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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 108
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 269. Die beste Form der Arzneien zum Gebrauche bei Kranken ist die in Auflösung.

§. 269.

Da jede Arznei am bestimmtesten und vergleichbarsten in Auflösung wirkt, so wendet der verständige Heilkünstler in Auflösung Die Metallsalz-Auflösungen in vielem Wasser zersetzen sich und verderben gar bald; ihre Verdünnungen zu homöopathischem Gebrauche können also nicht mit Wasser (was überhaupt nicht geschickt zum Tröpfeln ist) verdünnt werden. Da nun viele Metallsalze nicht unmittelbar in Weingeiste aufgelöset werden können, sich aber, wenn sie in 100 Theilen Wasser aufgelöset sind, ohne sich niederzuschlagen, weiter fort mit Weingeist verdünnen lassen, so weit sie der homöopathische Heilkünstler nur zu verdünnen nöthig hat, so kann man mit allen diesen so verfahren, wie in der Vorrede zu den Arsenik-Symptomen im zweiten Theile meiner reinen Arzneimittellehre beschrieben worden ist. Nur essigsaures Blei zersetzt sich, wenn auch nur wenig von seiner noch so verdünnten wässerigen Auflösung zu Weingeist getröpfelt wird, und fällt allmälig als kohlensaures Blei (als Bleiweiß) zu Boden. Allen diesen Schwierigkeiten wird auf folgende Weise abgeholfen: Im zweiten Theile meines Buchs von den chronischen Krankheiten habe ich die vollkommenste Bereitung der antipsorischen Arzneien angegeben, auch der aus trocknen Substanzen, um sie sämmtlich in flüssiger Gestalt, mit Erhaltung aller ihrer Arzneikräfte, zu homöopathischem Gebrauche in decillionfacher Verdünnung und Potenzirung, auf die einfachste und gleichförmigste Weise darzustellen. Auch die nichtantipsorischen Arzneien werden am besten so zubereitet. Dann bedarf man keiner Metallsalze mehr zur Arznei – denn ihre Säuren verändern doch die Eigenthümlichkeit der Kräfte der Metalle. So können die Metalle in gediegener Gestalt zu Auflösungen in Weingeist gebracht werden, so die geschwelten Metalle, so alle brennbare Substanzen, Bergöl, Phosphor, Schwefel, vegetabilische, thierische und Mineral-Kohle (Graphit), alle Harze und Gummiharze, so alle Pflanzen-Pulver, Mehl-Arten u. s. w., mit einem Worte, jede Arzneisubstanz, ohne den mindesten, ihre Arzneikraft mindernden oder verändernden Zusatz. Was nur durch chemische Kunst zu erlangen ist, muß der Arzt entweder selbst verfertigen oder in seiner Gegenwart verfertigen lassen. alle Arzneien an, deren Natur nicht durchaus verlangt, daß man sie in Pulverform anwende Wie etwa die kalkartige Schwefelleber.. Alle andre Formen, wodurch sie bisher eingehüllt zu werden pflegten (Pillen, Latwergen u. s. w.), sind verwerflich, da die Einwirkung der Arzneien auf die lebende Faser hiedurch unsicher und unbestimmt wird Auch die in neuern Zeiten durch viele, mühsame chemische Arbeiten aus einigen Gewächs-Arzneien gezogenen und abgesondert dargestellten, theils sauern, theils basischen Bestandtheile (Morphin, Strychnin, Chinin u. s. w.) sind in den einfachen, weingeistigen Tincturen vorhanden, ohne daß man zum Behufe für Kranke sie mit so viel Künstelei abgesondert darzustellen nöthig hätte, wenn man sie nicht in so concentrirter Gestalt verlangt, daß man Menschen und Thiere schnell damit tödten könne – ein Zweck, der das gerade Gegentheil von den Heilbemühungen des redlichen, behutsamen Arztes ist..

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