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Neuere politische und soziale Gedichte

Ferdinand Freiligrath: Neuere politische und soziale Gedichte - Kapitel 48
Quellenangabe
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typepoem
authorFerdinand Freiligrath
booktitleWerke in neun Bänden ? Fünfter Band
titleNeuere politische und soziale Gedichte
publisherTh. Knaur Nachf., Berlin und Leipzig
editorSchmidt-Weißenfels
year
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correctorreuters@abc.de
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Zur fünfundzwanzigjährigen Jubelfeier des wohlgelungenen Sturmes auf die wunderschöne Festung Meyberg durch den berühmten Kriegshelden Laudon, Kaiserlichen Generalissimum.

Zur silbernen Hochzeit von Herrn Ludwig Elbers und Frau in Barmen. General »Laudon« ist der Spitzname des Freundes; Meyberg der Mädchenname seiner Gattin.

26. Oktober 1871

Mel.: Prinz Eugen, der edle Ritter.

Genreal Laudon, der Verweg'ne,
Sprach: »Und ob es Feuer regne,
Heut noch wird die Festung mein!
Gar zu herrlich tut sie prangen,
Festung Meyberg, mein Verlangen,
Festung Meyberg schön und fein!

Steht nicht schon mein Freund und Kayser,
Um die Stirn des Sieges Reiser,
Auf der Schwester-Festung Wall?
Drum, wie er sich nahm die Seine,
Nehm' ich, Laudon, mir die Meine,
Als General und Feldmarschall!«

Sprach's, und blickte formidabel,
Hob Kommandostab und Sabel,
Zog die Feldherrnstirne kraus;
Rief die Trommler, rief die Pfeifer, –
Dreimal, als er sprach, vor Eifer
Ging ihm die Zigarre aus.

Drauf den Sturm hat er begonnen,
Hat gewagt und hat gewonnen,
Festung Meyberg ließ ihn ein:
»Wer mag Laudon widerstreben?
Tore auf! fortan fürs Leben,
Tapfrer Laudon, bin ich dein!«

Und so geschah's! Zu allen Stunden,
In Lieb' und Treue fest verbunden,
Trieben es seitdem die zwei;
Nahmen auch in Pfleg' und Atzung
Eine fröhliche Besatzung:
Junger Mannschaft bunte Reih'!

Mädchen hold und Knaben tüchtig: –
Blüh'nde Weiser, wie so flüchtig
Fährt mit uns dahin die Zeit;
Wie Jahr um Jahr verrollt im Fluge,
Wie in stillem, stetigem Zuge
Lustrum sich an Lustrum reiht.

Schon fünf Lustren sind es heute,
Seit Laudon seines Siegs sich freute,
Seit er Meyberg sich verband.
Drum, ihr Jubiläumsgäste:
Dreimal hoch die Jubelfeste!
Hoch der Jubelkommandant!

Mögen wir sie lang noch sehen,
Stattlich wie sie heute stehen
In der Silberfeier Glanz!
Bis auf ihre Häupter nieder,
Nach fünf mal fünf Jahren wieder,
Leise sinkt der goldne Kranz!

Dies sang ein alter Poetaster,
Der des Reimeschmiedens Laster
Immer noch nicht abgetan.
Hört sein Grüßen aus der Ferne:
Ewig alle guten Sterne
Über euch und eurer Bahn!

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