Projekt Gutenberg

Textsuche bei Gutenberg-DE:
Autoren A-Z: A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | Alle
Gutenberg > Jack London >

Nordlandgeschichten

Jack London: Nordlandgeschichten - Kapitel 4
Quellenangabe
authorJack London
titleNordlandgeschichten
publisherUllstein
yearo.J.
translatorErwin Magnus
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20171125
projectidc2654097
Schließen

Navigation:

Das Wort der Männer

»Ich will dir sagen, was wir tun: Wir würfeln darum.«

»Einverstanden«, sagte der andere und wandte sich an den Indianer, der in einer Ecke der Hütte saß und Schneeschuhe ausbesserte. »Hör du, Billebedam, lauf so schnell du kannst zur Hütte von Oleson und sag ihm, daß wir seinen Würfelbecher borgen möchten.«

Diese plötzliche Aufforderung während einer ernsten Besprechung über Arbeiterlöhne und Holz- und Lebensmittelpreise überraschte Billebedam. Zudem war es sehr früh am Tag, und er hatte noch nie erlebt, daß Männer von der Art Pentfields oder Hutchinsons gewürfelt oder gespielt hätten, ehe die Arbeit des Tages getan war. Als er aber seine Handschuhe anzog und zur Tür hinausging, blieb sein Gesicht so ausdruckslos, wie das Gesicht eines Yukonindianers es gewöhnlich ist.

Obgleich die Uhr schon acht zeigte, war es draußen noch ganz dunkel; in der Hütte selbst brannte eine Talgkerze in einer leeren Whiskyflasche. Sie stand auf dem Tannentisch inmitten eines Wirrwarrs von schmutzigen Zinntellern. Der Talg unzähliger Kerzen war an dem langen Hals der Flasche herabgeträufelt und zu einem Gletscher in Taschenformat erstarrt. Der kleine Raum, der das Innere der Hütte bildete, war so wenig aufgeräumt wie der Tisch. In einer Ecke an der Stirnwand waren zwei Schlafstellen übereinander gestellt. Die Decken lagen noch so unordentlich da wie am Morgen, als die beiden Männer herausgekrochen waren.

Lawrence Pentfield und Corry Hutchinson waren Millionäre, obgleich sie nicht danach aussahen. Es war nichts Außergewöhnliches an ihnen, wenn sie auch in jedem Michiganlager als hervorragende Typen von Holzhändlern gegolten hätten. Aber draußen in der Dunkelheit, wo viele Löcher in der Oberfläche der Erde klafften, waren zahlreiche Männer damit beschäftigt, Schmutz, Kies und Gold aus der Tiefe dieser Löcher heraufzuholen, und andere Männer erhielten fünfzehn Dollar täglich, um das alles aus dem Felsgrund zu kratzen. An jedem Tag wurden Tausende von Dollars in Gold dort abgekratzt und an die Oberfläche gebracht, und alles gehörte den Herren Pentfield und Hutchinson, die einen Platz unter den reichsten Goldkönigen der Bonanza einnahmen.

Pentfield brach zuerst das Schweigen, nachdem Billebedam gegangen war, indem er die schmutzigen Teller über den Tisch schob und auf dem freigemachten Raum einen Zapfenstreich mit seinen Knöcheln schlug. Hutchinson putzte die blakende Kerze und rieb den Ruß vom Docht nachdenklich mit Daumen und Zeigefinger.

»Ich möchte wirklich, Teufel noch mal, daß wir beide aus diesem Dreck herauskommen!« rief er plötzlich. »Dann wäre alles wieder in Ordnung.«

Pentfield blickte ihn düster an.

»Wenn deine verfluchte Hartnäckigkeit nicht wäre, würde sowieso alles in Ordnung kommen. Du brauchst doch nur aufzustehen und zu fahren. Ich werde inzwischen nach dem Rechten sehen, und nächstes Jahr reise ich dann.«

»Warum sollte ich weggehen? Ich habe niemanden, der auf mich wartet.«

»Deine Familie«, unterbrach ihn Pentfield.

»Ganz wie bei dir«, fuhr Hutchinson fort. »Ein Mädel, meine ich, und das weißt du auch ...«

Pentfield zuckte finster die Achseln. »Sie kann warten, denke ich.«

»Aber jetzt wartet sie schon zwei Jahre.«

»Und ein drittes wird sie nicht übermäßig älter machen.«

»Das wären also drei Jahre! Denk daran, alter Knabe, drei Jahre an diesem Ende der Erde, diesem Abladeplatz der Verdammten.« Hutchinson hob seinen Arm und stieß einen Seufzer aus, der fast wie ein Stöhnen klang.

Er war einige Jahre jünger als sein Partner, nicht älter als sechsundzwanzig Jahre, und doch stand Schwermut in seinem Gesicht geschrieben – jene Schwermut, welche die Gesichter von Männern prägt, die sich vergeblich nach etwas sehnen, das ihnen lange vorenthalten wird.

Dieselbe Schwermut stand auch in Pentfields Gesicht geschrieben und hatte sich in seinem Achselzucken ausgedrückt.

»Mir träumte heute nacht, ich wäre bei Zinkand«, sagte er. »Die Musik spielte, Gläser klirrten, Stimmen summten, Frauen lachten, und ich selbst bestellte Eier – ja, mein Lieber, Spiegeleier und hartgesottene Eier und weiche Eier und Rühreier und Eier auf jede denkbare Art. Ich verschlang sie ebenso schnell, wie sie mir gebracht wurden.«

»Ich hätte Salate und Gemüse bestellt«, kritisierte Hutchinson gierig. »Dazu einen mächtigen Braten und junge Zwiebeln und Radieschen, so frisch, weißt du, daß sie knacken, wenn man sie zwischen die Zähne kriegt.«

»Das hätte ich wahrscheinlich nach den Eiern bestellt, wenn ich nicht aufgewacht wäre«, antwortete Pentfield.

Er nahm ein von den Fahrten stark mitgenommenes Banjo vom Fußboden und begann, einige Töne zu klimpern. Hutchinson wurde unruhig und atmete schwer.

»Laß das ...«, platzte es in plötzlicher Wut aus ihm heraus. »Laß das, zum Teufel! Es macht mich verrückt. Ich halte es nicht mehr aus.«

Pentfield schleuderte das Banjo auf das eine Bett und zitierte:

»Hör mich flüstern, was der Schwächste nicht gesteht:
Ich bin Vergangenheit und Qual: die Stadt!
Bin alles, was in Abendkleidung geht!«

Der andere Mann rückte auf seinem Platz hin und her und ließ schließlich den Kopf auf den Tisch sinken.

Pentfield nahm wieder das eintönige Trommeln mit den Knöcheln auf.

Ein Knacken der Tür erregte seine Aufmerksamkeit. Der Frost kroch wie ein weißes Laken an der Innenseite empor. Und er begann leise vor sich hin zu singen:

»Die Vögel sammeln sich zum Zug,
Zum Meere schwimmt der Lachs, und kahl
Sind alle Bäume. Und wir zwei –
Mein Kind, wo hausen wir einmal?«

Wieder herrschte Schweigen, das erst gebrochen wurde, als Billebedam kam und den Würfelbecher auf den Tisch stellte.

»Sehr kalt«, sagte er. »Oleson sagen mir, Yukon heute nacht zugefroren.«

»Hörst du, alter Freund!« rief Pentfield und klopfte Hutchinson auf die Schulter. »Wer gewinnt, darf morgen früh um diese Zeit nach dem Land Gottes abfahren!«

Er hob den Becher und ließ die Würfel fröhlich rasseln. »Was spielen wir?«

»Richtiges Pokerwürfeln«, antwortete Hutchinson.

»Los, laß rollen!«

Pentfield fegte die Teller mit lautem Geklirr vom Tisch hinunter und warf alle fünf Würfel. Beide sahen aufmerksam hin. Der Wurf war ohne Paare und ein Fünfer die höchste Zahl.

»Niete«, seufzte Pentfield.

Nach langem Zögern nahm Pentfield die fünf Würfel vom Tisch auf und tat sie in den Becher.

»Ich würde an deiner Stelle beim Fünfer bleiben«, schlug Hutchinson vor.

»Nein, das würdest du nicht, wenn du dieses siehst«, antwortete Pentfield und würfelte erneut. Wieder kam kein Paar, die Würfel zeigten aber diesmal in ununterbrochener Reihenfolge zwei bis sechs Augen.

»Das war mein zweiter Wurf«, seufzte er. »Du brauchst gar nicht zu würfeln, Corry. Du kannst gar nicht mehr verlieren.«

Der andere schob ohne ein Wort die Würfel zusammen, schüttelte den Becher und ließ sie in einem Bogen über den Tisch fallen. Dann sah er, daß in dem Wurf ebenfalls nur ein Sechser war.

»Ebensoviel wie du, das schon, aber ich muß es besser machen«, sagte er, nahm vier Würfel und ließ die Sechs liegen. »Aber jetzt schlage ich dich!«

Die Würfel rollten und zeigten zwei, drei, vier und fünf – also weder besser noch schlechter als Pentfields Würfe.

Hutchinson seufzte.

»Kommt nicht einmal unter Millionen Würfen vor«, sagte er.

»Auch nicht in Millionen Leben«, fügte Pentfield hinzu. Dann nahm er den Würfelbecher und warf schnell. Drei Fünfer erschienen, und als er nach einigem Zögern zum zweitenmal warf, erhielt er einen vierten Fünfer. Hutchinson schien jede Hoffnung auf einen Sieg aufzugeben.

Aber schon beim ersten Wurf erhielt er drei Sechser. Ein großer Zweifel tauchte in den Augen des andern auf, während er selbst wieder Hoffnung schöpfte. Er hatte noch einen Wurf übrig. Noch eine Sechs – und er konnte über das Eis zum Salzmeer und in die Staaten reisen! Er schüttelte die Würfel, tat, als ob er werfen wollte, zögerte und schüttelte noch einmal.

»Na, los, los doch! Brauch nicht den ganzen Abend dazu«, rief Pentfield scharf, seine Nägel bogen sich, so fest drückte er die Finger gegen die Tischplatte, um seine Erregung zu beherrschen.

Der Würfel rollte; eine Sechs zeigte sich ihren Blicken. Beide Männer saßen da und starrten sie an. Hutchinson warf einen verstohlenen Blick auf seinen Partner, der ihn – noch verstohlener – auffing und den Mund verzog, um zu zeigen, wie gleichgültig es ihm sei.

Hutchinson lachte, als er aufstand. Es war ein nervöses, ängstliches Lachen. Diesen beiden schien es fast unangenehmer zu gewinnen, als zu verlieren. Er trat zu seinem Partner, der ihm übermütig zurief:

»Jetzt hör aber auf, Corry. Ich weiß genau, was du sagen willst: Daß du lieber bleiben und mich reisen lassen würdest und dergleichen. Brauchst es also gar nicht erst zu sagen. Du hast deine Familie in Detroit, die du besuchen kannst, und das genügt. Außerdem kannst du ja das einzige für mich erledigen, was ich besorgt hätte, wenn ich selbst gefahren wäre ...«

»Und das ist?«

Pentfield las die Frage in den Augen seines Partners und antwortete: »Jawohl, eben das ist es. Bring sie mit her. Der ganze Unterschied bestünde darin, daß wir in Dawson und nicht in San Francisco Hochzeit halten.«

»Aber, lieber Junge«, wandte Corry Hutchinson ein, »wie, in aller Welt, soll ich sie denn herbringen? Wir sind doch nicht Bruder und Schwester. Und die Sache ist um so schlimmer, als ich sie ja noch gar nicht gesehen habe. Außerdem wäre es auch nicht ganz einfach, zusammen zu reisen, weißt du. Natürlich würde alles sauber zugehen – das wissen wir beide. Aber bedenke doch, wie es nach außen hin aussehen würde, Mensch!«

Pentfield fluchte in seinen Bart.

»Wenn du mal zuhören und dich nicht gleich aufs hohe Roß setzen wolltest«, sagte sein Partner, »dann würdest du merken, daß das einzig Anständige, was ich unter diesen Umständen tun kann, wäre, dich statt meiner dieses Jahr reisen zu lassen. Es ist ja nur ein Jahr bis zum nächsten Jahr, und dann kann ich meinen Ausflug machen ...«

Pentfield schüttelte den Kopf, obgleich man sehen konnte, daß er angesichts dieser Versuchung schwankte.

»Es geht nicht, Corry, alter Bursche. Ich weiß deine Freundlichkeit zu schätzen und so weiter, aber es geht nicht. Ich würde mich jede Stunde bei dem Gedanken schämen, daß du hier an meiner Stelle schuften mußt.«

Plötzlich schien ihm ein Gedanke zu kommen. Er suchte in seinem Bett und brachte es in seinem Eifer ganz in Unordnung, fand aber schließlich doch eine Schreibunterlage und einen Bleistift, setzte sich an den Tisch und begann schnell und sicher zu schreiben.

»Hier«, sagte er, als er den schnell hingekritzelten Brief seinem Partner überreichte. »Das brauchst du nur abzugeben, und die Sache ist in Ordnung.«

Hutchinson ließ seinen Blick darüber schweifen und legte das Blatt wieder auf den Tisch.

»Aber wie kannst du wissen, ob ihr Bruder bereit wäre, die niederträchtige Reise hierher zu machen?« fragte er.

»Oh, er wird es schon für mich tun – für mich und seine Schwester«, antwortete Pentfield. »Er ist ein Chechaquo, weißt du, und ich würde sie ihm allein nicht anvertrauen. Aber mit dir zusammen ist es eine leichte und sichere Reise. Sobald du angekommen bist, gehst du zuerst zu ihr und bereitest sie vor. Dann kannst du zu deiner eigenen Familie im Osten fahren, und im Frühling werden sie und ihr Bruder dann bereit sein, mit dir zu reisen. Sie wird dir sehr gefallen, das weiß ich, schon auf den ersten Blick. Und hiernach wirst du sie erkennen, sobald du sie siehst.«

Er öffnete die Kapsel seiner Uhr und zeigte ihm das an der Innenseite des Deckels aufgeklebte Bild eines jungen Mädchens. Corry Hutchinson betrachtete sie, und Bewunderung trat in seine Augen.

»Mabel heißt sie«, fuhr Pentfield fort. »Es ist vielleicht gut, daß du weißt, wo du ihr Haus finden kannst. Sobald du in San Francisco angekommen bist, nimmst du eine Droschke und sagst nur: ›Holmes Platz, Myrdon Avenue.‹ Ich glaube nicht einmal, daß es nötig ist, Myrdon Avenue hinzuzufügen. Der Kutscher wird schon wissen, wo Richter Holmes wohnt.«

»Und weißt du«, fügte Pentfield nach einer Pause hinzu, »es wäre keine schlechte Idee, wenn du mir noch einige Sachen mitbringen wolltest, die ... hm ...«

»Ein verheirateter Mann muß seine Sachen in Ordnung haben«, platzte Hutchinson grinsend heraus.

Pentfield grinste ebenfalls.

»Natürlich – Servietten und Tischtücher, Laken und Kissenbezüge und dergleichen. Und bring eine Garnitur aus guter Seide mit. Weißt du, es ist ja kein Spaß für sie, sich hier niederzulassen. Du kannst das ganze Zeug mit dem Dampfer durch die Beringstraße schicken. Und wie wäre es mit einem Klavier?«

Hutchinson fand diese Idee glänzend. Sein Widerstand war geschwunden, und er begann sich für seine Mission zu erwärmen.

»Weiß Gott, Lawrence«, sagte er, als die Beratung vorbei war, und sie beide aufstanden. »Ich werde dir dein Mädel ganz sicher bringen. Ich werde das Kochen übernehmen und für die Hunde sorgen, und ihr Bruder braucht nur für ihre Bequemlichkeit da zu sein und alles zu tun, was ich etwa vergessen sollte. Aber ich werde verflucht wenig vergessen, darauf kannst du dich verlassen.«

Am nächsten Tag schüttelte ihm Lawrence Pentfield zum letzten Mal die Hand und folgte ihm mit den Blicken, als er mit seinen Hunden den zugefrorenen Yukon aufwärts in Richtung der salzigen See und der großen Welt verschwand. Pentfield ging zu seiner Bonanzamine zurück, die ihm jetzt tausendmal trauriger als sonst erschien, aber er sah dem langen Winter tapfer entgegen. Es gab Arbeit genug, Männer mußten beaufsichtigt, Anleitungen für das Schürfen nach der Goldader gegeben werden.

Aber sein Herz war nicht bei der Arbeit. Er hatte überhaupt kein Interesse für irgendwelche Arbeit, bevor die aufgestapelten Stämme für die neue Hütte, die auf dem Hügel hinter der Mine erbaut werden sollte, eingerammt worden waren. Es sollte eine große Hütte werden, recht gemütlich und in drei schöne Räume unterteilt. Jeder Stamm war mit der Hand gehobelt und viereckig zugeschnitten – ein kostspieliger Einfall, da die Arbeiter einen Tageslohn von fünfzehn Dollar erhielten. Aber nichts erschien ihm zu kostspielig, wenn es sich um das Heim handelte, in dem Mabel Holmes leben sollte.

So ging er also an den Bau der Hütte und sang dabei: »Und wir zwei – mein Kind, wo hausen wir einmal?« Er hatte auch einen Kalender an die Wand über den Tisch gehängt, und das erste, was er jeden Morgen tat, war, daß er den Tag durchstrich und nachzählte, wie viele Tage es noch dauerte, bis sein Partner im Frühling das Yukoneis herabgesaust käme. Eine andere Idee, die er hatte, bestand darin, daß niemand in der Hütte am Hügel schlafen durfte. Sie mußte jungfräulich dastehen, bis sie bezogen wurde, wie es auch die viereckigen gehobelten Stämme aus frischem Holz waren. Und als sie fertig dastand, ließ er ein großes Schloß an der Tür der Hütte befestigen. Kein anderer als er selbst durfte eintreten, und er gewöhnte sich daran, viele Stunden dort zu verbringen. Wenn er die Hütte verließ, strahlte sein Gesicht wie eine Sonne, und ein warmes, frohes Licht leuchtete in seinen Augen.

Im Dezember erhielt er einen Brief von Corry Hutchinson. Er hatte gerade Mabel Holmes kennengelernt. Sie sei genau, wie sie sein sollte, um Lawrence Pentfields Gattin zu werden, schrieb er. Er war begeistert, und der Brief brachte das Blut in den Adern Pentfields zum Brausen. Andere Briefe folgten, einer unmittelbar auf den andern, und manchmal zwei oder drei auf einmal, wenn der Dampfer die Post sackweise brachte. Alle waren im selben Ton gehalten. Corry war soeben von der Myrdon Avenue gekommen, Corry war gerade unterwegs nach der Myrdon Avenue, oder Corry war in der Myrdon Avenue. Und er blieb länger und immer länger in San Francisco, von der Reise nach Detroit war überhaupt nicht mehr die Rede.

Lawrence Pentfield überlegte, daß sein Partner doch ziemlich viel Zeit in Mabels Gesellschaft verbrachte, wenn man bedachte, daß er seine Familie im Osten besuchen wollte. Er ertappte sich sogar dabei, daß er sich bisweilen darüber grämte, wenn er sich auch mehr gegrämt hätte, wenn er Mabel und Corry nicht so gut gekannt hätte. Andererseits hatten Mabels Briefe immer so viel von Corry zu erzählen. Eine gewisse Furcht lief auch als roter Faden durch sämtliche Briefe, ja, beinahe ein Unwille vor der Fahrt über das Eis und der Hochzeit in Dawson. Pentfield antwortete herzlich und verlachte ihre Furcht, denn er glaubte, daß eher physische Angst vor den Gefahren und Entbehrungen dahintersteckte, und verstand nicht, daß nur frauenhafte Scheu sie diktierte.

Jedoch der lange Winter und das unerträgliche Warten, dem schon zwei lange Winter vorausgegangen waren, übten einen großen Einfluß auf seine Stimmung aus. Die Beaufsichtigung der Arbeiter und das Interesse für die Goldader konnten die Langeweile des täglichen Einerleis nicht unterbrechen, und gegen Ende Januar machte er verschiedene Ausflüge nach Dawson, wo er sich eine Weile an den Spieltischen vergessen konnte. Da er einen Verlust ertragen konnte, gewann er natürlich, und ›Pentfields Glück‹ wurde zur stehenden Redensart unter den Pharaospielern.

Sein Glück folgte ihm bis in die zweite Woche des Februar. Wie lange es ihm noch gefolgt wäre, ist schwer zu sagen, denn da hörte er nach einem größeren Gewinn überhaupt auf zu spielen.

Eine Stunde lang hatte es schon so ausgesehen, als ob er auf keine Karte setzen könnte, ohne zu gewinnen. In einer Pause, als gerade ein Spiel beendet war, und während der Croupier die Karten zusammenraffte, bemerkte Nick Inwood, der Besitzer der Spielhölle, ohne Zusammenhang: »Hören Sie, Pentfield, Ihr Partner macht aber schöne Geschichten in den Staaten!«

»Lassen Sie Corry sich nur amüsieren«, antwortete Pentfield. »Er hat es redlich verdient.«

»Jeder nach seinem Geschmack«, lachte Nick Inwood. »Aber ich würde Heiraten doch nicht Sich-amüsieren nennen ...«

»Corry verheiratet!« rief Pentfield ungläubig, aber doch verblüfft.

»Jawohl«, sagte Inwood. »Ich habe es in der Friscoer Zeitung gelesen, die heute morgen über das Eis gebracht wurde.«

»Wie heißt das Mädel?« fragte Pentfield; sein Gesicht hatte den Ausdruck geduldiger Tapferkeit, mit dem ein Mann den Köder schluckt und sich dabei klar ist, daß gleich ein mächtiges Gelächter auf seine Kosten folgen wird.

Nick Inwood nahm die Zeitung aus der Tasche und suchte darin, während er sagte: »Ich hab' leider kein gutes Gedächtnis für Namen, aber ich glaube, es war so was wie Mabel – ja richtig, hier steht es – Mabel Holmes, Tochter von Richter Holmes, mag der nun sein, wer er will ...«

Lawrence Pentfield ließ sich nicht das geringste anmerken, obgleich er sich fragte, wie in aller Welt ihr Name hier im Nordland bekannt sein konnte. Er blickte ruhig von Gesicht zu Gesicht, um irgendwelche Anzeichen für den Streich zu entdecken, den man ihm spielen wollte, aber abgesehen von einer selbstverständlichen Neugier war nichts zu bemerken. Dann wandte er sich an den Spielhausbesitzer und sagte kühl und ruhig: »Inwood, ich habe hier eben einen Fünfhunderter bekommen, der mir zuflüstert, daß das, was Sie alles erzählen, nicht in der Zeitung steht.«

Der Spielhausbesitzer sah ihn mit komischer Neugierde an. »Gehen Sie, mein Junge ... Ich will Ihr Geld nicht haben.«

»Ich dachte nur«, knurrte Pentfield, wandte sich wieder dem Spiel zu und setzte auf einige Karten. Nick Inwood bekam einen roten Kopf, ließ den Blick sorgfältig über die Spalten der Zeitung schweifen, als ob er selbst seinen Sinnen nicht traute. Dann wandte er sich an Pentfield.

»Sehen Sie selbst, hier«, sagte er schnell und nervös. »Ich kann das nicht zulassen, verstehen Sie.«

»Was zulassen?« fragte Pentfield brutal.

»Ihre Andeutung, daß ich gelogen hätte.«

»Unsinn«, lautete die Antwort. »Ich wollte nur andeuten, daß Sie versuchten, einen taktlosen Witz zu machen.«

»Machen Sie Ihre Einsätze, meine Herren«, rief der Croupier.

»Aber ich sage Ihnen, daß es wahr ist«, beharrte Nick Inwood.

»Und ich habe gesagt, daß ich fünfhundert darauf wette, daß es nicht in der Zeitung steht«, sagte Pentfield und zog gleichzeitig einen schweren Goldbeutel aus der Tasche.

»Ich habe keine Lust, Ihnen Ihr Geld abzunehmen«, lautete die Antwort, als er Pentfield die Zeitung in die Hand streckte.

Pentfield sah es, obgleich es ihm kaum möglich war, es zu glauben. Er warf einen flüchtigen Blick auf die Überschrift »Jung Lochinvar kam aus dem Norden« und las den Artikel flüchtig durch, bis die beiden nebeneinanderstehenden Namen Mabel Holmes und Corry Hutchinson ihm buchstäblich in die Augen sprangen. Dann blickte er auf den Kopf des Blattes und sah, daß es eine San Franciscoer Zeitung war.

»Das Geld gehört Ihnen, Inwood«, bemerkte er mit einem kurzen Lachen. »Aber da steht nichts davon, was mein Partner tun wird, wenn er abgereist ist.«

Dann nahm er die Zeitung wieder in die Hand und las die Notiz Wort für Wort, sehr langsam und sorgfältig. Er konnte nicht länger zweifeln. Es stand fest, daß Corry Hutchinson Mabel Holmes geheiratet hatte. »Einer der Bonanzakönige«, so wurde er geschildert, »Partner von Lawrence Pentfield (den die vornehme Gesellschaft San Franciscos noch nicht vergessen haben wird) und gemeinsam mit diesem Herrn an anderen reichen Minenunternehmungen beteiligt.« Ferner las er, »daß Herr und Frau Hutchinson nach einem kurzen Ausflug nach Detroit ihre eigentliche Hochzeitsreise nach dem bezaubernden Klondikelande machen wollen«.

»Ich komme später wieder«, sagte Pentfield. »Halten Sie bitte den Platz für mich frei.« Er stand auf und nahm seinen Beutel, der inzwischen beim Kassierer gewesen und um fünfhundert Dollar leichter zurückgekehrt war.

Er trat auf die Straße hinaus und kaufte sich eine Seattlezeitung. Sie enthielt denselben Bericht, wenn auch ein wenig gekürzt. Es war nicht mehr zu bezweifeln, daß Corry und Mabel verheiratet waren. Pentfield kehrte zur Spielhölle zurück und nahm wieder seinen Platz am Spieltisch ein. Er bat, die Höchstgrenze aufzuheben.

»Wollen wohl versuchen, etwas Leben in die Bude zu bringen«, sagte Nick Inwood und nickte dem Croupier sein Einverständnis zu. »Ich wollte gerade in den A.C.-Laden gehen, aber jetzt glaube ich, daß ich lieber bleibe und zusehe, wie es Ihnen ergeht.«

Nach zweistündigem Kampf zeigte es sich, wie es Lawrence Pentfield ergangen war. Der Croupier biß die Spitze einer frischen Zigarre ab, zündete ein Streichholz an und verkündete, daß die Bank gesprengt sei. Pentfield steckte die Vierzigtausend ein, gab Nick Inwood die Hand und teilte ihm mit, daß es das letztemal sei, daß er an seinem Spieltisch oder an einem andern gespielt hätte.

Keiner ahnte oder vermutete, daß er getroffen, noch weniger, daß er schwer getroffen war. Seinem Auftreten war kein Unterschied anzumerken. Eine Woche ging er seiner Arbeit nach, ganz wie er es immer getan, bis er einen Bericht über die Hochzeit in einer Portlandzeitung las. Dann rief er einen Freund, bat ihn, sich seiner Mine anzunehmen, und reiste hinter seinen Hunden den Yukon hinauf. Bis White River folgte er dem Weg nach dem Salzwassersee, dort aber bog er ab.

Fünf Tage später stieß er auf ein Jagdlager der White-River-Indianer. Abends wurde ein Fest abgehalten, und er saß auf dem Ehrenplatz neben dem Häuptling. Am nächsten Morgen lenkte er seine Hunde nach dem Yukon zurück. Aber er reiste nicht mehr allein. Eine junge Squaw fütterte an diesem Abend seine Hunde für ihn und half ihm das Lager bereiten. Sie war in ihrer Kindheit von einem Bären überfallen worden und hinkte immer noch leicht. Sie hieß Laschka und war anfangs etwas mißtrauisch gegen den fremden weißen Mann, der plötzlich aus dem Unbekannten aufgetaucht war, sie heiratete, ohne ihr ein Wort oder einen Blick zu schenken, und der sie jetzt mit sich in das Unbekannte nahm.

Aber Laschkas Schicksal war besser als das, welches wilden Indianermädchen sonst zuteil wird, wenn sie weiße Männer im Nordland heiraten. Sobald sie Dawson erreicht hatten, wurde die indianische Ehe, die sie verband, nach Art der weißen Männer feierlich vor dem Priester bestätigt. Von Dawson, wo ihr alles als Traum und Wunder erschien, brachte er sie direkt zur Bonanzamine und in das aus viereckigen Planken erbaute Haus auf dem Hügel.

Das neuntägige Staunen, das die Folge war, wurde nicht so sehr durch den Umstand hervorgerufen, daß Lawrence Pentfield sich eine Squaw für Bett und Tisch gewählt hatte, als durch die Feierlichkeit, durch die er den Bund legalisierte. Daß er diese Heirat besonders sanktionieren ließ, war das einzige, was der Gesellschaft unverständlich erschien. Aber niemand ließ Pentfield etwas merken. Solange die Launen eines Mannes der Gemeinschaft nicht schaden, läßt man ihn in Ruhe, und Pentfield wurde nicht einmal aus den Hütten der Männer verbannt, die weiße Frauen hatten. Die Trauzeremonie hatte die Wirkung, daß er nicht zu den Squawmännern gerechnet wurde, und enthob ihn jedes moralischen Vorwurfs, wenn es auch Männer gab, die seinen Geschmack kritisierten.

Von der Außenwelt bekam er keine Briefe mehr. Sechs Schlittenladungen mit Post waren am großen Lachsfluß verlorengegangen. Außerdem wußte Pentfield ja auch, daß Corry und seine Braut zu dieser Zeit schon unterwegs sein mußten. Sie würden sich eben jetzt auf der Hochzeitsreise, befinden ... Auf dieser Hochzeitsreise, von der er selbst zwei unerträgliche Jahre lang geträumt hatte. Er verzog bei diesem Gedanken bitter den Mund. Aber er ließ sich nichts anmerken, abgesehen davon, daß er freundlicher zu Laschka wurde.

Der März war schon längst vorbei, und der April näherte sich seinem Ende, als Laschka ihn um die Erlaubnis bat, den Yukon einige Meilen abwärts zur Hütte Siwash Petes zu fahren. Petes Frau, die vom Stewart River stammte, hatte Bescheid geschickt, daß ihr kleines Kind krank war. Und Laschka, die außerordentlich mütterlich veranlagt war und sich selbst für erfahren in Bezug auf Kinderkrankheiten hielt, ließ keine Gelegenheit vorübergehen, um sich der Kinder anderer Frauen anzunehmen, die glücklicher waren als sie.

Pentfield schirrte die Hunde an, und mit Laschka hinter sich schlug er den Weg das Bett des Bonanza hinab ein. Frühling lag in der Luft. Die Kälte hatte ihre schneidende Schärfe verloren, und wenn auch der Schnee immer noch das Land bedeckte, so erzählte doch das Murmeln und Rieseln des Wassers, daß der eiserne Griff des Winters sich lockerte. Der Weg war grundlos, hier und dort hatte man einen neuen Weg um die Löcher herum getreten. An einer solchen Stelle, wo nicht genügend Platz war, daß zwei Schlitten einander ausweichen konnten, hörte Pentfield das Läuten von Schellen, die sich näherten, und ließ deshalb seine Hunde haltmachen.

Ein Gespann müder Hunde kam um die nächste Ecke, von einem schwerbeladenen Schlitten gefolgt. An der Lenkstange ging ein Mann, der auf eine Art steuerte, die Pentfield bekannt vorkam, und hinter dem Schlitten folgten zwei Frauen. Sein Blick suchte wieder den Mann an der Lenkstange. Es war Corry. Pentfield stand auf und wartete. Er war froh, daß er Laschka bei sich hatte. Wenn die Begegnung arrangiert worden wäre, hätte sie nicht unter günstigeren Bedingungen stattfinden können, dachte er. Und während er dastand und wartete, überlegte er, was sie wohl sagen würden, was sie sagen könnten. Er selbst brauchte ja nichts zu erklären. Das war ihre Sache, und er war bereit, sie anzuhören.

Als sie einander gegenüberstanden, erkannte Corry ihn und blieb stehen. Mit einem »Hallo, Alter!« streckte er die Hand aus.

Pentfield nahm die Hand, aber ohne Wärme, ohne Worte. Jetzt hatten die beiden Damen sie erreicht, und er sah, daß die eine Dora Holmes war. Er nahm seine Pelzmütze ab, deren Ohrklappen flatterten, gab ihr die Hand und wandte sich dann zu Mabel. Sie näherte sich mit wiegenden Schritten, strahlend und blendend, zögerte aber vor seiner ausgestreckten Hand. Er hatte eigentlich die Absicht gehabt zu sagen: »Wie geht es Ihnen, Frau Hutchinson?« Aber irgendwie hatte das »Frau Hutchinson« ihn verwirrt, und er war deshalb nur imstande, ein »Wie geht es Ihnen?« hervorzustottern.

Die Lage war genauso gezwungen und unbequem, wie er es gewünscht hatte. Mabel verriet die Erregung, die sie empfand, während Dora offenbar die Rolle einer Friedensstifterin spielen wollte und sagt: »Was ist denn mit dir los, Lawrence?«

Bevor er antworten konnte, nahm Corry ihn beim Ärmel und zog ihn beiseite. »Sag mal, Alter, was bedeutet denn das?« Corry stellte die Frage im Flüsterton und wies mit den Augen auf Laschka.

»Ich verstehe nicht, Corry, was diese Sache dich angeht«, gab Pentfield spöttisch zur Antwort.

Aber Corry ging geradewegs auf die Sache los. »Was macht diese Frau auf deinem Schlitten? Wer ist sie denn? Wessen Squaw ist sie?«

Da führte Lawrence Pentfield seinen vernichtenden Schlag, und noch dazu mit einem gewissen Übermut, der ihn für das ihm angetane Unrecht ein wenig zu entschädigen schien.

»Sie ist meine Frau«, sagte er. »Mrs. Pentfield, wenn Sie gestatten.«

Corry Hutchinson stöhnte, aber Pentfield ließ ihn stehen und wandte sich den beiden Frauen zu. Mabel stand mit gequälter Miene da und schien sich nur mit Mühe aufrechtzuhalten. Er wandte sich zu Dora und fragte sehr freundlich, als ob die ganze Welt nur Sonnenschein wäre: »Wie haben Sie die Fahrt überstanden? War es schwer, sich nachts warm zu halten? Und wie ist sie Frau Hutchinson bekommen?« fragte er dann und warf einen Blick auf Mabel.

»Oh, du lieber Kindskopf!« rief Dora, schlang ihm beide Arme um den Hals und drückte ihn an sich. »Dann hast du es also auch gesehen? Ich dachte mir ja schon, daß etwas los sein mußte, weil du dich so sonderbar benahmst.«

»Ich verstehe nicht recht«, stammelte er.

»In der Nummer vom nächsten Tag wurde es schon berichtigt«, plauderte Dora weiter. »Wir ließen uns ja nicht träumen, daß du gerade diese Zeitung in die Hand bekommen würdest. In allen anderen stand es richtig, und natürlich ist diese dumme Zeitung die einzige, die du gelesen hast ...«

»Warte einen Augenblick! Wie meinst du das?« fragte Pentfield, und auf einmal wurde sein Herz von einer furchtbaren Angst ergriffen. Er hatte das Gefühl, am Rande eines tiefen Abgrunds zu stehen.

Aber Dora fuhr mit ungeheurer Zungenfertigkeit fort: »Weißt du, als es bekannt wurde, daß sowohl Mabel wie ich nach Klondike gingen, schrieb die ›Wochenpost‹, daß es, wenn wir weggingen, ›wunderbar‹ in der Myrdon Avenue werden würde. Das Blatt meinte natürlich ›sonderbar‹.«

»Dann –«

» Ich bin Mrs. Hutchinson«, antwortete Dora. »Und du hast die ganze Zeit geglaubt, Mabel wäre es.«

»Ja, so ist es gewesen«, antwortete Pentfield langsam. »Aber jetzt verstehe ich. Der Reporter hat die beiden Namen verwechselt. Die Zeitungen in Seattle und Portland haben es dann falsch nachgedruckt.«

Eine Minute stand er schweigend da. Mabels Gesicht war ihm zugewandt, und er konnte den erwartungsvollen Ausdruck sehen. Corry betrachtete mit ungeheurem Interesse die zerrissenen Zehen seines einen Mokassins, während Dora lange Seitenblicke auf das unbewegliche Gesicht Laschkas warf, die im Schlitten saß.

Lawrence Pentfield starrte vor sich hin – und schaute in eine unendlich traurige Zukunft, in deren grauer Monotonie er sich selbst auf einem Schlitten neben Laschka hinter laufenden Hunden sah.

Dann sprach er ganz einfach und sah Mabel dabei in die Augen.

»Es tut mir grenzenlos leid. Das hätte ich mir nie träumen lassen. Ich glaubte, du hättest Corry geheiratet. Es ist meine Frau, die auf dem Schlitten dort sitzt.«

Mabel Holmes wandte sich halb ohnmächtig ihrer Schwester zu. Es sah aus, als ob die ganze Müdigkeit der langen Reise sie jetzt mit einem Mal überfiele. Dora legte ihren Arm um sie. Corry Hutchinson war immer noch mit seinen Mokassins beschäftigt. Pentfield blickte schnell von Gesicht zu Gesicht. Dann wandte er sich zum Schlitten.

»Wir können nicht den ganzen Tag hier stehenbleiben, wenn Petes Kindchen auf uns wartet«, sagte Laschka.

Die lange Hundepeitsche zischte durch die Luft, die Hunde warfen sich in die Sielen, und der Schlitten wurde schlingernd vorwärts geschleudert.

»Hör, Corry«, rief Pentfield über die Schulter zurück. »Du kannst ruhig die alte Hütte nehmen. Ich habe sie einige Zeit nicht benutzt. Ich habe mir eine neue oben auf dem Hügel gebaut.«

 << Kapitel 3  Kapitel 5 >> 






TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.