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August Strindberg: Ostern - Kapitel 4
Quellenangabe
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authorAugust Strindberg
titleOstern
publisherInsel-Verlag zu Leipzig
translatorMathilde Mann
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Dritter Aufzug

Osterabend

Die Musik zu diesem Aufzug:
Haydn: Sieben Worte, Nr. 5. Adagio.

Dieselbe Ausstattung, aber die Vorhänge zurückgezogen. Die Landschaft draußen die gleiche, aber in Grauwetterstimmung. Der Ofen brennt. Die Türen im Hintergrund geschlossen.

Eleonora sitzt vor dem Ofen und hält einen Strauß blauer Anemonen vor sich hin.

Benjamin von rechts herein.

Eleonora. Wo bist du so lange gewesen, Benjamin?

Benjamin. Es war gar nicht lange!

Eleonora. Ich habe mich nach dir gesehnt!

Benjamin. Wo bist du denn gewesen, Eleonora?

Eleonora. Ich bin auf dem Markt gewesen und habe Anemonen gekauft, und nun will ich sie wärmen, denn sie haben gefroren, die Ärmsten!

Benjamin. Wo ist die Sonne?

Eleonora. Hinter den Nebeln; da sind keine Wolken heute, es sind nur Seenebel, denn sie riechen salzig ...

Benjamin. Sahest du, daß die Vögel da draußen noch leben?

Eleonora. Ja, und es fällt keiner zur Erde, ohne Gottes Willen. Aber auf dem Markt waren tote Vögel ...

Elis von rechts herein. Ist die Zeitung gekommen?

Eleonora. Nein, Elis.

Elis geht über die Bühne; als er in der Mitte des Zimmers ist, kommt Kristina von links herein.

Kristina ohne Elis zu beachten. Ist die Zeitung schon da?

Eleonora. Nein, sie ist noch nicht gekommen!

Kristina geht über die Bühne nach rechts, an Elis vorbei, der nach links hinausgeht, ohne daß sie einander ansehen.

Eleonora. Huh! wie kalt es wurde! Es ist Haß hier ins Haus gekommen! Solange hier Liebe war, konnte man alles ertragen. Aber jetzt, huh, wie kalt!

Benjamin. Warum fragen sie nach der Zeitung?

Eleonora. Verstehst du das nicht? Da soll es ja stehen ...

Benjamin. Was?

Eleonora. Alles zusammen! Der Einbruch, die Polizei und noch mehr ...

Frau Heyst von rechts. Ist die Zeitung schon da?

Eleonora. Nein, liebe Mama!

Frau Heyst geht wieder nach rechts hinaus. Sag es mir zuerst, wenn sie kommt!

Eleonora. Die Zeitung, die Zeitung! – – – Ach, wenn doch die Druckerei entzweigegangen wäre, wenn doch der Redakteur krank geworden wäre! ... Nein, so darf man nicht sagen! Weißt du, ich war übernacht bei Vater ...

Benjamin. Übernacht?

Eleonora. Ja, im Schlaf ... und dann war ich in Amerika bei der Schwester ... sie hatte vorgestern für dreißig Dollars verkauft, und dann hat sie fünf verdient.

Benjamin. Ist das viel oder wenig?

Eleonora. Das ist ganz viel!

Benjamin listig. Hast du Bekannte getroffen, als du auf dem Markt warst?

Eleonora. Warum fragst du danach? Du sollst mir gegenüber nicht listig sein, Benjamin, du willst meine Geheimnisse wissen, aber die bekommst du nicht zu wissen.

Benjamin. Und du glaubst, daß du meine auf die Art zu wissen bekommst?

Eleonora. Hörst du, wie es in den Telephondrähten singt? Also jetzt ist die Zeitung erschienen, und nun telephonieren die Menschen! »Haben Sie gelesen?« »Ja, ich habe gelesen!« »Ist es nicht schrecklich?«

Benjamin. Was ist schrecklich?

Eleonora. Alles! Das ganze Leben ist schrecklich! Aber wir müssen doch noch zufrieden sein! ... Denke an Elis und Kristina; sie haben sich lieb, und sie hassen einander doch, so daß das Thermometer fällt, wenn sie durch das Zimmer gehen! Sie war gestern im Konzert, und heute sprechen sie nicht zusammen ... warum, warum?

Benjamin. Weil dein Bruder eifersüchtig ist!

Eleonora. Nenne nicht das Wort! Was weißt du übrigens weiter davon, als daß es eine Krankheit und folglich eine Strafe ist. Man soll nicht an dem Bösen rühren, denn da kommt es über einen! Sieh nur Elis an; hast du nicht bemerkt, wie verändert er ist, seit er angefangen hat, in diesen Papieren zu lesen ...

Benjamin. In den Gerichtsverhandlungen?

Eleonora. Ja! Ist es nicht, als wenn alle Bosheit da in seine Seele gedrungen wäre und jetzt aus seinem Gesicht und seinen Blicken herausleuchtete? ... Das fühlt Kristina, und damit sein Böses nicht über sie kommt, macht sie sich einen Panzer aus Eis! Ach, diese Papiere! Wenn ich sie verbrennen dürfte! Es strahlt Bosheit und Haß und Rache von ihnen heraus. Darum, mein Kind, sollst du das Böse und das Unreine dir fernhalten, sowohl von deinen Lippen als auch von deinem Herzen!

Benjamin. Wie du doch alles beachtest!

Eleonora. Weißt du, was mir bevorsteht, falls Elis und die andern erfahren, daß ich die Osterblume auf so ungewöhnliche Weise gekauft habe?

Benjamin. Was werden sie dir tun?

Eleonora. Ich werde zurückgeschickt ... dahin, woher ich gekommen bin, wo die Sonne nicht scheint, wo die Wände weiß sind und kahl wie in einem Badezimmer, wo man nur Weinen und Klagen hört, wo ich ein Jahr meines Lebens versessen habe!

Benjamin. Wo meinst du?

Eleonora. Wo man ärger gequält wird als im Gefängnis, wo die Unseligen wohnen, wo die Unruhe zu Hause ist, wo die Verzweiflung Tag und Nacht wacht, und woher niemand zurückkehrt.

Benjamin. Ärger als im Gefängnis, wo meinst du?

Eleonora. Im Gefängnis ist man verurteilt, da aber ist man verdammt! Im Gefängnis wird man untersucht und gehört, aber dort ist man ungehört! ... Die arme Osterblume, die schuld daran ist; ich wollte so gut und tat so übel!

Benjamin. Aber warum gehst du nicht zum Blumenhändler und sagst: »so ist es gewesen«? Du bist ganz wie ein Lamm, das geschlachtet werden soll.

Eleonora. Wenn es weiß, daß es geschlachtet werden soll, so klagt es nicht und sucht nicht zu entfliehen. Was kann es auch andres tun?

Elis von links herein, einen Brief in der Hand. Ist die Zeitung noch nicht gekommen?

Eleonora. Nein, mein Bruder!

Elis wendet sich um, spricht nach der Küche hinaus. Lina soll hingehen und eine Zeitung kaufen! ...

Frau Heyst von rechts herein.

Eleonora und Benjamin erschrecken.

Elis zu Eleonora und Benjamin. Geht einen Augenblick hinaus, Kinder, dann seid ihr lieb!

Eleonora und Benjamin ab nach links.

Frau Heyst. Du hast einen Brief bekommen?

Elis. Ja!

Frau Heyst. Von der Anstalt?

Elis. Ja!

Frau Heyst. Was wollen sie?

Elis. Sie fordern Eleonora zurück.

Frau Heyst. Die bekommen sie nicht! Sie ist mein Kind!

Elis. Meine Schwester.

Frau Heyst. Wie denkst du denn darüber?

Elis. Ich weiß es nicht! Ich kann nicht mehr denken!

Frau Heyst. Aber das kann ich! ... Eleonora, das Sorgenkind, ist mit Freude gekommen, jedoch nicht mit der Freude dieser Welt; ihre Unruhe hat sich in Frieden verwandelt, den sie um sich verbreitet! Klug oder nicht! In meinen Augen ist sie weise, denn sie weiß die Lasten des Lebens besser zu tragen als ich, als wir. Übrigens, Elis, bin ich klug, war ich klug, als ich meinen Gatten für unschuldig hielt? Ich wußte ja, daß er durch das Beweismaterial überführt war, durch handgreifliche Beweise, und daß er selbst gestanden hatte! ... Und du, Elis, bist du bei Vernunft, da du nicht siehst, daß Kristina dich liebt? Da du glaubst, daß sie dich haßt?

Elis. Das ist eine sonderbare Art zu lieben!

Frau Heyst. Nein! Deine Kälte macht sie inwendig gefrieren, und du bist es, der haßt. Aber du hast unrecht, und darum mußt du leiden!

Elis. Wie kann ich unrecht haben? Ging sie nicht gestern abend mit meinem treulosen Freund aus!

Frau Heyst. Ja, das tat sie, und mit deinem Wissen. Aber warum sie ging? Ja, das solltest du ahnen können!

Elis. Nein, das kann ich nicht!

Frau Heyst. Wohlan! Dann muß es dir so ergehen, wie es dir geht! Die Küchentür wird geöffnet, eine Hand reicht eine Zeitung herein, die Frau Heyst in Empfang nimmt und an Elis gibt.

Elis. Dies war das einzige wirkliche Unglück! Mit ihr konnte ich das andere tragen! Aber jetzt stürzte die letzte Stütze, jetzt falle ich.

Frau Heyst. Falle, aber falle richtig, dann kannst du dich später wieder erheben! ... Was steht Neues in der Zeitung?

Elis. Ich weiß nicht; ich fürchte mich heute vor der Zeitung!

Frau Heyst. Gib sie mir, dann will ich sie lesen!

Elis. Nein, warte einen Augenblick! ...

Frau Heyst. Was fürchtest du, was ahnt dir? ...

Elis. Das Allerschlimmste!

Frau Heyst. Das ist schon so viele Male der Fall gewesen. Und du, Kind, wenn du mein Leben kenntest ... wenn du es erlebt hättest, wie ich deinen Vater Schritt für Schritt ins Verderben gehen sah, ohne die vielen warnen zu können, die er ins Unglück stürzte! Als er fiel, fühlte ich mich mitschuldig, denn ich war Mitwisserin des Verbrechens, und wäre der Richter nicht ein verständiger Mann gewesen, der meine schwierige Stellung als Ehefrau begriff, so wäre ich ebenfalls bestraft worden!

Elis. Was brachte ihn, unsern Vater, zu Fall? Ich habe es nie verstehen können!

Frau Heyst. Der Hochmut, der uns alle zu Fall bringt!

Elis. Warum sollen wir Unschuldigen für seinen Fehler leiden?

Frau Heyst. Schweig! ...

Pause, während der sie die Zeitung nimmt und liest.

Elis bleibt anfangs unruhig stehen, gebt dann auf und nieder.

Frau Heyst. Was ist denn dies? ... Sagte ich nicht, daß unter anderm eine gelbe Tulpe in dem Blumenladen gestohlen sei?

Elis. Ja, dessen entsinne ich mich ganz bestimmt!

Frau Heyst. Aber hier steht ... eine Osterblume!

Elis erschreckt. Steht das da?

Frau Heyst sinkt auf einen Stuhl nieder. Es ist Eleonora! O Gott! mein Gott!

Elis. Es war also noch nicht genug!

Frau Heyst. Das Gefängnis oder die Anstalt!

Elis. Es ist unmöglich, daß sie es getan hat! Unmöglich!

Frau Heyst. Und nun soll der Familienname wieder in den Mund der Leute und entehrt werden ...

Elis. Hegt man Verdacht gegen sie?

Frau Heyst. Da steht, daß der Verdacht in einer bestimmten Richtung geht ... Das sind ganz offenbar wir!

Elis. Ich werde mit ihr reden!

Frau Heyst erhebt sich. Sprich lieb! Denn ich kann nicht mehr! ... Sie ist verloren ... wiedergefunden und verloren ... Sprich mit ihr! Nach rechts hinaus.

Elis. Ach! Geht nach der Tür links. Eleonora, mein Kind! Komm, ich möchte mit dir sprechen.

Eleonora herein, mit aufgelöstem Haar. Ich wollte gerade mein Haar aufstecken!

Elis. Laß das nur! ... Sage mir, liebe Schwester, woher hast du die Blume da?

Eleonora. Ich habe sie genommen ...

Elis. Ach Gott!

Eleonora gesenkten Hauptes, vernichtet, die Arme über der Brust gekreuzt. Aber ich habe das Geld daneben gelegt! ...

Elis. Sie also bezahlt?

Eleonora. Ja und nein! Es ist immer so ärgerlich ... aber ich habe nichts Böses getan ... ich wollte nur Gutes... glaubst du mir?

Elis. Ich glaube dir, Schwester; aber die Zeitung weiß nicht, daß du ohne Schuld bist!

Eleonora. Lieber, dann muß ich auch das leiden ... Sie senkt den Kopf, so daß das Haar vornüber hängt. Was wird man nun mit mir tun? Mag man es tun!

Benjamin von links herein, außer sich. Nein, sie dürfen sie nicht anrühren, denn sie hat nichts Böses getan. Ich weiß es, denn ich war es, ich, ich – weintich hab es getan!

Eleonora. Glaub nicht, was er sagt ... ich hab es getan!

Elis. Was soll ich glauben; wem soll ich glauben?

Benjamin. Mir! mir!

Eleonora. Mir! mir!

Benjamin. Lassen Sie mich nach der Polizei gehen ...

Elis. Still! Still!

Benjamin. Nein, ich will gehen, ich will gehen!

Elis. Still, Kinder! Mama kommt!

Frau Heyst kommt in heftiger Erregung herein, schließt Eleonora in die Arme und küßt sie. Kind, Kind, mein geliebtes Kind! Du bist bei mir, und du bleibst bei mir.

Eleonora. Du küßt mich, Mutter? Das hast du seit vielen Jahren nicht getan. Warum erst jetzt?

Frau Heyst. Weil eben jetzt ... weil der Blumenhändler da draußen ist und um Entschuldigung bittet, daß er so viel Ärgernis erregt hat ... das verlorene Geld ist wiedergefunden, und dein Name ...

Eleonora wirft sich Elis an die Brust und küßt ihn; dann umarmt sie Benjamin und küßt ihn auf den Kopf. Du gutes Kind, das für mich leiden wollte! Wie konntest du das nur wollen?

Benjamin verschämt, kindlich. Weil ich dich so lieb habe, Eleonora!

Frau Heyst. Zieht euch jetzt an, Kinder, und geht in den Park hinaus. Es klärt sich auf!

Eleonora. Ach, es klärt sich auf! Komm, Benjamin! Nimmt seine Hand; sie gehen Hand in Hand nach links hinaus.

Elis. Wollen wir die Rute nicht bald ins Feuer werfen?

Frau Heyst. Noch nicht! Da ist noch etwas!

Elis. Du meinst Lindkvist?

Frau Heyst. Er steht da draußen! Aber er ist höchst sonderbar und unerklärlich weich; nur schade, daß er so viel Worte macht und so viel von sich selbst redet.

Elis. Nun, seit ich einen Sonnenstrahl gesehen habe, fürchte ich mich nicht, dem Riesen zu begegnen. Mag er kommen!

Frau Heyst. Reize ihn aber nicht ... Die Vorsehung hat unser Geschick in seine Hand gelegt, und die Sanftmütigen ... du weißt ja, wohin der Hochmut führt!

Elis. Ich weiß es! ... Hör nur, die Galoschen: Nager, Nager, nag, witsch! Hat er die Absicht, damit herein zu kommen? Warum auch nicht? Es sind seine Teppiche und Möbel ...

Frau Heyst. Elis! Denke an uns alle! Ab nach rechts.

Elis. Das tue ich, Mutter!

Lindkvist kommt von rechts herein. Er ist ein älterer, ernster Mann mit einem düstern Ausdruck. Er hat graues Haar mit Toupet und Husarenschläfen. Große, schwarze, buschige Brauen. Kleinen kurzgeschnittenen schwarzen Schnurrbart. Brille mit schwarzer Hornfassung, zirkelrunde Gläser. Große Karneolberlocke an der Uhrkette, Rohrstock in der Hand. Schwarz gekleidet, mit Pelz; Zylinder in der Hand; Schaftstiefel mit Ledergamaschen, die knarren. Beim Eintreten betrachtet er Elis neugierig und bleibt stehen. Lindkvist ist mein Name!

Elis im Verteidigungszustand. Kandidat Heyst der meine! ... Nehmen Sie bitte Platz.

Lindkvist setzt sich auf den Stuhl rechts vom Schreibtisch und sieht Elis starr an.

Pause.

Elis. Womit kann ich dienen?

Lindkvist feierlich. Hm! – Ich hatte die Ehre, schon gestern abend meinen beabsichtigten Besuch anzukündigen; aber bei näherer Überlegung fand ich es unpassend, an einem Festtag über Geschäfte zu verhandeln.

Elis. Wir sind Ihnen sehr dankbar.

Lindkvist scharf. Wir sind nicht dankbar! Ja! Pause. Immerhin; vorgestern machte ich zufällig einen Besuch beim Landeshauptmann. Hält inne und beobachtet, welchen Eindruck das Wort auf Elis macht. ... Kennen Sie den Landeshauptmann?

Elis nachlässig. Habe nicht die Ehre!

Lindkvist. Da wird Ihnen die Ehre zuteil werden! ... Dort sprachen wir von Ihrem Vater!

Elis. Das will ich gern glauben!

Lindkvist nimmt ein Papier aus der Tasche und legt es auf den Tisch. Und da bekam ich dies Papier.

Elis. Das habe ich lange erwartet! Aber ehe wir weitergehen, möchte ich Sie noch etwas fragen!

Lindkvist kurz. Bitte schön!

Elis. Warum übergaben Sie dies Papier nicht dem Gerichtsvollzieher, dann wären wir wenigstens dieser qualvollen und langsamen Hinrichtung überhoben?

Lindkvist. So, so, junger Mann!

Elis. Jung oder nicht, ich begehre keine Gnade, nur Gerechtigkeit!

Lindkvist. So! Also keine Gnade, keine Gnade! – Sehen Sie sich dies Papier an, das ich auf die Tischkante gelegt habe, hier! Jetzt stecke ich es wieder ein! ... Also Gerechtigkeit! Nur Gerechtigkeit! Hören Sie einmal, alter Freund: einmal bin ich beraubt worden, auf unangenehme Weise meines Geldes beraubt worden. Als ich damals ganz bescheiden an Sie schrieb und Sie fragte, eines wie langen Aufschubs Sie bedürften, da – antworteten Sie unhöflich! Und behandelten mich, als sei ich ein Wucherer, der Witwen und Waisen ausplündern wollte, obwohl ich der Ausgeplünderte war und Sie der Räuberpartei angehörten. Da ich aber der Verständigere war, begnügte ich mich damit, ihre unhöfliche Beschuldigung mit einer höflichen, aber scharfen zu beantworten! Sie kennen mein blaues Papier, wie? Ich kann Stempel darauf setzen, wenn ich will, aber ich will nicht immer!

Sieht sich im Zimmer um.

Elis. Bitte schön, die Möbel stehen zu Ihrer Verfügung!

Lindkvist. Ich sah mir nicht die Möbel an! Ich sah nach, ob Ihre Mutter hier sei! Sie liebt vermutlich die Gerechtigkeit ebenso sehr wie Sie!

Elis. Das hoffe ich!

Lindkvist. Gut! ... Wissen Sie, daß wenn man der von Ihnen so hochgeschätzten Gerechtigkeit ihren Gang ließe, so hätte Ihre Mutter, als Mitwisserin der verbrecherischen Handlung, von der menschlichen Gerechtigkeit getroffen werden müssen!

Elis. Ach nein!

Lindkvist. Freilich, und es ist auch jetzt noch nicht zu spät!

Elis erhebt sich. Meine Mutter!

Lindkvist holt ein anderes, aber blaues Papier heraus und legt es auf den Tisch. Sehen Sie, jetzt lege ich dieses Papier hier auf die Tischkante, und es ist wirklich blau ... doch noch ohne Stempel.

Elis. Herr Gott, meine Mutter! Alles geht um!

Lindkvist. Ja, mein junger Liebhaber der Gerechtigkeit, alles geht um! alles! ... So kann es sein! ... Wenn ich mir diese Frage nun selbst stellen sollte: Du, Anders Johan Lindkvist, in Armut geboren und in Entsagungen und Armut erzogen, hast du das Recht, in deinem Alter dich und deine Kinder, beachten Sie: deine Kinder, der Unterstützung zu berauben, die du mit Fleiß, Nachdenken und Entbehrungen, beachten Sie: Entbehrungen, Heller für Heller aufgespart hast? Was mußt du, Anders Johan Lindkvist, tun, wenn du gerecht sein willst? Du hast niemand geplündert, aber wenn du es für übel erachtet, daß du geplündert wurdest, so kannst du nicht mehr in einer Stadt wohnen, denn niemand wird den Unbarmherzigen grüßen, der das Seine zurückverlangte! Sehen Sie wohl, daß es eine Barmherzigkeit gibt, die gegen das Recht geht und über das Recht. Das ist die Gnade!

Elis. Sie haben das Recht, nehmen Sie alles! Es gehört Ihnen!

Lindkvist. Ich habe das Recht, aber ich wage nicht, es zu gebrauchen!

Elis. Ich will an Ihre Kinder denken und nicht klagen!

Lindkvist steckt das Papier ein. Gut! Dann stecken wir das blaue Papier wieder ein! ... Jetzt gehen wir einen Schritt weiter!

Elis. Verzeihen Sie ... hat man wirklich die Absicht, meine Mutter anzuklagen?

Lindkvist. Jetzt gehen wir erst einen Schritt weiter! ... Sie kennen also den Landeshauptmann nicht persönlich?

Elis. Nein, ich will ihn auch nicht kennen!

Lindkvist zieht das blaue Papier wieder heraus und winkt damit. Sachte, sachte! Der Landeshauptmann, wissen Sie, war ein Jugendfreund Ihres Vaters, und er wünscht Sie kennen zu lernen! Alles geht um, alles! Wollen Sie ihn nicht besuchen?

Elis. Nein!

Lindkvist. Der Landeshauptmann ...

Elis. Wollen wir nicht von etwas anderm reden?

Lindkvist. Sie sollen artig gegen mich sein, denn ich bin wehrlos ... sintemal Sie das Urteil der Welt auf Ihrer Seite haben und ich nur die Gerechtigkeit. Was haben Sie gegen den Landeshauptmann? Er ist nicht für Radfahren und Volkshochschulen, das gehört zu seinen kleinen Eigenheiten. Wir brauchen Eigenheiten ja nicht gerade zu respektieren, aber wir gehen an ihnen vorüber, gehen an ihnen vorüber und halten uns an die Hauptsachen, von Mensch zu Mensch! Und in den großen Krisen des Lebens müssen wir einander mit Fehlern und Schwächen hinnehmen, einander mit Haut und Haar überschlucken! ... Gehen Sie zum Landeshauptmann!

Elis. Nie!

Lindkvist. Sind Sie so einer?

Elis bestimmt. Ja, so einer!

Lindkvist steht auf und geht im Zimmer auf und nieder mit seinen knarrenden Stiefeln, während er mit dem blauen Papier winkt. Das ist schlimm! Das ist schlimm! Nun, dann will ich an einem andern Ende anfangen! ... Eine rachsüchtige Person hat die Absicht, Ihre Mutter anzuklagen. Das können Sie verhindern!

Elis. Wie?

Lindkvist. Gehen Sie zum Landeshauptmann.

Elis. Nein!

Lindkvist geht auf Elis zu und packt ihn bei den Schultern. Dann sind Sie der erbärmlichste Mensch, der mir in meinem Leben vorgekommen ist! ... Und nun gehe ich selbst zu Ihrer Mutter!

Elis. Gehen Sie nicht zu ihr!

Lindkvist. Wollen Sie dann zum Landeshauptmann gehen?

Elis. Ja!

Lindkvist. Sagen Sie das noch einmal und lauter!

Elis. Ja!

Lindkvist. Dann wäre die Sache in Ordnung! Übergibt ihm das blaue Papier. Da ist das Papier!

Elis empfängt das Papier, ohne es zu lesen.

Lindkvist. Dann kommen wir zu Nummer zwei; eigentlich Nummer eins! ... Wollen wir uns setzen! ... Sie setzen sich wie vorhin. ... Sehen Sie, wenn wir uns nur entgegenkommen könnten, dann wird der Weg um die Hälfte kürzer! ... Nummer zwei! ... Das ist meine Forderung hier auf Ihr Inventar! ... Ja, keine Illusionen, denn den gemeinsamen Besitz meiner Familie kann und will ich nicht verschenken! Ich will meine Forderung bis auf den letzten Heller beglichen haben!

Elis. Das verstehe ich!

Lindkvist scharf. So, also das verstehen Sie?

Elis. Ich wollte nichts Beleidigendes damit sagen ...

Lindkvist. Nein, ich begreife es. Hebt die Brille in die Höhe und fixiert Elis. Der Nager! Der arge Nager! Rute, Rute! Und der fleischrote Karneol; der Riese im Skinnarviksberge, der keine kleinen Kinder frißt, sondern sie nur bange macht! Ich will Sie bange machen, so daß Sie den Verstand verlieren, ja. Der Wert jedes Stücks Möbel soll heraus ... ich habe das Verzeichnis hier in der Tasche, und fehlt auch nur ein einziges Stück, so kommen Sie ins Loch, wo weder die Sonne noch die Cassiopeja scheint! Ja, ich kann kleine Kinder und Witwen fressen, wenn man mich reizt. Und die öffentliche Meinung? Auf die pfeif ich ... ich ziehe nur ganz einfach in eine andere Stadt.

Elis sprachlos.

Lindkvist. Sie hatten einen Freund, der Petrus hieß, Petrus Holuchlad. Er ist Sprachgelehrter und war Schüler der Sprachwissenschaften. Aber Sie wollten ihn zu einer Art von Propheten machen ... Nun ja, er war treulos; zwei Mal krähte der Hahn, nicht wahr?

Elis schweigt.

Lindkvist. Die menschliche Natur ist unzuverlässig so wie die Dinge und die Gedanken; Petrus war treulos, ich leugne das nicht, und verteidige ihn nicht. In diesem Punkt! Aber das Menschenherz ist bodenlos, und da liegt Gold und Kehricht durcheinander: Petrus war ein treuloser Freund, aber ein Freund trotzdem!

Elis. Ein treuloser ...

Lindkvist. Ein treuloser, nun ja, aber ein Freund trotzdem. Dieser treulose Freund hat Ihnen ohne Ihr Wissen einen großen Freundschaftsdienst erwiesen.

Elis. Auch das noch!

Lindkvist rückt näher an Elis heran. Alles geht um, alles!

Elis. Alles Böse, ja! Und das Gute wird mit Bösem gelohnt!

Lindkvist. Nicht immer; auch das Gute geht um! Glauben Sie mir!

Elis. Ich bin wohl dazu gezwungen, sonst quälen Sie mir das Leben aus dem Leibe!

Lindkvist. Nicht das Leben, sondern den Hochmut und die Bosheit will ich aus Ihnen herauspressen!

Elis. Fahren Sie fort!

Lindkvist. Petrus hat Ihnen einen Dienst geleistet, sagte ich!

Elis. Ich will keine Dienste von dem Mann annehmen!

Lindkvist. Sind wir nun wieder da angelangt? ... Hören Sie jetzt! Durch die Vermittlung Ihres Freundes Petrus ist der Landeshauptmann bewogen worden, für Ihre Mutter einzutreten. Deswegen sollen Sie jetzt einen Brief an Petrus schreiben und ihm danken! Versprechen Sie das!

Elis. Nein! Jedem andern Menschen in der Welt, nur ihm nicht!

Lindkvist rückt näher. Ich muß Sie wohl wieder pressen, so ... hören Sie jetzt, Sie haben Geld auf der Bank stehen!

Elis. Was geht das Sie an? Ich hafte doch nicht für die Schulden meines Vaters.

Lindkvist. Sie meinen nicht! Sie meinen nicht! Haben Sie nicht mit gegessen und getrunken, als das Geld meiner Kinder hier im Hause verausgabt wurde? Antworten Sie!

Elis. Ich kann es nicht leugnen!

Lindkvist. Und da die Möbel nicht zur Tilgung der Schulden ausreichen, so schreiben Sie sofort einen Scheck auf den Rest aus – Sie kennen die Summe.

Elis vernichtet. Auch das noch?

Lindkvist. Auch das noch! Haben Sie die Güte zu schreiben!

Elis steht auf, zieht das Scheckbuch aus der Tasche und schreibt am Schreibtisch.

Lindkvist. Stellen Sie ihn auf sich selbst oder Order aus.

Elis. Das reicht auch noch nicht!

Lindkvist. Da werden Sie hingehen und den Rest leihen müssen. Es soll bis auf den letzten Heller heraus!

Elis reicht Lindkvist den Scheck. Sehen Sie hier alles, was ich besitze! Das ist mein Sommer und meine Braut; mehr habe ich nicht zu geben!

Lindkvist. Dann müssen Sie hingehen und leihen, wie ich Ihnen sagte!

Elis. Das kann ich nicht!

Lindkvist. Dann müssen Sie einen Bürgen suchen!

Elis. Es gibt niemand, der die Bürgschaft für einen Heyst übernehmen würde!

Lindkvist. Ich will Ihnen jetzt als Ultimatum die beiden Alternativen vorlegen: Danken Sie Petrus, oder heraus mit der ganzen Summe!

Elis. Ich will nichts mit Petrus zu schaffen haben.

Lindkvist. Dann sind Sie der erbärmlichste Mensch, den ich kenne! Sie können durch eine einfache Höflichkeitsbezeugung das Besitztum Ihrer Mutter und die Existenz Ihrer Braut retten, und Sie tun es nicht! Da muß ein Beweggrund sein, mit dem Sie nicht herausrücken wollen! Warum hassen Sie Petrus?

Elis. Töten Sie mich, aber foltern Sie mich nicht länger!

Lindkvist. Sie sind eifersüchtig auf ihn!

Elis zuckt die Achseln.

Lindkvist. So verhält es sich! ... Steht auf und geht durch das Zimmer. Pause. Haben Sie die Morgenzeitung gelesen?

Elis. Ja, leider!

Lindkvist. Das ganze Blatt?

Elis. Nein, nicht das ganze.

Lindkvist. Nun ja! ... Also da wissen Sie nicht, daß Petrus sich verlobt hat?

Elis. Das wußte ich nicht!

Lindkvist. Und Sie wissen auch nicht, mit wem? Raten Sie!

Elis. Wie ...

Lindkvist. Er hat sich mit Fräulein Alice verlobt, und die Sache ist gestern zum Abschluß gekommen, in einem gewissen Konzert, wo Ihre Braut als Vermittlerin mitwirkte.

Elis. Warum mußte die Sache so geheim sein?

Lindkvist. Haben zwei junge Menschen nicht das Recht, ihre Herzensgeheimnisse vor Ihnen zu haben?

Elis. Und um ihres Glückes willen mußte ich diese Qualen erleiden?

Lindkvist. Ja! für die, die gelitten haben, um Ihnen Glück zu bereiten! ... Ihre Mutter, Ihr Vater, Ihre Braut, Ihre Schwester ... Setzen Sie sich, dann will ich Ihnen eine Geschichte erzählen, ganz kurz.

Elis setzt sich widerwillig. Während des vorigen und des folgenden Auftritts klärt es sich draußen auf.

Lindkvist. Es war vor ungefähr vierzig Jahren! Ich kam als Jüngling nach der Hauptstadt, einsam, unbekannt und ohne Bekanntschaften, um eine Stellung zu suchen. Ich besaß nur einen Reichstaler, und es war ein dunkler Abend. Da ich kein billiges Hotel kannte, fragte ich Vorübergehende, aber niemand antwortete mir. Als ich den Gipfelpunkt der Verzweiflung erreicht hatte, kam ein Mann und fragte, warum ich weine! – ich weinte nämlich. Ich klagte ihm meine Not. Da kehrte er auf seinem Wege um, begleitete mich in ein Hotel und tröstete mich mit freundlichen Worten. Als ich durch die Vorhalle ging, wurde die Glastür zu einem Laden aufgeschlagen und traf meinen Ellbogen, so daß die Glasscheibe zerbrach. Der aufgeregte Ladenbesitzer hielt mich an und forderte Bezahlung, sonst würde er die Polizei rufen. Stellen Sie sich meine Verzweiflung vor bei der Aussicht, eine Nacht auf der Straße zubringen zu müssen! – Der wohlwollende Unbekannte, der den Vorfall mit angesehen hatte, macht sich die Mühe, die Polizei zu rufen, und rettet mich! ... Dieser Mann – war Ihr Vater! ... So geht alles um, auch das Gute. Und um Ihres Vaters willen ... habe ich meine Forderung getilgt! Deswegen ... nehmen Sie dies Papier, und behalten Sie diesen Scheck! Steht auf. Da es Ihnen schwer wird zu danken, so gehe ich sofort, namentlich da ich es peinlich finde, Dank anzunehmen! Nähert sich der Tür im Hintergrund. Gehen Sie statt dessen sofort zu Ihrer Mutter und befreien Sie sie von der Unruhe! Macht eine abwehrende Bewegung, als Elis ihm danken will. Gehen Sie!

Elis eilt nach rechts hinaus.

Die Tür im Hintergrund wird geöffnet. Eleonora und Benjamin kommen herein, ruhig aber ernsthaft; bleiben erschreckt stehen, als sie Lindkvist sehen.

Lindkvist. Nun, ihr Kleinen, kommt nur herein und seid nicht bange ... wißt ihr, wer ich bin? Mit verstellter Stimme. Ich bin der Riese aus dem Skinnarviksberge, der die Kinder bange macht! Muh! muh! ... Aber ich bin nicht so schlimm! – Komm her, Eleonora! Nimmt ihren Kopf zwischen seine Hände und sieht ihr in die Augen. Du hast die guten Augen deines Vaters, und er war ein guter Mann – aber schwach! Küßt sie auf die Stirn. Da!

Eleonora. Und er spricht gut von Vater! Kann jemand Gutes über ihn denken?

Lindkvist. Das kann ich! Frage nur Bruder Elis!

Eleonora. Da können Sie uns doch nichts Böses tun?

Lindkvist. Nein, mein geliebtes Kind!

Eleonora. Aber dann helfen Sie uns doch!

Lindkvist. Kind, ich kann deinen Vater nicht von seiner Strafe befreien, Benjamin nicht von dem schriftlichen Latein ... aber das andere ist schon besorgt. Das Leben gibt nicht alles, und es gibt nichts gratis. Deswegen sollst du mir helfen. Willst du das?

Eleonora. Was kann ich tun, ich Ärmste?

Lindkvist. Was für ein Tag ist es heute? Sieh nach!

Eleonora nimmt den Kalender von der Wand. Es ist der Sechzehnte!

Lindkvist. Vor dem Zwanzigsten sollst du Bruder Elis veranlassen, einen Besuch beim Landeshauptmann zu machen und einen Brief an Petrus zu schreiben.

Eleonora. Nichts weiter?

Lindkvist. O, du Kind! Aber wenn er es nicht tut kommt der Riese und sagt Muh!

Eleonora. Warum muß der Riese kommen und die Kinder bange machen?

Lindkvist. Damit die Kinder artig werden!

Eleonora. Das ist wahr! Der Riese hat recht! Küßt Lindkvist auf den Pelzärmel. Hab Dank, du guter Riese!

Benjamin. Du mußt Herr Lindkvist sagen, hörst du!

Eleonora. Nein, das ist so gewöhnlich – der Name ...!

Lindkvist. Lebt wohl, Kinder! Jetzt könnt ihr die Rute ins Feuer werfen!

Eleonora. Nein, die soll da sitzen bleiben, denn die Kinder sind so vergeßlich.

Lindkvist. Wie gut du die Kinder kennst, du Kleine! Ab.

Eleonora. Wir werden aufs Land kommen, Benjamin! in zwei Monaten! Ach, wenn die doch schnell vergehen wollten! Reißt Blätter von dem Kalender und streut sie in den Sonnenstreif, der in das Zimmer fällt. Siehst du, wie die Tage vergehen! April! Mai! Juni! Und die Sonne scheint auf sie alle herab! Sieh nur ...! Jetzt sollst du Gott danken, der uns half, daß wir aufs Land kommen!

Benjamin verschämt. Kann ich das nicht leise sagen?

Eleonora. Ja, du darfst es leise sagen! Denn nun ist die Wolke weg, und da kann man es da oben hören!

Kristina ist von links hereingekommen und stehen geblieben, Elis und Frau Heyst von rechts. Kristina und Elis geben mit freundlichen Mienen aufeinander zu, aber der Vorhang fällt, ehe sie sich erreicht haben.

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