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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 17
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 19. 20. Nur die noch übrige homöopathische Heilmethode durch Arzneien von ähnlichen Symptomen zeigt sich in der Erfahrung durchaus hülfreich.

§. 19.

Es bleibt daher keine andre Hülfe versprechende Anwendungsart der Arzneien gegen Krankheiten übrig, als die homöopathische, vermöge deren gegen die Gesammtheit der Symptome des Krankheitsfalles eine Arznei gesucht wird, welche unter allen (nach ihren, in gesunden Menschen bewiesenen, Befindensveränderungen gekannten) Arzneien den dem Krankheitsfälle ähnlichsten, künstlichen Krankheitszustand zu erzeugen Kraft und Neigung hat.

§. 20.

Nun lehrt aber das einzige und untrügliche Orakel der Heilkunst, die reine Erfahrung Ich meine nicht eine solche Erfahrung, deren unsre gewöhnlichen Practiker sich rühmen, nachdem sie Jahre lang mit einem Haufen vielfach zusammengesetzter Recepte gegen eine Menge Krankheiten gewirthschaftet haben, die sie nie genau untersuchten, sondern sie schulmäßig für schon in der Pathologie benannte hielten, in ihnen einen eingebildeten Krankheitsstoff zu erblicken wähnten, oder eine andre hypothetische, innere Abnormität ihnen andichteten. Da sahen sie immer etwas, wußten aber nicht, was sie sahen, und sie erfuhren Erfolge, die nur ein Gott und kein Mensch aus den vielfachen, auf den unbekannten Gegenstand einwirkenden Kräften hätte enträthseln können, Erfolge, aus denen nichts zu lernen, nichts zu erfahren ist. Eine fünfzigjährige Erfahrung dieser Art ist einem fünfzig Jahre langen Schauen in ein Kaleidoscop gleich, was, mit bunten, unbekannten Dingen angefüllt, in steter Umdrehung sich bewegt; tausenderlei sich immerdar verwandelnde Gestalten und keine Rechenschaft dafür!, in allen sorgfältigen Versuchen, daß wirklich diejenige Arznei, welche in ihrer Einwirkung auf gesunde menschliche Körper die meisten Symptome in Aehnlichkeit erzeugen zu können bewiesen hat, die an dem zu heilenden Krankheitsfälle zu finden sind, in gehörig potenzirter und verkleinerter Gabe auch die Gesammtheit der Symptome dieses Krankheitszustandes, das ist (s. §. 8-11.), die ganze gegenwärtige Krankheit schnell, gründlich und dauerhaft aufhebe und in Gesundheit verwandle, und daß alle Arzneien die ihnen an ähnlichen Symptomen möglichst nahe kommenden Krankheiten ohne Ausnahme heilen und keine derselben ungeheilt lassen.

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