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Paul Gerhardts sämtliche Lieder

Paul Gerhardt: Paul Gerhardts sämtliche Lieder - Kapitel 43
Quellenangabe
typepoem
authorPaul Gerhardt
titlePaul Gerhardts sämtliche Lieder
publisherVerlag und Druck von Johannes Herrmann
year1906
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131117
projectid972b9fe1
wgs
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41. Der 112. Psalm Davids.

Mel.: Zion klagt mit Angst und Schmerzen.

1. Wohl dem, der den Herren scheuet
Und sich fürcht't vor seinem Gott!
Selig, der sich herzlich freuet,
Zu erfüllen sein Gebot!
Wer den Höchsten liebt und ehrt,
Wird erfahren, wie sich mehrt
Alles, was in seinem Leben
Ihm vom Himmel ist gegeben.

2. Seine Kinder werden stehen
Wie die Rosen in der Blüt,
Sein Geschlecht wird einhergehen
Voller Gnad und Gottes Güt,
Und was diesen Leib erhält,
Wird der Herrscher aller Welt
Reichlich und mit vollen Händen
Ihnen in die Häuser senden.

3. Das gerechte Tun der Frommen
Steht gewiß und wanket nicht;
Sollt auch gleich ein Wetter kommen,
Bleibt doch Gott, der HErr, ihr Licht,
Tröstet, stärket, schützt und macht,
Daß nach ausgestandener Nacht
Und nach hochbetrübtem Weinen
Freud und Sonne wieder scheinen.

4. Gottes Gnad, Huld und Erbarmen
Bleibt den Frommen immer fest.
Wohl dem, der die Not der Armen
Sich zu Herzen gehen läßt,
Und mit Liebe Gutes tut:
Den wird Gott, das höchste Gut,
Gnädiglich in seinen Aermen,
Als der liebste Vater, wärmen.

5. Wenn die schwarzen Wolken blitzen,
Vor dem Donner in der Luft,
Wird er ohne Sorgen sitzen
Wie ein Täublein in der Kluft;
Er wird bleiben ewiglich,
Auch wird sein Gedächtnis sich
Hier und da auf allen Seiten
Wie die edlen Zweig ausbreiten.

6. Wenn das Unglück an will kommen,
Das die rohen Sünder plagt,
Bleibt der Mut ihm unbenommen
Und das Herze unverzagt:
Unverzagt, ohn Angst und Pein,
Bleibt das Herze, das sich fein
Seinem Gott und HErrn ergibst,
Und die, so verlassen, liebet.

7. Wer Betrübte gern erfreuet,
Wird vom Höchsten hoch ergötzt,
Was die milde Hand ausstreuet,
Wird vom Himmel wohl ersetzt.
Wer viel gibt, erlanget viel;
Was sein Herze wünscht und will,
Das wird Gott mit gutem Willen
Schon zu rechter Zeit erfüllen.

8. Aber seines Feindes Freude
Wird er untergehen sehn;
Er, der Feind, vor großem Neide
Wird zerbeißen seine Zahn;
Er wird knirschen und mit Grimm
Solches Glück mißgönnen ihm,
Und doch damit gar nichts wehren,
Sondern sich nur selbst verzehren.

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