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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 28
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 36. Noch weit öfterer, als im Laufe der Natur, gesellt sich eine durch langwierig angewendete, heftige, unpassende (allopathische) Arznei erzeugte Kunst-Krankheit beim gewöhnlichen Cur-Verfahren zu der ihr unähnlichen (folglich nicht durch jene heilbaren) alten, natürlichen Krankheit, und der chronisch Kranke ist nun doppelt krank.

§. 36.

Ungleich häufiger, als die natürlichen sich zu einander in demselben Körper gesellenden und sich so complicirenden Krankheiten, sind die durch gewöhnliche Arztes-Kunst entstehenden Krankheits-Complicationen, welche das zweckwidrige ärztliche, Verfahren (die allopathische Curart) durch langwierigen Gebrauch unangemessener Arzneien zuwege zu bringen pflegt. Zu der natürlichen Krankheit, die geheilt werden sollte, gesellen sich dann durch anhaltende Wiederholung des unpassenden Arzneimittels die nach der Natur seiner eigenthümlichen Kräfte zu erwartenden neuen Krankheitszustände, welche mit dem ihnen unähnlichen chronischen Uebel (was sie nicht durch analogen Gegenreiz, das ist, nicht homöopathisch heilen konnten) sich allmälig zusammenpaaren und compliciren, zu der alten eine neue, unähnliche, künstliche Krankheit chronischer Art hinzusetzen, und so den bisher einfach Kranken doppelt krank, das heißt, um vieles kränker und unheilbarer machen. Mehre in ärztlichen Journalen zur Consultation aufgestellte Krankheitsfälle, so wie andre in medicinischen Schriften erzählte Krankengeschichten geben Belege hiezu. Von gleicher Art sind die häufigen Fälle, wo die venerische Schankerkrankheit, vorzüglich mit Krätzkrankheit, auch wohl mit dem Siechthume des Feigwarzentrippers complicirt, unter langwieriger, oder oft wiederholter Behandlung mit großen Gaben unpassender Quecksilberpräparate nicht heilt, sondern neben dem indeß allmälig erzeugten chronischen Quecksilber-Siechthume Denn Quecksilber hat außer den Krankheitssymptomen, welche, als das Aehnliche, die venerische Krankheit homöopathisch heilen können, noch viele andre, der Lustseuche unähnliche, in seiner Wirkungsart, welche bei Anwendung großer Gaben, vorzüglich in der so häufigen Complication mit Psora, neue Uebel und große Zerstörung im Körper anrichten. im Organismus Platz nimmt, und so mit ihm ein oft grausames Ungeheuer von complicirter Krankheit bildet (unter dem allgemeinen Namen: verlarvte venerische Krankheit), die nun, wo nicht ganz unheilbar, doch nur mit größter Schwierigkeit wieder in Gesundheit herzustellen ist.

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