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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 83
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 17. März 1781.

Gestern, als den 16., bin ich, Gott Lob und Dank, ganz mutterseliger allein in einer Postchaise hier angekommen. Die Stund hätte ich bald vergessen, morgens um neun Uhr ... Ich kam Donnerstag den 15. müde wie ein Hund abends um sieben Uhr in St. Pölten an, legte mich bis zwei Uhr nachts schlafen und fuhr dann gerade bis nach Wien ...

Nun vom Erzbischof! Ich hab ein charmantes Zimmer im nämlichen Hause, wo der Erzbischof logiert; Brunetti und Ceccarelli logieren in einem andern Hause, che distinzione! Mein Nachbar ist Herr von Kleinmayrn, welcher bei meiner Ankunft mich mit allen Höflichkeiten überhäufte; er ist auch in der Tat ein charmanter Mann. Um zwölf Uhr zu Mittage, leider für mich ein bißchen zu früh, gehen wir schon zu Tische: da speisen die zwei Herren Herren Leib- und Seelkammerdiener, Herr Kontrolleur, Herr Zetti, der Zuckerbäcker, zwei Herren Köche, Ceccarelli, Brunetti und meine Wenigkeit. NB. die zwei Herren Leibkammerdiener sitzen oben an; ich habe doch wenigstens die Ehre, vor den Köchen zu sitzen. Nu, ich denke halt, ich bin in Salzburg. Bei Tische werden einfältige, grobe Späße gemacht; mit mir macht keiner Späße, weil ich kein Wort rede, und wenn ich was reden muß, so ist es allzeit mit der größten Seriosität, und sowie ich abgespeist habe, so gehe ich meines Wegs. Abends haben wir keine Tafel, sondern jeder bekömmt drei Dukaten; da kann einer weit springen. Der Herr Erzbischof hat die Güte und gloriert sich mit seinen Leuten, raubt ihnen ihre Verdienste und zahlt sie nicht davor. Gestern um vier Uhr haben wir schon Musik gehabt, da waren ganz gewiß zwanzig Personen von der größten Noblesse da. Ceccarelli hat schon beim Palfy singen müssen. Heute müssen wir zum Fürsten Gallizin, der gestern auch da war. Itzt will ich nur abwarten, ob ich nichts bekomme. Bekomme ich nichts, so gehe ich zum Erzbischof und sage es ihm ganz gerade: wenn er nicht will, daß ich was verdienen soll, so soll er mich bezahlen, daß ich nicht von meinem Geld leben muß ...

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