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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 6
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 5. 6. Die Krankheiten sind an sich unerkennbar im innerlich Veränderten, aber deutlich erkennbar in den Symptomen. Anm. Erklärung des Gesagten.

§. 5.

Es läßt sich denken, daß jede Krankheit eine Veränderung im Innern des menschlichen. Organismus voraussetzt. Diese wird jedoch nach dem, was die Krankheits-Zeichen davon verrathen, (und sonst giebt es keine Data dazu in unchirurgischen Krankheiten), vom Verstande bloß dunkel und trüglich geahnet; an sich erkennbar aber und auf irgend eine Weise täuschungslos erkennbar ist das Wesen dieser innern, unsichtbaren Veränderung nicht.

§. 6.

Das unsichtbare, krankhaft Veränderte im Innern und die unsern Sinnen merkbare Veränderung des Befindens im Aeußern (Symptomen-Inbegriff) bilden zusammen vor dem Blicke der schaffenden Allmacht, was man Krankheit nennt; aber bloß die Gesammtheit der Symptome ist die dem Heilkünstler zugekehrte Seite der Krankheit, bloß diese ist ihm wahrnehmbar und das Hauptsächlichste, was er von der Krankheit wissen kann und zu wissen braucht zum Heil-Behufe Ich weiß daher nicht, wie es möglich war, daß man am Krankenbette, ohne auf die Symptome zu achten, oder sich nach ihnen bei der Heilung zu richten, das an der Krankheit zu Heilende bloß im verborgnen und unerkennbaren Innern suchen zu müssen und finden zu können sich einfallen ließ, mit dem prahlerischen und lächerlichen Vorgeben, daß man dieß im unsichtbaren Innern Veränderte, ohne sonderlich auf die Symptome zu achten, erkennen und mit Arzneien wieder in Ordnung bringen könne, und daß dieß einzig gründlich und rationell curiren heiße. Ist denn das durch die Zeichen an Krankheiten sinnlich Erkennbare nicht mit dem im Innern, an sich Unerkennbaren Eins? Ist Letzteres denn nicht bloß die von uns unerreichbar unkenntliche Seite, jenes hingegen die offenbar und mit Gewißheit von gesunden Sinnen wahrnehmbare, uns von der Natur hauptsächlich als Heilobject dargebotene Seite derselben Krankheit? Wer kann das Gegentheil darthun? Ist es daher nicht thöricht, den unerkennbar unsichtbaren innern Zustand der Krankheit, die sogenannte prima causa morbi zum Heilgegenstande sich vorzunehmen, dagegen aber die sinnlich und deutlich wahrnehmbare Seite derselben Krankheit, die vernehmlich zu uns sprechenden Symptome als Heilgegenstand zu verwerfen und vornehm zu verachten? [»Der nach den verborgnen Verhältnissen im Innern des Organisms forschende Arzt kann täglich irren; der Homöopathiker aber, wenn er mit gehöriger Sorgfalt das treue »Bild der gesammten Symptomen-Gruppe auffaßt, hat einen »sichern Wegweiser, und ist es ihm gelungen, die ganze »Symptomen-Gruppe zu entfernen, so hat er sicherlich »auch die innere, verborgene Krankheitsursache gehoben.« Rau, a. a. O. S. 103]..

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