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Paul Gerhardts sämtliche Lieder

Paul Gerhardt: Paul Gerhardts sämtliche Lieder - Kapitel 62
Quellenangabe
typepoem
authorPaul Gerhardt
titlePaul Gerhardts sämtliche Lieder
publisherVerlag und Druck von Johannes Herrmann
year1906
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131117
projectid972b9fe1
wgs
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60. Der 116. Psalm Davids.

Mel.: Ein' feste Burg ist unser Gott.

1. Das ist mir lieb, daß Gott, mein Hort,
So treulich bei mir stehet,
Wenn ich ihn bitte, wird kein Wort
In meiner Bitt verschmähet.
Des schwarzen Todes Hand,
Samt aller Höllen Band.
Umgaben überall
Mein Herz mit Angst und Qual,
Doch hat mir Gott geholfen.

2. Ich kam in Jammer und in Not,
Ich sank fast gar zugrunde,
Und da ich sank, rief ich zu Gott
Mit Herzen und mit Munde:
O HErr, ich weiß, du wirst,
Als des Lebens Fürst,
Schon führen meine Sach!
Und wie ich bat und sprach,
So ist's auch nun geschehen.

3. Sei wieder froh und gutes Muts,
Mein Herze, sei zufrieden!
Der HErr, der tut dir alles Guts,
Durch ihn ist nun geschieden
Und ferne weggebracht,
Was mich traurig macht;
Er hat mich aus dem Loch
Und schweren Todesjoch
Mit seiner Hand gerissen.

4. Mein Aug ist nun von Tränen frei,
Mein Fuß von seinem Gleiten;
Das will ich sagen ohne Scheu
Und rühmen bei den Leuten.
Was gar kein Mensch nicht kann,
Das hat Gott getan.
Der Mensch ist Lügen voll,
Gott aber weiß gar wohl,
Wie Er sein Wort soll halten.

5. Ich glaube fest in meinen Sinn,
Und was mein Herze glaubet,
Das red ich auch in Einfalt hin:
Wer Gott vertraut, der bleibet.
Die Welt und böse Rott
Lacht des mir zum Spott,
Ja, plagt mich noch dazu,
Ich aber steh und ruh
Auf dir, mein Trost und Helfer.

6. Du stürzest meiner Feinde Rat,
Und segnest, wenn sie schelten.
Wie soll ich doch die große Gnad
Dir immermehr vergelten?
Ich will, HErr, meines Teils
Den Kelch deines Heils,
Der voller Bitterkeit,
Doch mir zum Nutz gedeiht,
Gehorsamlich annehmen.

7. Was du mir zugemessen hast,
Das will ich gerne leiden;
Wer fröhlich trägt des Kreuzes Last,
Dem hilfst du aus mit Freuden.
Du weißt der Deinen Not,
Und hältst ihren Tod
Sehr hoch, sehr lieb und wert,
Auch läßt du auf der Erd
Ihr Blut nicht ungerochen.

8. So zürne nun gleich alle Welt
Mit mir, HErr, deinem Knechte.
Du, du deckst mich in deinem Zelt
Und reichst mir deine Rechte.
Darüber will ich dich
Allstets inniglich,
So gut ich immer kann,
Mit Dank vor jedermann
In deinem Hause preisen.

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