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Mit versiegelter Order

John Goodwin: Mit versiegelter Order - Kapitel 19
Quellenangabe
authorJohn Goodwin
titleMit versiegelter Order
publisherNeufeld & Henius / Verlag
yearo.J.
translatorF. V. Bothmer
correctorreuters@abc.de
senderwww.gaga.net
created20181011
projectidc6c011ac
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18. Kapitel.
McBrayne

Die Schiffsglocke schlug acht Glas, und Anthony, der bis dahin auf der Brücke gestanden, traf an Deck mit dem soeben abgelösten Obermaschinisten zusammen.

»Ich habe mit Ihnen zu sprechen, Mr. McBrayne«, sagte er in sachlichem Tone und führte ihn in den vorderen Decksalon. Sobald sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, ergriff er die schwärzlich-fettige Hand des Mannes und schüttelte sie kräftig. Lachend sagte er: »Mac, Sie unberechenbarer, alter Schurke! Wie kamen Sie eigentlich dazu, dies Theater aufzuführen?«

Ein breites Grinsen zog den Mund des Maschinisten auseinander. »Sie – Sie haben so wat Überzeugendes an sich«, versetzte er rätselhaft.

»Na, nun erzählen Sie mir erst mal, was hier alles vorgefallen ist, seit ich in Glasgow von Bord ging«, bat Anthony, und McBrayne berichtete.

»Ich verstehe nur eins noch immer nicht«, sagte der Schiffer kopfschüttelnd. »Warum taten Sie das?«

»Wat soll ich sagen?« brummte der Obermaschinist und kratzte sich verlegen hinter den Ohren. »Ich hab' so 'n Gefühl, dat viel mehr los is an Bord, wenn Se da sind, Sir. Wir beiden hartgesott'nen Kerle uff die eine Seite und drüben so 'ne ganze Hammelherde von Halunken. Dat muß doch noch allerhand Spaß geben, mein' ich. – Und denn konnt' ich auch dat Aas, den Peters, nich riechen.«

»McBrayne, das alles ist nicht der eigentliche Grund.«

Der andere zuckte die Achseln. »Die Miß«, sagte er blinzelnd. »Wissen Se, die war doch, wat man so sagt, in de Minderheit, und ich halt's nu mal mehrstens mit de Minderheit.«

Gerade jetzt erschien Felicia in der Tür des Salons. Schnell trat sie auf den Maschinisten zu und reichte ihm die Hand. Er wischte die seinige zuvor am Hosenboden ab, ehe er sie vorsichtig ergriff.

»Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll«, sagte das junge Mädchen herzlich.

»Och, dat hat wirklich nischt uff sich, Miß! – Dat war mir 'n Vergnügen –« Er nickte ein paarmal und verließ etwas unvermittelt den Raum.

Nunmehr wandte sich Felicia an Kirkpatrick. »Wirklich, Kapitän, ich freue mich riesig über Ihre Rückkehr. Das hat Ihnen zwar schon ein anderer hier an Bord gesagt, aber ich – ich meine es auch so.«

Er lächelte. »Von dem betreffenden anderen nehmen Sie das nicht an?«

»Ich müßte wirklich mit Dummheit geschlagen sein«, erwiderte sie. »Aber es ist Zeit, daß Sie alles erfahren. – Setzen wir uns.«

Als Kirkpatrick etwa eine halbe Stunde später den Salon verließ, war er über die Erbschaft, Dan Ricardo, den Vetter Sinclair und alle Nebenpersonen in diesem Spiel durchaus im Bilde. Andererseits hatte er Felicia widerwillig auch seine in der Pont Street gespielte Rolle beichten müssen.

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