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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 106
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 267. Zubereitung der kräftigsten und haltbarsten Arzneiform aus frisch zu erlangenden Kräutern.

§. 267.

Der Kräfte der einheimischen und frisch zu bekommenden Pflanzen bemächtigt man sich am vollständigsten und gewissesten, wenn ihr ganz frisch ausgepresster Saft sogleich mit gleichen Theilen schwammzündendem Weingeist wohl gemischt wird. Von dem nach Tag und Nacht in verstopften Gläsern abgesetzten Faser- und Eiweißstoffe wird dann das Helle abgegossen zum Verwahren für den arzneilichen Gebrauch Buchholz (Taschenb. f. Scheidek. u. Apoth. a. d. J. 1815. Weimar, Abth. I. VI.) versichert seine Leser (und sein Recensent in der Leipziger Literaturzeitung 1816. N. 82. widerspricht nicht): diese vorzügliche Arzneibereitung habe man dem Feldzuge in Rußland zu danken, von woher sie (1812) nach Deutschland gekommen sey. Daß diese Entdeckung und diese Vorschrift, die er mit meinen eignen Worten aus der ersten Ausgabe des Organon's der rat. Heilkunde §. 230. und Anmerk. anführt, von mir herrühre, und daß ich sie in diesem Buche schon zwei Jahre vor dem russischen Feldzuge (1810 erschien das Organon) zuerst der Welt mittheilte, das verschweigt er, nach der edeln Sitte der Deutschen, gegen das Verdienst ihrer Landsleute ungerecht zu seyn. Aus Asiens Wildnissen her erdichtet man lieber den Ursprung einer Erfindung, deren Ehre einem Deutschen gebührt. Welche Zeiten! Welche Sitten! Man hat wohl ehedem auch zuweilen Weingeist zu Pflanzensäften gemischt, z. B. um sie zur Extractbereitung einige Zeit aufheben zu können, aber nie zur Absicht, sie in dieser Gestalt einzugeben.. Von dem zugemischten Weingeiste wird alle Gährung des Pflanzensaftes augenblicklich gehemmt und auch für die Folge unmöglich gemacht, und die ganze Arzneikraft des Pflanzensaftes erhält sich so (vollständig und unverdorben) auf immer, in wohl verstopften Gläsern vor dem Sonnenlichte verwahrt Obwohl gleiche Theile Weingeist und frisch ausgepreßter Saft gewöhnlich das angemessenste Verhältniß ist, um die Absetzung des Faser- und Eiweiß-Stoffes zu bewirken, so hat man doch für Pflanzen, welche viel zähen Schleim (z. B. Beinwellwurzel, Freisam-Veilchen u. s. w.) oder ein Uebermaß an Eiweißstoff enthalten (z. B. Hundsdill-Gleiß, Schwarz-Nachtschatten u. s. w.), gemeiniglich ein doppeltes Verhältniß an Weingeist zu dieser Absicht nöthig. Die sehr saftlosen, wie Oleander, Buchs- und Eibenbaum, Porst, Sadebaum u. s. w., müssen zuerst für sich zu einer feuchten, feinen Masse gestoßen, dann aber mit einer doppelten Menge Weingeist zusammengerührt werden, damit sich mit ihm der Saft vereinige, und so, durch den Weingeist ausgezogen, durchgepreßt werden könne..

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