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Peer Gynt

Henrik Ibsen: Peer Gynt - Kapitel 4
Quellenangabe
typedrama
booktitleVolksausgabe in fünf Bänden, Band 2
authorHenrik Ibsen
translatorChristian Morgenstern
year1907
publisherS. Fischer Verlag
addressBerlin
titlePeer Gynt
pages421-590
senderahipler@mainz-online.de
created20000203
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ZWEITER AKT

(Ein schmaler Steig hoch oben im Gebirge. Es ist früher Morgen.)

(Peer Gynt geht eilig und unwillig den Steig entlang. Ingrid, halb in Brautputz, sucht ihn zurückzuhalten.)

Peer Gynt.
Geh!

Ingrid(weinend.)
        Nach all dem, was geschehen!
Und wohin?

Peer Gynt.     Was kümmert's mich!

Ingrid(ringt die Hände.)
Welch ein Treubruch!

Peer Gynt.                   Statt zu schmähen,
Wandre Deines Wegs wie ich!

Ingrid.
Unsre Schuld muß uns vereinen!

Peer Gynt.
Daß die Pest auf all das falle!
Hol' die Pest Euch Weiber alle – –
Außer einer –!

Ingrid.                 Welcher einen?

Peer Gynt.
Du bist's schwerlich.

Ingrid.                         Also wer?

Peer Gynt.
Geh! Geh wieder heim, woher
Du gekommen bist!

Ingrid.                       Ach Peer –!

Peer Gynt.
Schweig!

Ingrid.         Du kannst unmöglich meinen,
Was Du redest.

Peer Gynt.           Kann ich doch!

Ingrid.
Erst verführen, – dann erkalten!

Peer Gynt.
Und was hast Du, mich zu halten?

Ingrid.
Haegstad und manch andres noch.

Peer Gynt.
Hast Du ein Gesangbuch? Trägst Du
Goldhaar über Hals und Mieder?
Hältst Du Mutters Schürze? Schlägst Du
Fromm den Blick zur Erde nieder?

Ingrid.
Ich –?

Peer Gynt.
          Bist Du vor hundert Tagen
Am Altar gewesen?

Ingrid.                         Nein –

Peer Gynt.
Kann Dein Auge züchtig sein?
Kannst Du mir 'ne Bitt' abschlagen?

Ingrid.
Peer, bist Du von Sinnen, he?

Peer Gynt.
Wird der, der Dich ansieht, rein?
Sag'!

Ingrid.   Nein, aber –

Peer Gynt.           Also geh!
(Will gehen.)

Ingrid(vertritt ihm den Weg.)
Weißt Du, daß Dir das den Kopf
Kosten kann?

Peer Gynt.       Und wenn's auch wäre!

Ingrid.
Geld und Gut wird Dein und Ehre,
Bleibst Du treu!

Peer Gynt.           Ich wär' ein Tropf!

Ingrid(bricht in Tränen aus.)
Du betrogst mich –!

Peer Gynt.               Du warst willig.

Ingrid.
Trostlos war ich!

Peer Gynt.             Ich war toll.

Ingrid(drohend.)
Doch Du zahlst den Preis mir voll!

Peer Gynt.
Hier ist jeder Preis noch billig.

Ingrid.
Also nicht?

Peer Gynt.   Komm mir nicht nah!

Ingrid.
Gut! Du spürst noch meine Kralle!
(Steigt hinab.)

Peer Gynt(schweigt eine Weile; auf einmal schreit er:)
Daß die Pest auf all das falle!
Hol' die Pest Euch Weiber alle!

Ingrid(wendet den Kopf und ruft höhnisch herauf:)
Außereiner!

Peer Gynt.Einer; ja.
(Ab, ein jedes seines Wegs.)

(Bei einem Gebirgssee.)

(Der Boden ringsum ist weich und sumpfig. Ein Unwetter zieht auf. Aase, verzweifelt, ruft und sieht sich um nach allen Seiten. Solvejg hat Mühe, mit ihr Schritt zu halten. Ihre Eltern und Helga ein Stück dahinter.)

Aase(ficht mit den Armen und rauft sich das Haar.)
Alles ist wider mich eifernd im Werk –
Himmel und Wasser und Wald und Berg!
Der Nebel möcht' am liebsten ein Brett werden,
Der tückische Bergsee sein Totenbett werden,
Die Felswand ihn mit Steinschlag begraben!
Und gar die Menschen! Wenn die ihn erst haben!
Sie soll'n ihm nur an! Ich kann ihn nicht entbehren!
Mußt' ihn der Teufel auch das just lehren!
(Wendet sich zu Solvejg.)
Ist es denn mög1ich! Das ist mein Sohn? –
Er, der nichts konnt' als lügen und drohn,
Er, dessen Maul seine einzige Kraft, –
Er, der noch nie was Rechtes geschafft, –
Er –! Was soll man da? Weinen oder lachen?
O, wir zwei hatten was durchzumachen!
Denn wie Du wissen mußt, trank mein Mann,
Fuhr rings umher und gab Torheiten an;
's Geld flog hinaus; mehr und mehr ging's uns schlecht.
Derweil' sind wir zwei denn daheim gesessen
Und haben gesucht, den Jammer zu vergessen;
Denn Widerstand leisten, das konnt' ich nie recht.
Dem Schicksal ins Aug' schaun, das ist kein Vergnügen;
Und man will doch auch mal seiner Sorgen bloß werden
Und die bösen Gedanken von Zeit zu Zeit loswerden.
Der eine braucht Branntwein, der andre braucht Lügen;
Na ja! Und so verfielen denn wir
Auf Prinzen und Trollspuk und allerhand Getier.
Auch Brautraub kam vor. Doch, frag' ich, wer denkt,
Daß so was in solch einem Burschen festhängt.
(Wieder voll Furcht.)
Hu, was schrie dort! Ein Draug oder Zwerg!
Peer! – – Peer! – – Dort oben auf dem Berg –!

(Sie läuft eine kleine Anhöhe hinauf und sieht über den See hin. Solvejgs Eltern mit Helga kommen dazu.)

Aase.
Nichts zu sehn auf dem ganzen Kamm!

Der Mann(nachdenklich.)
Schlimm für ihn.

Aase(weinend.)     Mein verloren Lamm!

Der Mann(nickt mild.)
Jawohl. Verloren.

Aase.                         Nein, red' nicht so!
Er ist ein Kerl! Da wär' mancher froh –!

Der Mann.
Du Törin!

Aase.             Mag ich Dir eine gelten!
Doch meinen Jungen, den lass' ich nicht schelten.

Der Mann(immer gedämpften Tones und mit milden Augen.)
Er ist verloren; sein Herz ward zu Stein.

Aase(angstvoll.)
Nein doch! So hart wird der Herrgott nicht sein!

Der Mann.
Kann er vielleicht seine Sünden bestreiten?

Aase(eifrig.)
Nein, aber durch die Luft kann er reiten!

Die Frau.
Seid Ihr verrückt?

Der Mann.               Was schwatzt Ihr da her?

Aase.
Nichts auf der Welt ist dem Jungen zu schwer.
Laß ihn nur erst seine Schalen ganz sprengen –

Der Mann.
Säht Ihr ihn nur erst am Galgen hängen!

Aase(schreit.)
Jesus, nein!

Der Mann.     Wird ihn der Henker packen,
Krümmt ihm vielleicht doch noch Reue den Nacken.

Aase(betäubt.)
O, Ihr verwirrt noch mich armes Weib!
Kommt doch! Es gilt –

Der Mann.                     Seine Seel'.

Aase.                                                 Und seinen Leib!
Steckt er im Sumpf, wir betten ihn trocken, –
Ist er verhext, muß der Küster an die Glocken, –

Der Mann.
Hm! – Hier ist Viehweg –

Aase.                                     Vergess' Gott Euch nicht,
Daß Ihr mir helft!

Der Mann.             Das ist Christenpflicht.

Aase.
So? Na, dann sind das Heiden, die andern!
Auch nicht einer wollt' mit uns wandern –

Der Mann.
Man kennt ihn zu gut.

Aase.                             Er konnt' ihnen zu viel!
(Ringt die Hände.)
Und denkt Euch! Sein Leben steht auf dem Spiel!

Der Mann.
Hier scheint 'ne Fährte –.

Aase.                                   So laßt uns eilen!

Der Mann.
Bei unserm Saeter dann woll'n wir uns teilen.
(Er und seine Frau gehen voraus.)

Solvejg(zu Aase.)
Erzähl' mir noch etwas!

Aase(trocknet die Augen.)
                                    Von meinem Sohn?

Solvejg.                                                         Ja; –
Alles!

Aase(lächelt und trägt den Kopf mit einem Mal wieder hoch.)
          Alles? – Müd' würd'st Du da!

Solvejg.
Eher wohl würdet Ihr müd', zu plauschen,
Als ich, zu lauschen.

(Niedrige baumlose Höhen unterm Hochgebirge.)

(Bergzinnen weiter hinten. Die Schatten fallen lang; es ist spät am Tage.)

Peer Gynt(kommt in großen Sätzen gesprungen und macht vor dem Abhang halt.)
Die ganze Gemeind' ist aus, mich zu fangen.
Sie haben sich bewaffnet mit Flinten und Stangen.
Allen voran hört den Haegstad man brüllen. –
Überall heißt's jetzt: Peer Gynt, das wilde Füllen!
Das ist doch was mehr, als Gebalg mit 'nem Schmied;
Das ist Leben. Man fühlt sich wie ein Bär in jedem Glied.
(Schlägt um sich und macht einen Luftsprung.)
Brechen! Wälzen! Den Wasserfall stauen!
Tannen auswurzeln! Stoßen! Hauen!
Das ist Leben! Das kräftigt! Das schafft Genügen!
Zum Teufel mit all den wässrigen Lügen!

Drei Säterinnen(laufen über die Berghänge schreiend und singend.)
Trond im Walgebirg! Kåre und Bår!
Wir schieben heut Nacht die Riegel nicht vor!

Peer Gynt.
Was schreit Ihr da?

Drei Säterinnen. Jede nach ihrem Troll!

Erste Säterin.
Trond! Komm mir schmachtend!

Zweite Säterin.                       Bår, komm mir toll!

Dritte Säterin.
Im Saeter stehn alle Kammern leer.

Erste Säterin.
Toll ist schmachtend!

Zweite Säterin.       Und schmachtend ist toll!

Dritte Säterin.
Fehlt' es an Burschen, so liebt man 'nen Troll.

Peer Gynt.
Wo sind denn die Burschen?

Alle drei Säterinnen(sich vor Lachen schüttelnd.)
                                          Die kommen nicht mehr.

Erste Säterin.
Der meine, der nannt' mich Verlobt' und Verwandte, –
Da wurd' er der Mann von 'ner alten Tante

Zweite Säterin.
Der meine, der traf 'ne Zigeun'rin im Norden, –
Da sind sie beide Landstreicher worden.

Dritte Säterin.
Der meine vergab's unserm kleinen Dinge, –
Jetzt grient sein Schädel wo aus 'ner Schlinge.

Alle rei Säterinnen.
Trond im Walgebirg! Kåre und Bår!
Wir schieben heut Abend die Riegel nicht vor!

Peer Gynt(steht mit einem Sprung unter ihnen.)
Ich bin ein Troll und ein Bursch für Euch drei!

Die drei Säterinnen.
Bist Du so 'n Kerl?

Peer Gynt.               Steh' der Himmel Euch bei!

Erste Säterin.
Zum Saeter!

Zweite Säterin.
                  Wir haben Met!

Peer Gynt.                             Laßt's ein Meer sein!

Dritte Säterin.
Die Samstagsnacht soll keine Kammer heut leer sein!

Zweite Säterin(küßt ihn.)
Er glühet und sprühet wie glühheißes Erz.

Dritte Säterin(ebenso.)
Wie 's Aug' einer Kindsleich' im schwärzesten See.

Peer Gynt.
Trübe der Sinn und frech das Herz.
Im Auge Lachen, im Halse Weh!

Die drei Säterinnen(machen den Bergspitzen lange Nasen, schreien und singen.)
Trond im Walgebirg! Kåre und Bår!
Wir schieben heut Nacht die Riegeldoch vor!

(Im Rondegebirge.)

(Sonnenuntergang. Schimmernde Schneegipfel rundum.)

Peer Gynt(kommt wirr und verwildert.)
Luftschloß auf Luftschloß brückt es
Über die Tiefen hin!
Steh! Willst Du stehn! Da rückt es
Wieder aus Augen und Sinn!
Auf dem Turme der Hahn winkt
Mit seinen Flügeln zur Flucht; –
Und, ein entflatternder Wahn, sinkt
Alles ins Grauen der Schlucht. –

Was für Wurzeln und Stämme sprießen
Dort aus zerklüftetem Grund?
Das sind Riesen mit Reiherfüßen!
Da schluckt sie schon wieder ein Schrund. –

Wie Regenbogengeflimmer
Frißt sich mir's ins Gehirn.

Was ist das für Glockengewimmer!
Was werkt da in meiner Stirn!
Der Schädel nimmt keinen Rat an.

Wie sollt' er's auch mit dem Band,
Dem brennheißen, um sich! Zum Satan!
Wer hat mir nur das umgebrannt!
(Sinkt nieder.)

Bocksritt über den Genden.
Wer Dir das glauben mag?
Hoch an den schroffesten Wänden
Mit der Braut, – und im Rausch einen Tag;
Stoßende Falken und Weihen,
Trollspuk und ähnlicher Prast,
Liebschaften gleich mit dreien; –
O, Du verruchter Phantast!
(Starrt lange aufwärts.)

Da segeln zwei braune Aare.
Gen Süden die Wildgäns' ziehn,
Und hier soll ich armer Narre
Im Kot waten bis zu den Knien!
(Springt in die Höhe.)

Ich will mit! Will baden mich rein in
Des Winds allerwildester Wut!
Will hoch! Will tauchen hinein in
Der Sonne Taufstrahlenflut!
Ich will fort! Ich schwing' mich zu Pferde;
Ich reit' mich von Sinn und Verstand;
Ich stürm' übers Meer und werde
Kaiser von Engelland;
Ja, glotzt nur, ihr Mädels da drunten!
Ich tu,' was ich mag, annoch.
Was wartet ihr, dumme Tunten –!
Das heißt, – am End' komm' ich doch?! –

Halloh! Die Adler da droben, –
Die hat wohl der Schwarze verhext! –

Da hat sich ein Giebel erhoben!
Schau', schau', wie das wird und wächst!
Ein Bauwerk aus Berg und Wolke!
Haha, jetzt kenn' ich mich aus!
Breit winkt die Tür allem Volke, –
Das ist Großvaters neugebaut Haus.
Dem alten Gebälk ging's zuleibe,
Der Hecke gab man den Rest.
Das glitzert von jeder Scheibe,
Im großen Saal, da ist Fest!

Da messert die Plappertasche,
Der Propst, an sein Glas und girrt; –
Da schmeißt der Kapitän seine Flasche,
Daß der Spiegel in Scherben zerklirrt. –
Laß fahren dahin! Laß fahren!
Schweig, Mutter; wir machen's nicht gut!
Der reiche Jon Gynt mag nicht sparen, –
Ein Hoch auf das Gyntische Blut!
Was ist das für ein Gezeter!
Was für ein Gelärm' und Gejohl'!
Der Kapitän ruft nach Peter, –
Der Propst will ausbringen mein Wohl.
Hinein denn, entgegengenommen
Dein Urteil von jedem im Saal! –:
Von Großem, Peer, bist Du kommen,
Und Großes noch wirst Du einmal!
(Springt vorwärts, rennt jedoch mit der Nase gegen einen Felsblock, fällt hin und bleibt liegen.)

(Eine Berglehne mit großen rauschenden Laubbäumen.)

(Sterne blinken durchs Laub; Vögel singen in den Baumkronen. Ein grüngekleidetes Weib geht auf der Lehne. Peer Gynt folgt ihm unter allerhand verliebten Gebärden.)

Die Grüngekleidete(bleibt stehen und kehrt sich um.)
Ist's wahr?

Peer Gynt(schneidet sich mit dem Finger über die Gurgel.)
                Ich heiße nicht wahrer Peer, –
Und Du bist nicht wahrer eine bildsaubre Dirn!
Willst Du mich haben? Du bekommst es nicht schwer,
Sollst nichts zu tun haben mit Nadel und Zwirn,
Magst Dich mit Speisen nach Herzenslust stopfen,
Will Dich auch niemals beuteln oder schopfen –

Die Grüngekleidete.
Nie auch mich schlagen?

Peer Gynt.                         Nein; so zu fragen!
Ein Königssohn wird doch nicht Weibsleute schlagen.

Die Grüngekleidete.
Ein Königssohn?

Peer Gynt.             Ja!

Die Grüngekleidete.
                              Ich bin Dovrekönigs Kind.

Peer Gynt.
Bist Du? Schau', schau', was für Leute wir sind!

Die Grüngekleidete.
Drinnen in Ronde hat Vater sein Schloß.

Peer Gynt.
Mutters Palast ist ein wahrer Koloß.

Die Grüngekleidete.
Kennst Du meinen Vater? Den König Brose?

Peer Gynt.
Kennst Du meine Mutter? Die Königin Aase?

Die Grüngekleidete.
Brüllt Vater, bersten die größten Blöcke.

Peer Gynt.
Schilt Mutter, schießen sie Purzelböcke.

Die Grüngekleidete.
Vater, der springt dir im Tanz bis ans Dach.

Peer Gynt.
Mutter, die reitet durch den reißendsten Bach.

Die Grüngekleidete.
Hast Du keinen besseren Anzug als den?

Peer Gynt.
Du solltest mal meinen Sonntagstaat sehn!

Die Grüngekleidete.
Ich geh' auch Werktags in seidnem Kleide.

Peer Gynt.
Es sieht zwar wie Werg aus und Gras, nicht wie Seide –

Die Grüngekleidete.
Ja, Du, auf eines, da hab' Du mir Acht:
So ist's nun einmal bei uns hergebracht:
Alles beim Rondevolk hat zwei Seiten.
Wenn Du auf Vaters Schloß mit mir gehst,
Dürft' Dich der Schein leicht zum Glauben verleiten,
Daß Du mitten in einer Geröllwüste stehst.

Peer Gynt.
Just wie bei uns! Daß man's glauben sollt'!
Für Ruß und Rost möcht'st Du alles das Gold –
Und jede glitzernde Scheib' für aus alten
Fetzen und Flicken zurecht gemacht halten.

Die Grüngekleidete.
Schwarz, das scheint weiß, und grob, das scheint fein.

Peer Gynt.
Groß, das scheint klein, und schmutzig, das scheint rein!

Die Grüngekleidete (fällt ihm um den Hals.)
Ja, Peer, so seh' ich, wir geben ein Paar!

Peer Gynt.
Wie Bein und Hose, wie Kamm und Haar!

Die Grüngekleidete (ruft nach hinten in die Berglehne.)
Brautrößlein! Brautrößlein mein! Komm hervor!

(Eine riesengroße Sau kommt gelaufen mit einem Tauende als Zaum und einem alten Sack als Sattel. Peer Gynt schwingt sich darauf und nimmt die Grüngekleidete vor sich.)

Peer Gynt.
Heissa! Jetzt geht es durchs Ronde-Tor,
Sput' Dich, sput' Dich, mein Zelter brav!

Die Grüngekleidete (zärtlich.)
Ach, gestern noch ging ich als wie im Schlaf; –
Und heute – wer das mir gesagt hätt'! – und heute –!

Peer Gynt (prügelt die Sau und trabt von dannen.)
Am Reitzeug erkennt man die fürnehmen Leute!

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