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Organon der Heilkunst

Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst - Kapitel 103
Quellenangabe
typetractate
authorSamuel Hahnemann
titleOrganon der Heilkunst
publisherDresden und Leipzig, in der Arnoldischen Buchhandlung
printrunVierte verbesserte und vermehrte Auflage
year1829
correctorJosef Muehlgassner
senderwww.gaga.net
created20140220
projectid80552ff0
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§ 259–261. Lebensordnung in chronischen Krankheiten. Anm. Schädliche Dinge in der Lebensweise.

§. 259.

Bei der so nöthigen als zweckmäßigen Kleinheit der Gaben im homöopathischen Verfahren ist es leicht begreiflich, daß in der Cur alles Uebrige aus der Diät und Lebensordnung entfernt werden müsse, was nur irgend arzneilich wirken könnte, damit die feine Gabe nicht durch fremdartig arzneilichen Reiz überstimmt und verlöscht, oder doch gestört werde Die sanftesten Flötentöne, die aus der Ferne in stiller Mitternacht ein weiches Herz zu überirdischen Gefühlen erheben und in religiöse Begeisterung verschmelzen würden, werden unhörbar und vergeblich unter fremdartigem Geschrei und Getöse..

§. 260.

Für chronische Kranke ist daher die sorgfältige Aufsuchung solcher Hindernisse der Heilung um so nöthiger, da ihre Krankheit gewöhnlich durch dergleichen Schädlichkeiten und andre krankhaft wirkende, oft unerkannte Fehler in der Lebensordnung verschlimmert zu werden pflegt Kaffee; feiner chinesischer und andrer Kräuterthee; Biere mit arzneilichen, für den Zustand des Kranken unangemessenen Gewächssubstanzen angemacht; sogenannte feine, mit arzneilichen Gewürzen bereitete Liqueure; gewürzte Schokolade; Riechwasser und Parfumerieen mancher Art; aus Arzneien zusammengesetzte Zahnpulver und Zahnspiritus, Ruchkißchen; hochgewürzte Speisen und Saucen; gewürztes Backwerk und Gefrornes; rohe, arzneiliche Kräuter auf Suppen; Gemüße aus Kräutern und Wurzeln, welche Arzneikraft besitzen; alter Käse und Thierspeisen, welche faulicht sind, oder (wie Fleisch und Fett von Schweinen, Enten und Gänsen, oder allzu junges Kalbfleisch und saure Speisen) arzneiliche Nebenwirkungen haben, sind eben so sehr von Kranken dieser Art zu entfernen, als jedes Uebermaß der Genüsse, selbst des Zuckers und Kochsalzes, so wie geistige Getränke, Stubenhitze, sitzende Lebensart in eingesperrter Stuben-Luft, oder öftere negative Bewegung (durch Reiten, Fahren, Schaukeln), Kind-Säugen, langer Mittagsschlaf im Liegen (in Betten), Nachtleben, Unreinlichkeit, unnatürliche Wohllust, Entnervung durch Lesen schlüpfriger Schriften, Gegenstände des Zornes, des Grames, des Aergernisses, leidenschaftliches Spiel, Anstrengung des Geistes und Körpers, sumpfige Wohngegend, dumpfige Zimmer, karges Darben u. s. w. Alle diese Dinge müssen möglichst vermieden oder entfernt werden, wenn die Heilung nicht gehindert oder unmöglich gemacht werden soll..

§. 261.

Die beim Arzneigebrauche in chronischen Krankheiten zweckmäßigste Lebensordnung beruht auf Entfernung solcher Genesungs-Hindernisse und dem Zusätze des hie und da nöthigen Gegentheils: Aufheiterung des Geistes, active Bewegung in freier Luft (Spazierengehen, kleine Arbeiten mit den Armen), angemessene, nahrhafte, unarzneiliche Speisen und Getränke u. s. w.

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