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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 56
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 69. Acute Krankheiten Einzelner, sporadische, epidemische, acute Miasmen.

§. 69.

Was die acuten Krankheiten betrifft, so sind sie theils solche, die den einzelnen Menschen befallen auf Veranlassung von Schädlichkeiten, denen gerade er insbesondere ausgesetzt war. Ausschweifungen in Genüssen, oder ihre Entbehrung, physische heftige Eindrücke, Erkältungen, Erhitzungen, Strapazen, Verheben u. s. w. oder psychische Erregungen, Affecten u. s. w. sind Veranlassung solcher acuten Fieber, im Grunde aber meist nur überhingehende Aufloderungen latenter Psora, welche wieder in ihren Schlummer-Zustand zurückkehrt, wenn die acuten Krankheiten nicht allzuheftig waren und bald beseitigt, oder geheilt wurden – theils sind es solche, welche einige Menschen zugleich, hie und dort ( sporadisch) befallen von meteorischen oder tellurischen Schädlichkeiten, wovon krankhaft erregt zu werden, nur einige Menschen zu der Zeit Empfänglichkeit besitzen; an welche jene gränzen, welche viele Menschen aus ähnlicher Ursache unter sehr ähnlichen Beschwerden ( epidemisch) ergreifen, die dann gewöhnlich, wenn sie gedrängte Massen von Individuen überziehen, ansteckend ( contagiös) zu werden pflegen. Da entstehen Fieber Der homöopathische Arzt, welcher nicht von Vorurtheilen befangen ist, welche die gewöhnliche Schule ersann (die einige wenige Namen solcher Fieber festsetzte, außer denen die große Natur keine andere hervorbringen dürfe, um bei ihrer Behandlung nach einem bestimmten Leisten verfahren zu können), erkennt die Namen: Kerker-, Gall-, Typhus-, Faul-, Nerven- oder Schleim-Fieber nicht an, sondern heilt sie, jedes nach seiner Eigentümlichkeit., jedesmal von eigner Natur, und weil die Krankheits-Fälle gleichen Ursprungs sind, so versetzen sie auch stets die daran Erkrankten in einen gleichartigen Krankheits-Proceß, welcher jedoch, sich selbst überlassen, in einem mäßigen Zeitraume, zu Tod oder Genesung sich entscheidet. Kriegs-Noth, Ueberschwemmungen und Hungersnoth sind ihre nicht seltenen Veranlassungen und Erzeugerinnen – theils sind es auf gleiche Art wiederkehrende (daher unter einem hergebrachten Namen bekannte) eigenartige, acute Miasmen, die entweder den Menschen nur einmal im Leben befallen, wie die Menschenpocke, die Masern, der Keichhusten, das ehemalige glatte, hellrothe Scharlach-Fieber Nach dem Jahre 1801 ward ein aus Westen gekommenes Purpur-Friesel mit dem Scharlachfieber von den Aerzten verwechselt, ungeachtet jenes ganz andre Zeichen als dieses hatte und jenes an Belladonna, dieses an Aconit sein Schutz- und Heilmittel fand, letzteres auch meist nur sporadisch, ersteres stets nur epidemisch erschien. In den letztern Jahren scheinen sich hie und da beide zu einem Ausschlagsfieber von eigner Art verbunden zu haben, gegen welches das eine wie das andre Heilmittel nicht mehr genau homöopathisch passend gefunden wird. des Sydenham, die Mumps, u. s. w. oder die oft auf ziemlich ähnliche Weise wiederkehrende, levantische Pest, das gelbe Fieber der Küstenländer, die ostindische Cholera, u. s. w.

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