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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 158
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 25. Juni 1791.

Ma très chère épouse!

Diesen Augenblick erhalte Dein Schreiben, welches mir außerordentliches Vergnügen gemacht hat. Nun sehne ich mich schon wieder nach einem zweiten, um zu vernehmen, wie Dir das Bad angeschlagen hat; ich bedauere auch, daß ich gestern nicht bei Eurer schönen Musik war, aber nicht der Musik wegen, sondern weil ich dann so glücklich gewesen sein würde, bei Dir zu sein. Heute machte ich dem ... eine Überraschung: ich ging zuerst zu den Rehbergschen, und da schickte die Frau eine Tochter hinauf, ihm zu melden, daß ein alter guter Bekannter aus Rom da seie, er wäre schon alle Häuser abgelaufen und hätte ihn nicht finden können! Er schickte zurück, ich möchte nur ein wenig warten, unterdessen legte sich der arme Narr an wie an einem Sonntag, das schönste Kleid, und prächtig frisiert! Du kannst Dir vorstellen, wie wir ihn dann auslachten. Ich muß halt immer einen Narren haben: ist es ... nicht, so ist es ... Wo ich geschlafen habe? zu Hause, versteht sich. Ich habe recht gut geschlafen, nur haben mir die Mäuse rechtschaffen Gesellschaft geleistet, ich habe ordentlich mit ihnen diskuriert. Vor fünf Uhr war ich schon auf. Apropos, ich rate Dir nicht, morgen in das Amt zu gehen, die Bauernkerls sind mir zu grob; freilich hast Du einen groben Kompagnon, aber die Bauern haben keinen Respekt für ihn, perdent respectum, weil sie ihms gleich ansehn, daß er ein Schaberl ist.

Dem Süßmayr werde mündlich antworten, mir ist leid ums Papier.

Dem Krügel oder Klügel laß sagen, daß Du Dir ein besseres Essen ausbittest: kannst Du im Vorbeigehen vielleicht selbst mit ihm reden, ist es noch besser. Er ist sonst ein artiger Mensch und hat Hochachtung für mich. Morgen werde ich mit einer Kerze in der Hand in der Josephstadt mit der Prozession gehen!

Vergiß meine Ermahnungen wegen Morgen- und Abendluft, wegen zu langem Baden usw. nicht ...

P.S. Es würde doch gut sein, wenn Du dem Karl ein bißchen Rharbarber gäbest.

Warum hast mir denn den großen Brief nicht geschickt? Hier ist ein Brief an ihn: bitte mir eine Antwort aus. Fang auf, fang auf – bs – bs – bs – bs – lauter Busserln fliegen in der Luft für Dich; bs – da trottelt noch eins nach. Den Augenblick erhalte Dein Zweites. Traue dem Bad nicht! schlafe auch mehr, nicht so unordentlich! sonst ist mir bange, ein bißchen bange ist mir schon. Adieu.

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