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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 156
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Frankfurt a. M., 30. September 1790.

Herzallerliebstes Weibchen!

Wenn ich nur schon einen Brief von Dir hätte, dann wäre alles recht. Ich hoffe. Du wirst mein Schreiben aus Efferding und das aus Frankfurt erhalten haben. Ich habe Dir in meinem letzten geschrieben, Du sollst mit dem .... sprechen; mir wäre sicherheitshalber recht lieb, wenn ich auf des Hoffmeisters seinen Giro zweitausend Fl. bekommen könnte; Du mußt aber eine andere Ursach vorwenden, nämlich daß ich eine Spekulation im Kopf hätte, die Dir unbewußt wäre. Meine Liebe, ich werde zweifelsohne gewiß etwas hier machen; so groß aber, wie Du und verschiedene Freunde es sich vorstellen, wird es sicherlich nicht sein. Bekannt und angesehen bin ich hier genug, das ist gewiß. Nun, wir wollen sehen. Ich liebe aber in jedem Falle das Sichere zu spielen, darum möchte ich gerne das Geschäft mit Hoffmeister machen, weil ich dadurch Geld bekomme und keines zahlen darf, sondern bloß arbeiten, und das will ich ja meinem Weibchen zuliebe gern. Wo glaubst Du, daß ich wohne? bei Böhm im nämlichen Hause, Hofer auch. Wir zahlen dreißig Fl. das Monat, und das ist noch außerordentlich wenig; wir gehen auch zu ihnen in die Kost. Wen glaubst Du, daß ich hier angetroffen? Das Mädchen, welche mit uns so oft im Auge Gottes Verstecken gespielt hat: Buchner, glaub ich, hieß sie; sie heißt nun Madame Porsch und ist zum zweitenmal verheuratet. Sie hat mir aufgetragen, alles Schöne von ihr an Dich zu schreiben.

Da ich nicht weiß, ob Du in Wien oder in Baden bist, so adressiere ich diesen Brief wieder an die Hofer. Ich freue mich wie ein Kind wieder zu Dir zurück; wenn die Leute in mein Herz sehen könnten, so müßte ich mich fast schämen; es ist alles kalt für mich, eiskalt. Ja, wenn Du bei mir wärest, da würde ich vielleicht an dem artigen Betragen der Leute gegen mich mehr Vergnügen finden; so ist es aber so leer. Adieu, Liebe! ich bin ewig Dein Dich von ganzer Seele liebender Mozart.

P.S. Als ich die vorige Seite schrieb, fiel mir auch manche Träne aufs Papier; nun aber lustig! fange auf! es fliegen erstaunlich viele Busserl herum. Was Teufel! Ich sehe auch eine Menge. Ha! ha! Ich habe drei erwischt, die sind kostbar! ...

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