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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 27
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 35. III. Oder die neue Krankheit tritt nach langer Einwirkung auf den Körper zu der ältern, ihr unähnlichen, und es entsteht eine doppelte (complicirte) Krankheit; keine dieser beiden sich unähnlichen hebt die andre auf.

§. 35.

III. Oder die neue Krankheit tritt, nach langer Einwirkung auf den Organism, endlich zu der alten ihr unähnlichen, und bildet mit ihr eine complicirte Krankheit, so daß jede von ihnen eine eigne Gegend im Organism, d. i. die besonders ihr angemessenen Organe und gleichsam nur den für sie eigenthümlich gehörigen Platz einnimmt, den übrigen aber der andern, ihr unähnlichen überläßt. So kann ein Venerischer auch noch krätzig werden, und umgekehrt. Als zwei sich unähnliche Krankheiten können sie einander nicht aufheben, nicht heilen. Anfangs schweigen die venerischen Symptome, während der Krätz-Ausschlag anfängt, und werden suspendirt; mit der Zeit aber (da die venerische Krankheit wenigstens eben so stark, als die Krätze ist) gesellen sich beide zu einander Nach genauen Versuchen und Heilungen dieser Art complicirter Krankheiten bin ich nun fest überzeugt, daß sie keine Zusammenschmelzung beider sind, sondern daß in solchen Fällen die eine nur neben der andern im Organism besteht, jede in den Theilen, die für sie geeignet sind, denn ihre Heilung wird vollständig bewirkt durch eine zeitgemäße Abwechselung des besten Quecksilberpräparats mit den die Krätze heilenden Mitteln, jedes derselben in der angemessensten Gabe und Zubereitung., das ist, jede nimmt bloß die für sie geeigneten Theile des Organisms ein, und der Kranke ist dadurch kränker geworden und schwieriger zu heilen.

Beim Zusammentreffen einander unähnlicher acuter Ansteckungskrankheiten, z. B. der Menschenpocken und Masern, suspendirt gewöhnlich, wie vorhin angeführt worden, eine die andere; doch gab es auch heftige Epidemien dieser Art, wo sich in seltnen Fällen zwei sich unähnliche acute Krankheiten dieser Art an einem und demselben Körper einfanden und sich so gleichsam auf kurze Zeit complicirten. In einer Epidemie, wo Menschenpocken und Masern zugleich herrschten, gab es unter 300 Fällen, wo sich diese Krankheiten einander mieden oder suspendirten, und die Masern erst 20 Tage nach dem Pockenausbruche, die Pocken aber 17, 18 Tage nach dem Masernausbruche den Menschen befielen, so daß die erstere Krankheit vorher erst völlig verlaufen war, dennoch einen einzigen Fall, wo P. Russel S. Transactions of a soc. for the improvem. of med. and chir. knowl. II. beide unähnliche Krankheiten zugleich an derselben Person antraf. Rainey In den med. Commentarien von Edinb. III. S. 480. sah bei zwei Mädchen Menschenpocken und Masern zusammen. J. Maurice In Med. and phys. Journ. 1805. will in seiner ganzen Praxis nur zwei solche Fälle beobachtet haben. Dergleichen findet man auch bei Ettmüller Opera, II. P. I. Cap. 10. und noch einigen wenigen Andern. –

Kuhpocken sah Zencker In Hufeland's Journal, XVII. ihren regelmäßigen Verlauf neben Masern und neben Purpurfriesel behalten.

Kuhpocken gingen bei einer Mercurial-Cur gegen Lustseuche ihren Weg ungestört, wie Jenner sah.

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