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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 105
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 264–266. Wahl der vollkräftigsten, ächtesten Arzneien. Anm. Aenderung einiger Stoffe durch Zubereitung zu Nahrungsmitteln.

§. 264.

Der wahre Heilkünstler muß die vollkräftigsten, ächtesten Arzneien in seiner Hand haben, wenn er sich auf ihre Heilkraft will verlassen können, er muß sie selbst nach ihrer Aechtheit kennen.

§. 265.

Es ist Gewissenssache für ihn, in jedem Falle untrüglich überzeugt zu seyn, daß der Kranke jederzeit die rechte Arznei einnimmt.

§. 266.

Die Substanzen des Thier- und Pflanzen-Reiches sind in ihrem rohen Zustande am arzneilichsten Alle rohe Thier- und Pflanzensubstanzen haben mehr oder weniger Arzneikräfte und können das Befinden der Menschen ändern, jedes auf seine eigne Art. Diejenigen Pflanzen und Thiere, deren die aufgeklärtesten Völker sich zur Speise bedienen, haben vor den übrigen den Vorzug eines größern Gehaltes an Nahrungstheilen, und weichen auch darin von den übrigen ab, daß die Arzneikräfte ihres rohen Zustandes theils an sich nicht sehr heftig sind, theils vermindert werden durch die Zubereitung in der Küche und Haushaltung, durch Auspressen des schädlichen Saftes (wie die Cassave-Wurzel in Süd-Amerika), durch Gähren (des Rocken-Mehls im Teige zur Brodbereitung – Sauerkraut, saure Gurken), durch Räuchern und durch die Gewalt der Hitze (beim Kochen, Schmoren, Rösten, Braten, Backen), wodurch die Arzneitheile mancher solcher Substanzen zum Theil zerstört und verflüchtigt werden. Durch Zusatz des Kochsalzes (Einpökeln) und Essigs (Saucen, Salate) verlieren wohl die Thier- und Gewächs-Substanzen viel von ihrer arzneilichen Schädlichkeit, erhalten aber wieder andre Nachtheile von diesen Zusätzen. Doch auch die arzneikräftigsten Pflanzen verlieren ihre Arzneikraft zum Theil oder auch gänzlich durch solche Behandlungen. Durch völliges Trocknen verlieren alle Wurzeln der Iris-Arten, des Märrettigs, der Aron-Arten und der Päonien fast alle ihre Arzneikraft. Der Saft der heftigsten Pflanzen wird durch die Hitze der gewöhnlichen Extract-Bereitung oft zur ganz unkräftigen, pechartigen Masse. Schon durch langes Stehen wird der ausgepresste Saft der an sich tödtlichsten Pflanzen ganz kraftlos; er geht von selbst bei milder Luftwärme schnell in Weingährung (und hat schon dann viel Arzneikraft verloren) und unmittelbar darauf in Essig- und Faul-Gährung über, und wird so aller eigenthümlichen Arzneikräfte beraubt; das sich zu Boden gesetzte Satzmehl ist dann völlig unschädlich, wie anderes Stärkemehl. Selbst beim Schwitzen einer Menge über einander liegender, grüner Kräuter geht der größte Theil ihrer Arzneikräfte verloren..

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