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Paul Gerhardts sämtliche Lieder

Paul Gerhardt: Paul Gerhardts sämtliche Lieder - Kapitel 60
Quellenangabe
typepoem
authorPaul Gerhardt
titlePaul Gerhardts sämtliche Lieder
publisherVerlag und Druck von Johannes Herrmann
year1906
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131117
projectid972b9fe1
wgs
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58. Trostgesang christlicher Eheleute.

Mel.: Wie schön leuchtet der Morgenstern.

1. Wie schön ist's doch, HErr JEsu Christ,
Im Stande, da dein Segen ist,
Im Stande Heilger Ehe.
Wie steigt und neigt sich deine Gab
Und alles Gut so mild herab
Aus deiner Heilgen Höhe,
Wenn sich
An dich
Fleißig halten
Jung und Alten,
Die im Orden
Eines Lebens einig worden.

2. Wenn Mann und Weib sich wohl begehn
Und unverrückt beisammen stehn,
Im Bande reiner Treue,
Da geht das Glück in vollem Lauf,
Da sieht man, wie der Engel Hauf
Im Himmel selbst sich freue.
Kein Sturm,
Kein Wurm
Kann zerschlagen,
Kann zernagen,
Was Gott gibet
Dem Paar, das in ihm sich liebet.

3. Vor allen gibt Er seine Gnad,
In deren Schoß Er früh und spat
Sein' Hochgeliebten heget.
Da spannt sein Arm sich täglich aus,
Da faßt Er uns und unser Haus
Gleich als ein Vater pfleget.
Da muß
Ein Fuß
Nach dem andern
Gehn und wandern,
Bis sie kommen
In das Zelt und Sitz der Frommen.

4. Der Mann wird einem Baume gleich,
An Aesten schön, an Zweigen reich,
Das Weib gleich einem Reben,
Der seine Träublein trägt und nährt
Und sich je mehr und mehr vermehrt
Mit Früchten, die da leben.
Wohl dir,
O Zier,
Mannessonne,
Hauseswonne,
Ehrenkrone!
Gott denkt dein bei seinem Throne.

5. Dich, dich hat Er ihm auserkorn,
Daß aus dir ward herausgeborn
Das Volk, das sein Reich bauet;
Sein Wunderwerk geht immer fort,
Und seines Mundes starkes Wort
Macht, daß sein Auge schauet
Schöne
Söhne,
Und die Tocken,
Die den Wocken
Fein abspinnen
Und mit Kunst die Zeit gewinnen.

6. Sei gutes Muts; wir sind es nicht,
Die diesen Orden aufgericht't,
Es ist ein höh'rer Vater,
Der uns hat je und je geliebt
Und bleibt, wenn unsre Sorg uns trübt,
Der beste Freund und Rater;
Anfang,
Ausgang
Aller Sachen,
Die zu machen
Wir gedenken,
Wird Er wohl und weislich lenken.

7. Zwar bleibt's nicht aus, es kommt ja wohl
Ein Stündlein, da man leidesvoll
Die Tränen lässet schießen.
Jedennoch wer sich in Geduld
Ergibt, des Leid wird Gottes Huld
In großen Freuden schließen.
Sitze,
Schwitze
Nur ein wenig,
Unser König
Wird behende
Machen, daß die Angst sich wende.

8. Wohl her, mein König, nah herzu!
Gib Rat in Kreuz, in Nöten Ruh,
In Aengsten Trost und Freude!
Des sollst du haben Ruhm und Preis;
Wir wollen singen bester Weis'
Und danken alle beide,
Bis wir
Bei dir,
Deinen Willen
Zu erfüllen,
Deinen Namen
Ewig loben werden! Amen.

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