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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 128
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 22. Jenner 1783.

Wegen den drei Konzerten dürfen Sie keine Sorgen haben, daß sie zu teuer sind; ich glaube, daß ich doch für jedes Konzert einen Dukaten verdiene, und dann möchte ich wohl sehen, wie es sich einer um einen Dukaten kopieren lassen wollte! Abgeschrieben können sie nicht werden, weil ich sie eher nicht hergebe, bis ich nicht eine gewisse Anzahl Abonnenten habe. Sie stehen nun schon zum dritten Male im Wiener Diarium; bei mir sind Souscriptionsbilletts seit dem 20. dieses zu haben gegen bare vier Dukaten, und während dem Monat April werden die Konzerten gegen Zurückgebung der Billetts bei mir abgeholet. Die Kadenzen und Eingänge werde meiner lieben Schwester mit nächstem schicken; ich habe die Eingänge im Rondeau noch nicht verändert; dann wenn ich dieses Konzert spiele, so mache ich allzeit, was mir einfällt. Ich bitte, sobald als möglich die verlangten Sinfonien zu schicken, dann ich brauche sie in der Tat.

Und nun noch eine Bitte, dann meine Frau läßt mir keinen Fried. Sie wissen ohne Zweifel, daß itzt Fasching ist und daß hier so gut wie in Salzburg und München getanzt wird; und da möchte ich gerne (aber daß es kein Mensch weiß) als Harlekin gehen, weil hier so viele, aber lauter Eseln auf der Redoute sind; folglich möchte ich Sie bitten, mir Ihr Harlekinkleid zukommen zu lassen. Aber es müßte halt recht gar bald sein; wir gehen eher nicht auf die Redoute, obwohlen sie schon im größten Schwunge ist; uns sind die Hausbälle lieber. Vergangene Woche habe in meiner Wohnung einen Ball gegeben; versteht sich aber, die Chapeaux haben jeder zwei Fl. bezahlt; wir haben abends um sechs Uhr angefangen und um sieben Uhr aufgehört. Was, nur eine Stunde? Nein, nein! Morgens um sieben Uhr! Sie werden aber nicht begreifen, wie ich den Platz dazu gehabt habe. Ja, da fällt mir eben ein, daß ich Ihnen immer zu schreiben vergessen habe, daß ich seit anderthalb Monaten ein anderes Logis habe, aber auch auf der hohen Brücke und wenige Häuser entfernt. Wir wohnen also im kleinen Herbersteinischen Hause Nr. 412 im dritten Stock bei Herrn von Wetzlar, einem reichen Juden. Nun, da habe ich ein Zimmer tausend Schritt lang und einen breit und ein Schlafzimmer, dann ein Vorzimmer und eine schöne große Küche; dann sind noch zwei schöne große Zimmer neben unser, welche noch leer stehen; diese benutzte ich also zu diesem Hausball. Baron Wetzlar und sie waren auch dabei, wie auch die Baronin Waldstädten, Herr von Edelbach, Gilofsky der Windmacher, der junge Stephanie et uxor, Adamberger und sie, Lange und Langin usw. Ich kann Ihnen ohnmöglich alle hersagen. Nun muß ich schließen, weil ich noch einen Brief an die Wendling nach Mannheim wegen meinen Konzerten zu schreiben habe. Ich bitte, den allzeit bereiten Operakomponisten Gatti zu mahnen wegen den Opernbücheln; ich wollte, ich hätte sie schon. Nun Adieu ...

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