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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 132
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 7. Mai 1783.

... Ich habe leicht hundert, ja wohl mehr Bücheln durchgesehen, allein ich habe fast kein einziges gefunden, mit welchem ich zufrieden sein könnte; wenigstens müßte da und dort vieles verändert werden, und wenn sich schon ein Dichter mit diesem abgeben will, so wird er zugleich leichter ein ganz neues machen; und neu ist es halt doch immer besser. Wir haben hier einen gewissen Abbate da Ponte als Poeten; dieser hat nunmehr mit der Korrektur im Theater rasend zu tun, muß per obligo ein ganz neues Büchel für den Salieri machen; das wird vor zwei Monaten nicht fertig werden; dann hat er mir ein neues zu machen versprochen. Wer weiß nun, ob er dann auch sein Wort halten kann oder will! Sie wissen wohl, die Herren Italiener sind ins Gesicht sehr artig: genug, wir kennen sie. Ist er mit Salieri verstanden, so bekomme ich mein Lebtage keins, und ich möchte gar zu gerne mich auch in einer welschen Opera zeigen. Mithin dächte ich, wenn nicht Varesco wegen der Münchner Opera noch böse ist, so könnte er mir ein neues Buch auf sieben Personen schreiben. Basta! Sie werden am besten wissen, ob das zu machen wäre. Er könnte unterdessen seine Gedanken hinschreiben, und in Salzburg dann wollten wir sie zusammen ausarbeiten. Das Notwendigste dabei aber ist, recht komisch im Ganzen, und wenn es dann möglich wäre, zwei gleich gute Frauenzimmerrollen hineinzubringen. Die eine müßte seria, die andere aber mezzo carattere sein, aber an Güte müßten beide Rollen ganz gleich sein. Das dritte Frauenzimmer kann aber ganz buffa sein, wie auch alle Männer, wenn es nötig ist. Glauben Sie, daß mit dem Varesco was zu machen ist, so bitte ich Sie, bald mit ihm darüber zu sprechen. Sie müssen ihm aber nichts von dem sagen, daß ich im Juli selbst kommen werde, sonst arbeitet er nicht; dann es wäre mir sehr lieb, wenn ich noch in Wien etwas davon erhalten könnte. Er würde auch seine sicheren vier- oder fünfhundert Fl. davon haben; dann es ist hier der Brauch, daß der Poet allzeit die dritte Einnahme hat ...

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