat war. Sie hätten es auch getan, wenn die Unterredung nicht geendigt hätte, ohne daß Cäsar eine ungewöhnliche Bewegung machte, was sie wieder beruhigte. Solche falschen Einbildungen sind wohl zu bedenken und klüglich in Rechnung zu stellen, zumal man ihnen leicht verfallen kann. Denn wer ein schlechtes Gewissen hat, glaubt leicht, daß von ihm die Rede sei. Du kannst ein in ganz andrer Absicht gesprochenes Wort hören, darüber den Kopf verlieren, glauben, es gehe dich an, und die Verschwörung durch deine Flucht verraten oder ihre Ausführung durch unzeitige Überstürzung in Verwirrung bringen. Je mehr aber um die Verschwörung wissen, desto leichter ereignet sich dies.

Unvorhergesehene Zufälle kann man nur an Beispielen zeigen und die Menschen demgemäß warnen. Der schon erwähnte Giulio Belanti aus Siena war gegen Pandolfo Petrucci erbittert, weil dieser ihm seine Tochter erst zur Frau gegeben und sie ihm dann wieder genommen hatte. Er beschloß, ihn zu ermorden, und wählte sich hierzu die Zeit aus, wo Pandolfo, der fast täglich einen kranken Verwandten besuchte, an Belantis Haus vorbeikam. Nachdem er dies bemerkt hatte, versammelte er seine Mitverschworenen in seinem Hause, um Pandolfo im Vorbeigehn niederzustoßen. Er stellte sich bewaffnet hinter das Haustor und ans Fenster einen, der ein Zeichen geben sollte, wenn Pandolfo sich dem Tor näherte. Als nun Pandolfo kam und das Zeichen gegeben war, begegnete ihm zufällig ein Freund, der ihn aufhielt, während einige seiner Begleiter weitergingen. Sie hörten den Waffenlärm, entdeckten den Hinterhalt, und Pandolfo rettete sich, Belanti aber mußte mit seinen Gefährten aus Siena fliehen. Im Jahre 1500. Die zufällige Begegnung verhinderte also die Ausführung und ließ Belantis Unternehmen scheitern. Da solche Zufälle selten sind, gibt es kein Mittel dagegen. Wohl aber muß man alle Zufälle, die eintreten können, prüfen und für Abhilfe sorgen.

Es bleibt uns jetzt nur noch von den Gefahren zu sprechen, die man nach der Ausführung läuft. Hier ist jedoch nur die eine Gefahr, daß jemand am Leben bleibt, der den Tod des Fürsten rächt. Das können seine Brüder, Kinder oder andre erbberechtigte Verwandte sein, die durch die Nachlässigkeit der Verschworenen oder aus den oben angeführten Gründen am Leben bleiben und Rache üben. Giovanni Andrea da Lampugnano und seine Mitverschworenen hatten den Herzog vom Mailand S. Lebenslauf, 1476. umgebracht; da aber ein Sohn und zwei Brüder am Leben blieben, rächten die seinen Tod zu gegebener Zeit. In solchen Fällen, wo die Verschworenen sich nicht anders helfen können, sind sie freilich entschuldigt. Lassen sie aber einen aus Unvorsichtigkeit oder Nachlässigkeit am Leben, so verdienen sie keine Nachsicht. Einige Verschworene in Forli töteten ihren Herrn, den Grafen Girolamo, S. Lebenslauf, 1488. Machiavellis Gesandtschaft zu Caterina Sforza s. Lebenslauf, 1495. Sie ergab sich im Jahre 1500 Cäsar Borgia und wurde nach Rom gebracht. und nahmen seine Gattin und seine kleinen Kinder gefangen. Da sie sich aber ihres Lebens nicht sicher glaubten, bevor sie nicht das Kastell in Händen hatten, dieses sich ihnen aber nicht ergeben wollte, so versprach die Gräfin Caterina, ihnen das Kastell zu verschaffen, wenn sie sie selbst hineinließen und ihre Kinder als Geiseln behielten. Auf dies Versprechen hin ließen sie sie hinein. Kaum aber war sie im Kastell, so warf sie ihnen von der Mauer herab die Ermordung ihres Gatten vor und drohte ihnen furchtbare Rache. Ja, um zu zeigen, daß sie sich aus den Kindern nichts mache, zeigte sie auf ihren Schoß und sagte, sie hätte noch das Mittel, andre zu bekommen. Die Verschworenen, die sich keinen Rat wußten und zu spät ihren Fehler einsahen, mußten ihre Unvorsichtigkeit mit ewiger Verbannung büßen. Von allen Gefahren aber, die nach der Ausführung eintreten können, ist keine gewisser und furchtbarer, als wenn das Volk den ermordeten Fürsten liebte; dagegen bleibt den Verschworenen kein Mittel, da sie sich gegen das Volk nie sichern können. Ein Beispiel ist Cäsar, der vom Volke gerächt wurde, weil es ihn liebte. Denn indem es alle Verschworenen aus Rom vertrieb, war es die Ursache, daß sie alle zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten ums Leben kamen.

Die Verschwörungen gegen das Vaterland sind weniger gefährlich als gegen die Fürsten, denn bei der Anstiftung ist weniger Gefahr, bei der Ausführung die gleiche, nach vollbrachter Tat keine. Bei der Anstiftung ist nicht viel Gefahr, weil ein Bürger zur Macht gelangen kann, ohne jemand seinen Plan und seine Gesinnung mitzuteilen. Wird er nun daran nicht gehindert, so kann er sein Unternehmen zum glücklichen Ende führen. Wird er aber durch ein Gesetz gehindert, so kann er die Zeit abwarten und andre Wege einschlagen. Das gilt allerdings nur für Republiken, in denen schon einige Sittenverderbnis herrscht; denn in einer unverdorbenen Republik können keine schlimmen Grundsätze aufkommen, und somit kann auch kein Bürger auf solche Gedanken geraten. Die Bürger können also durch mancherlei Mittel und auf mancherlei Wegen zur Herrschaft streben, ohne Gefahr zu laufen, unterdrückt zu werden, teils weil die Republiken langsamer, weniger argwöhnisch und daher auch weniger vorsichtig sind als ein Fürst, teils weil sie mehr Rücksicht auf ihre großen Bürger nehmen und diese dadurch kühner werden, etwas gegen den Staat zu unternehmen.

Jeder hat Sallusts Beschreibung der Verschwörung des Catilina gelesen und weiß, daß Catilina nach ihrer Entdeckung nicht nur in Rom blieb, sondern in den Senat kam und ihm sowie dem Konsul Grobheiten sagte; so große Rücksicht nahm Rom auf seine Bürger. Als er dann Rom verlassen hatte und schon beim Heere war, wären Lentulus und die andern doch nicht verhaftet worden, hätte man nicht schwerbelastende Briefe von ihrer Hand gehabt. Als Hanno, einer der angesehensten Bürger Karthagos, nach der Alleinherrschaft strebte, traf er Anstalten, bei der Hochzeit einer seiner Töchter den ganzen Senat zu vergiften und sich dann zum Fürsten zu machen. Als man dies erfuhr, tat der Senat nichts andres dagegen, als daß er ein Gesetz gegen den Aufwand bei Gastmählern und Hochzeiten erließ; so große Rücksicht nahm man auf Hannos Größe.

Bei der Ausführung einer Verschwörung gegen das Vaterland ist allerdings die Schwierigkeit und Gefahr größer. Denn deine eignen Kräfte reichen selten gegen so viele hin, und nicht jeder hat ein Heer hinter sich, wie Cäsar, Agathokles S. Buch II, Kap. 12, Anm. 59. oder Kleomenes S. Buch I, Kap. 9, Anm. 28. und ähnliche, die ihr Vaterland auf einen Schlag mit Gewalt unterwarfen. Für solche ist es freilich sehr leicht und sicher; die andern aber, die über keine solche Macht verfügen, müssen die Sache entweder durch List und Kunst oder durch fremde Hilfe ausführen. List und Kunst brauchte der Athener Pisistratos. Als er sich durch seinen Sieg über die Megarer die Gunst des Volkes errungen hatte, kam er eines Morgens verwundet zum Vorschein, sagte, der Adel habe ihn aus Neid mißhandelt, und bat um die Erlaubnis, Bewaffnete zu seinem Schutz annehmen zu dürfen. Von dieser Stufe stieg er dann leicht zu solcher Macht, daß er Tyrann von Athen wurde. Pandolfo Petrucci Vgl. Seite 241. kehrte mit andern Verbannten nach Siena zurück und erhielt den Befehl über die Stadtwache, einen niedrigen Posten, den die andern ausschlugen. Nichtsdestoweniger verschafften ihm diese Soldaten mit der Zeit solches Ansehen, daß er in kurzem Fürst wurde. Viele andre haben sich andrer Kunstgriffe und Mittel bedient und ihr Ziel mit der Zeit ohne Gefahr erreicht.

Die, welche sich mit eigner Macht oder mit Hilfe fremder Heere gegen die Freiheit ihres Vaterlandes verschworen, hatten je nach ihrem Glück verschiedenen Erfolg. Catilina ging darüber zugrunde. Hanno, den wir bereits erwähnten, bewaffnete, als es ihm mit Gift nicht gelang, ein paar tausend Anhänger und kam mit allen ums Leben. Um die Alleinherrschaft an sich zu reißen, riefen ein paar der ersten Bürger Thebens ein spartanisches Heer zu Hilfe und bemächtigten sich der Herrschaft. Geht man alle Verschwörungen gegen das Vaterland durch, so findet man kaum eine, die während der Anstiftung unterdrückt wurde. Sie sind entweder alle geglückt oder bei der Ausführung gescheitert. Nach der Ausführung aber ist keine andre Gefahr dabei als die mit der Natur der Alleinherrschaft verbundene; denn ist jemand Tyrann geworden, so drohen ihm die natürlichen und gewöhnlichen Gefahren der Tyrannenherrschaft, gegen die er nur die oben erörterten Mittel hat.

Dies ist, was ich über die Verschwörungen schreiben wollte. Wenn ich dabei nur von solchen sprach, die mit dem Schwert und nicht durch Gift ausgeführt werden, geschah es, weil der Hergang der gleiche ist. Die Verschwörungen durch Gift sind freilich noch gefährlicher, weil unsichrer. Da nicht jeder Gelegenheit dazu hat, muß er sich mit einem, der sie hat, verständigen, und in dieser Notwendigkeit liegt Gefahr. Außerdem kann ein Gifttrank aus vielen Gründen nicht tödlich wirken, wie bei Commodus, der das ihm beigebrachte Gift wieder von sich gab, so daß man ihn erwürgen mußte, damit er starb.

Den Fürsten kann also nichts Schlimmeres drohen als eine Verschwörung; denn sie kostet ihnen entweder das Leben oder bringt ihnen Schande. Glückt sie, so sterben sie; wird sie entdeckt und die Verschworenen hingerichtet, so glaubt man stets, das Ganze sei eine Erfindung des Fürsten, um seine Habsucht und Grausamkeit an dem Blut und Vermögen der Getöteten zu sättigen.

Ich möchte daher jedem Fürsten und jeder Republik, gegen die man sich verschwört, folgenden Rat geben. Wird eine Verschwörung entdeckt, so müssen sie, noch ehe sie einen Schritt zur Bestrafung tun, deren Beschaffenheit gründlich untersuchen und das Kräfteverhältnis zwischen sich und den Verschworenen genau gegeneinander abwägen. Finden sie, daß die Verschwörung ausgedehnt und mächtig ist, so dürfen sie sie nicht eher aufdecken, als bis sie hinreichende Kräfte zu ihrer Unterdrückung gesammelt haben, sonst würden sie nur ihr eignes Verderben aufdecken. Bis dahin müssen sie sich durchaus nichts anmerken lassen, sonst würden die Verschworenen, die sich entdeckt sehen, in ihrer Not jede Rücksicht beiseite setzen. Die Römer geben uns ein Beispiel dafür.

Nachdem sie, wie andernorts S. Buch II, Kap. 26. berichtet, zwei Legionen zum Schutz von Capua gegen die Samniter zurückgelassen hatten, verschworen sich deren Führer zur Unterdrückung dieser Stadt. Als man dies in Rom erfuhr, erhielt der neue Konsul Rutilius den Auftrag, dagegen einzuschreiten. Um die Verschworenen einzuschläfern, machte Rutilius bekannt, der Senat habe den capuanischen Legionen ihre Standorte bestätigt. Da die Soldaten dies glaubten und zur Ausführung ihres Planes Zeit zu haben meinten, suchten sie die Sache nicht zu beschleunigen und blieben so lange untätig, bis sie merkten, daß der Konsul sie voneinander trennte. Jetzt wurden sie mißtrauisch, gaben sich zu erkennen und führten ihr Vorhaben aus.

Es kann nach beiden Seiten kein lehrreicheres Beispiel geben. Man ersieht daraus, wie langsam die Menschen sind, wenn sie Zeit zu haben meinen, und wie schnell sie zu Werke gehen, wenn die Not sie treibt. Kein Fürst und keine Republik, die den Ausbruch einer Verschwörung hinausschieben wollen, kann ein besseres Mittel anwenden, als den Verschworenen in geschickter Weise eine nahe Gelegenheit zur Ausführung zu bieten, damit sie in deren Erwartung oder in dem Glauben, noch Zeit zu haben, ihrer Obrigkeit Zeit zu ihrer Bestrafung geben.

Wer anders handelt, beschleunigt seinen Sturz, wie der Herzog von Athen 1342 gelang es dem letzten der fremden Signori von Florenz, dem Grafen Gautier von Brienne, Herzog von Athen, mit Hilfe des niederen Volkes die Verfassung gewaltsam zu beseitigen und sich zum Herrscher der Stadt zu machen. Er wurde schon 1343 vertrieben. und Guglielmo de'Pazzi. Als der Herzog Herr von Florenz geworden war und von einer Verschwörung gegen sich erfuhr, ließ er einen der Verschworenen ohne weitere Untersuchung festnehmen. Die Folge war, daß die andern sofort zu den Waffen griffen und ihm die Herrschaft entrissen. Als Guglielmo 1501 Kommissar von Florenz im Chianatal war und erfuhr, daß in Arezzo S. Lebenslauf, 1502. eine Verschwörung zugunsten der Vitelli stattfände, um die Stadt den Florentinern zu entreißen, begab er sich sofort nach Arezzo und ließ, ohne die Kräfte der Verschworenen und die eignen zu bedenken und ohne sich auf Widerstand gefaßt zu machen, auf den Rat des Bischofs, seines Sohnes, einen der Verschworenen verhaften. Kaum war dies geschehen, so griffen die andern zu den Waffen, entrissen den Florentinern die Stadt, und Guglielmo wurde aus einem Kommissar ein Gefangener. Sind dagegen die Verschwörungen schwach, so kann und soll man sie rücksichtslos unterdrücken.

Auch die beiden folgenden Maßregeln, die einander fast entgegengesetzt sind, soll man auf keine Weise nachahmen. Der vorgenannte Herzog von Athen wollte zeigen, daß er die Liebe der Florentiner Bürger zu besitzen glaubte, und ließ daher einen Mann Matteo di Morozzo. hinrichten, der ihm eine Verschwörung entdeckte. Dion von Syrakus, Vgl. Buch I, Kap. 10, Anm. 29. der die Gesinnung eines ihm Verdächtigen auf die Probe stellen wollte, erlaubte dem Kalippos, dem er vertraute, zum Schein eine Verschwörung anzuzetteln. Beide fuhren übel dabei, denn der eine benahm den Anklägern den Mut und gab ihn denen, die Lust hatten, sich zu verschwören; der andere aber bahnte den Weg zu seinem Tode, ja, er war selbst das Haupt einer Verschwörung gegen sich; denn da Kalippos unbesorgt alles gegen Dion unternehmen konnte, trieb er es so weit, bis er ihn um Reich und Leben gebracht hatte.

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