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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 75
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 137–139. Aus solcher Erforschung der reinen Wirkungen der Arzneien an Gesunden entsteht erst eine wahre materia medica.

§. 137.

Hat man nun eine beträchtliche Zahl einfacher Arzneien auf diese Art im gesunden Menschen geprobt und alle die Krankheits-Elemente und Symptome sorgfältig und treu aufgezeichnet, die sie von selbst als künstliche Krankheits-Potenzen zu erzeugen fähig sind, so hat man dann erst eine wahre Materia medica – eine Sammlung der ächten, reinen, untrüglichen Wirkungsarten der einfachen Arzneistoffe für sich, einen Codex der Natur, worin von jeder so erforschten, kräftigen Arznei eine ansehnliche Reihe besondrer Befindens-Veränderungen und Symptome, wie sie sich der Aufmerksamkeit des Beobachters zu Tage legten, aufgezeichnet stehen, in denen die (homöopathischen) Krankheits-Elemente mehrer natürlichen, dereinst durch sie zu heilenden Krankheiten in Aehnlichkeit vorhanden sind, welche, mit einem Worte, künstliche Krankheitszustände enthalten, die für die ähnlichen natürlichen Krankheitszustände die einzigen, wahren, homöopathischen, das ist, specifischen Heilwerkzeuge darreichen, zur gewissen und dauerhaften Genesung.

§. 138.

Von einer solchen Arzneimittellehre sey alles Vermuthete, bloß Behauptete, Erdichtete gänzlich ausgeschlossen; es sey alles reine Sprache der sorgfältig und redlich befragten Natur.

§. 139.

Freilich kann nur ein sehr ansehnlicher Vorrath genau nach dieser ihrer reinen Wirkungsart in Veränderung des Menschenbefindens gekannter Arzneien uns in den Stand setzen, für jeden der unendlich vielen Krankheitszustände in der Natur, für jedes Siechthum in der Welt ein homöopathisches Heilmittel, ein passendes Analogen von künstlicher (heilender) Krankheitspotenz auszufinden Anfangs war ich der einzige, der sich die Prüfung der reinen Arzneikräfte zum wichtigsten seiner Geschäfte machte. Seitdem bin ich von einigen jungen Männern, die an sich selbst Versuche machten, und deren Beobachtungen ich prüfend durchging, hierin unterstützt worden. Was wird aber dann erst an Heilung im ganzen Umfange des unendlichen Krankheits-Gebietes ausgerichtet werden können, wenn mehre von genauen und zuverlässigen Beobachtern sich um die Bereicherung dieser einzig ächten Arzneistoff-Lehre durch sorgfältige Selbstversuche verdient gemacht haben werden! Dann wird das Heilgeschäft den mathematischen Wissenschaften an Gewißheit nahe kommen.. Indessen bleiben auch jetzt – Dank sey's der Wahrheit von Symptomen und dem Reichthume an Krankheits-Elementen, welche jede der kräftigen Arzneisubstanzen in ihrer Einwirkung auf gesunde Körper schon jetzt hat beobachten lassen – doch nur wenige Krankheitsfälle übrig, für welche sich nicht unter den nun schon auf ihre reine Wirkung geprüften, wenigen Man sehe oben Anm. zu §. 102., ein ziemlich passendes homöopathisches Heilmittel antreffen ließe, was, ohne sonderliche Beschwerde, Gesundheit sanft, sicher und dauerhaft wieder bringt – wegen noch eingeschränkter Wahl zwar zuweilen noch unvollkommne Hülfsmittel, wodurch aber doch unendlich mehr, unendlich gewisser und sichrer geheilt wird, als nach allen allgemeinen und speciellen Therapien der bisherigen, allopathischen Arzneikunst mit ihren ungekannten, gemischten Mitteln.

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