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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 40
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Mannheim, 3. Dezember 1777.

... Herr Kapellmeister Schweitzer ist ein guter, braver, ehrlicher Mann, trocken und glatt wie unser Haydn, nur daß die Sprache feiner ist. In der zukünftigen Opera sind sehr schöne Sachen, und ich zweifle gar nicht, daß sie gewiß reüssieren wird. Die Alceste hat sehr gefallen und ist doch halb nicht so schön wie die Rosamund. Freilich hat das viel beigetragen, weil es das erste teutsche Singspiel war. Nun macht es, NB. auf die Gemüter, die nur durch die Neuheit hingerissen werden, lange den Eindruck nicht mehr. Herr Wieland, der die Poesie gemacht hat, wird auch den Winter hieherkommen. Den möchte ich wohl kennen; wer weiß es? Vielleicht! Wenn der Papa dieses liest, so ist, wills Gott, alles vorbei.

Wenn ich hierbleibe, so soll ich in den Fasten en compagnie mit Herrn Wendling, Ramm, Oboist, welcher sehr schön bläst, Herrn Ballettmeister Lauchery nach Paris. Herr Wendling versichert mich, daß es mich nicht gereuen wird; er war zweimal in Paris, er ist erst zurückgekommen. Er sagt: »Das ist noch der einzige Ort, wo man Geld und sich recht Ehre machen kann. Sie sind ja ein Mann, der alles imstande ist; ich will Ihnen schon den rechten Weg zeigen. Sie müssen opera seria, comique, oratoire und alles machen. Wer ein paar Opern in Paris gemacht hat, bekommt etwas Gewisses das Jahr. Hernach ist das Concert spirituel, Académie des amateurs, wo man für eine Sinfonie fünf Louisdors bekömmt. Wenn man eine Lektion gibt, so ist der Brauch für zwölf Lektionen drei Louisdor. Man läßt hernach Sonaten, Trios, Quatuors stechen par souscription. Der Cannabich, Toeschi, die schicken viel von ihrer Musik nach Paris.« Der Wendling ist ein Mann, der das Reisen versteht. Schreiben Sie mir Ihre Meinung darüber, ich bitte Sie. Nützlich und klug scheint es mir. Ich reise mit einem Mann, der Paris (wie es jetzt ist) in- und auswendig kennt, dann es hat sich viel verändert. Ich gebe noch so wenig aus, ja ich glaube, daß ich nicht halb so viel depensiere, weil ich nur für mich zu bezahlen habe, indem meine Mama hierbleiben würde und glaublicher Weise bei Wendling im Hause ...

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