Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Herman Melville >

Omoo oder Abenteuer im stillen Ocean. Erster Theil

Herman Melville: Omoo oder Abenteuer im stillen Ocean. Erster Theil - Kapitel 13
Quellenangabe
pfad/melville/oomo-ge1/oomo-ge1xml
typefiction
authorHermann Melville
titleOmoo oder Abenteuer im stillen Ocean. Erster Theil
publisherVerlag von Gustav Mayer
year1847
translatorFriedrich Gerstäcker
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20121115
projectid4467cf98
Schließen

Navigation:

Capitel X.

Des Consuls Abschied. Die zweite Nacht vor Papeetee.

Während den obenbeschriebenen Scenen beschäftigte sich Doctor Johnson damit, die Kranken zu untersuchen, von denen, nur zwei ausgenommen, alle an Bord bleiben sollten. Jedenfalls hatte er diesen Wink von Wilson erhalten.

Einer der zuletzt in die Kajüte Gerufenen, stieg ich gerade hinab, als die Leute das Quarterdeck verließen, kam aber ganz empört und wüthend wieder herauf. Mein lahmes Bein, das sich allerdings in letzter Zeit sehr gebessert, wurde größtentheils erdichtet genannt und mein Name auf die Liste derer gesetzt, die in ein oder zwei Tagen wieder vollkommen seetüchtig sein würden. Das war genug. Was Doktor Lattengeist betraf, so mochte ihn wohl der Landdoktor anstatt eine kollegialische Freundlichkeit gegen ihn zu zeigen, sehr absprechend behandelt haben, und bis zu einem gewissen Grad entschlossen wir uns Beide jetzt mit den Matrosen gemeinschaftliche Sache zu machen. Ich muß hier übrigens dem Leser erst ein wenig erklären, was wir eigentlich beabsichtigten. Alles was wir verlangten, war, das Schiff in der Papeetee-Bai vor Anker zu bekommen, und wir zweifelten in diesem Falle keinen Augenblick, daß uns dort unser Recht werden müsse. Ohne ganz offne Meuterei blieb jedoch nur ein Ausweg, und zwar einfach jeden weiteren Dienst zu verweigern, den ausgenommen, das Schiff in die Bai zu führen. Die einzige Schwierigkeit zeigte sich nur darin, die Mannschaft in den gehörigen Schranken zu halten; auch fühlte ich selbst die Gefahr recht gut, mit solcher verzweifelten Bande etwas zu unternehmen, von dem man die Folgen noch gar nicht zu übersehen vermochte. Neutralität konnte aber unter diesen Verhältnissen unmöglich beobachtet werden, eben so wenig durften wir uns einer solchen Willkür ruhig unterwerfen.

Als ich nach vorn ging, fand ich die Mannschaft in noch zehnmal schlimmerer Aufregung als vorher, und noch einmal suchten wir sie wiederum zu unserm Plan zu bewegen, einfach jede Arbeit zu verweigern und das Resultat abzuwarten. Im Anfang wollten nur wenige auf uns hören; endlich ließ sich aber doch eine größere Anzahl überzeugen, obgleich wir uns selbst auf die, die nun zu unsrer Seite gehörten, wenig verlassen konnten.

Als Wilson wieder an Deck kam, sein Boot zu besteigen, drängten sie von allen Seiten auf ihn ein und ich glaubte schon das Schiff würde ihm vor der Nase weggenommen werden.

– Habe Euch nichts mehr zu sagen, Leute – meine Anordnungen sind getroffen. Geht nach vorn, wohin Ihr gehört; keine Unverschämtheiten hier! und mit zitternden Gliedern und inmitten wilder Flüche und Verwünschungen stieg Wilson die Fallreepe hinunter in sein Boot.

Bald nach seiner Abfahrt hieß der Steuermann den Koch und Steward in seine Zelle hinabgehen und indem er uns zurief, daß er sehen wolle wie es dem Capitän ging, verließ er uns unter Bembos Oberbefehl.

Indessen lagen wir bei vollkommner Windstille ziemlich dicht am Land und unser großes Marssegel schlug schwerfällig bei jeder Schwellung gegen den Mast an.

Ein unbeschreiblicher und merkwürdiger Auftritt folgte aber Jermins und des Consuls Abfahrt. Die Matrosen stürmten wie wahnsinnig an Deck herum und nur Bembo stand gemüthlich gegen das Gangspill gelehnt und rauchte, ohne nur ein Wort darein zu reden, aus seiner heidnischen Steinpfeife; der Böttcher aber, der wohl fühlen mochte, daß er etwas thun müsse, um die empörten Gemüther wieder für sich zu gewinnen, ließ ohne Unterschied der Partei Alle Hinzutreten, und Theil an dem Inhalt seines Eimers nehmen.

Etwas ließ sich übrigens dabei nicht verkennen. Ehe er sich erbot Andere zu berauschen, hatte er die höchst weise Vorsicht gebraucht, sich selbst in den gehörigen Zustand zu bringen; bald genug erfreute er sich auch wieder der vollen Liebe seiner Genossen, die ihn jetzt plötzlich als »kerngesund bis auf den Kiel hinunter« erklärten.

Der Pisco zeigte bald seine Folgen und mit großer Mühe hielten wir eine Abtheilung der Männer ab, in die Hinterluken einzubrechen um mehr zu bekommen.

Jede Art von Streichen wurde jetzt gespielt.

– Masttop da oben, was seht Ihr? schrie »die Schönheit« und brüllte durch eine große Kupferröhre nach der Oberbramraae hinauf.

– Hurrah! jubelte der Portugiese Anthony und fuhr mit einer Handspeiche durch die Deckenfenster der Kajüte, während Navy Bob mit einem: »Heave round cheerly, boys« eine Hornpipe auf dem Vorcastle tanzt.

Gegen Sonnenuntergang kehrte der Steuermann, ganz lustig in seinem Boot singend, zurück und brachte es auch glücklich zu Stande, während er an Bord heraufklettern wollte, wieder ins Wasser zu fallen. Der Steward rettete ihn und trug ihn mit manchen zärtlichen und liebevollen Ausdrücken über Deck in das Quarterboot, wo er ihn hineinwarf. Jermin schlief auch augenblicklich ein und erwachte erst wieder um Mitternacht, wo er etwas nüchterner aufstand und auf das Vorcastle unter die Leute ging; dort muß ich ihn aber, um den Leser auf das folgende vorzubereiten, einen Augenblick lassen.

Nach dem Vorhergegangenen lag es außer allem Zweifel, daß Jermin wirklich wünschte die Julia wieder in See zu haben; was aber seine Absicht dabei sein konnte, da er doch unsere Stimmung kannte, blieb ein Räthsel. So war es aber in der That, und indem er ein wenig zu viel auf seine Popularität unter den Leuten gerechnet, daß diese sich nemlich gern dazu verstehen sollten, eine kurze Fahrt unter ihm zu machen, sah er sich endlich in ihnen getäuscht. Dennoch mochte er wohl glauben, sie würden die Sache aus einem andern Lichte betrachten, wenn sie erst erführen was dort für herrliche Zeiten ihrer warteten, und er beschloß, ein wenig Ueberredung zu versuchen.

Er ging nach vorn und steckte den Kopf in das Vorcastle hinunter, begrüßte uns Alle höchst freundschaftlich und lud uns ein mit ihm in die Kajüte hinabzukommen, wo er für uns etwas besonders Gutes habe bereiten lassen. Dagegen hatten wir gar nichts, sondern schlenderten willig hinunter und warteten ruhig, was uns der Steward auftischen würde.

Da die Kanne nun umging, eröffnete uns Jermin, der des Capitäns eingeschraubten Lehnstuhl benutzte und sich dabei behaglich auf den Tisch stemmte, ganz frei und offen, wie gewöhnlich, was er eigentlich zu thun beabsichtige. Er war noch nicht einmal ganz nüchtern. Dabei stellte er uns vor, wie thöricht wir handelten und wie er uns, wenn wir nur beim Schiff aushielten, zu einem ganz fidelen Leben führen wolle. Dann zählte er die Fässer auf, die noch uneröffnet in dem hölzernen Keller der Julia lagen, und gab sogar nicht undeutlich zu verstehen, daß wir möglicher Weise gar nicht wieder zurück kämen, den Capitän abzuholen.

Außerdem, und vielleicht mit noch besonderer Hinweisung auf Doktor Lattengeist und mich, versicherte er uns im Allgemeinen, daß wenn etwa Einige unter uns wären, die Lust hätten die Steuermannskunde zu lernen, es ihm großes Vergnügen gewähren würde, sie die Geheimnisse der ganzen Schifffahrtskunst zu lehren, wobei sie die freie Benutzung seines Quadranten genießen sollten.

Ich muß hier noch erwähnen, daß er schon früher einmal den Doktor bei Seite genommen und ihm nicht undeutlich zu verstehen gegeben hatte, wie er ihn wieder in all seine Würden und also auch in die Kajüte einzusetzen gedenke, wobei er gleichzeitig fallen ließ, daß auch ich dabei eine Beförderung erwarten könne. Es half ihm aber alles nichts, die Leute wollten einmal ans Land und ließen sich davon nicht abbringen.

Endlich wurde er wüthend, was auch wohl Ursache seines häufigen Trinkens sein mochte und trieb Alle fluchend aus der Kajüte, wobei ihm die Leute gutmüthig lachend gehorchten und an Deck kletterten. Dort sah Alles so still und friedlich aus, daß sich schon einige der Wildesten ärgerten, nicht ein wenig Lärm und Spektakel zu haben. Diesen Wunsch sollten sie jedoch noch vor Ablauf von fünf Minuten befriedigt finden.

Sidney Ben nemlich, wie es hieß ein fortgelaufener Ticket-of-Leave-Man, Ein Theil der bessern Sträflinge in Neu-Süd-Wales, solche wenigstens, bei denen man Hoffnung hat, daß sie sich noch bessern können, werden von der Regierung an Grundbesitzer ausgemiethet und erhalten dadurch gewissermaßen eine bedingte Erlaubniß frei umherzugehen, obgleich sie der Regierung stets zugehörig bleiben. Diese bekommen nun Ticket's oder Karten, welche sie Jedem vorzeigen müssen, dem es einfiele, sie in Verdacht zu haben daß sie ohne Erlaubniß aus wären. der sich auch aus Gründen, die er wohl am besten kannte, bis dahin stets ruhig verhalten hatte, war des Spaßes wegen mit den Uebrigen in die Kajüte herabgegangen, während Bembo, der allein an Deck blieb, verschiedene Male nach ihm rief. Ben that zuerst als ob er es nicht höre; da er sich zuletzt aber doch nicht ganz taub stellen konnte, so verweigerte er offen heraus den Gehorsam, mit einem derben Fluch sich dabei auf des Mowrees Herkunft beziehend. Dieser konnte genug Englisch um die schmachvolle Beziehung zu verstehen, die Jener damit ausdrücken wolle, wartete also bis die Uebrigen herauskamen und fing nun in seinem gebrochenen Englisch so fürchterlich an zu fluchen, daß Einem angst und bang werden konnte. Der Sträfling hatte ein wenig zu viel getrunken, Bembo wohl eben so, und ehe wir uns dessen versahen, gab der Matrose den ersten Schlag, was die Beiden wie ein paar Magnete zusammenbrachte.

Der Sträfling war dabei ein trefflicher Boxer, Bembo dagegen verstand gar nichts von Pugilistik, was sie wieder gleich machte, denn im Nu umschlangen sie einander und rollten in einem Ring herum, der sich immer wieder von selbst zu bilden schien. Endlich fiel des weißen Mannes Kopf zurück und sein Gesicht nahm eine Purpurfarbe an. Bembos Zähne hielten seine Kehle erfaßt und Alle sprangen jetzt hinzu, um den Wilden fortzureißen, der jedoch nicht los ließ, bis er verschiedene Hiebe über den Kopf erhalten hatte.

Seine Wuth wurde nun wahrhaft teuflisch; er lag, sich windend und die Augen verdrehend, an Deck, und machte gar keinen Versuch wieder aufzustehen; die Mannschaft freute sich übrigens, daß sie ihn endlich einmal gedemüthigt sah, und schimpfte ihn, auf Matrosenart, einen Kannibalen und eine Memme.

Ben wurde indessen hinuntergeführt.

Bald nach diesem Vorfall zogen sich, mit nur wenigen Ausnahmen, alle Andern ebenfalls in das Vorcastle zurück und da wir fast sämmtlich die ganze vorige Nacht gewacht, so krochen die Meisten schnell in ihre Cojen oder Hängematten oder auf ihre Kisten, und bald lag Alles in tiefem Schlaf.

Ehe Bembo von seinem Opfer weggerissen wurde, hatte der Steuermann ebenfalls, wenn auch umsonst, versucht ihn abzuwehren und ihm, als das nicht ging, mehrere Hiebe über den Kopf versetzt. So betrunken Jermin übrigens, als sich die Andern zurückzogen, war, so kannte er sich doch selbst genug, um vorher erst noch dem Steward – beiläufig gesagt, ein trefflicher Seemann – die Sicherheit des Schiffs anzuvertrauen und gleich darauf stolperte er die Treppe hinab, auch die zweite Abtheilung seines Rausches auszuschlafen.

Nachdem ich noch mit dem Doktor eine Zeit lang an Deck geblieben war, wollte ich diesem eben zu unserm Schlafplatz folgen, als ich sah, wie der Mowree aufstand, einen Eimer mit Wasser heraufzog, ihn hoch über seinem Kopf hielt und dann den Inhalt desselben auf sich niedergoß. Dieses wiederholte er mehrere Male. In der Sache selbst lag nun gerade nichts besonderes; etwas in seinem sonstigen Betragen fiel mir aber auf; doch dachte ich für den Augenblick nicht weiter darüber nach und stieg in das Vorcastle hinab.

Nach einem ruhelosen, unerquicklichen Schlummer fand ich die Luft da unten so schwül – da der größte Theil der Mannschaft zugleich unten war, daß ich mir eine alte Jacke suchte und wieder an Deck stieg, um dort bis zum nächsten Morgen zu schlafen. Hier fand ich noch den Koch, den Steward, Wymontoo, Ropey und den Dänen, die, Alles ruhige und friedliche Burschen, sich seit des Capitäns Abfahrt ziemlich fern von den Uebrigen gehalten und von dem Steuermann nun die Weisung bekommen hatten, nicht vor Sonnenaufgang in ihre Cojen zu gehen. Sie lagen unter dem Lee der Bulwarks und während Einige schliefen, rauchten die Andern und unterhielten sich dabei.

Zu meinem Erstaunen sah ich Bembo am Steuerruder; da jetzt aber so wenige von uns dort stehen konnten, so hatte er sich, wie mir die Andern sagten, erboten, die Zeit am Ruder, während er seine Wache hielt, mit der dienstthuenden Mannschaft abzuhalten und dagegen hatten sie denn natürlich nichts einzuwenden gehabt.

Es war eine helle, herrliche Nacht, und Mond und Sterne spiegelten sich in den Wogen. Die Briese wehte leicht aber erfrischend, und unsre arme kleine Jule zog fest angebraßt, als ob nichts geschehen sei, langsam dem Lande zu, das hoch und steil in der Ferne emporstieg.

Nach des Tages lärmendem Leben that diese Ruhe ordentlich wohl und ich lehnte mich lange über die Seite hinüber, um mich derselben zu erfreuen; endlich müde werdend, machte ich mir, mit der alten Jacke als Kopfkissen, mein Bett unter dem Windlaß und suchte zu vergessen, was mich an Erinnerungen bestürmte.

Wie lange ich so gelegen, weiß ich nicht, da ich aber endlich wieder erwachte, war das erste, das meinem Blick begegnete, Bembo am Ruder, dessen dunkle Gestalt langsam mit des Fahrzeugs Bewegung gegen den sternbesäeten Hintergrund stieg und fiel. Er schien ganz Ungeduld und Erwartung, stand in voller Armslänge mit einem Fuß vorgestellt von den Speichen und hielt den Kopf hoch erhoben. Wo ich lag konnte ich die Wache nirgends erkennen, und Niemand weiter regte sich sonst; das verödete Deck und die weißen breiten Segel schimmerten im bleichen Mondlicht.

Plötzlich schlug der Klang wie von schäumender Brandung an mein Ohr, und es war mir als ob ich denselben Laut vor nicht langer Zeit schon einmal gehört hätte. Im nächsten Augenblick sprang ich, vollkommen wach, auf die Füße und gerade vor uns – so nahe, daß mir das Herz aufhörte zu klopfen und mein Athem still stand – lag eine lange Reihe voll schäumenden Klippen, über die sich die Wogen mit ihren weißglühenden Kämmen brachen. Die Briese wehte jetzt ziemlich stark und in gleichmäßiger, schneller Bewegung schossen wir den Felsen gerade entgegen.

Im Augenblick begriff ich Bembos teuflische Absicht, und mit lautem wilden Angstgeschrei die Wache erweckend stürmte ich dem Steuer zu. In toller Hast rafften sich Alle empor und nach kurzem aber verzweifeltem Kampfe rissen wir ihn vom Rade. Dadurch blieb aber dieses einen Augenblick unbewacht und flog nach leewärts, was glücklicherweise des Schiffes Bug gegen den Wind brachte und seine Bahn stemmte. Vorher mußte es wahrscheinlich drei oder vier Striche freigehalten sein, um die Riffe zu vermeiden. Seinen Lauf nun einmal aufgehalten trat ich an das Steuer und hielt den Wind gerade in den Segeln, während wir schräg gegen das Land hinglitten. Vor dem Wind fortzulaufen, was leicht genug gewesen wäre, hätte uns dem sichern Verderben entgegen geführt, denn die Riffe umschlossen uns dort oben herum in einem förmlichen Bogen. Während dieser ganzen Zeit rangen der Däne und Steward noch mit dem wüthenden Neuseeländer und die Andern stürmten in wilder Verwirrung an Deck umher, indeß der alte Koch mit einer Handspeiche auf das Vorcastle niederdonnerte, und mit seinem Schreckensruf »Klippen gerade vor, – Schiff herum!« die noch halb bewußtlosen Matrosen merkwürdig schnell munter machte.

Die Seeleute kletterten herauf, und starrten in sprachlosem Entsetzen um sich.

Wilde Befehle wurden von allen Seiten gegeben; Jeder schrie das hinaus, was er in dem Augenblick für das Nötigste hielt und machte dadurch die Verwirrung vollkommen. Sie rannten von einem wirklich panischen Schrecken ergriffen rath- und thatlos herüber und hinüber an Deck.

Es schien vorbei mit uns und ich wollte eben das Fahrzeug voll in den Wind werfen – ein Schritt, der uns für den Augenblick gerettet, dann aber auch sicherm Verderben überliefert hätte, als ein scharfer Schrei mein Ohr traf.

Es war Salem. – Alle fertig, nach vorn hart nieder! schrie er und herum flogen die Speichen wie im Kreisel. Der Klüver peitschte an seiner Stenge und die Leute, die sich jetzt doch ein klein wenig gesammelt, flogen zu den Brassen.

– Hauptsegel an! wurde nun gehört, und die frische Briese strömte auf dem Deck vor und aft, während in der nächsten Sekunde die übrigen Raaen herum schwirrten.

Gleich darauf segelten wir aus dem andern Gang vom Lande fort und trugen jedes Segel ausgespannt vor dem Winde.

In kaum einem Zwiebackswurf von den Klippen hatten wir uns auf den Hacken herumgedreht und das Einzige nur was uns rettete, war: daß an solchen Korallenriffen keine Gefahr zu befürchten ist, bis man nicht wirklich an sie anstößt.

 << Kapitel 12  Kapitel 14 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.