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Nesthäkchen und ihre Enkel

Else Ury: Nesthäkchen und ihre Enkel - Kapitel 10
Quellenangabe
typefiction
authorElse Ury
titleNesthäkchen und ihre Enkel
publisherMeidinger's Jugendschriften Verlag G.m.b.H.
seriesNesthäkchen
volumeBand 9
printrun45. bis 48. Tausend
yearo.J.
firstpub1924
tillustratorProfessor A. Sedlacek
correctorJosef Muehlgassner
secondcorrectorRegine.Kreutz@gmx.de
senderwww.gaga.net
created20131031
modified20141124
projectid99dbdda0
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9. Kapitel. Der erste Spaziergang.

Heute wollte die Großmama die Verwandten in Zehlendorf mit den Enkelinnen aufsuchen. Dabei gab es eine Meinungsverschiedenheit. Die Großmama war trotz ihrer Jahre gut zu Fuß und freute sich auf den Spaziergang mit den beiden Enkelinnen. Daß sie die zwei ohne die Miß mal ganz für sich haben konnte. Anita und Marietta waren nicht an Spazierengehen gewöhnt. In Brasilien hatte stets eines der Autos für sie bereitgestanden. Fräulein Anita wünschte ein Auto zu nehmen und zu den Verwandten hinzufahren. Auch Marietta wunderte sich darüber, daß die Großmama zu Fuß gehen wollte. Aber sie achtete die Wünsche der Großmama, während Anita auf ihren Kopf bestand und durchaus fahren wollte.

»Warum nicht nehmen Auto, ist viel mehr schnell, wir sparen Zeit«, meinte das praktische Amerikanerkind.

»Wir sparen Zeit, aber nicht Geld. Wenn wir gehen, sparen wir Geld und genießen obendrein noch den schönen Spaziergang, der unserer Gesundheit zuträglich ist. Also zieht euch an, Kinder«, sagte die Großmama in ihrer frischen Art.

Anita rührte sich nicht.

»Ich nicht will gehen. In Sao Paulo nur arme Leute gehen; reiche Leute fahren in Auto.« Das klang wieder hochmütig, verächtlich.

»Ja, Anita, dann wirst du hier meistens zu Hause bleiben müssen. In Deutschland gehen die Leute zu Fuß, ob reich oder arm, das ist gleich. Dann kannst du uns ja niemals auf unseren Spaziergängen begleiten«, sagte die Großmama in bestimmtem Tone.

»Gut – werde ich bleiben zu Hause.« Die Sache war für Anita erledigt.

»Und du, Marietta? Wie ist es mit dir? Soll ich allein gehen?«

Das war ein schwerer Entschluß für die junge Enkelin. Das Blut kam und ging in ihrem zarten Gesicht. Sie blickte auf die Großmama und dann wieder auf die Zwillingsschwester. Sie pflegte sich niemals von Anita zu trennen. Auch konnte sie sich das Spazierengehen in der Tat nicht so angenehm vorstellen, wie in einem Auto zu fahren. Aber wiederum die Großmama allein gehen lassen – nein, das war unmöglich.

Frau Annemarie hatte den heimlichen Kampf in dem offenen Gesicht des jungen Mädchens wohl bemerkt. »Nun, Jetta, wenn du keine Lust hast, mit mir zu gehen, dann bleibe nur ruhig bei Anita zu Hause«, kam sie ihr zu Hilfe.

»Nein, die liebe Großmama soll nicht gehen allein. Ich werde gehen mit.« In einer plötzlichen Aufwallung hing sich Marietta an den Arm der Großmama.

»Schön, mein Herzchen. Ich müßte mich ja auch vor Tante Ruth und Onkel Hans schämen, wenn ich ihnen ihre amerikanischen Nichten vorstellen will, und keine begleitet mich.« Das war gleichzeitig für Anita gesagt. Vielleicht änderte sie doch noch ihren Entschluß.

Da aber kannte Frau Geheimrat die junge Amerikanerin noch schlecht. Was die sich einmal in den Kopf gesetzt hatte, dabei blieb sie. Trotzdem Marietta die Schwester bat mitzukommen. Trotzdem sie ihr vorstellte, daß die neuen Verwandten es übelnehmen könnten, wenn sie dieselben nicht besuchte.

Anita zuckte die Achsel. »Sollen sie schicken Auto zu fahren.« Sie stellte den Radioapparat ein, um ein Konzert in London zu hören.

Marietta hatte ihren Arm in den der Großmama geschoben und schritt tapfer neben ihr her. Sie trug ein korallenfarbenes Seidenkleid, viel zu elegant für die Straße. Aber die Großmama mochte sie nicht wieder zurückschicken, um ihr die Lust an dem Spaziergang nicht zu beeinträchtigen. Sie hatte sich vorgenommen, dem Tropenkinde Freude an der deutschen Natur, Freude am Spazierengehen zu erschließen.

Durch die grünen Wiesen, die man vom Balkon aus sah, führte der Weg. Gänseblümchen, Dotterblumen und Himmelsschlüsselchen blühten dort lustig durcheinander. Ein würziger, herber Wind, der die warme Stirn kühlte, kam ihnen vom Walde entgegen. Ach, der tat wohl. Am Himmel tummelten sich muntere Lämmerwölkchen. Schwalben durchschossen in graziösem Bogen zwitschernd die klare Luft.

Marietta hatte daheim im Tropenlande herrlichere Blumen in viel bunterer Üppigkeit gesehen. Und doch bückte sie sich nach den bescheidenen Wiesenblümchen und wand sie zu einem zarten Strauß. Farbenprächtige Vögel kannte sie von Brasilien her, und doch griff ihr das schlichte, blaue Schwälbchen mit seinem hellen Quiwitt ans Herz. Die Luft war kräftig und nach frischem Grün duftend. Nicht weich, nicht berauschend süß wie daheim in den Tropen. Kein wolkenloser, heißer Dunsthimmel – ach, es war schön, herrlich war es in Europa. Marietta mußte ihren Gefühlen Ausdruck geben: »Oh, ich liebe deutsche Land.« Und sie drückte der Großmama einen Kuß auf die Wange, als sähe sie in ihr die Verkörperung Deutschlands.

Frau Annemarie lächelte still. »Nun, Jetta, ist es gar so arg, mit der Großmama spazierengehen zu müssen? Im Auto genießt man die Natur doch nicht so, nicht wahr?«

Marietta nickte. »Spazierengehen schön, sehr schön. Aber ohne Füße.«

Hell klang das Lachen der Großmama in das Schwalbengezwitscher hinein. »Ja, mein Herzchen, spazierengehen ohne Füße, das ist ein Kunststück, das man weder in Deutschland noch in Brasilien fertigbringt. Ich habe gar nicht gedacht, daß unsere Jetta solch kleiner Faulpelz ist.«

»Nicht faules Pelz. Steine drücken durch Schuhe.« Marietta verzog ihr Gesicht schmerzhaft.

Einen Blick warf die Großmama auf die zierlichen Füßchen, dann rief sie entsetzt: »Aber Kind, du trägst ja Ballschuhe! Das ist allerdings nicht das richtige Schuhzeug für unsere Feld- und Waldwege. Sieh nur, die Steine haben ja bereits die Seide zerrissen. Habt ihr denn keine derben Lederstiefel?«

Marietta schaute betreten auf ihre korallenfarbenen Seidenschuhchen. »Wir haben Schuhe zu jedes Kleid, aber nicht aus Leder. Leder ist schwer, Leder drückt. Und dann wir haben Sportschuhe für Reiten, für Fußball und für Tennis.«

»Was – Fußball spielt ihr, Mädels, auch? Das ist bei uns nur ein Spiel für die Jungen. Aber die Fußballschuhe sind sicher auch zum Spazierengehen geeigneter, als diese dünnen Seidenlappen.«

»Ich nicht liebe Fußball – aber Anita liebt. Hat gewonnen viele Preise. Ich mehr liebe reiten – wann wir werden reiten? Wo hat Großmama stehen ihre Reitpferde?«

Ganz bestürzt wandte Marietta den Kopf nach der Großmama. Nein, wie sie lachte, so von innen heraus, als wollte sie sich dabei ausschütten. Was hatte sie denn nur Komisches gesagt, was die Großmama so belustigte?

»Jetta, meine beiden Reitpferde, die sind mir fest an den Körper gewachsen.« Die Großmama konnte kaum sprechen. »Hier meine beiden Beine sind meine Pferde, darauf reite ich nun schon über sechzig Jahre.« So hell, so ansteckend klang das Lachen der alten Frau, daß die junge Enkelin, ob sie wollte oder nicht, mit einstimmen mußte.

»Die liebe Großmama macht spaßig. Hat sie gar keine richtigen Pferde zu reiten? Auch nicht der Großpapa? Auch nicht Donna Trudchen?«

»Frau Trudchen zu Pferde – das wäre allerdings ein Anblick für Götter! Nein, Kind, wir reiten hier alle nicht.«

»Wird gereitet gar nicht in deutsche Land? Bei uns man reitet jeden Tag. Oh, es ist herrlich auf Pferd.«

»Auch in Deutschland wird geritten, Marietta. Aber nicht so allgemein wie bei euch in Amerika. Auf dem Lande reitet man viel. Auch reiche Leute, denen es ihre Zeit erlaubt, reiten bei uns im Tiergarten.«

»Werden wir reiten auch. Werden wir kaufen Pferde. Anita und mich wird gehen morgen zu kaufen«, überlegte Marietta.

»Kindchen, man kauft sich hier nicht so rasch ein Pferd wie ein Paar Handschuhe. Solch ein Kauf will reiflich überlegt sein. Wo sollen wir denn überhaupt die Pferde unterstellen?«

»In Ziegenstall man kann tun sie. Nita hat gesagt, sie muß reiten. Sie nicht kann länger warten.« Was Anita sagte, daran war für Marietta nicht zu rühren.

»Ich werd's mit dem Großpapa besprechen.« Die brasilianischen Kinder waren von klein auf an reiten gewöhnt. Man durfte ihnen diesen Wunsch nicht rundweg abschlagen. Jeder Sport war der Gesundheit zuträglich – trotz ihrer Jahre war Frau Annemarie eine durchaus zeitgemäß denkende Frau. Aber es ging unmöglich an, die beiden jungen Mädchen hier in der Großstadt allein ausreiten zu lassen. Die Großmama sprach ihre Bedenken aus.

»Oh, ist da Homer, kann reiten sehr gut. Soll haben Pferd auch«, beruhigte die Enkelin sie.

»Nein, mein Herzchen, Homer ist mir nicht genügend Schutz für euch. Reitet Miß Smith nicht?«

»Die Miß?« Wie ein Silberglöckchen klang Mariettas Lachen. »Oh, die Miß ist steif, sehr steif, kommt nicht auf Pferd.« Der Gedanke kam ihr zu drollig vor.

»Aber die alte Großmama, die soll noch aufs Pferd«, stimmte Frau Annemarie in das junge Lachen ein. »Nun, wir haben ja noch Zeit, uns die Sache zu überlegen.«

»Nicht legen über. Kaufen Pferde und reiten aus jeden Morgen«, schlug Marietta bittend vor.

»Kindchen, habt ihr denn so viel Geld mitgebracht, um Pferde zu kaufen? Großvater und ich, wir sind nicht reich genug dazu.«

»Nicht reich – oh, liebe Großmama ist arm? Hat kein Geld?« Marietta empfand tiefes Mitleid mit der armen Großmama. Wer in Amerika nicht reich war, der gehörte nicht zur vornehmen Gesellschaft.

»Nun, mein Mädel, so schlimm ist es ja nicht. Was wir brauchen, haben wir stets noch gehabt«, beruhigte sie die Großmama lächelnd.

»Keine Pferde – Großmama hat kein Geld, zu kaufen Pferde. Aber Nita und Jetta hat Geld. Viel Geld. Papa hat gegeben Anweisung für Dollar an deutsche Bank. Können wir kaufen, was wir wollen. Werden wir schenken viel Geld liebe Großmama und alle arme Leute in deutsche Land, daß sie können kaufen Pferde zu reiten.«

Frau Annemarie amüsierte sich köstlich. »Jetta, du bist ein liebes Mädel. Aber Pferde brauchen die armen Leute hier in Deutschland nicht. Die brauchen Brot, damit sie nicht hungern.«

»Werden wir kaufen Brot; weißes Brot für arme Menschen. Liebe Großmama soll nicht mehr essen schlechtes, schwarzes Brot.« Schwarzbrot gehörte zu den Dingen in Europa, die den jungen Brasilianerinnen unbekannt waren. In Brasilien aß man nur Weißbrot.

»Laß mir nur mein Schwarzbrot, Jetta. Das geb' ich um das schönste Weißbrot nicht her. So, und nun wollen wir ein wenig im Schatten rasten. Hier ist gerade ein so hübsches einladendes Moosplätzchen.« Frau Annemarie ließ sich elastisch unter einer breitzweigigen Kiefer, an welcher der Weg vorüberführte, nieder.

»Nicht in Gras legen, nicht in Wald in Gras legen, liebe Großmama!« rief ihre junge Begleiterin erschreckt. »Kommt Klapperschlange, ist giftig, muß man sterben.«

Das Lachen der Großmama mischte sich mit dem Schmettern des gefiederten kleinen Volkes in den Baumzweigen. »Jetta, du brauchst keine Angst zu haben. In unserem harmlosen Grunewald gibt es keine Klapperschlangen wie im brasilianischen Urwald. Du kannst dich ruhig neben mich setzen.«

Aber Marietta schüttelte das goldbraune Köpfchen und blickte mißtrauisch auf den Moosboden. Sie war nicht dazu zu bewegen, sich ins Gras zu setzen, trotzdem ihre Füße von dem ungewohnten Gehen und dem ungeeigneten Schuhzeug brannten.

»Ist das deutsche Wald?« Die junge Amerikanerin blickte nicht gerade begeistert in dem Kieferngehölz umher.

»Das ist nur der Anfang – der richtige Wald ist das nicht«, beruhigte sie die Großmama.

Nun war es nicht mehr weit bis zu dem Hause des Onkels. Ein allerliebstes Landhäuschen bewohnte Hans Hartenstein mit seiner Familie. Es lag auf einer kleinen Anhöhe und schaute wie aus einem großen Blumenbeet heraus.

»Hier ist sehr schön«, bewunderte Marietta. »Onkel Juan ist reich. Er hat gewiß Auto und Pferde.«

»Nein, mein Kind, der Onkel Hans besitzt weder Auto noch Pferde. Aber es ist nicht hübsch, daß du immer danach fragst, ob einer reich oder arm ist. Bei uns kommt es nur auf den Menschen selbst an, nicht auf das, was er besitzt.« Obwohl die Großmama wußte, daß man der jungen Amerikanerin keinen Vorwurf aus den Anschauungen ihrer Heimat machen konnte, hielt sie es für notwendig, denselben entgegenzutreten.

»Mammi sagt auch, es ist gleich, ob man ist reich oder arm, aber das ist nicht richtig.« Marietta schüttelte den Kopf. »Da ist ein großes Schied unter.«

»Unterschied meinst du wohl, mein Herz.« Frau Geheimrat Hartenstein lachte noch, als das Hausmädchen mit dem weißen Häubchen bereits die Tür öffnete.

»Die Omama – die liebe Omama!« Die Treppe kam es heruntergestürmt. Das Lachen der Großmama lockte sie alle herbei.

»Ich – ich bin der erste!« Edchen stieß mit Männerfäusten die großen Schwestern beiseite.

»Nein ich – ich war eher da.« Lilli und Evchen hingen bereits der Großmama am Hals.

»Heini war der allererste!« Der Kleinste versuchte an der Rückseite der Großmama emporzuklimmen.

»Kinder, zerreißt die Omama nicht, laßt sie nur erst ablegen und ins Zimmer kommen«, mischte sich die Mutter ebenfalls lachend hinein. »Guten Tag, Mama – bringst du uns deine Tropenblümchen? Ach, nur eins – willkommen, mein liebes Kind. Du bist gewiß die Anita, nicht wahr?« In herzgewinnender Freundlichkeit zog Tante Ruth Marietta in die Arme.

Die hatte mit großen Augen den zärtlich begeisterten Empfang, den die Berliner Enkelchen der Großmama bereiteten, mitangesehen. Das war ihr ganz neu. Wenn daheim in Sao Paulo ihre Großmama, Donna Tavares, zu Besuch kam, wurden die Kinder hereingerufen, küßten ihr die Wange und waren eigentlich ganz froh, wenn sie wieder hinaus konnten. Hier gingen die Kleinen der Omama nicht von der Seite. Lilli nahm ihr den Hut ab, Evchen den Umhang. Und die beiden kleinen Buben zogen ihr die Handschuhe aus. Nicht einmal die neue Kusine hatte Interesse für sie. Alles vergaßen sie über die liebe Omama.

»Nun, Kinder, wollt ihr denn eure Kusine Anita aus Amerika nicht begrüßen. Ihr habt euch doch so auf sie gefreut«, vermittelte die Mutter die Bekanntschaft.

Plötzlich standen sie alle vier, eben noch so lebhaft, schüchtern und verlegen um Marietta herum. Lilli biß am Zöpfchen, Evchen verkroch sich hinter die große Schwester, und Edchen meinte geringschätzig: »Die ist ja gar nicht richtig schwarz, die Anita. Die ist überhaupt nicht aus Amerika.«

»Unser Mohr im Struwwelpeter ist viel schöner schwarz!« erklärte auch der Kleinste. Trotzdem Marietta nichts vom Struwwelpeter wußte, mußte sie lachen. Und dieses silberne Mädchenlachen überbrückte schnell das Fremdsein. Sie beugte sich herzlich zu den Kleinen hernieder. Ihr war es, als ob sie ihr kleines Brüderchen daheim an das Herz zog. »Ich heiße Marietta, nicht Anita. Ein richtiges, schwarzes Mohr wir haben mitgebracht aus Amerika. Ist zu Hause bei Anita und Donna Trudchen.«

»Es heißt Frau Trudchen«, verbesserte Lilli.

»Ein richtiger, lebendiger Mohr?« fragte Edchen aufgeregt.

»Beißt er?« erkundigte sich Klein-Heinz vorsichtig.

»Nein, o nein. Homer nicht beißt. Auch nicht Jimmy. Jimmy ist unser Affe.«

»Habt ihr auch ein Kamel und ein Känguruhig?« Edchen erwartete den ganzen Zoologischen Garten aus Amerika.

»Nein, nur noch eine Miß.«

»Wir haben auch eine süße Mies, die springt immer aufs Dach«, berichtete Evchen, zutraulich geworden.

Als man ins Zimmer trat, war Marietta schon gut Freund mit den kleinen Kusinen und Vettern. Jedes der Kleinen wollte neben ihr sitzen.

»So ist's recht«, meinte die Großmama erfreut. »Ihr seid Früchte von einem Baum, wenn auch in verschiedenem Boden gewachsen.«

»Wo hast du denn deine Schwester, Marietta?« fragte Tante Ruth. »Mochte sie uns nicht auch besuchen?«

Marietta kam diese Frage ein wenig ungelegen. »Nita wird kommen gereitet, wenn wir werden haben gekauft Pferde«, zog sie sich schließlich aus der Verlegenheit.

»Gereitet – haaach, gereitet! Es heißt doch geritten. Das große Mädchen kann noch nicht mal richtig sprechen.« Die kleinen Kusinen stießen sich lachend an.

Mariettas zartes Gesicht überzog dunkle Röte. Es war ihr peinlich, ausgelacht zu werden.

Die Großmama fühlte es mit ihrem warmen Herzen. »Unsere Jetta spricht schon sehr nett deutsch. Wer weiß, ob sie im Diktat nicht weniger Fehler machen würde als ein gewisses Fräulein Lilli.«

Jetzt war die Reihe rot zu werden an der Kleinen.

»Warum will denn Anita durchaus zu uns reiten?« fragte Tante Ruth belustigt. »Der Spaziergang durch den Grunewald ist doch zu Fuß so hübsch.«

»Ja, mein Fräulein Enkelin hat noble Passionen, Ruth. Sie wollte durchaus mit dem Auto bei euch vorfahren. Aber da wir dieses bisher noch nicht besitzen, werden es wohl Reitpferde tun müssen«, neckte die Großmama.

»Es ist wohl doch nicht so einfach, Mutterchen, Tropengewächse in europäischen Boden zu verpflanzen?« erkundigte sich die Schwiegertochter leise, während Marietta von den Kindern durch Haus und Garten geführt wurde. »Das Mädelchen ist ja ganz entzückend.«

»Gut Ding will gut Weile haben. Marietta ist in der Tat ein liebes, anschmiegendes Dingelchen. Nur steht sie ganz unter dem Einfluß der energischeren Schwester. Und dieser ist nicht immer der richtige. Nun, ich habe ja in meinem Leben schon manches zuwege gebracht, ich werde ja doch auch noch mit einem wenn auch noch so resoluten Backfischchen fertig werden.« Es sollte möglichst leichthin klingen. Aber Frau Ruth hörte einen kleinen Unterton von Verzagtheit heraus, der sonst ganz und gar nicht Frau Annemaries Art war.

»Mit deinem liebevollen Großmutterherzen kannst du Wunder vollbringen, Mutter. Was keiner von uns bei unseren Kindern zuwege bringt, der Omama gelingt es stets. Du wirst auf die brasilianischen Enkelkinder ebensolchen Einfluß gewinnen«, versicherte die Schwiegertochter warm. Ihre Worte taten Frau Annemarie wohl.

Die Kinder kamen zurück, Edchen sehr aufgebracht.

»Omama, die Marietta hat über unsere schöne große Palme gelacht. Sie sagt, in Brasilien seien die Palmen hundertmal so hoch. Die schwindelt doch, nicht wahr, Omama?«

»Dafür kennt sie nicht mal 'nen Apfelbaum«, triumphierte Lilli.

»Freilich, Edchen, im Tropenland wachsen die Palmen viel höher als bei uns. Aber habt ihr denn der Marietta schon euer Drehzimmer gezeigt? So was kennt sie sicher noch nicht.«

»Unser Drehzimmer – das Drehzimmer, das mußt du sehen. So was habt ihr sicher nicht in Amerika!«

Wirklich – das hatte Marietta noch nicht gesehen, solch ein Drehzimmer. Eben saß man noch in einem Musikzimmer, da – ein Druck auf einen Hebel, und die Möbel verschwanden, und ein Speisezimmer tauchte auf. Wieder ein Druck, und das Speisezimmer verwandelte sich in einen Herren-Rauch-Bibliotheksraum, während man auf demselben Platz sitzen blieb. Die Möbel, die auf einer Drehscheibe standen, konnten ausgetauscht werden.

War das lustig. Das mußte Anita sehen. Wirklich schade, daß sie nicht mitgekommen war.

»Die Drehzimmer haben sich erst seit einigen Jahren bei uns eingeführt«, erklärte Tante Ruth. »Man spart dadurch Platz und Arbeit. Ich nehme an, in dem praktischen Amerika wird man das sicher auch schon kennen, wenn ihr in Sao Paulo auch noch nichts davon gehört habt.«

Onkel Hans kam früher aus der Fabrik nach Hause, um seine jungen Nichtchen zu begrüßen.

»Holla – eine junge Dame! Wie lange sind wir denn schon Backfisch, Marietta?«

»Backfisch?« Die junge Brasilianerin konnte sich nichts darunter vorstellen. »Ich nur kenne Fisch aus Santos.«

Alles lachte. Die gute Großmama nahm sich wieder Mariettas an. »Ein Backfisch, Jetta, heißt bei uns ein junges Mädchen zwischen vierzehn und siebzehn Jahren.«

»Nun, hat denn die Anita gar keine Sehnsucht nach dem Onkel Hansi? Wißt ihr denn noch, wie ihr vor Jahren in Sao Paulo beide auf meinen Schultern geritten seid?«

»Ja.« Marietta lachte in der Erinnerung. »Mammi war so froh, als Onkel Juan war bei uns.«

»Onkel Hans heiße ich hier in Deutschland. Nun, wie ist's wieder mit einem Schulterritt?« zog der Onkel sein großes Nichtchen auf.

»Nein, ich, Vater – ich!« Die kleinen Buben drängten sich eifersüchtig hinzu. »Die amerikanische Jetta ist überhaupt viel zu groß dazu«, erklärte Edchen.

»Jetta reitet lieber auf richtigen Pferden. Sogar mich und Frau Trudchen wollte sie noch aufs Pferd setzen«, scherzte die Großmama.

»Ei, Marietta, da biete ich mich dir als Kavalier an. Ich pflege jetzt täglich morgens ein Stündchen auszureiten.«

»Oh, dann wir wollen kaufen Pferde sofort und reiten morgen, Onkel Juan.« Ganz lebhaft wurde Marietta. Ihr Gesichtchen, das sonst die zarte Farbe der Teerose zeigte, ward rosig. Der Onkel konnte sich an ihrem jungen Liebreiz nicht satt sehen.

»Morgen schon? So schnell werdet ihr keine Pferde auftreiben können. Ich werde sie euch aus dem Tattersal leihweise besorgen.«

»Oh, nicht geleiht. Wir wollen reiten auf eigenes Pferd.« Da zeigte sich auch bei Marietta Standesbewußtsein.

»Ihr wißt ja noch gar nicht, wie sich der Großvater dazu stellt, Jetta. Ob er das Reiten für euch für zuträglich und wünschenswert hält«, wandte die Großmama ein. »Auch reitet Onkel Hansi sicher frühmorgens zu einer Zeit, wo ihr noch den Schlaf des Gerechten schlaft.«

»Werden wir stehen auf früh und reiten mit Onkel Hans. Wann sollen wir sein bereit?«

»Um sechs Uhr reite ich fort, um acht bin ich zum Frühstück zurück.«

»Gut, Reiten sehr gesund. Großpapa wird nicht sagen nein.«

»Und die Schule, Jetta? Du vergißt ganz, daß ihr zum 1. Juni in eine deutsche Schule kommen sollt. Die Schulen beginnen hier um acht«, stellte die Großmama vor.

»Müssen wir gehen später in Schule. Reiten ist mehr wichtig.«

»Nun, das kommt auf die Auffassung an. Bei uns steht die Schule in erster Reihe und ist die Hauptsache. Jedes Vergnügen hat vor der Pflicht zurückzutreten. Aber jetzt ist es Zeit, daß wir an unsere Pflicht heimzugehen denken, mein Mädel. Der Weg ist weit.«

»Oh, nochmal gehen spazieren?« Betrübt blickte Marietta auf ihre zerrissenen Schuhchen.

»Ruth, hast du nicht ein Paar Schuhe, die du der Jetta leihen kannst? Wir müssen erst geeignetes Schuhwerk anschaffen. Diese Seidenschuhchen sind nur für den Salon, allenfalls für Autofahrten geeignet.«

Die Tante brachte bereitwillig verschiedene Paar Schuhe herbei. Aber trotzdem auch sie einen kleinen Fuß hatte, Mariettas zierlichen Füßchen waren sie noch zu groß. Auch die Kinder schleppten ihre Schuhe herbei, sogar der Kleinste.

»Das reine Aschenbrödelmärchen«, scherzte Onkel Hans.

»Was ist Aschenbrödel?« fragte Marietta.

»Aschenbrödel – Omama, die Jetta kennt Aschenbrödel nicht? Ist die dumm!« Die kleinen Mädchen kamen sich der amerikanischen Kusine gegenüber ungeheuer klug vor.

»Aschenbrödel kennt schon Klein-Heinz,« sagte Edchen geringschätzig.

»Und Rotkäppchen und die Geißlein auch«, frohlockte der Kleine.

»Hat euch die Mutter denn gar keine deutschen Märchen erzählt, mein Herzchen?« verwunderte sich auch die Großmama.

»Was ist Märchen?« fragte Marietta verlegen. Wenn doch Anita da gewesen wäre. Die war so leicht nicht in Verlegenheit zu bringen. Die gab auch ihr Sicherheit.

»Arme Kinder, seid ihr etwa in eurem nüchternen Amerika ohne das Schönste im Leben eines Kindes, ohne Märchen aufgewachsen? Hat eure Mutter euch nie Geschichten von guten Feen und lustigen Zwergen erzählt? Ich begreife meine Ursel gar nicht«, wandte sich die Großmama kopfschüttelnd an Sohn und Schwiegertochter.

Einen Vorwurf gegen ihre geliebte Mammi – nein, den durfte Marietta nicht mit anhören. Dunkelrot wurde sie vor Erregung. »Unsere Mammi hat erzählt uns Geschichten, als wir waren klein. Aber ich habe vergessen.« Lieber sollte man sie für dumm halten, als an ihrer Mammi etwas auszusetzen haben.

»Nun, Marietta, ihr seid ja bei der lieben Großmama. Da seid ihr an der richtigen Quelle. So wie sie kann keiner Märchen erzählen. Nicht wahr, Kinder?« kam Tante Ruth taktvoll ihrem jungen Gast zu Hilfe.

»Ja, die Omama soll Märchen erzählen – vom ›Katerlieschen‹ – nein, lieber vom ›gestiefelten Kater‹ – ach, von ›Schneeweiß und Rosenrot‹ ist viel schöner – – –.« Acht kleine Arme umstrickten zärtlich bettelnd die Großmama.

»Nächsten Sonntag, Kinder. Heute wartet der liebe Opapa auf uns.«

Nun war es doch so spät geworden, daß man zurückfahren mußte, wenn auch nicht im Auto, sondern mit der Straßenbahn.

Anita rümpfte das Näschen, als sie hörte, daß Marietta mit vielen anderen Leuten zusammen in einem Wagen gefahren war. Das pflegte eine Tavares nicht zu tun.

Marietta wußte so viel von ihrem ersten Spaziergang mit der Großmama zu berichten, daß Anita es doch bereute, sich ausgeschlossen zu haben. Das schöne Haus des Onkels mit dem Drehzimmer hätte sie auch gern gesehen. Aber daß Marietta nicht gleich für den nächsten Morgen einen Ritt mit dem Onkel fest verabredet hatte, fand sie ungeschickt. Vielleicht konnte man noch telephonisch verabreden.

Dabei aber stieß Anita auf ungeahnten Widerstand beim Großvater. Der Geheimrat fand es durchaus nicht notwendig, daß seine Enkelinnen ritten. War das in Amerika Mode – nun schön, hier war man in Deutschland. Und hier ritten die jungen Mädchen im allgemeinen nicht. »Lernen sollen sie was, das Mariele und das Annele, halt fleißig lernen in der Schule und im Haushalt. Das ist notwendiger fürs Leben, als auf Pferden zu galoppieren.«

»Wir sind Amerikanerinnen«, trumpfte Anita, durchaus nicht einverstanden, auf. »In Amerika man reitet. Wir werden gehen und kaufen Pferde.«

»Ohne Erlaubnis nimmer, mein Kind.« Die Ruhe des Großvaters bedeutete Ruhe vor dem Sturm. Die Großmama kannte ihren Mann. Sie warf ihm beschwichtigende Blicke zu.

»Wir sind erlaubt zu reiten, wir haben gereitet jeden Tag in Sao Paulo«, rief Anita in ungezogenem Ton.

» Oh yes, they are allowed«, bekräftigte die Miß.

Des Geheimrats Ärger stieg dadurch noch. »Annele, ich erwarte von dir Gehorsam.«

»Ich heiße Anita!« Die unbeliebte Anrede nahm dem verwöhnten Mädchen den Rest ihrer Selbstbeherrschung. »Und ich bin eine Tavares, keine Diener, das muß sein gehorsam.«

Die Ader auf des Geheimrats Stirn schwoll an. Großmama gewahrte es mit Schrecken. »Wir werden an die Eltern schreiben und anfragen, ob ihr reiten sollt«, wandte sie schnell vermittelnd ein.

»Wir können schicken Rundfunktelegramm, geht schneller.« Marietta war während der unliebsamen Erörterungen ganz blaß geworden. »Aber wenn der Großpapa nicht wünscht uns zu reiten, wir nicht werden. Nicht wahr, Nita?« Zärtlich bittend hingen die schwarzen Mädchenaugen an den blauen.

»Ich werde reiten – du kannst sein artig Kind und gehorsam wie Diener«, sagte Anita mit verächtlich aufgeworfener Lippe.

»Gehorsam wie jedes Enkelkind seinen Großeltern zu sein hat, Anita, besonders wenn es in deren Hause lebt«, sagte jetzt die Großmama in ihrem bestimmten Tone. »Du bist ein recht unreifes Mädchen, daß du uns die gemeinsame Mahlzeit so verdirbst.«

»Werde ich nicht mehr verderben, werde ich befehlen, zu servieren dinner in mein Zimmer.« Damit war das ungezogene Mädchen zur Tür hinaus. Sie hörte gar nicht mehr der Großmama Worte: »Bei uns wird weder befohlen noch doppelt serviert, mein Kind.«

Marietta saß wie auf Kohlen. Sollte sie nicht Anita folgen? Sie war doch ihr Zwilling. Sie pflegten doch alles gemeinsam zu tun, alles miteinander zu teilen. Aber ein Blick auf die Großeltern hielt sie an ihrem Platze. Des Großpapas sonst so freundliches Gesicht zeigte eine gefurchte Stirn. Und die Großmama sah so traurig aus – so traurig – – –. Nein, das konnte Marietta nicht ertragen, der Großmama liebes, lustiges Auge traurig zu sehen.

»Nita nicht es meint so schlimm. Sie ist nur heftig schnell, aber schnell wieder gut«, versuchte sie die Schwester in Schutz zu nehmen und gleichzeitig den Kummer der Großeltern zu zerstreuen.

»Anita ist alt genug, um zu wissen, wie sich ein großes Mädchen zu benehmen hat. Der Großpapa braucht nach seiner anstrengenden Berufsarbeit Behaglichkeit und eine angenehme Häuslichkeit. Ich selbst bin nicht mehr jung genug, um das ungebärdige Mädchen zu zügeln. Unser friedliches Leben darf uns keiner stören, und wenn es die eigenen Enkelinnen sind«, sagte die Großmama mit Nachdruck. »Dann können wir euch nicht in unserem Hause behalten, wenn ihr euch nicht unsern Wünschen fügt.«

»Sollen wir werden geschickt zurück nach Sao Paulo?« Marietta stockte der Atem vor Schreck.

»Nun, es gibt ja auch noch Mädchenpensionate hier in Deutschland, in denen Anita sich vielleicht eher fügen lernt, als bei den Großeltern«, überlegte Frau Annemarie allen Ernstes.

»Dann ich muß gehen mit Anita, wir sind Zwillings. Ich liebe zu bleiben viel mehr hier bei der lieben Großmama, als zu gehen in fremde Pensionat. Anita wird sein brav, wird nicht reiten, wenn nicht erlaubt. Wird kommen wieder zu Tisch, wird nicht mehr machen traurig den Großpapa und die liebe Großmama«, versprach Marietta eifrig.

»Du bist ein gutes Kind, Jetta. Ich wünschte, Anita wäre wie du.«

Die Furchen auf des Großvaters Stirn wollten selbst bei der Abendzigarre nicht weichen. Es war nicht nur der Ärger über das ungehörige Benehmen Anitas daran schuld. Der alte Herr wußte nicht, ob er mit seinem Reitverbot recht gehandelt habe. Dieselbe Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit, die er von andern verlangte, übte er auch sich selber gegenüber. Die Kinder waren an das tägliche Reiten gewöhnt – er hätte doch vielleicht den Bogen nicht so straff spannen sollen. »Wenn du wieder an Ursel schreibst, meine gute Alte, kannst ja halt mal anfragen, wie die Eltern darüber denken, ob die Mädels hier als Amazonen einherreiten sollen«, lenkte er ein. Frau Annemarie lächelte still vor sich hin; das hatte sie sich schon sowieso vorgenommen.

Auch droben im Mädchenstübchen glätteten sich die Wogen der Erregung. Miß Smith fand, daß Anita sich nicht ladylike benommen habe. Das hätte diese aber unbeeinflußt gelassen. Mariettas Mitteilung, daß die Großmama sie fortschicken wollte in ein fremdes Pensionat, machte um so mehr Eindruck. Ihr Stolz, der Stolz der Tavares, bäumte sich dagegen auf, fortgeschickt zu werden. Auch war da ganz im Innern ihres Herzens ein warmes Gefühl für die deutschen Großeltern. Sie hatte sie bereits liebgewonnen, wenn sie sich auch gegen ihr Gebot auflehnte.

»Aus einem deutschen Pensionat laufe ich davon, Jetta«, teilte sie der Schwester auf portugiesisch mit. »Dann gehen wir in eine boarding-school nach Rio di Janeiro.« Aber bei all ihrer Selbständigkeit kam es Anita doch wohl zum Bewußtsein, daß solche Überseereise sich nicht so ganz einfach bewerkstelligen lassen würde.

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