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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 159
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 8. Juli 1791.

Liebstes, bestes Weibchen!

Deinen Brief vom 7. samt Quittung über die richtige Bezahlung habe richtig erhalten; nur hätte ich zu Deinem Besten gewunschen, daß Du einen Zeugen mit hättest unterschreiben lassen, dann wenn ... nicht ehrlich sein will, so kann er Dir heute oder morgen noch in betreff der Echtheit und des Gewichtes einige Ungelegenheit machen. Da bloß Ohrfeige steht, so kann er Dir unvermutet eine gerichtliche Forderung über eine derbe oder tüchtige oder gar aggio Ohrfeige überschicken, was willst Du dann machen? Da soll dann augenblicklich bezahlt werden, wenn man oft nicht kann! Mein Rat wäre, Dich mit Deinem Gegner gütlich zu vergleichen und ihm lieber ein paar derbe, drei tüchtige und eine aggio Ohrfeige zu geben, auch mehrere noch, so im Falle er nicht zufrieden sein sollte; dann ich sage, mit Gutem läßt sich alles richten. Ein großmütiges und sanftmütiges Betragen hat schon öfters die ärgsten Feinde versöhnt, und solltest Du dermalen nicht in der Lage sein, die Bezahlung ganz zu übernehmen, so hast Du ja Bekanntschaft; ich zweifle gar nicht, daß, wenn Du darum ersuchest, die A. die bare Auszahlung, wenn nicht ganz, doch wenigstens zum Teil übernehmen wird.

Liebstes Weibchen, ich hoffe, Du wirst mein gestriges Schreiben richtig erhalten haben; nun kömmt die Zeit, die glückliche Zeit unseres Wiedersehens immer näher. Habe Geduld; nur muntre Dich soviel möglich auf. Du hast mich durch Dein gestriges Schreiben ganz niedergeschlagen, so daß ich fast wieder den Entschluß faßte, unverrichteter Sache hinauszufahren; und was hätten wir dann davon? daß ich gleich wieder herein müßte, oder daß ich, anstatt vergnügt, in Ängsten leben müßte! In ein paar Tägen muß nun die Geschichte ein Ende nehmen. B. hat es mir zu ernstlich und feierlich versprochen; dann bin ich gleich bei Dir. Wenn Du aber willst, so schicke ich Dir das benötigte Geld, Du zahlst alles und kömmst herein. Mir ist es gewiß recht; nur finde ich, daß Baden in dieser schönen Zeit noch sehr angenehm für Dich sein kann und nützlich für Deine Gesundheit, die prächtigen Spaziergänge betreffend. Dieses mußt Du am besten fühlen; findest Du, daß Dir die Luft und Kommotion gut anschlägt, so bleibe noch; ich komme dann, Dich abzuholen oder Dir zu Gefallen noch etliche Täge zu bleiben; oder, wie gesagt, wenn Du willst, so kömmst Du morgen herein; schreibe es mir aufrichtig ...

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