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Gutenberg > Ferdinand Raimund >

Moisasurs Zauberfluch

Ferdinand Raimund: Moisasurs Zauberfluch - Kapitel 4
Quellenangabe
typedrama
booktitleRaimunds Werke II
authorFerdinand Raimund
yearca. 1905
publisherDeutsches Verlagshaus Bong & Co.
addressBerlin, Leipzig, Wien, Stuttgart
titleMoisasurs Zauberfluch
pages5-6
created20020813
sendergerd.bouillon@t-online.de
firstpub1827
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Zweiter Aufzug.

Erste Szene

In Alpenmarkt. Vorsaal im Landhause des Juwelenhändlers Rossi. Der Hausinspektor Hänfling tritt auf mit Hausbedienten; höchstens sechs.

Hänfling.
      He, ihr Leute, schnell zur Hand!
Eure Pflicht ist euch bekannt,
Seid geschäftig, übt sie aus,
Denkt, die Herrschaft ist zu Haus.
Chor.
Wir sind willig, rüstig, flink,
Und gehorchen Eurem Wink.

Hänfling. Der gnäd'ge Herr ist nicht auf einige Tage aus der Stadt herausgefahren, er wird diesmal drei Monate in seinem Landhaus hier verweilen; darum nehmt euch zusammen, stoßt eure Bequemlichkeit in die Rippen, seid flink, damit er sieht, daß ich auf Ordnung halte, als Inspektor. (beiseite.) Wenn er fort ist, kann ich euch manchmal durch die Finger sehen, doch so lang er hier ist, muß ich euch auf die Finger klopfen. (Laut.) Habt ihr mich verstanden?

Alle (schreien). Ja.

Hänfling. So schreit nicht so und packt euch fort an eure Arbeit. Und wenn der gnäd'ge Herr frägt, wie man im Hause hier mit meiner Anordnung zufrieden ist, so antwortet als treue Diener Wahrheit und sagt, was ich seit vierzehn Tagen jedem eingelernt: Unser Herr Inspektor ist ein Engel. Dies merket euch, geht eures Wegs und bleibt fein dabei stehen.

Ein Bedienter. Wir gehen unsres Wegs und bleiben dabei stehen. (Ab.)

 
Zweite Szene.

Hänfling (allein). Für mich gibt's nichts Bequemeres auf der Welt, als das Befehlen; fast jeder hat Talent dazu, der Mensch ist ein geborner Kommandant, am besten seh' ich das bei meiner Frau. Ich für meinen Teil, wenn ich nicht Inspektor wäre, ich würde mir wenigstens einen Jagdhund halten, damit ich zu ihm sagen könnte – (es wird geklopft) Herein!

 
Dritte Szene.

Voriger. Gluthahn. Alzinde.

Gluthahn (hat Alzinden an der Hand, geht zur Türe herein). Euer G'streng' verzeihen, ich möcht' – (zu Alzinden.) So geh herein, mein liebe Alte, laß dich nicht so ziehen, es nützt dich nichts. (Zieht Alzinden herein.)

Alzinde. Sklavin bin ich eines Sklaven.

Hänfling. Nun, was ist das für ein Auftritt? was will das Lumpenpack?

Gluthahn. Werden Euer G'streng' nur nicht gar so ungnädig, ich bin der alte Gluthahn von der Windalm hint', und möchte gern mit dem gnäd'gen Herrn vom Haus hier reden; er kennt mich schon, ich bin sein Holzlieferant, und wenn er unsre Alm besteigt, so bleibt er bei mir über Nacht.

Hänfling (für sich). Das ist eine Bettelei. (Laut.) Er ist nicht hier.

Gluthahn. Ei jawohl, ich hab' ihn ja am Fenster g'sehn.

Hänfling. Er ist doch nicht hier, und wenn Er ihn an allen Fenstern zugleich gesehen hätte.

Gluthahn. Ja so – (Heuchlerisch.) Bitt' gar schön, Euer G'streng', erlauben S' ihm's, daß er hier sein darf.

Hänfling. In solchem Anzug lass' ich niemand vor. Was hast du mit dem Weibe da, was drückst du ihr die Hände so zusammen?

Alzinde (welcher Gluthahn mit der linken Hand beide Hände zusammenklammert und sie so hält, spricht unruhig). O Fremdling, nimm dich meiner an.

Gluthahn (heimlich zu ihr). Wann's du was sagst zu ihm, ich bring' dich um.

Alzinde (reißt sich los von ihm und stürzt zu Hänflings Füßen). Laß mich – (zu Hänfling) Fremdling, höre mich.

Hänfling (stößt sie von sich). Was willst du, schmutz'ge Bettlerin?

Alzinde (steht plötzlich stolz auf). Nichts von dir, gar nichts, Freund. Ich habe dich verkannt. (Setzt sich in einen Stuhl und seufzt.) Ach! (verhüllt ihr Antlitz.)

Gluthahn (schadenfroh). Das ist dir recht g'sund.

Hänfling. Was will das Weib?

Gluthahn. Mit Ihrem gnäd'gen Herrn möcht' s' reden.

Hänfling. Das kann nicht sein, packt euch jetzt fort, er ist nicht hier.

Gluthahn. Er wird gleich kommen. Euer G'streng' haben ein kaltes Gemüt, ich seh's schon, ich werd' Euer G'streng' so sechs Stoß harts Holz hereinführen, das gibt eine rechte Glut, da taut der Mensch schon auf. (Fein.) Euer G'streng', mir scheint, ich hör' ihn reden drin, auf die Letzt ist er doch zu Haus.

Hänfling. Das ist nicht möglich. (Geht an die Tür und sieht hinein.) Meiner Seel, er ist zu Haus. Wie man sich irren kann. Ich will jetzt für Ihn sprechen; doch, daß Er sich nicht untersteht und schickt mir einen Splitter Holz, ich lass' mich nicht bestechen. Wenn Er es morgen bringen will, so lass' Er sich den Keller zeigen und leg' Er es hinein, ich will nichts davon wissen. (Abgehend.) Das ging mir ab, das wär' nicht schlecht. (Ab.)

Gluthahn. Ah, ist ein Ehrenmann, der Herr Inspektor, aber so sechs tüchtige Stöße, die bringen einen schon vorwärts bei ihm. Nun, was schaffst denn du, mein altes Kapital? – Wenn ich s' nur zum Weinen bringen könnt'.

Alzinde. Mensch, was hast du mit mir vor? Welch böser Geist bestimmt dich, so an mir zu handeln?

Gluthahn. So sei nur nicht so kindisch, liebe Alte, du verkennst mein Herz, ich mein's ja gut mit dir, du kriegst das schönste Leben. Sei still, der gnäd'ge Herr.

 
Vierte Szene.

Vorige. Rossi.

Rossi. Ah, mein alter Gluthahn, was bringt Ihn zu mir?

Gluthahn (küßt ihm die Hand). Ich küss' die Hand, Euer Gnaden, vieltausendmal.

Rossi. Wie geht's zu Haus, was macht die Frau?

Gluthahn. I mein, allweil kränklich ist sie halt!

Rossi. Nu, da muß Er Geduld mit ihr haben.

Gluthahn. I du lieber Himmel, mein Herz, Euer Gnaden wissen's ja, wir leben, wie die Kinder, ich gib ja acht auf sie, wie auf mein' Augapfel. Was s' braucht, das hat s', ich opfre mich ganz auf für sie.

Rossi. Brav, das macht Seinem Herzen Ehre. Wer ist denn diese Alte da?

Gluthahn. Das ist ein ganz besondres Weib, Euer Gnaden, ein solches hat noch nie g'lebt. (Zu Alzinde mit falscher Freundlichkeit.) Geh, setz' dich nieder, liebe Alte. (Führt sie an einen Stuhl, dann heimlich zu Rossi.) Die möcht' ich gern an Euer Gnaden verkaufen.

Rossi. Das alte Weib? das wär' ein schöner Kauf.

Gluthahn. Die ist vernünftiger als eine Junge, – wenn eine Junge weint, so braucht sie etwas, und wenn die Alte weint, so bringt s' noch etwas. Das alte Weib weint Diamanten.

Rossi. Diamanten? Bist du ein Narr?

Gluthahn. Versteht sich, in mein' Sack; Euer Gnaden werden's gleich sehen, ich lasse s' jetzt Prob' weinen, augenblicklich. Euer Gnaden rechnen aus, was die ganze Weinerei wert sein kann, geben mir alle Jahr einen Teil davon, kein Mensch braucht was zu wissen, und der Handel ist geschlossen.

Alzinde (die gehorcht). Entsetzlich!

Rossi (beiseite). Der Kerl ist ein Betrüger. (Laut.) Wie kommst du zu dem Weibe?

Gluthahn. G'funden hab' ich sie drauß im Wald.

Alzinde (springt auf). Du lügst, der Bösewicht hat mich geraubt.

Rossi. Welch' jugendliche Stimme, welche Haltung?

Gluthahn (heftig). Bist still, du – (Faßt sich plötzlich.) Setz' dich nieder, liebe Alte. (Zu Rossi.) Mein, s' ist verrückt, sie weiß nicht, was sie redt; das macht Euer Gnaden nichts; wenn s' auch dumm redt, wenn s' nur vernünftig weint.

Rossi (beiseite). Ich muß klar sehen in der Sache. (Laut.) Gut, überzeuge mich von deinen Worten, wir wollen sehen, was zu machen ist.

Gluthahn. Euer Gnaden kaufen s' also? Hollah! jetzt geht's recht. Jetzt nimm dich zusammen, Alte, wein', was Zeug hält.

Rossi. Weint sie denn, so oft sie will?

Gluthahn. Nu, das will ich hoffen, das ist ihr schönste Unterhaltung. Nicht wahr, mein' liebe Alte, du weinst uns schon ein Stückl, kriegst hernach einen Zucker. Nicht wahr, Euer Gnaden, ein' Zucker. (heimlich zu Rossi.) Auf den Zucker geht s' wie ein Kanari.

Alzinde (steht auf). Gemeiner Sklav', auf den die Sonne mit Verachtung schaut, und dessen Anblick mein Gefühl empört, wie hoffest du ein Aug' zu finden in der Welt, das sich mit Tränen für dich füllt? Für dich darf keine Träne fließen, selbst an deinem Sarge nicht, denn die Götter sind gerecht.

Rossi. Welch eine edle Sprache führt dies Weib!

Gluthahn. Sie ist närrisch, Euer Gnaden; sie weint uns doch noch.

Alzinde. Ich habe dich gelabt, und du hast unbarmherzig mich gebunden und hierher geschleppt.

Gluthahn. Ist alles erlogen, Euer Gnaden, mein Herz laßt so was gar nicht zu.

Rossi (beiseite). Sonderbarer Vorfall.

Gluthahn. Jetzt frag' ich dich zum letztenmal, ob du weinen willst? (beiseite.) Wenn ich sie nur recht kranken könnt'. (Laut.) Da schauen s' Euer Gnaden nur an, wie erbärmlich sie nur dasteht, diese miserable Figur. Die rote Nase und die hunderttausend Falten, als wenn s' für jede Sünd' ein Strichel hätt' im G'sicht. Und Augen hat s' als wie eine Katz'. Pfui Teuxel! (boshaft lachend.) Ha, ha, ha, ich tät' mich schämen. (Leise zu Rossi.) Helfen Euer Gnaden mit, machen wir sie marb', damit sie weint.

Rossi (empört beiseite). Das ist ein niederträchtiger Bube, kaum halt' ich mich zurück.

Alzinde (ergreift Gluthahns Hand und spricht mit Würde). Komm her, es lohnt die Müh', dich näher zu betrachten. Sag' mir, bist du denn wirklich ein Geschöpf, gebaut in seinem Innern, wie der edle Mensch? O Sonne, sende deinen Blitz und spalte diese Felsenbrust, damit mein Blick zu seinem Herzen kann gelangen, ob es die Form hat eines menschlichen? – Götter, stärket meinen Geist, damit ich mich an eurem Werke nicht versünd'ge und diese Menschen hier für redende Hyänen halte.

Rossi. Wenn so der Wahnsinn spricht, tausch' ich meinen Verstand dafür ein.

Gluthahn. Das ist ein schreckliches Weib, ich komm halt nicht zum Zweck! Wenn du mir jetzt nicht weinst, so nimm ich dich mit fort und sperr' dich ein, so lang du lebst. Sieh meinen Zorn, schau her, er brennt, Wasser brauch' ich, lösch', lösch', mit zwei Tropfen kannst dich retten. Nicht? so komm mit mir, in den tiefsten Keller wirf ich dich hinunter, kein' Sonn' soll auf dich scheinen mehr. (Er will sie fortziehen.)

Rossi (springt dazwischen). Laß sie los, du Schurke! (Packt ihn an der Brust und schleudert ihn von ihr, springt an den Glockenzug und reißt heftig an, man hört stark läuten, zwei Bediente springen augenblicklich herein. Rossi sagt einem heftig etwas ins Ohr, worauf der Bediente schnell abläuft.)

Rossi (stark). Augenblicklich, hörst du, schnell!

Alzinde (wie rasend, sinkt auf die Knie). Sonne, wenn in diesem Augenblick du deinen Donner schmettern willst auf dies verräterische Haupt, so rufe ihn zurück, und lasse meine Stimme dafür gelten, damit du sie auf deinem Throne hörst. Straf' nicht durch Tod, vielleicht ist er noch zu bekehren; durch Reichtum strafe seine Habgier; setz' ihn auf eine öde Insel hin, doch außer dieser Welt, damit sein Rufen nicht zu dir, nicht zu den Menschen dringt. Dort wohne er in einem silbern' Haus, mit einem Dach von Edelstein; schenk' ihm ein Kornfeld, das von goldnen Ähren strotzt, damit sein Geiz sich daran labe. Jede Blume, jedes Laub sei von Smaragd, die Früchte von Rubin, die Bäche von Kristall, damit ihn nichts erquicke, als ihr Anblick. Dann lasse wüt'gen Hunger in sein Eingeweide ziehn, den Durst von Fischen, die auf trocknem Land vergehn, bis er ermattet niedersinkt auf sein smaragdnes Grab, und seine Zunge lechzt nach einem Tropfen Tau; dann erst erfülle seinen jetz'gen Wunsch, und ström', statt milden Regens, diamantnen Hagel auf sein eigensinnig Haupt, damit er fühlt, wie unglücklich der Überfluß an Reichtum macht und von dem Wahn genest, der ihn zum Bösewicht geprägt. (Strebt die Arme gen Himmel.) Sonne, höre mein Gebet.

Rossi. Abscheulicher Auftritt!

 
Fünfte Szene.

Vorige. Bediente. Vier Gerichtsdiener.

Bedienter. Die Wach' ist hier.

Rossi. Ergreift sie beide, diesen Bauer und dies Weib, vors Gericht mit ihnen, unterdessen geh' ich zum Justiziär. (Schnell ab.)

Gerichtsdiener (beide ergreifend). Fort mit euch!

Alzinde (freudig). Die Götter sind gerecht!

Gluthahn. So kommt man mit sein' guten Herzen an!

(Alle ab.)

 
Sechste Szene.

(Das Reich der Vergänglichkeit.)

(Der Vordergrund ist eine finstere Säulenhalle aus schwarzem Marmor. Rechts von der Bühne das kolossale eherne Eingangstor zum Palaste des Genius der Vergänglichkeit. Im Hintergrunde wogt ein dunkelblaues Meer, magisch erleuchtet. An seinem Ufer steht auf einem dunklen Felsstücke ein grauer Schatten und schaufelt Lorbeerkränze, Kronen, Myrtenkränze, Perlen, Schmuck, Geldsäcke, Poesien usw., die auf einem Haufen liegen, langsam in das Meer. Quer über die Bühne begrenzen es als Hintergrund schwarze Zackenfelsen, und über diese leuchtet in der Ferne die Morgenröte der Ewigkeit hervor. Von diesem Punkte aus hört man leis ertönend einen Chor von Genien.)

Chor.
        Heil dem ew'gen Himmelslichte,
Heil dem unnennbaren Geist,
Heil, Heil, Heil!

(Der Genius der Tugend tritt mit dem Lilienstengel unter dem Schluß des Chores von der linken Seite ein.)

Genius. Niedersteig' ich zu Alzindens Rettung in dies lichtberaubte Reich, und begrüß' zum erstenmal das schaurige Gestade dieses unermessnen Meeres, Vergänglichkeit genannt. Sag' an, du fleißiger Geselle, was schaufelst du dort auf und senkst es in den Grund des Meeres?

Schatten (mit dumpfer Stimme). Lorbeern sind's und eitle Schätze, so die Welt für unvergänglich hält.

Genius der Tugend. Und wo haust der düstre Krösus dieser Gruft, der stolze Erbherr alles Seins?

Schatten. Er sitzt dort in jener Marmorhalle, sinnend auf den Untergang der Zeit.

(Der Schatten entfernt sich über den Fels in die Szene.)

Genius der Tugend. So will ich ihn aus diesem Traum erwecken, der verderbenbringend ist.

 
Siebente Szene.

Dumpfe Musik. Eine Schar Geister, in graues faltiges Gewand gehüllt, mit Sensen, zieht über die Bühne, und spricht folgenden Chor:

Chor.
    Lustig vorwärts, muntre Brüder,
Denn die Zeit steht nimmer still.

Genius der Tugend. Sag' an, wo eilst du hin, du nächtlich wildes Chor?

Erster Schatten.
    Wir sind ein lustig Schnittervolk
Und ziehen nach der Welt.
Fleißig sind wir Tag und Nacht,
Mähen Jung und Alt.

Genius. Und seid ihr froh bei solchem Dienst?

Erster Schatten. Wir haben einen harten Herrn, der niemals freundlich blickt, doch sind wir fröhlich, herzensfroh. Lustig, Kinder, auf die Welt. Es leb' die Pest! Es leb' der Krieg!

(Sie ziehen ab, Raben fliegen hinten drein: Qua, qua!)

Genius der Tugend. Zieh hin, du grauser Bienenschwarm, bring' Lebenshonig heim, ich suche deinen Weisel auf. (Er schlägt dreimal mit der Lilie an das Tor, bei jedem Schlag ertönt es mächtig von innen.) Heraus aus deinem finstren Haus, du Schreckensfürst, der die Vernichtung in dem Wappen führt.

(Die Pforte springt donnernd auf, der Genius der Vergänglichkeit tritt heraus, ein finstrer stolzer Mann, trägt lange schwarze Tunika, er hat ein bleiches Antlitz, schwarzes Lockenhaar, keinen Bart, eine eherne Schlange um das Haupt.)

 
Achte Szene.

Genius der Tugend und Genius der Vergänglichkeit.

Genius der Vergänglichkeit. Wer gab dir Macht, an diese Pforte anzuschlagen?

Genius der Tugend. Ich grüße dich, du Riesenengel, dem die Welt erbebt, und der sie einst mit ehrner Faust zerschlägt.

Genius der Vergänglichkeit. Was willst du hier? Warum erglänzt dein Strahlenleib in diesem Tal der Finsternis?

Genius der Tugend. Siehst du über jenem Zackenfels, der dunkeln Grenze deines Moderreichs, die ew'ge Morgenröt' erglühn? Dort ist der Tugend Vaterland, der Thron des großen Geists, und ich ein Bürger seines Staats.

              Aus dem hohen Wunderland
Bin ich zu dir hergesandt;
Du sollst von Moisasurs Bann
Indiens Herrscherin befrein.
Nur in deinen Armen kann
Sich ihr Lebensglück erneun.
Genius der Vergänglichkeit.
Sprichst du irre, kannst du hoffen,
Leben aus dem Tod zu ziehn?
Stehn der Hölle Himmel offen?
Macht Verwesung Blumen blühn?
Genius der Tugend.
Ich will heut ein Schauspiel geben,
Dem sich keines noch verglich;
Wo der Tod gewinnt das Leben,
Diese Rolle lehr' ich dich.
Genius der Vergänglichkeit.
Willst du mich zum Gaukler dingen,
Mich, den allgewalt'gen Tod?
Genius der Tugend.
Ich will dich zur Milde zwingen,
Durch des Himmels Machtgebot.
Genius der Vergänglichkeit.
Wer sagt, daß ich schrecklich bin?
Um sein Leben zu verbittern,
Stellt der Mensch mit bangem Zittern
Düstre Bilder von mir hin.
Schrecklich bin ich nur den Bösen,
Doch den Guten bin ich's nicht!
Bin ein Wort von ernstem Wesen,
Das Bestimmung zu ihm spricht.
Doch wie kannst du's, Lichtwurm, wagen,
Zu befehlen mir, dem Tod?
Genius der Tugend.
Dies wird dir dein Meister sagen,
Der dort thront im Morgenrot.
(Schrecklicher Donnerschlag.
Eine Stimme ertönt von oben.)
Gehorche, Sklav!
Die Ewigkeit befiehlt.
Leiser Chor der Genien.
Heil! Heil! Heil!
Genius der Vergänglichkeit.
Sturmesworte hör' ich sausen,
Widerstand ist mir geraubt,
Und vor seines Donners Brausen
Beug' ich mein gekröntes Haupt.
(Kniet und beugt sein Haupt.)
Genius der Tugend (seinen Blick erhebend).
Laß mich deine Strahlen küssen,
Sonne, die du es gefügt,
Daß der Tod zu meinen Füßen,
Wie ein Lamm geschmeidig, liegt.
Genius der Vergänglichkeit (steht auf).
Dein Befehlen zu vernehmen,
Lad' ich, Seraph, dich ins Haus;
Willst du dich dazu bequemen,
Eil' ich deinem Schritt voraus.
(Bleibt in erwartender Stellung.)
Genius der Tugend.
Komm, du Herrscher finstrer Geister,
Führ' mich in dein nächtlich Haus,
Dort verleugn' in dir den Meister,
Zeichne dich als Schüler aus;
Zeig' dem Laster, das der Jugend
Leben stiehlt mit arger List,
Daß die Kraft der edlen Tugend
Über dich erhaben ist.

(Genius der Tugend geht voraus. Genius der Vergänglichkeit folgt.)

 
Neunte Szene.

(Gerichtssaal in Alpenmarkt.)
Der Amtmann, ein Aktuar und Rossi treten ein.

Amtmann. Das ist ein ganz besondrer Vorfall. Den Gluthahn kenn' ich schon, das ist der abgefeimtste Schurke, den ich je gesehn, da muß man rasch verfahren.

Rossi. Die Zeugen kommen uns gerade recht, sie beschleunigen die Sache.

Amtmann. Wollen Sie sich nicht gefälligst setzen?

Rossi (setzt sich). Danke.

Amtmann (läutet, Gerichtsdiener erscheint). Den Steinbrecher und sein Weib. (Diener ab.) Das sind zwei herzensgute Leute, und so gewissenhaft, wie eine Wage; ihrer Aussage kann ich vollkommen glauben.

 
Zehnte Szene.

Vorige. Hans und Mirzel treten furchtsam ein.

Amtmann. Jetzt kommt her, ihr guten Leute, und gebt genau und umständlich zu Protokoll, wie sich die ganze Sache zugetragen hat. (Zum Aktuar.) Setzen Sie Ihre Feder in Bewegung.

Hans. Sehr wohl, Euer Gnaden, Herr Amtmann! Sehen Euer Gnaden, Herr Amtmann; Mein liebs Weiberl da will nicht gern auf in der Früh', da hab' ich den Morgen zu ihr g'sagt; liebe Mirzel, steh doch auf, wir müssen dem Herrn Amtmann die Steuer nach Alpenmarkt tragen. Da sagt sie ja und kehrt sich nochmal um –

Amtmann. Ja, lieber Freund, das dauert mir zu lange.

Mirzel. Euer Gnaden, Herr Amtmann verzeihen, daß ich so mitten ins Protokoll hineinfall', aber was mein Mann zusammenredt, das begreift kein Mensch, viel weniger der Herr Amtmann, mit Respekt zu sagen. – Die Sach' war so: Wie wir gestern morgen dem Herrn Amtmann unsre Steuer bezahlt haben, sind wir auf unsre Alp' zurück, und haben dort das alte Weib bei unsrer Hütte liegen g'funden, ganz betrübt und scheu, weil s' der Gluthahn fortg'jagt hat; endlich haben wir s' getröstet und sie hat uns erzählt, sie wär' eine verwunschene Prinzessin aus – du, wie heißt das Land?

Hans. Aus Indien, hat sie g'sagt, dort hat s', glaub' ich, einen Gemahl und ein Volk. Drauf hat sie uns gebeten, wir möchten sie bei uns behalten und ernähren, sie will uns dafür etwas weinen, und wie mein Weib eine so schöne Schilderung von mir g'macht hat, so hat sie sich an ihren Herrn erinnert und hat in diamantne Tränen in mein' Hut hineing'weint.

Amtmann. Wo hat Er diese Tränen?

Hans. Ich hab' s' im Sack, Herr Amtmann.

Amtmann. Geb Er sie heraus. (Hans gibt sie her – zu Rossi.) Wollen Sie dieselben wohl besehen?

Rossi. Mit Vergnügen. (Besieht sie.) Das sind echte Diamanten.

Amtmann. Ist das möglich? Diamanten? Gleich ins Protokoll damit. Vorher nachgezählt, wie viel es sind.

Aktuar. Es sind sechzehn Stück.

Mirzel. D'rauf haben wir das alte Mütterl in unsre Hütten g'sperrt und sind in den Steinbruch hinaus, doch in einer halben Stund' kommt des Gluthahns Weib halbtot und lamentiert, daß ihr Mann mit einem alten Weibe auf dem Wagen über Stock und Stein davon g'fahren ist, und wir möchten nachlaufen und sehen, was er denn vorhätt'; denn ein Kohlenbauer wär' ihm auf der Alpenmarkt-Straßen begegnet – und wie sie so lamentiert, wird ihr nicht gut und sie fallt uns in d' Arm' und stirbt.

Aktuar (hat geendet). Punktum. Sand auf sie.

Hans. Dann haben wir sie zum Bader ins Dorf hinunter 'tragen, und der hat g'sagt, sie wär' am Schlag gestorben.

Mirzel. Dann sind wir nach Alpenmarkt herg'laufen, wo wir vor einem Haus dem Gluthahn sein Leiterwagen stehen g'sehn haben, und da haben wir einen Herrn g'fragt, der die Pferde g'halten hat, ob der Gluthahn bald kommt; so sagt der, er kommt gleich, er ist im Arrest. Darauf sind wir zum Herrn Amtmann gegangen, und das ist die ganze G'schicht'.

Amtmann. Könnt ihr darauf schwören?

Hans. Herr Amtmann, alle Tag'.

Mirzel. Und alle Stund', wenn's sein muß.

Amtmann. Tretet seitwärts unterdessen.

(Beide stellen sich auf die Seite.)

Amtmann (zum Gerichtsdiener). Den Bauer. (Diener ab.)

Rossi. Jetzt werden Sie den Heuchler sehen.

Amtmann. Ich kenn' ihn schon.

 
Elfte Szene.

Vorige. Gluthahn.

Gluthahn (fällt auf die Knie). Euer Gnaden, Herr Amtmann, ich bin unschuldig.

Amtmann. Das wird sich zeigen. Steh auf. Warum bist du hier?

Gluthahn . Weil ich unschuldig bin, Euer Gnaden, Herr Amtmann.

Amtmann. Woher hast du das Weib, das du Herrn von Rossi verkaufen wolltest? Wenn du lügst, wirst du gezüchtiget.

Gluthahn. Der Himmel ist mein Zeug', ich hab' sie im Wald drauß' g'funden und hab' s' herflattiert.

Rossi. Das ist Unwahrheit, ich selbst bin Zeuge, wie das Weib mir sagte, du hättest sie geraubt, gebunden und zu mir geschleppt.

Gluthahn. Mein', mein', Euer Gnaden, wie man das nimmt, mit ein' jedem Weibsbild ist's eine Schlepperei, weil sie nicht so schnell kann gehn, als wie ein Mann, und das ganze Weib kann gegen mich nicht zeugen, die g'hört in' Narrenturm und nicht vors Gericht. Ja, so viel kenn' ich schon, Euer Gnaden, wenn ich auch kein Juri hab' und kein Just nicht.

Amtmann. Also im Walde hast du sie gefunden? Um welche Zeit?

Gluthahn. Um neun Uhr, Euer Gnaden.

Amtmann (zu Hans). Hervor! – Wann hast du das Weib in deiner Hütte verlassen?

Hans. Um neun Uhr, Euer Gnaden.

Amtmann (zu Gluthahn). Also hast du gelogen? – Gerichtsdiener, he!

Gluthahn (mit Angst). Nein, halten Euer Gnaden, ich hab' nicht g'logen, sie war in der Hütten, aber die Hütten steht ja im Wald, so hab' ich sie ja g'funden im Wald.

Amtmann. Wart', du abgefeimter Schurke. – Du hast sie also aus der Hütte geraubt, auf den Wagen gebunden und hierher geführt?

Gluthahn. Euer Gnaden, das brächet ja mein Herz, ich hab' s' nur auf den Wagen hinauf g'hoben, weil s' all's zu schwach war, das arme Weib, mir hat s' erbarmt; doch bunden hab' ich's nicht, ich werd' doch nicht ein solcher Unmensch sein. Da verdienet ich ja, daß mir Euer Gnaden einen hölzernen Haarzopfen anhängen ließen.

Rossi (zum Amtmann). Was meint er da?

Amtmann. Den Galgen meint er, den er lang verdient. (Läutet.) Den Kohlenbauer herein.

 
Zwölfte Szene.

Vorige. Ein Kohlenbauer.

Amtmann. Hast du den Mann gesehen am Ausgange des Waldes, wie er das alte Weib vom Wagen losgebunden hat?

Kohlenbauer. Ja ja, der ist's, den hab' ich g'sehn, gestrenger Herr Amtmann, ich hab' ihm noch zug'rufen, was er da macht, da hat er g'sagt, wenn ich ihn verrat', so schlagt er mich tot. Darauf kann ich schwören.

Gluthahn. Aber Euer Gnaden, das ist a Verschwärzung, wie man s' nur von einem Kohlenbrenner erwarten kann. Losbunden hab' ich s', das ist wahr, doch bunden hab' ich s' nicht.

Amtmann. Wer hat sie denn gebunden?

Gluthahn. Sie hat sich selbst bunden, Euer Gnaden, damit sie nicht herunter fallt, das arme Weib, ich hab' ihr nur meine Halsbinden g'liehn dazu.

Amtmann. Aber du hast ihr doch hilfreiche Hand geleistet, denn selber konnte sie das nicht, das hast du doch getan, nicht wahr?

Gluthahn. Mein, Euer Gnaden, man unterstützt ja doch seinen Nebenmenschen, wenn er so was vorhat, und mein Herz, Euer Gnaden, sie hat mir so erbarmt, g'holfen hab' ich ihr, doch bunden hab' ich s' nicht, das sag' ich gleich im voraus, Euer Gnaden, das wär' gefehlt, das weiß ich schon.

Amtmann (zu Rossi laut). Es scheint doch, daß er unschuldig ist.

Gluthahn (für sich). Ich lüg' mich schon heraus.

Amtmann. Du hast sie dem Herrn von Rossi verkaufen wollen, billig, nicht wahr? Du sagst ja, das ließ' schon dein Herz gar nie zu.

Gluthahn. Ich hab' ein einzig Herz, ich hab' das Weib versorgen wollen, Euer Gnaden, drum hab' ich sie dem gnäd'gen Herrn bracht, und hab' ihn nur um ein Trinkgeld beten. Nicht wahr, mein lieber gnäd'ger Herr? (Leise zu Rossi.) Helfen mir Euer Gnaden, ich schenk' Ihnen meinen besten Acker dafür.

Rossi. Du wagst es, mir solch einen Antrag zu tun, du Schurke? Hast du die Alte nicht in meiner Gegenwart mißhandelt? nicht mit mir abgehandelt und mir ihren Schmerz verkauft? Dich soll man so lange hauen, bis dir Diamanten vor den Augen flimmern.

Gluthahn. So ist denn alles gegen mich verschworn? nun geh's, wie's will, jetzt sag' ich nimmer nein, ich sieh's, ein rechtschaffner Mann, wie ich bin, hat kein Glück.

Amtmann. Du bist ein Räuber, bist ein Schurke und wirst im Gefängnis büßen. Fort mit dir.

(Gerichtsdiener ergreifen ihn.)

Gluthahn. Hans, mein Weib soll auf meine Wirtschaft schaun.

Hans. Dein Weib ist tot. Heut früh ist s' g'storben.

Gluthahn. Das ist ein Leichtsinn ohnegleichen; stirbt das Weib und ist kein Mensch im Haus. Jetzt tragen sie mir das ganze Geld davon.

Amtmann. Das wird dir das Gericht bewahren. Fort mit ihm!

Gluthahn. Ein jeder Pfennig brennt auf ihrer Seel'. Ich unglücksel'ger Mensch, hätt' ich nur mit kein' alten Weib was ang'fangt.

(Wird abgeführt.)

Amtmann. Das ist ein schlechter Kerl, einen solchen gibt's nicht mehr. (Zum Kohlenbauer.) Du kannst jetzt gehn.

(Kohlenbauer ab.)

Amtmann (zum Gerichtsdiener). Die Alte bringt! (Diener ab.)

Amtmann (zu Rossi). Wenn Sie Geschäfte rufen –

Rossi. Nein, das ist mir äußerst merkwürdig.

 
Dreizehnte Szene.

Vorige. Alzinde.

Hans. Sieh nur, Mirzel, unser fürstliches Mütterl.

Mirzel. Wenn ihr nur nichts g'schieht, mir ist recht bang um sie.

Amtmann. Du stehst hier vor dem Amtsgericht. Wie heißest du?

Alzinde. Alzinde heiß' ich.

Amtmann. Wo geboren?

Alzinde. Indien ist mein Vaterland.

Amtmann. Wie alt?

Alzinde. Zwanzig Jahre kaum vorüber.

Amtmann. Ha! Ha. (Zu Rossi.) Ich muß lachen.

Aktuar. Das sieht man ihr nicht an, für achtzehn hätt' ich sie gehalten.

Alzinde. O spotte nicht des Alters! Achtung jedem Menschen, der mit Ehren trägt den Orden hoher Jahre, womit die edle Zeit die Mäßigkeit belohnt.

Amtmann (verwundert). Das ist ein Wahnsinn von nobelster Gattung.

Rossi. Sie dauert mich!

Mirzel. Armes Mutterl!

Amtmann. Was treibst du für Geschäfte?

Alzinde. Wenn Jammer ein Geschäft ist, treib' ich das.

Amtmann. Bist du verheiratet?

Alzinde. Ich bin es, mein Gemahl ist Hoanghu, der König eines mächt'gen Reichs.

Amtmann (schüttelt den Kopf). Eigene Ideen. Wie kommst du ins Gebirg'?

Alzinde. Warum ersparst du dir die Frage nicht, wenn du der Antwort Unwert kennst? Warum besprichst du mit dem Wahnsinn dich? Wirst du mir glauben, wenn ich dir entdecke, daß mich ein böser Geist mit einem Zauber hat belegt, der mir mein Reich verschließt und unter euch mich elend macht?

Amtmann. Sie klagt sich selbst der Zauberei an, diese Hexe. Kennst du diese beiden? (Auf Hans und Mirzel.)

Alzinde (stürzt freudig auf sie zu). Meine Wohltäter! Ob ich sie kenne, fragst du mich? Mir ist, als wenn ich in Arabiens Wüste zwei fruchtbeladne Bäume fände, deren Schatten mich erquickend kühlt. Ihr guten Menschen, wüßtet ihr doch, was ich alles hab' gelitten, seit man mich von euch gerissen hat.

Mirzel. Du gute Alte.

Hans. Sei die Fürstin nicht so traurig.

Amtmann. Das ist ein sonderbares Weib. Hierher tritt! (Zeigt ihr die Diamanten, die auf einer Tasse liegen.) Sag', gehören diese Tränen deinen Augen, hast du sie geweint?

Alzinde. Wer gab euch diese Wundertränen? Nein, so war es nicht gemeint; euch sind sie nicht geweiht. Ihr Ärmsten, hat man euch entrissen, was die Dankbarkeit euch gab? O harter Mensch, gib sie zurück, ich bitte dich, denn du verkennest ihren Wert. Was soll die Träne dir, ach du verstehst dich nicht darauf, gib sie zurück, mach' mich nicht gar so arm und bring' dies Aug' nicht um sein schmerzlich Eigentum.

Amtmann. Zaubertränen sind's, ich brauche nur ein Ja von dir. Kannst du solche Tränen weinen?

Alzinde. Nein, dies wirst du nicht erleben, eh brenn' ich diese Augen aus mit glühndem Stahl. Rühren soll die Träne, dazu hat die Sonne sie bestimmt, und könnt' ich sie auf eure Herzen weinen, so fiele Stein auf Stein und bliebe wirkungslos.

Amtmann. Ich brauche deine Tränen nicht, ich will Geständnis, klar und deutlich: ob du sie geweint?

Alzinde. Du brauchst sie schon, du heuchelst nur. Wenn euer Geiz hier Tränen preßt aus des Bedrückten Auge, deren Wert nur in der Größe ihrer Wehmut liegt; wie unendlich muß die Wollust sein, mit der ihr diamantne fallen seht!

Amtmann. Vergiß die Achtung nicht, die du mir schuldig bist. (Sehr zornig, doch durchaus edel.) Sie ist wahnsinnig, der Satan spricht aus ihr. Zum letzen Mal, hast du die Tränen hier geweint? Wenn du nicht antwortest, so werd' ich dich anders behandeln.

Alzinde (fährt empor). Anders? (Stolz.) Vergiß dich nicht, du Sklave, denke, ich bin eine Königin! (Sinkt in einen Stuhl, an dem sie steht.) Ach – (matt) ich war eine Königin, du beweisest mir, daß ich es nicht mehr bin. Nicht länger will ich mich entweihn. (Mit Nachdruck.) Ja, ich habe sie geweint, ich schwör' es bei der ew'gen Sonne dir.

Amtmann. So beweisest du mir, daß du eine Hexe bist. Ins Gefängnis fort, das Landgericht wird bald dein Urteil fällen, und vielleicht ist schon die nächste Sonne, die dein Blick begrüßet, auch die letzte, die dir scheint. Verstehst du mich, verwegnes Weib?

Alzinde. Ha! seht den stolzen Pfau, wie er mit schönen Federn prahlet, und wie so häßlich seine Stimme tönt. Leb' wohl und glaube nicht, du hattest mich gerichtet; die Götter sind's,

und du ein Werkzeug ihres großen Plans. Darum vergeb' ich dir, du übtest deine Pflicht, du hast mich nur verkannt. Und nun erlaube mir, daß ich zu diesen sprechen darf, zu diesen, deren schlichtes Kleid ein Herz bedeckt, das sich die Tugend hat zum Heimatland erwählt. Wie soll ich euch, ihr Teuren, danken, daß ihr mich aufgenommen und getröstet habt, als mich die Grausamkeit von ihrer Schwelle stieß? O Sonne, deren Strahl beglücken kann – (tritt in ihre Mitte, nimmt sie beide an der Hand), wenn du vergelten willst, was ich erdulden muß, so vergilt an diesen hier. Schenke Frieden ihren Herzen und laß ihre Ehe glücklich sein, wie es die meine war. (Bricht plötzlich ab; mit Schmerz.) Lebt wohl, ich bin bewegt, (leise) ich will bewegt sein, muß es sein. O ihr Götter, laßt mich weinen! (Weint – leise.) Seht, es fließen meine Tränen, hascht sie heimlich auf, daß es jene nicht bemerken. (Hans hält den Hut, Mirzel die Schürze auf, alle drei sind im Vordergrunde, damit der Amtmann nichts bemerkt, doch vermeide man allen Anstrich des Komischen.) So, so, behaltet sie, verberget sie, und wenn ich nicht mehr bin, erinnert euch der unglücklichen Königin Alzinde. (Zu den Gerichtsdienern stolz.) Nun folg' ich ins Gefängnis euch.

(Mit zwei Gerichtsdienern ab.)

Amtmann (steht auf und sagt zum Aktuar). Schließen Sie,. und legen Sie es auf mein Pult. (Aktuar ab.)

 
Vierzehnte Szene.

Amtmann. Rossi. Hans. Mirzel.

Rossi (der bewegt war unter dem Schluß der Szene). Was geschieht mit diesem Weib, Herr Amtmann?

Amtmann. Sie wird verbrannt, wie sie's verdient. (Zu Hans und Mirzel.) Geht jetzt nach Hause und nehmt euch ein Beispiel an diesen unglücklichen Menschen hier.

Hans. Der Gluthahn ist ein schlechter Mensch, das haben wir schon lang g'wußt; aber was das Weib betrifft, verzeihen Euer Gnaden, das Weib ist g'wiß eine gute Seel', und in mein' ganzen Leben werd' ich die gute Fürstin nicht vergessen.

Mirzel. Und wenn s' verbrennt wird, du lieber Gott, so laß nur regnen Tag und Nacht, und wenn's doch g'schehn soll, lieber Hans, so nehmen wir ihr' Aschen, und bauen s' in unserm Gartel an, da werden viel tausend schöne Blumen draus entstehn.

Rossi. Ihr wackern Leute, nehmt dies Gold, ich geb' es euch, weil es mich innig freut, daß ihr das alte Mütterchen bedauert, denn das muß ich auch.

Hans. Wir küssen d' Hand Euer Gnaden tausendmal, und küssen Euer Gnaden, Herrn Amtmanns Kleid. Komm, Mirzel, geh, heut ist ein trüber Tag.

Mirzel. Heut schmeckt mir g'wiß kein Bissen, lieber Hans.

(Beide ab.)

Rossi. Auch ich empfehle mich, Herr Amtmann.

Amtmann. Wollen Sie nicht eine Suppe bei mir essen?

Rossi. Ergebenen Dank, Herr Amtmann, heute bin ich zu bewegt, der Auftritt hat mich angegriffen; ich will die grüne Wiese suchen und den blauen Himmel, um ihn zu befragen, ob man, wie dieses Weib, so edel sein kann und so schuldig auch.

(Geht ab.)

 
Fünfzehnte Szene.

Amtmann. Ein Diener.

Amtmann. Will er mir das Mahl verbittern? Hätt' ich denn nicht recht getan an diesem Weibe? Wenn ich darüber mein Bewußtsein frage, sagt es mir, du hast noch nie verletzt des Richters, noch des Menschen Pflicht, und hast den Platz behauptet, auf den Bestimmung dich gestellt. Er fragt den Himmel, ich will alle Menschen fragen! Hier steht ein altes Weib, mit tät'ger Jugendkraft, das Haupt voll Eis, das Aug' voll Glut, spricht wie ein Xenophon und gilt für wahnsinnig; ist eine Bettlerin und schwärmt von einer Krone; hat ein Gemüt wie Samt und Tränen hart wie Stein; beschwört die Sonne und verklagt die Hölle; und alles dies bestätigt durch vier unpartei'sche Zeugen; eigne Augen, eigne Ohren. Nun setz' ich Solon hin an meinen Platz, ob er nicht sprechen wird: Dies Weib ist eine Hexe. – Philipp, trag' Er auf. (Ab.)

 
Sechzehnte Szene.

Kurzer Kerker. Nacht.

Alzinde, welche nach dem ersten Auftritt ihr Gesicht mit Falten bemalte, ohne eine Larve vielleicht zu nehmen, muß während des vorhergehenden Auftritts sich jugendlich schminken, welches man bei der Dunkelheit der Bühne jetzt nicht bemerkt. Sie wird von dem Kerkermeister hereingeführt und setzt sich ermattet auf einen Stein.

Kerkermeister. Hier kannst du bleiben, Hexe, bis dich die Flamme ruft. (Ab.)

Alzinde. Hier kerkert man mich ein und zur Gefährtin gibt man mir die Finsternis. Seid mir gegrüßt, ihr Unglücksmauern, aufgebaut, um Elend zu betrachten; du feuchter Boden, von den Reuezähren der Verbrecher naß, sei mir gegrüßt; du melanchol'scher Ort, ich weihe dich zu meinem Prunksaal ein. Hier will ich meinen Gram mit düstern Bildern säugen, hier will ich herrschen über kriechendes Gewürm; von meinen Tränen will ich eine Krone flechten und denken, ich sei des Schmerzes Königin. Ich leb' allein von allen meinen Lieben. Mein Volk ist tot, versteinert ist's, und mein Gemahl, – o mein Gemahl, der erste stets an deines Heeres Spitze, betratest du den mörderischen Boden deines Reiches? Ja, auch er ist tot, alles tot, alles! (Springt auf.) So ist's recht, Alzinde, so ist's recht, denn herunter muß das Leben, wenn der Geist sich schwingen soll. O wie stärkt ein rein Gewissen! Götter, fordert meinen Geist, jetzt bin ich dazu bereitet.

(Kurze klagende Musik.)

 
Siebzehnte Szene.

Vorige. Der Genius der Vergänglichkeit tritt ein, als ein grauer Mann, mit grauem langen Kleide, etwas kahlköpfig und mit langem Bart, seine Miene ist sanft, und seine Sprache gemütlich und tröstlich.

Genius der Vergänglichkeit. Alzinde, ich bin hier.

Alzinde. Wer bist du, bleicher, ungeladner Gast? Was willst du von der Dunkelheit und mir?

Genius der Vergänglichkeit. Ein Vater will ich von deinen Leiden sein.

Alzinde. Ein Vater? ach, mein Vater ist dort oben.

Genius der Vergänglichkeit. So kehre heim zu ihm. Reich' mir deine Hand, Alzind'. Ich bin kein Jüngling, der die Ewigkeit zum Liebesschwur mißbraucht. Sieh, unsre Locken sind sich gramverwandt; darum schenke mir die teuren Reste des Vertrauens, die dein Unglück dir gelassen hat. Sieh hin!

(Die Mitte der Kerkerwand bildet einen Kerkerbogen. Diese Wand öffnet sich und man sieht durch den finstern Bogen eine kleine Insel, von einem See umgeben, auf welcher ein indisches Monument steht, mit dem Namen Alzinde, von Zypressen umgeben. Die Gegend ist vom Mondlicht hell bestrahlt. Der Kerker bleibt finster.)

Genius der Vergänglichkeit. Nach jenem Eiland führ' ich dich, das kein lebend'ger Schiffer noch geschaut, nichts wird dort deine süße Ruhe stören. Was immer dich aus dieser Welt betrübt, gekränkt; – Verfolgung, Neid und Undank bleiben fern von dir. Dort legt unter einsamen Zypressen der Ruhm beschämt die goldnen Kränze ab, der wutentbrannte Haß und alle Leidenschaften dieser Erde löschen ihre Fackel schweigend aus. Ird'sche Freuden werden dir nicht winken, doch milde Sterne werden dein verklärtes Haupt umglänzen, und der lichte Engel deiner reinen Tugend führet deinen Geist aus Himmelswolken zu dem Thron der ew'gen Wonne hin.

Alzinde. Ja, ich verstehe dich. Es sinket eine mächt'ge Stunde nieder und gebietet einer Königin. Du bist der Friedensengel, der den bösen Streit beendet, den der Mensch mit seinem Glück hier führt; du bist das große Ziel, zu dem uns alle Wege führen.

Genius der Vergänglichkeit. Ich bin der kräftige Magnet, der alles Leben an sich zieht. Wie du dich auszuweichen auch bemühst, es ist umsonst! Denn könntest du durch tausend Sonnen wandeln, du trittst auf einen Pfad, und eh du es noch ahnst, gelangst du in mein Reich.

Alzinde. So nimm mich mit dir, guter Vater, an jenen Ort, wo ew'ge Freude herrscht, ich werde meinen Hoanghu dort sehn und alle meine teuren Lieben, die meinem Leiden vorausgeeilet sind. Komm, ich folge dir. (Der Genius hält sie in seinem Arm und will sie fortführen, da ertönt Hoanghus Stimme, die hintere Wand schließt sich. Kerker wie vorher.)

 
Achtzehnte Szene.

Vorige. Gleich darauf Hoanghu und der Genius der Tugend.

Hoanghu (von innen). Hier soll ich meine Gattin finden?

Alzinde. Götter, welche Stimme!

(Hoanghu und der Tugendgenius treten ein.)

Hoanghu. Fast erblinden meine Augen, da ich statt den goldnen Wolken, die ich erst mit dir durchsteuert, dieses Abgrunds Tiefe schaue. Und hier muß Alzinde schmachten?

Alzinde. Götter, das ist Hoanghu.

Hoanghu. Ja, dies ist ihr holder Ton. Zeig' dich, Brust, aus der er klinget, daß ich dich an meine drücke.

Genius der Tugend. Siehst du dort die zwei Gestalten? 's ist Alzinde und der Tod.

Hoanghu. Ist sie denn an ihn vermählt, daß sein Arm sie so umschließt?

Genius der Tugend. Er ist ihre eigene Wahl, weil sie dich verloren wähnte. Suche sie ihm zu entreißen, schnell, es ist die höchste Zeit.

Hoanghu. Sag' Alzinde, bist du's wirklich, denn ich kann dich nicht erkennen, sehe nur die Truggestalt, die mein Traum mir drohend wies.

Alzinde. Ja, ich bin's, mein Hoanghu; laß mich los, du grauer Riese, der sich jetzt dem Blick erst zeigt, laß mich hin in seine Arme, nur dem Gatten schlägt mein Herz. Warum hältst du mich umklammert, niemals werd' ich deine Braut.

Genius der Vergänglichkeit. Hast du mir dich nicht verlobet? Du bist mein, ich lass' dich nicht.

Alzinde. Nein, dies wendet den Vertrag. Du warst nur ein Rettungsmittel, doch ich hab' ihn hier gefunden, nun gehör' ich dieser Welt. Ha, wie sich der düstre Kerker jetzt mit holden Farben schmückt; wie das schaurige Gewölbe nun auf goldnen Säulen ruht; wie mir seine dunkle Kuppel hell erglänzt wie Chrysolith; und dies alles schafft Hoanghu, der wie eine zweite Sonne nur für mich die Welt bestrahlt. Und ich soll ein Leben lassen, erst geboren durch die Liebe, soll mit dir, du düstrer Alter, in dein ernstes Schattenreich? Gib mich auf, du läst'ger Freier, nimmer wird Alzinde dein.

Hoanghu. Laß sie los, du graue Schlange, oder ich zerhaue dich. (Will mit dem Schwert auf ihn dringen.)

Genius der Vergänglichkeit. Armer, sinnverlorner Kämpfer, mit dem Tod drohst du dem Tode? Durch mich selbst willst du mich morden? Senk' die Waffe, denn der leichtgewebten Luft kann sie keine Wunden schlagen.

Hoanghu. O du stolzgesinnter Prahler, du bist dennoch meinesgleichen, bist ein Feldherr, ausgesendet, um das Leben zu erobern; bist ein Held, der sein Panier hin auf Leichenhügel pflanzt und das grause Siegerhaupt sich mit Rosmarin bekränzt; und so willst du an mir handeln, du des Undanks echter Sohn, willst ihr Leben mir versagen, eines schwachen Weibes Leben, und ich habe so viel tausend kräft'ge Männer dir geweiht?

Genius der Vergänglichkeit (ironisch). Und wie hast du dies begonnen? Laß doch hören, tapfrer Junge.

Hoanghu. Was war Indiens Schlachtfeld anders, als dein blut'ger Opferherd? Warst du nicht in meinen Siegen stets das große Losungswort, das die Chöre der gefallnen Krieger wimmerten zu deinem Lob? Hat die blutbespritzte Fahne deinen Ruhm nicht stolz verkündet? Und die gift'gen Pfeile, die wir rauchend aus dem Leib der Feinde rissen, daß mit offnem Munde dich unheilbare Wunden priesen? Sieh, so habe ich gehandelt an dir, undankbarer Geist, hab' das mut'ge Sein bestohlen und den Schatz dir zugesendet; darum fordre ich ihr Leben als mein rechtlich Eigentum.

Alzinde. O wie liebt mich mein Gemahl.

Genius der Vergänglichkeit. Du hast nur dein Recht verteidigt, das gibt dir kein Recht an mich. Von dem Leben magst du fordern, Leben fordern darf nur ich.

Hoanghu. Nun, so will ich mit dir handeln, Wuchrer, der so bittre Zinsen nimmt. Schenke mir Alzindens Leben, und ich will von meinem dir gern die beßre Hälfte geben.

Alzinde. Ha, mein Hoanghu, was tust du?

Genius der Tugend. Götter, stärket sein Gemüt.

Hoanghu.
        Sieh, so groß ist meine Liebe, daß sie in den Staub mich zieht.
So wardst du noch nicht geehret, daß ein König vor dir kniet.
(Er kniet.)
Meine Waffen leg' ich nieder, meine Hände heb' ich auf,
(Er bittet mit aufgehobenen Händen.)
Laß dich, guter Tod, erweichen, schließ den vorteilhaften Kauf.
Was willst du mit ihrem Leben, das vor Alter bald zerfällt?
Nimm dir meine rüst'ge Hälfte, trotzig steh' ich noch der Welt.
Sieh die festgestählten Muskeln, sieh die hochgewölbte Stirn,
Leicht ist der Gewinn zu rechnen, Kaufmann, frage dein Gehirn.
Sei doch nicht so unerbittlich, sieh, mein Auge tränt vor Schmerz,
Es sind meine ersten Tränen, und sie schänden nicht mein Herz.
(Weint.)
Alzinde (vor Freude außer sich).
Götter, Sonne, all ihr Welten, seht, Hoanghu weinet hier,
Schaut herab von euren Wolken, seine Tränen fließen mir.
Welche Gattin kann sich rühmen, daß ihr Gatte so sie liebt,
Daß er Freude, Glück und Leben, daß er alles für sie gibt?
Ha, wie alle Nerven beben, wie sein Anblick mich entzückt,
(Edel ausgelassen.)
Wie ich glücklich bin und lache, wie die Freude mich berückt;
Perlen treten in mein Auge, doch ich weine nicht aus Schmerz,
Freudentränen ist ihr Name, Freude sprenget mir das Herz.

(Augenblicklich fällt rauschender Chor ein, vollstimmig und hehr.)

Chor.
        Freudentränen,
Freudentränen,
Heißt das große Losungswort!

(Der Kerker verwandelt sich in Alzindens Reich. Die Dekoration der Eingangsszene. Alles Volk ist entsteinert, die Tugendgeister knien um den Tempel. Der Genius der Vergänglichkeit verschwindet. Alzinde hat sich in ihre vorige Gestalt verwandelt, doch im weißen einfachen Kleide. Alzinde und Hoanghu stürzen sich freudig in die Arme.)

Hoanghu. O Alzinde!

Alzinde. Mein Hoanghu! Ewig, ewig bist du mein!

Hoanghu. Nie soll uns der Tod mehr trennen!

Alzinde. Denn wir sterben im Verein!

Genius der Tugend.
  Heil der Tugend, die auf Erde
Zählet solch' erhabnes Paar,
Das ein edles Herz bewahrte
In so schrecklicher Gefahr.

(Schrecklicher Donnerschlag. Donnerwolken ziehen über die Bühne, aus welchen Blitze zischen.)

              Seht, schon zieht aus euren Landen
Donnernd Moisasurs Geist.
(Zum Volk.)
Ihr seid frei von seinen Banden,
Eure Königin hier preist!
So läßt sich die Welt bezwingen,
So wird Erdenneid versöhnt!
Groß kann nur der Nachruhm klingen,
Wenn er sich durch Tugend krönt.

(Alzinde und Hoanghu knien nieder, der Genius der Tugend steht in ihrer Mitte und blickt gegen Himmel, von oben schweben Genien herab mit einer Lilienkrone und bleiben in der Mitte der Bühne. Das Opferfeuer im Tugendtempel flammt hoch auf. Priester, Volk und Tugendgeister bilden eine Gruppe.)

(Der Vorhang fällt.)

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