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Mozarts Briefe

Wolfgang Amadeus Mozart: Mozarts Briefe - Kapitel 109
Quellenangabe
typeletter
authorW. A. Mozart
titleMozarts Briefe
publisherInsel-Verlag
editorAlbert Leitzmann
year1924
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20060123
projectidc699a5b9
noteStabi Signatur A 365275
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Wien, 17. November 1781.

... Gestern ließ mich nachmittags um drei Uhr der Erzherzog Maximilian zu sich rufen. Als ich hineinkam, stund er gleich im ersten Zimmer beim Ofen und paßte auf mich, ging mir gleich entgegen und fragte mich, ob ich heute nichts zu tun hätte. »Ew. Königliche Hoheit, gar nichts! und wenn auch, so würde es mir allzeit eine Gnade sein, Ew.Königlichen Hoheit aufzuwarten.« – »Nein, ich will keinen Menschen genieren.« Dann sagte er mir, daß er gesinnt seie, abends den württembergischen Herrschaften eine Musik zu geben; ich möchte also etwas spielen dabei und die Arien akkompagnieren, und um sechs Uhr soll ich wieder zu ihm kommen, da werden alle zusammenkommen. Mithin habe ich gestern allda gespielt. Wem Gott ein Amt gibt, gibt er auch Verstand; so ist es auch wirklich beim Erzherzog: als er noch nicht Pfaff war, war er viel witziger und geistiger und hat weniger, aber vernünftiger gesprochen. Sie sollten ihn itzt sehen! Die Dummheit guckt ihm aus den Augen heraus, er redet und spricht in alle Ewigkeit fort und alles im Falsett; er hat einen geschwollenen Hals, mit einem Wort, als wenn der ganze Herr umgekehrt wär. Der Herzog von Württemberg aber ist ein charmanter Herr, wie auch die Herzogin und die Prinzessin; der Prinz aber ist ein achtzehnjähriger Stecken und ein wahres Kalb. Nun muß ich schließen. Leben Sie recht wohl und seien Sie so viel als möglich munter ...

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