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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 20
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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München, 30. September 1777.

... Heute, als den 30., ging ich nach Abrede mit Monsieur Woschitka um neun Uhr nach Hof. Da war alles in Jagduniform. Baron Kern war dienender Kammerherr. Ich wäre gestern abends schon hineingegangen, allein ich konnte Herrn Woschitka nicht vor den Kopf stoßen, welcher sich selbst antrug, mich mit dem Kurfürsten sprechen zu machen. Um zehn Uhr führte er mich in ein enges Zimmert, wo S. Kurfürstliche Durchlaucht durchgehen müssen, um vor der Jagd Meß zu hören. Graf Seeau ging vorbei und grüßte mich sehr freundlich: »Befehl mich, liebster Mozart!« Als der Kurfürst an mich kam, so sagte ich: »Euer Kurfürstliche Durchlaucht erlauben, daß ich mich untertänigst zu Füßen legen und meine Dienste antragen darf.« – »Ja, völlig weg von Salzburg?« – »Völlig weg, ja, Euer Kurfürstliche Durchlaucht.« – »Ja warum denn? Habts eng zkriegt?« – »Ei beileibe, Euer Durchlaucht, ich habe nur um eine Reise gebeten, er hat sie mir abgeschlagen, mithin war ich gezwungen diesen Schritt zu machen, obwohlen ich schon lange im Sinn hatte wegzugehen, dann Salzburg ist kein Ort für mich, ja ganz sicher!« – »Mein Gott, ein junger Mensch! Aber der Vater ist ja noch in Salzburg?« – »Ja, Euer Kurfürstliche Durchlaucht, er legt sich untertänigst usw. Ich bin schon dreimal in Italien gewesen, habe drei Opern geschrieben, bin Mitglied der Akademie in Bologna, habe müssen eine Prob ausstehen, wo viele Maestri vier bis fünf Stund gearbeitet und geschwitzet haben, ich habe es in einer Stund verfertiget. Das mag zur Zeugnis dienen, daß ich imstande bin, in einem jeden Hof zu dienen; mein einziger Wunsch ist aber, Euer Kurfürstlichen Durchlaucht zu dienen, der selbst ein großer –«. – »Ja, mein liebes Kind, es ist keine Vakatur da, mir ist leid. Wenn nur eine Vakatur da wäre!« – »Ich versichere Euer Durchlaucht, ich würde München gewiß Ehre machen.« – »Ja, das nutzt alles nicht, es ist keine Vakatur da.« Dies sagte er gehend; nun empfahle ich mich zu höchsten Gnaden. Herr Woschitka riet mir, ich sollte mich öfters beim Kurfürsten sehen lassen ...

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