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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 125
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 7. August 1782.

Sie haben sich sehr an Ihrem Sohn betrogen, wenn Sie glauben konnten, daß er imstande seie, eine schlechte Handlung zu begehen. Meine liebe Konstanze, nunmehro (Gott sei Dank) meine wirkliche Frau, wußte meine Umstände und alles, was ich von Ihnen zu erwarten habe, schon lange von mir. Ihre Freundschaft aber und Liebe zu mir war so groß, daß sie gerne mit größten Freuden ihr ganzes künftiges Leben meinem Schicksal aufopferte. Ich küsse Ihnen die Hände und danke Ihnen mit aller Zärtlichkeit, die immer ein Sohn für seinen Vater fühlte, für die mir gütigst zugeteilte Einwilligung und väterlichen Segen. Ich konnte mich aber auch gänzlich darauf verlassen; dann Sie wissen, daß ich selbst alles, alles, was nur immer gegen solch einen Schritt einzuwenden ist, nur zu gut einsehen mußte, und aber auch, daß ich, ohne mein Gewissen und meine Ehre zu verletzen, nicht anderst handeln konnte; mithin konnte ich auch ganz gewiß darauf bauen. Daher geschah es auch, daß, da ich zwei Posttäge umsonst auf eine Antwort wartete und die Kopulation schon auf den Tag (wo ich schon alles sicher wissen mußte) festgesetzt war, ich, Ihrer Einwilligung schon ganz versichert und getröstet, mich in Gottes Namen mit meiner geliebten Konstanze trauen ließ. Den andern Tag bekam ich die zwei Briefe zugleich. Nun ist es vorbei! Ich bitte Sie nun nur um mein zu voreiliges Vertrauen auf Ihre väterliche Liebe um Verzeihung; durch dieses mein aufrichtiges Geständnis haben Sie einen neuen Beweis meiner Liebe zur Wahrheit und Abscheu zur Lüge. Mein liebes Weib wird nächsten Posttag ihren liebsten, besten Schwiegerpapa um seinen väterlichen Segen und ihre geliebte Schwägerin um die fernere Fortdauer ihrer wertesten Freundschaft bitten. Bei der Kopulation war kein Mensch als die Mutter und die jüngste Schwester, Herr von Thorwarth als Vormund und Beistand von beiden, Herr von Zetto (Landrat), Beistand der Braut, und der Gilofsky als mein Beistand. Als wir zusammen verbunden wurden, fing sowohl meine Frau als ich an zu weinen; davon wurden alle, sogar der Priester gerührt, und alle weinten, da sie Zeugen unserer gerührten Herzen waren. Unser ganzes Hochzeitsfest bestund aus einem Souper, welches uns die Frau Baronin von Waldstädten gab, welches in der Tat mehr fürstlich als baronisch war. Nun freuet sich meine liebe Konstanze noch hundertmal mehr, nach Salzburg zu reisen, und ich wette, ich wette, Sie werden sich meines Glückes erfreuen, wenn Sie sie werden kennen gelernt haben, wenn anders in Ihren Augen so wie in den meinigen ein gutdenkendes, rechtschaffenes, tugendhaftes und gefälliges Weib ein Glück für ihren Mann ist! ...

Meine Opera ist gestern wieder (und zwar auf Begehren des Glucks) gegeben worden. Gluck hat mir viele Komplimenten darüber gemacht. Morgen speise ich bei ihm. Sie sehen, wie ich eilen muß...

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