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Paul Gerhardts sämtliche Lieder

Paul Gerhardt: Paul Gerhardts sämtliche Lieder - Kapitel 49
Quellenangabe
typepoem
authorPaul Gerhardt
titlePaul Gerhardts sämtliche Lieder
publisherVerlag und Druck von Johannes Herrmann
year1906
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131117
projectid972b9fe1
wgs
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3. Beichte.

47. Bußgesang aus Psalm 143.

Mel.: Als der gütige Gott.

1. HErr, höre, was mein Mund
Aus innerm Herzensgrund
Ohn alle Falschheit spricht:
Wend, HErr, dein Angesicht,
Vernimm meine Bitte.

2. Ich bitte nicht um Gut,
Das auf der Welt beruht,
Auch endlich mit der Welt
Bricht und zu Boden fällt
Und mag gar nicht retten.

3. Der Schatz, den ich begehr,
Ist deine Gnad, o HErr.
Die Gnade, die dein Sohn,
Mein Heil und Gnadenthron,
Mir sterbend erworben.

4. Du bist rein und gerecht,
Ich bin ein böser Knecht;
Ich bin in Sünden tot,
Du bist der fromme Gott,
Der Sünde vergibst.

5. Laß deine Frömmigkeit
Sein meinen Trost und Freud;
Last über meine Schuld
Dein' edle Lieb und Huld
Sich reichlich ergießen.

6. Betrachte, wer ich bin:
Im Hui fahr ich dahin,
Zerbrechlich wie ein Glas,
Vergänglich wie ein Gras,
Ein Wind kann mich fällen.

7. Willst du nichts sehen an,
Als was ein Mensch getan,
So wird kein Menschenkind
Vor Menge seiner Sund
Im Himmel bestehen.

8. Sieh an, wie JEsus Christ
Für mich gegeben ist:
Der hat, was ich nicht kann,
Erfüllt, und gnug getan
Im Leben und Leiden.

9. Du liebest Reu und Schmerz,
Schau her, hier ist ein Herz,
Das seine Sünd erkennt,
Und wie ein Feuer brennt
Vor Angst, Leid und Sorgen.

10. Ich lechze wie ein Land,
Dem deine milde Hand
Den Regen lang entzeucht,
Bis Saft und Kraft entweicht
Und alles verdorret.

11. Gleichwie auch in der Heid
Ein Hirsch begierlich schreit
Nach frischem Wasserquell,
So ruf ich laut und hell
Nach dir, o mein Leben!

12. Erquicke mein Gebein,
Geuß Trost und Labsal ein,
Und sprich mir freundlich zu,
Daß meine Seele ruh
Im Schoß deiner Liebe.

13. Gib mir getrosten Mut,
Wenn meine Sündenflut
Aufsteiget in die Höh,
Ersäuf all Angst und Weh
Im Meer deiner Gnaden.

14. Treib weg den bösen Feind,
Der mich zu stürzen meint:
Du bist mein Hirt, und ich
Will bleiben ewiglich
Ein Schaf deiner Weide.

15. Solang aus dieser Erd
Ich Atem holen werd,
O HErr, so will ich dein
Und deines Willens sein
Gehorsamer Diener.

16. Ich will dir dankbar sein,
Doch ist mein Können klein:
Allein in deiner Kraft,
Die Tun und Wollen schafft,
Steht all mein Vermögen.

17. Drum sende deinen Geist,
Der deinen Kindern weist
Den Weg, der dir gefällt;
Wer den bewahrt und hält
Wird nimmermehr fehlen.

18. Ich richte mich nach dir,
Du sollst mir gehen für,
Du sollst mir schließen auf
Die Bahn im Tugendlauf,
Ich will treulich folgen.

19. Und wenn des Himmels Pfort
Ich werd ergreifen dort,
So will im Engelheer
Ich ewig deiner Ehr
In Freuden lobsingen.

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