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Mondschein

Guy de Maupassant: Mondschein - Kapitel 13
Quellenangabe
typenovelette
authorGuy de Maupassant
titleMondschein
publisherEgon Fleischel & Co.
seriesGesammelte Werke
volume5
year1919
firstpub1905
translatorGeorg Freiherr von Ompteda
correctorhille@abc.de
senderwww.gaga.net
created20051214
projectidc3622c14
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Vision

Anläßlich eines kürzlich entschiedenen Prozesses sprach man vom Zwangsverfahren. Es war gegen Ende einer kleinen Abendgesellschaft in einem alten Hause der Rue de Grenelle. Jeder wußte eine Geschichte zu erzählen und jeder behauptete, seine Geschichte sei wahr.

Da stand der alte zweiundachtzigjährige Marquis de la Tour-Samuel auf und lehnte sich an den Kamin. Dann sagte er mit etwas zitternder Stimme:

– Auch ich weiß etwas ganz Seltsames, so seltsam, daß es mich mein ganzes Leben hindurch verfolgt hat. Die Geschichte ist nun sechsundfünfzig Jahre her und doch geht kein Monat vorüber, wo ich nicht wenigstens einmal davon träume. Jener Tag hat mir einen solchen Eindruck gemacht, eine solche Angst eingeflößt, daß mir das alles heute noch gegenwärtig ist. Ja, mich packte damals eine derartige Furcht, vielleicht zehn Minuten lang, daß mir seit der Stunde eine Art Beklemmung in der Seele geblieben ist. Jedes plötzliche Geräusch geht mir durch und durch. Wenn ich in der Dämmerung Gegenstände nicht genau erkennen kann, so überfällt mich eine rasende Angst, zum davon laufen. Kurz, ich fürchte mich im Dunklen.

Früher, als ich noch jünger war, würde ich das nicht eingestanden haben, jetzt kann ich ja alles sagen. Wenn man erst zweiundachtzig Jahre alt geworden, ist es erlaubt, vor eingebildeter Gefahr zu zittern. Vor wirklicher Gefahr, meine Damen, bin ich nie zurückgewichen.

Diese Geschichte hat mich so verstört, hat in mir so tiefe Spuren zurückgelassen, ergriff mich so sonderbar, so furchtbar, daß ich sie sogar niemals erzählt habe. Ich habe sie im tiefsten Innern meines Herzens verschlossen, wo man Geheimnisse bewahrt deren man sich vor dem eigenen Herzen schämt, alle jene Schwächen, die man nicht eingestehen kann, die aber doch in unserem Dasein vorkommen.

Ich werde Ihnen die Geschichte erzählen, wie sie sich zugetragen hat. Ich versuche nicht, sie Ihnen zu erklären. Gewiß kann sie erklärt werden, wenn ich nicht geradezu verrückt gewesen sein sollte. Aber nein, verrückt war ich nicht und ich will Ihnen den Beweis davon geben. Denken Sie sich dabei, was Sie wollen und hören Sie jetzt ganz einfach die Thatsachen.

Es war im Juli 1827. Ich stand damals in Rouen in Garnison.

Als ich eines Tages auf dem Quai spazieren ging, begegnete mir jemand, den ich zu erkennen glaubte, ohne jedoch im Augenblick zu wissen, wer es war. Unwillkürlich machte ich eine Bewegung, um stehen zu bleiben. Der Fremde wurde dessen gewahr, blickte mich an und fiel mir um den Hals.

Es war ein Jugendfreund, den ich sehr lieb gehabt. Seit fünf Jahren hatte ich ihn nicht gesehen und seitdem schien er um fünfzig Jahre gealtert. Sein Haar war ganz weiß. Er schritt gebeugt dahin wie vollständig entkräftet. Er begriff meine Überraschung und erzählte mir sein Leben. Ein furchtbares Unglück hatte ihn derartig gebrochen.

Er hatte sich sterblich in ein junges Mädchen verliebt und sie in einer Art Glückstaumel geheiratet. Nach einem Jahr übermenschlichen Glückes und sich immer gleich bleibender Leidenschaft war sie plötzlich an einem Herzleiden gestorben, wahrscheinlich ein Opfer gerade ihrer Leidenschaft.

Er hatte am Tage des Begräbnisses sofort sein Schloß verlassen und sein Haus in Rouen bezogen. Dort lebte er einsam und verzweifelt, von seinem Kummer durchwühlt, so unglücklich, daß er an Selbstmord dachte.

– Da ich Dich gerade wieder finde, sagte er mir, so bitte ich Dich, mir einen großen Dienst zu leisten. Bitte hole mir doch aus dem Schreibtisch in meinem Zimmer, in unserem Zimmer, ein paar Papiere, deren ich dringend bedarf. Ich kann keinen Diener damit betrauen, auch keinen Geschäftsmann, denn ich brauche völlige Diskretion und absolutes Stillschweigen. Ich selbst aber betrete um keinen Preis der Welt wieder dieses Haus.

Ich werde Dir den Schlüssel des Zimmers geben, das ich selbst abschloß, ehe ich ging, und den Schlüssel zu meinem Schreibtisch. Dazu ein paar Zeilen an meinen Gärtner, damit er Dich einläßt.

Aber komm doch morgen zu mir zum Frühstück, da wollen wir genauer darüber reden.

Ich versprach, ihm den leichten Dienst zu leisten. Übrigens war es für mich bloß ein Spazierritt, denn seine Besitzung befand sich nur etwa fünf Meilen von Rouen entfernt. In einer Stunde konnte mich mein Pferd hinbringen.

Am andern Tag war ich um zehn Uhr bei ihm. Wir frühstückten allein zusammen, aber er sprach kaum zwanzig Worte. Er bat mich, ihn zu entschuldigen. Der Gedanke an den Besuch, den ich den Räumen abstatten sollte, wo sein Glück begraben lag, ginge ihm zu nahe, meinte er. In der That schien er seltsam aufgeregt zu sein und nachdenklich, als ob in seiner Seele ein geheimer Kampf stattfände.

Endlich setzte er mir genau auseinander, was ich zu thun hatte. Es war ganz einfach: ich sollte zwei Packete Briefe und ein Bündel Papiere aus dem ersten Schubfach rechts des Schreibtisches nehmen. Er fügte noch hinzu:

– Ich brauche Dich wohl nicht zu bitten, sie nicht zu lesen.

Ich fühlte mich beinahe gekränkt darüber und sagte ihm das etwas lebhaft. Er stammelte:

– Bitte verzeih mir, es geht mir zu nahe.

Und er fing an zu weinen.

Gegen ein Uhr verließ ich ihn, um meine Sendung zu erfüllen.

Es war prachtvolles Wetter und im langen Trabe ritt ich durch die Wiesen, hörte dem Trillern der Lerchen zu, während mein Säbel in gleichmäßigen Stößen an den Stiefel schlug.

Dann kam ich in den Wald und ließ mein Pferd Schritt gehen. Äste streiften mich, und ab und zu kam mir ein Blatt zwischen die Zähne, das ich gierig zerbiß, wie man es in solchen Augenblicken überströmender Lebensfreude thut, in solchen Momenten wo einem das Herz höher schlägt und sich die Muskeln straffen.

Als ich mich dem Schlosse näherte, zog ich den Brief aus der Tasche, den ich für den Gärtner bekommen hatte, und dabei bemerkte ich zu meinem Erstaunen, daß er versiegelt war. Das überraschte mich und ärgerte mich zugleich, sodaß ich beinahe umgekehrt wäre, ohne meine Sendung auszuführen. Dann dachte ich, ich würde damit eine übel angebrachte Empfindlichkeit zeigen. Vielleicht hatte mein Freund den Brief in der Erregung, in der er sich befand, ohne es sich weiter zu überlegen, geschlossen.

Der alte Herrensitz sah aus, als wäre er seit zwanzig Jahren verlassen. Das offene halbverfaulte Thor hielt gerade noch zusammen, man begriff gar nicht wie. Auf den Wegen wuchs das Gras, sodaß sich die Rasenbeete nicht mehr abhoben.

Ich schlug ein paarmal an einen Fensterladen und bei dem Lärm erschien in einer Seitenthür ein alter Mann, der ganz erschrocken zu sein schien bei meinem Anblick. Ich sprang aus dem Sattel und gab ihm den Brief. Er las ihn, las ihn wieder, drehte ihn in den Händen herum, betrachtete mich von oben bis unten, steckte das Papier ein und sagte:

– Also was wünschen Sie denn?

Ich antwortete kurz:

– Das müssen Sie doch wissen. Sie haben doch eben in dem Briefe den Befehl Ihres Herrn bekommen. Ich will ins Schloß.

Er schien ganz fassungslos und erklärte:

– Dann wollen Sie also – ihr Zimmer betreten?

Ich ward ungeduldig:

– Zum Donnerwetter, geht Sie das was an?

Er stammelte:

– Nein, gnädiger Herr, aber nämlich, es ist nämlich nicht geöffnet worden seit dem Tode. Wenn Sie fünf Minuten warten wollen, werde ich mal nachsehen, nachsehen ob ...

Ich unterbrach ihn wütend:

– Ach was, Sie wollen mich wohl zum Besten halten, Sie können ja gar nicht herein. Hier ist ja der Schlüssel!

Er fand keine Antwort. Endlich sagte er nur:

– Gut, gnädiger Herr, dann werde ich Ihnen den Weg zeigen.

– Zeigen Sie mir die Treppe und lassen Sie mich allein, ich werde das Zimmer schon ohne Sie finden.

– Aber, gnädiger Herr, nämlich ...

Nun wurde ich aber wirklich böse:

– Jetzt halten Sie mal den Mund, sonst kriegen Sie's mit mir zu thun.

Ich stieß ihn heftig beiseite und trat ins Haus.

Zuerst ging ich durch die Küche, dann durch zwei kleinere Zimmer, die der Mann mit seiner Frau bewohnte. Darauf kam ich über einen großen Vorsaal und ging die Treppe hinauf, wo ich sofort die Thür erkannte, wie sie mir mein Freund beschrieben.

Sie öffnete sich leicht und ich trat ein.

Das Zimmer war so dunkel, daß ich zuerst nichts erkennen konnte. Ich blieb stehn. Ein dumpfer Modergeruch schlug mir entgegen, wie er in unbewohnten verwunschenen Räumen, in Totenzimmern lagert. Endlich gewöhnten sich meine Augen an die Dunkelheit und ich konnte ziemlich deutlich ein großes Zimmer unterscheiden, das sich in Unordnung befand. Ein Bett stand darin ohne Bettücher, aber mit Matratzen und Kopfkissen. In einem der letzten sah man deutlich den tiefen Eindruck eines Ellenbogen oder eines Kopfes, als ob eben jemand darauf geruht.

Die Stühle standen unordentlich umher und ich sah, daß eine Thüre, wahrscheinlich die eines Wandschrankes halb offen stand.

Ich ging zuerst ans Fenster, um Licht hereinzulassen und wollte es öffnen. Aber die Haken der Läden waren so verrostet, daß sie nicht wankten und wichen.

Ich versuchte sogar den Laden mit dem Säbel einzustoßen, aber es gelang mir nicht. Und nachdem ich mich über meine unnützen Bemühungen geärgert, und sich meine Augen endlich völlig an die Dunkelheit gewöhnt hatten, gab ich die Hoffnung auf, mehr Licht zu bekommen und trat an den Schreibtisch.

Ich setzte mich in einen Stuhl, ließ die Platte herunter und öffnete das bezeichnete Fach.

Es war voll gestopft bis oben hin. Ich brauchte nur drei Packete, ich wußte wie sie zu erkennen waren und fing an, sie zu suchen.

Wählend ich mich bemühte, die Aufschriften zu entziffern, war es mir, als ob hinter mir etwas rauschte.

Ich achtete nicht weiter darauf, denn ich dachte, daß der Luftzug irgend eine Portière hin und her wehte. Aber nach einer Minute hörte ich ganz unbestimmt sich etwas bewegen, sodaß mir ein sonderbarer Schauder über die Haut lief. Es war zu dumm sich hier aufregen zu lassen, so daß ich aus Scham vor mir selbst mich nicht umdrehen wollte. Da fand ich das zweite der Packete, das ich brauchte. Aber als ich eben nach dem dritten griff, klang an meiner Seite ein tiefer schwerer Seufzer, sodaß ich mit einem tollen Satz zwei Meter weit davon sprang. Dabei hatte ich mich umgedreht, die Hand am Säbelkorbe und ich glaube, wenn ich nicht die Waffe an meiner Seite gefühlt, wäre ich davon gelaufen wie ein Feigling.

Eine große, weißgekleidete Frau stand hinter dem Stuhl, wo ich noch vor einer Sekunde gesessen und sah mich an.

Mir fuhr der Schreck so in die Glieder, daß ich beinahe hintenüber gefallen wäre. Wer nicht einen solch furchtbaren, thörichten Schreck erlebt hat, kann ihn nicht begreifen. Es ist, als schmölze die Seele, man fühlt den Herzschlag nicht mehr, der ganze Körper wird weich wie ein Schwamm. Es ist einem, als bräche das ganze Innere zusammen.

Ich glaube nicht an Gespenster, aber mir sind beinahe die Sinne vergangen, bei dieser grauenhaften Furcht vor den Toten! Gelitten habe ich, ach gelitten in diesen Augenblicken, mehr als sonst in meinem ganzen Leben, unter diesem furchtbaren Druck eines übernatürlichen Entsetzens.

Hätte sie nicht gesprochen, so wäre ich vielleicht gestorben. Aber sie sprach. Sie sprach mit einer weichen, schmerzensreichen Stimme, daß mir alle Nerven zitterten. Ich wage nicht zu behaupten, daß ich wieder Herr meiner selbst geworden und zur Vernunft gekommen wäre, nein, ich war so erschrocken, daß ich gar nicht mehr wußte, was ich that. Aber eine Art von heimlichem Stolz der in mir liegt, vielleicht ein bißchen soldatisches Standesbewußtsein brachte es fertig, daß ich ohne mein Verdienst noch eine anständige Haltung bewahrte. Ich spielte mir gegenüber und vielleicht auch ihr gegenüber, sei sie nun Frau oder Erscheinung, eine Komödie, ich habe mir das alles später selbst klar gemacht, denn ich kann Ihnen die Versicherung geben, das ich im Augenblick der Erscheinung an nichts dachte. Ich hatte einfach Angst.

Sie sagte:

– Ach, Sie können mir einen großen Dienst erweisen.

Ich wollte antworten, aber ich brachte nicht ein Wort über die Lippen, ich gurgelte nur etwas und sie fuhr fort:

– Wollen Sie? Sie können mich retten, mich heilen? Ich leide so fürchterlich. Ich leide, o ich leide!

Und sie setzte sich leise in meinen Stuhl und sah mich an:

– Wollen Sie?

Ich nickte, denn ich war noch immer keines Wortes fähig.

Da hielt sie mir einen Schildpattkamm hin und murmelte:

– Kämmen Sie mich! Kämmen Sie mich! Das wird mir Heilung bringen. Mein Haar muß gekämmt werden. Sehen Sie meinen Kopf an, wie ich leide! Sehen Sie nur, wie weh mein Haar mir thut.

Ihre aufgelösten Haare waren sehr lang, ganz schwarz. Sie hingen über die Lehne des Stuhles bis auf den Boden herab.

Warum habe ich ihr gehorcht, warum habe ich zitternd ihren Kamm ergriffen, und warum habe ich ihr langes Haar, dessen Berührung mich kalt durchrieselte, als hätte ich Schlangen angefaßt, in die Hand genommen? Ich weiß es nicht.

Dieses Gefühl ist mir in den Fingern geblieben, daß ich zittere, wenn ich nur daran denke.

Ich kämmte sie und nahm, ich weiß gar nicht mehr wie, dieses eisige Haar in die Hand. Ich drehte es zusammen, ich knüpfte es und löste es wieder auf, ich flocht es wie die Mähne eines Pferdes. Sie seufzte, neigte den Kopf und schien glücklich zu sein.

Dann sagte sie plötzlich: »Danke!« zu mir, riß mir den Kamm aus der Hand und entfloh durch die Thüre, die vorhin halboffen gestanden.

Als ich allein war, überfiel mich jene verstörte Aufregung, wie wenn man nach einem Alpdrücken erwacht. Dann kamen mir endlich die Sinne zurück. Ich lief ans Fenster und mit einem gewaltigen Stoß zerbrach ich den Fensterladen.

Eine Lichtflut strömte herein. Ich stürzte an die Thür, hinter der jenes Wesen verschwunden. Sie war verschlossen und unbeweglich.

Da überkam mich ein fieberndes Fluchtbedürfnis, eine Panik, die richtige Panik wie in der Schlacht. Ich nahm schnell die drei Briefpackete von dem offenen Schreibtisch, lief durch das Zimmer, sprang die Treppe, vier Stufen auf einmal nehmend, hinunter und entfloh aus dem Hause, ich weiß nicht mehr durch welche Thür. Und als ich mein Pferd zehn Schritte vor mir sah, sprang ich mit einem Satz in den Sattel und ritt im Galopp davon.

Erst in Rouen blieb ich vor meiner Wohnung halten. Ich warf meinem Burschen die Zügel zu und floh in mein Zimmer, wo ich mich einschloß, um nachzudenken.

Da fragte ich mich wahrend einer Stunde ängstlich, ob ich nicht der Spielball einer Hallucination gewesen. Ich mußte von einer jener unfaßbaren Nervenerschütterungen, von einer jener Gehirnstörungen gepackt gewesen sein, die Wunder in die Welt setzen und denen das Übernatürliche sein Dasein verdankt.

Und als ich ans Fenster trat, glaubte ich noch an eine Vision, an eine Sinnestäuschung. Da fielen meine Blicke zufällig auf meine Brust. An meiner Attila hingen lange Frauenhaare, die sich um die Knebel gewickelt.

Ich packte jedes einzelne und warf es mit zitternden Fingern aus dem Fenster.

Dann rief ich meinen Burschen. Ich fühlte mich zu erschüttert, um am selben Tage noch zu meinem Freunde zu gehen und dann wollte ich reiflich nachdenken, was ich ihm sagen sollte.

Ich ließ ihm die Briefe bringen und er übergab dem Soldaten den Empfangsschein. Er fragte genau nach mir. Man sagte ihm, ich sei leidend, ich hätte einen Sonnenstich oder ich weiß nicht was. Er schien besorgt zu sein.

Am nächsten Tage ging ich am frühen Morgen zu ihm, entschlossen ihm die Wahrheit zu sagen. Er war am Abend vorher ausgegangen und noch nicht heimgekehrt.

Im Laufe des Tages kam ich noch einmal wieder, man hatte ihn nicht wieder gesehen. Ich wartete eine Woche, er erschien nicht. Da setzte ich das Gericht in Kenntnis. Man stellte überall Nachforschungen nach ihm an. Aber man konnte weder seine Spur noch seinen Aufenthaltsort entdecken.

Das verlassene Schloß wurde genau durchsucht, man fand nichts Verdächtiges.

Nichts bewies, daß dort eine Frau versteckt gewesen.

Und da die Untersuchungen zu nichts führten, so wurden die Nachforschungen eingestellt.

Und seit sechsundfünfzig Jahren habe ich nichts davon gehört und weiß nicht mehr als ich Ihnen eben erzählt habe.

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