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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 86
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 8. April 1781.

Ich habe einen gescheutern und längern Brief an Sie angefangen, aber ich habe zuviel vom Brunetti geschrieben und habe gefürchtet, daß er ihn etwa aus Fürwitz, weil Ceccarelli bei mir ist, aufbrechen möchte. Mit nächster Post werde Ihnen den Brief schicken und Ihnen auch mehr schreiben können, als ich diesmal könnte ... Den Applauso im Theater habe ich Ihnen geschrieben; nur muß ich noch sagen, das, was mich am meisten gefreuet und verwundert hat, war das erstaunliche Silentium und mitten im Spielen das Bravoschreien. Für Wien, wo so viele und so viele gute Klavierspieler sind, ist das gewiß Ehre genug. Heute hatten wir, dann ich schreibe um elf Uhr nachts, Akademie, da wurden drei Stücke von mir gemacht, versteht sich neue, als ein Rondeau zu einem Konzert für Brunetti, eine Sonata mit Akkompagnement einer Violin für mich, welche ich gestern nachts von elf bis zwölf Uhr komponiert habe, aber, damit ich fertig geworden bin, nur die Akkompagnementstimme für Brunetti geschrieben habe, ich aber meine Partie im Kopf behalten habe, und dann ein Rondeau für Ceccarelli, welches er hat repetieren müssen. Itzt bitte ich mir sobald möglich einen Brief aus und über folgendes einen väterlichen und mithin den freundschaftlichsten Rat aus. Es heißt nun, wir sollen in vierzehn Tägen nach Salzburg reisen. Ich kann nicht allein ohne meinen Schaden, sondern mit meinem Nutzen hierbleiben. Ich habe also im Sinn, den Erzbischof zu bitten, mir noch hierzubleiben zu erlauben. Liebster Vater, ich habe Sie wohl recht lieb, das sehen Sie aus diesem, weil ich Ihnen zulieb allem Wunsch und Begierde entsage; dann wenn Sie nicht wären, so schwöre ich Ihnen bei meiner Ehre, daß ich keinen Augenblick versäumen würde, sondern gleich meine Dienste quittierte, ein großes Konzert gäbe, vier Skolaren nähme und in einem Jahr gewiß hier in Wien so weit käme, daß ich wenigstens jährlich auf meine tausend Taler käme. Ich versichere Sie, daß es mir oft schwer genug fällt, daß ich mein Glück so auf die Seite stoßen soll. Ich bin noch jung, wie Sie sagen; das ist wahr, aber wenn man seine jungen Jahre so in einem Bettelort in Untätigkeit verschlänzt, ist es auch traurig genug und auch Verlust. Darüber bitte ich mir Ihren väterlichen und wohlmeinenden Rat aus, aber bald, dann ich muß mich erklären. Übrigens haben Sie nur alles Vertrauen auf mich, dann ich denke nun gescheiter. Leben Sie wohl! ...

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