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Paul Gerhardts sämtliche Lieder

Paul Gerhardt: Paul Gerhardts sämtliche Lieder - Kapitel 27
Quellenangabe
typepoem
authorPaul Gerhardt
titlePaul Gerhardts sämtliche Lieder
publisherVerlag und Druck von Johannes Herrmann
year1906
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20131117
projectid972b9fe1
wgs
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5. Ostern.

25. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden.

In eigener Melodie.

1. Auf, auf, mein Herz, mit Freuden,
Nimm wahr, was heut geschicht!
Wie kommt nach großen Leiden
Nun ein so großes Licht?
Mein Heiland war gelegt
Da, wo man uns hinträgt,
Wenn von uns unser Geist
Gen Himmel ist gereist.

2. Er war ins Grab gesenket,
Der Feind trieb groß Geschrei.
Eh er's vermeint und denket,
Ist Christus wieder frei,
Und ruft Viktoria!
Schwingt fröhlich hier und da
Sein Fähnlein, als ein Held,
Der Feld und Mut behält.

3. Der Held steht auf dem Grabe,
Und sieht sich munter um,
Der Feind liegt, und legt abe
Gift, Gall und Ungestüm;
Er wirft zu Christi Fuß
Sein Höllenreich und muß
Selbst in des Siegers Land
Ergeben Fuß und Hand.

4. Das ist mir anzuschauen
Ein rechtes Freudenspiel,
Nun soll mir nicht mehr grauen
Vor allem, was mir will
Entnehmen meinen Mut,
Zusamt dem edlen Gut,
So mir durch JEsum Christ
Aus Lieb erworben ist.

5. Die Höll und ihre Rotten,
Die krümmen mir kein Haar,
Der Sünden kann ich spotten,
Bleib allzeit ohn Gefahr;
Der Tod mit seiner Macht
Wird schlecht bei mir geacht't,
Er bleibt ein totes Bild,
Und wär er noch so wild.

6. Die Welt ist mir ein Lachen
Mit ihrem großen Zorn;
Sie zürnt, und kann nichts machen,
All Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht
Mein Herz und Angesicht;
Das Unglück ist mein Glück,
Die Nacht mein Sonnenblick.

7. Ich hang und bleib auch hangen
An Christo als ein Glied:
Wo mein Haupt durch ist gangen,
Da nimmt Er mich auch mit;
Er reißet durch den Tod,
Durch Welt, durch Sünd und Not,
Er reißet durch die Höll,
Ich bin stets sein Gesell.

8. Er dringt zum Saal der Ehren,
Ich folg ihm immer nach,
Und darf mich gar nicht kehren
An einzig Ungemach:
Es tobe, was da kann,
Mein Haupt nimmt sich mein an,
Mein Heiland ist mein Schild,
Der alles Toben stillt.

9. Er bringt mich an die Pforten,
Die in den Himmel führt,
Daran mit güldnen Worten
Der Reim gelesen wird:
Wer dort mit wird verhöhnt,
Wird hier auch mit gekrönt,
Wer dort mit sterben geht,
Wird hier auch mit erhöht.

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